Gesammelte Punkte zur Migrationsdebatte II

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access-933151_1281.jpgIm ersten Teil Gesammelte Punkte zur Migrationsdebatte I wurden die Punkte Politik, Correctness, Seenotrettung, Zahlen, Hetze und Bestandserhaltungsmigration behandelt. Die meisten gehen zurück auf den Artikel Mittelmeer: Tausende Migranten aus Seenot gerettet (ZEIT ONLINE 18.7.). Mehr als 400 Kommentare wurden dazu verfasst, die weiterhin hier inhaltlich wiedergegeben und nach neuen Punkten geordnet werden  Dazu kommt eine Anzahl Textpassagen aus einschlägigen anderen Artikeln (Bild: geralt, pixabay).

Schmuggelgeschäft

Das Migranten-Schmuggelgeschäft ist jetzt ein großer, profitabler und ausgefuchster krimineller Markt, der sich mit dem europäischen Drogenmarkt vergleichen lässt. Diese Aussage stammt aus Europe's Leaders: Shielding Themselves from Reality (Gatestone Institute 23.5.): Nach einem Europol-Report über Migrantenschmuggel sollen die Verbrecherbosse 2015 bis zu 5,7 Mrd. Euros verdient haben. Das Geschäft ging allerdings 2016 auf 2 Mrd. runter, als nur noch 510.000 Menschen illegal die EU betraten. Trotzdem hat sich der Menschenschmuggel zu einer der profitabelsten und verbreitetsten kriminellen Aktivität in der EU entwickelt.

Das populistisch argumentierende Institut liefert ein paar Zahlen von 2016 dazu: 181.436 Menschen kamen nach Italien, 173.450 nach Griechenland. 2017 kamen von Januar bis Mitte Mai 55.374 Menschen übers Mittelmeer, wieder die meisten nach Italien, aber auch nach Spanien und Griechenland. Herkunftsländer sind Nigeria (17%), Bangladesch (10.7%), Guinea (9.7%), Elfenbeinküste (9.1%), Gambia (6.6%), Syrien (6.1%), Senegal (5.9%), Marokko (5.6%) und weitere 10% von nicht angegebenen Ländern. Die meisten Ankommenden sind keine Kriegsflüchtlinge, sondern Wirtschaftsflüchtlinge. Die politische EU-Führung scheint es nicht zu kümmern, dass die Verlockung ihrer Wohlfahrtssysteme eine ganze Industrie von Menschenschmugglern hervorbringt.

Die Zeit-Kommentare argumentieren ähnlich: Es kommen also Hunderttausende zu uns und riskieren ihr Leben, die weder ein Recht auf Asyl haben noch als Flüchtling anerkannt werden. Warum? Weil sie trotzdem eine Chance auf dauerhaften Aufenthalt sehen, der ihnen nicht zusteht, da zu wenige abgeschoben werden und zu viele bleiben können. Weil wir inzwischen einen Shuttledienst nach Italien haben, für den inzwischen offen geworben wird, und die Chinesen die passgenauen Flüchtlingsboote schneidern. Das ist absurd, gefährlich und verlogen und bindet in Deutschland Ressourcen, die für wirkliche Asylanten und Flüchtlinge fehlen.

Ein weiterer Kommentar präzisiert diese Sicht: Denn eher die etwas Wohlhabenderen unter den Armen zieht es nach Europa, so dass ganze Landstriche veröden, weil die Jugend nach Europa geht (ganz oft ohne Krieg, Hunger und Verfolgung).

(Im nächsten Abschnitt wird das Veröden relativiert.) Ein anderer Kommentar sagt, dass der Begriff Taxiservice nicht ganz so weit hergeholt sei: Die Migranten wissen mittlerweile, dass sie gar nicht mehr die 160 Seemeilen bis Lampedusa schaffen müssen, sondern nach 12 Seemeilen von Sea Watch und Co. aufgelesen werden. Die Schlepper setzen riesige Schlauchboote sein, die extra zu diesem Zweck angefertigt werden und über eine chinesische Handelsplattform für vergleichsweise kleines Geld zu haben sind. Wahnsinns-Profit sei garantiert, vor allem bei über 100 Leuten pro Boot, die pro Nase mehrere tausend Dollar abgedrückt haben.

Weitere Zahlenbeispiele aus dem finanziellen Rahmen: Im Zeitraum 1960-2014 errechnet die Weltbank 835 Mrd. Dollar Entwicklungshilfe für Afrika. Ein Kommentar nennt als deutsche Zahl im letzten Jahr ca. 50 Mrd. Ausgaben für "Flüchtlinge" (der Bund alleine 20 Mrd. – für Bildung übrigens nur 17 Mrd.).

Push-Faktoren

Ein wichtiger Punkt ist die Übervölkerung; damit befassen sich einige Kommentare. Dieser hier argumentiert dafür, dass die Wirtschaftsmigration keine Probleme löst, und dass es zumindest in Nigeria keine Verödung gibt: Das größte afrikanische Land Nigeria hatte 1950 ca. 40 Mio. Einwohner, 2009 stolze 155 Mio. und 2015 geschätzte 182 Mio. Hätte Deutschland ab 2009 jährlich auch nur 1 Mio. Menschen aus Nigeria aufgenommen, wäre die Bevölkerung in den 7 Jahren 2009-2015 nicht um 27 Mio. gewachsen, sondern lediglich um 20 Mio., und Deutschland wäre heute noch etwas bunter und abwechslungsreicher. Muss man wirklich ein emphatieloser, schlecht ausgebildeter, sozial marginalisierter Rechtsradikaler sein, um zum Ergebnis zu kommen, dass Deutschland noch nicht mal die Bevölkerungsprobleme Nigerias lösen kann, noch weniger die Afrikas, und schon gar nicht die von Afrika mitsamt dem Nahen und Mittleren Osten einschließlich Pakistan und Afghanistan?

Die Push-Faktoren sind vielfältig. Zig Millionen Menschen hungern, hält ein anderer Kommentar dagegen. Andere Kommentare versuchen es präziser zu fassen (Quelle: Hoffnung Europa: Woher kommen die afrikanischen Flüchtlinge? (DW 24.4.16). Die Afrikaner, die übers Mittelmeer fliehen, kommen in der Reihenfolge aus:

  • Eritrea
  • Nigeria
  • Somalia
  • Sudan
  • Gambia
  • Senegal

Bis auf Somalia sei das kein Land, in dem Krieg herrscht, und: Behörden, genauer das BAMF meldet, dass Flüchtlinge häufig in den Urlaub fahren, in die Länder aus denen sie geflohen sind (Behörden melden häufiger Heimat-Reisen von Flüchtlingen, Welt 15.6.).

Das kontern andere Kommentare mit den schlimmen Geschehnissen vor Ort, wobei teils auch gleich widersprochen wird: … Im Südsudan kämpfen 2 Rebellengruppen brutal um die Vorherrschaft versus Sie wissen aber schon, dass Sudan und Südsudan zwei verschiedene Länder sind, oder? Und: … In Nigeria ist der Norden Kriegsgebiet, da könnte man zur Not in den Süden fliehen. … In Eritrea fleht man vor dem Jahre andauernden Wehrdienst. … In Gambia floh man vor einem irren Diktator, der ist aber nun abgewählt und wurde von Soldaten der Nachbarländer vertrieben. Und: … In in Somalia ist Bürgerkrieg, im Süden vom Senegal ist Bürgerkrieg …

Ein anderer Kommentar fordert trotzdem, vielleicht ein bisschen besser zu recherchieren. Nicht mal der nun wirklich ordentlich linke "Guardian" hat in den letzten Jahren behauptet, dass die massenhafte Migration aus den gambischen Dörfern der Flucht vor der Diktatur geschuldet sei.

Die Motivation sei kein Push-Faktor wie Übervölkerung, Versteppung, Misswirtschaft, Perspektivlosigkeit, Bürgerkrieg, Krieg usw., sondern ein Pull-Faktor: Die meisten kommen ja auch nicht wegen irgendwelcher Kriege (Syrien, Afghanistan, Somalia und Jemen mal ausgenommen). Sie wollen leben wie Sie und ich. Für mich wäre das ein hinreichender Grund, die lebensgefährliche Fahrt auf mich zu nehmen.

Kolonien

Ausführliche Auseinandersetzungen gibt es um die Wirkungen der Kolonialzeit. Dazu der Standardkommentar: Jahrhunderte lang hat der weiße Mann den Kontinent ausgebeutet.

Und der Konter: Billige Ausrede. Die "Ausbeute" geht meist mit Handel einher. Das Problem ist, ob die Einnahmen sinnvoll verwendet oder vergeudet werden. Z.B. Fischereirechte werden an Fremde vergeben – würde man mit dem Geld die eigene Fischereiflotte modernisieren, könnte man nach Ablauf der Verträge selbst den Fisch fangen und verkaufen. Statt dessen versickert es – das ist kein "weißer Mann"-Problem. Es gäbe genug afrikanische Gelehrte, die Problemlösungen hätten. Das wiederum wird so gekontert:

  1. "Der weiße Mann" sind weder die heutigen europäischen Staaten noch deren Bürger, sondern hauptsächlich Private (bzw. deren Nachfahren), die derzeit immer noch mehrheitlich die Oberschicht in Teilen Afrikas stellen. Viele von ihnen wurden jedoch enteignet und vertrieben, und selbst in stabilen Ländern wie Südafrika werden sie aus sozialen, aber auch rassistischen Gründen diskriminiert.
  2. Die von Ihnen als "Versickern" umschriebene Korruption ist in der Tat nicht besagter Oberschicht im afrikanischen Ausland anzulasten, sondern westlichen Unternehmen sowie Regierungen, die als Protektoren für besagte Unternehmen auftreten sowie bedingt durch ihre überwältigende Verhandlungsmacht zu einseitige Handelsverträge aushandeln.

Darauf dann diese Entgegnung: Reden sie doch mal mit Hilfsorganisationen, die in Afrika etwas von den Einheimischen verlangen, da spreche ich von so Banalitäten wie der Wartung einer Trinkwasseraufbereitungsanlage, weil… das halt nötig ist, damit Infrastruktur auch auf lange Sicht funktionsfähig ist. Dann dürfen sie weinen und müssen sich nicht mehr wundern, dass da unten so gar nichts klappt (Diese Sicht kann der Zusammensteller mit eigenen Erfahrungen bestärken, Anmerkung wb).

Weiter mit diesen Kommentaren: Deutschland hat aber nicht vom Kolonialismus profitiert. Und zu behaupten, die Probleme, die Afrika heute hat, wären dem Kolonialismus zuzurechnen, ist Unfug. Ohne Kolonialismus würde es dem Kontinent noch schlechter gehen, weil viele Strukturen erst geschaffen wurden. … Afrikanische Staaten unter britischer, französischer oder portugiesischer Herrschaft gibt es seit fast 50 Jahren nicht mehr. Seit dieser Zeit wurden von vielen Ländern – ich weiß nicht von wie vielen – zig Milliarden als Entwicklungshilfe an diese afrikanischen Staaten überwiesen (Summe 835 Mrd. Dollar, Anmerkung wb). Hat nix genutzt; der Bevölkerung ging es damals unter Kolonialherrschaft wirtschaftlich besser als heute.Die sich bekriegenden mächtigen Clans, die möglichst viel von dem einstreichen, was die Rohstoffe des Landes und die Entwicklungshilfe so bringen, abzüglich der Kosten für Waffenkäufe, das ist keine Entwicklungsperspektive. Dazu in gut sozialistischer Gesinnung die aus der Kolonialzeit stammenden Strukturen verlottern lassen, bringt es auch nicht. Und es sind schon viele aus Afrika weggegangen, die besser gebildet waren, als die jetzt Ankommenden.

Zum mangelnden Know-how und zum sinnvollen Vorgehen weitere Kommentare: Es gibt schon einen Grund, warum die Länder, die diese Industrie verstaatlicht haben, damit häufig genug gegen die Wand gefahren sind. Immerhin sollte man zunächst die internationalen Konzerne endlich an die kurze Leine nehmen, die dort die Lebensbedingungen ruinieren!

Rückständigkeit

Das Thema mangelndes Know-how spiegelt sich in Beschwerden wie dieser Klage eines Lehrers in Deutsch-als-Zweitsprache-Klassen (nicht aus den Kommentaren): Neben naturgemäß nicht oder nur rudimentär vorhandenen Sprachkenntnissen in deutscher Sprache lässt sich aktuell bei den neuzugewanderten Schülern, verglichen mit gleichaltrigen, einheimischen deutschen Schülern, ein erhebliches Defizit im Bildungsniveau feststellen.

Dabei geht es nicht nur um das vielfach angeführte Sprachdefizit; gravierender und folgenschwerer seien offensichtlich grundlegende kognitive und Kompetenzschwächen in fast allen Regelfächern. Der  Kompetenzunterschied betrage nach ersten belastbaren Messungen und Beobachtungen im Schnitt bis zu 3 Schuljahre im Vergleich zu einheimischen, muttersprachlich deutschen Schülern. Dieser Befund treffe vor allem auf Schüler aus Teilen des Balkans wie Albanien und  dem Kosovo zu, sowie den Krisenländern des Nahen und Mittleren  Ostens wie dem Irak und Afghanistan, sowie den Maghrebstaaten.

Das geringe Bildungsniveau in den bunt zusammengewürfelten Deutsch-als-Zweitsprache-Klassen spiegelt sich demnach in fast allen Haupt- und Nebenfächern wider. Basiswissen (Grundrechenarten,  Grammatik, Lese- und Schreibkompetenz) müsse mühsam und zeitraubend vermittelt werden, so dass für solides Fachwissen zum  Lösen komplexer, dem Alter entsprechender Aufgaben keine Zeit bleibe. In den sogenannten "Willkommensklassen" sei funktioneller Analphabetismus als Massenphänomen eine nicht zu leugnende Tatsache.

Arbeit

Derlei Bildungslücken haben natürlich Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Immigranten, und da sind wieder die Kommentare gefragt: Wir haben jetzt schon mehrere Millionen Arbeitslose, die gut ausgebildet sind und die hiesige Sprache sprechen. In welchem Bereich sollten denn auf einmal die Arbeitsplätze entstehen, die dann besetzt werden?Der Markt an Arbeitslosen und Geringverdienern ist in Deutschland und in Europa mehr als gefüllt. Warum sollten afrikanische Arbeitslose und Geringverdiener unsere Rente garantieren?

Eben. Ganz klar sagt es ein anderer Kommentar: Und dann wird auch noch ein "Fachkräftemangel" u.a. im Bereich der Pflege beklagt, der angeblich durch Zuwanderung bekämpft werden müsste, während Pflegekräfte zu niedrigen Löhnen und schlechten Jobbedingungen arbeiten müssen und oft oftmals nur Teilzeit- und 450-Euro-Jobs angeboten werden, deren Bezahlung nicht zum Leben reicht.

Es geht ja auch um was anderes, wie der folgende Kommentar sagt: An der Antwort auf diese Frage wird deutlich, dass Migration zum Drücken von Löhnen genutzt wird. Spanien braucht angesichts einer gigantischen Arbeitslosigkeit sicherlich keine zusätzliche Migration unqualifizierter Arbeitskräfte. Aber dann müssten wohl die Löhne im Agrarsektor steigen.

Hier noch ein Verweis auf Deutschlands gelogene 2,5 Mio. Arbeitslose, die in Wirklichkeit 7.5 Mio. sind (dargelegt in Arbeitslosenzahlen gefaked). Interessant auch ein anderer Artikel, Wir führen nur sinnlose Debatten (The European 15.10.16): Die Flüchtlingsdebatten bringen nichts für die Weiterentwicklung unseres Landes, eher das Gegenteil ist der Fall. Sie führen weg von Leistungsprinzip und verraten teilweise sogar die Werte der Aufklärung, ohne die unser Wohlstand gar nicht denkbar wäre.

Da taucht die "vernünftige Frage" auf: Warum stellt die deutsche Industrie so wenig neue Stellen zur Verfügung für Menschen, die fast nichts können? Die Antwort lautet, weil es nicht ihre Aufgabe sei, Gefälligkeiten zu gewähren, sondern nach dem Leistungsprinzip einzustellen. Demnach haben wir vergessen, dass unser Wohlstand nur gedeihen kann, wenn wir im Wettbewerb mit China und den USA bestehen. Südeuropa habe in diesem Wettbewerb längst verloren, Afrika und Arabien haben nie teilgenommen. Die Arbeitslosigkeit in Italien, Griechenland, Spanien sei nur ein Vorgeschmack für Deutschland. Sie zeige, was einem Land blüht, wenn es sich jahrzehntelang weniger um die eigene Wettbewerbsfähigkeit kümmert als um "blödsinnige Fragen" bzw. "vernünftige Fragen".

Auf weitere Widersinnigkeiten weisen die Kommentare hin: Sie vergessen, dass wir schon bald aufgrund von Industrie 4.0 viele Millionen neue Arbeitslose haben werden. Die Rente werden in Zukunft nicht mehr durch mehr Menschen erzielt, sondern durch Steuerumlagen auf die Gewinne der neuen Roboter-Technisierung. Hier sind nur noch hochqualifizierte Spitzenkräfte gefragt.

Und der bedenkenswerte Satz: Billige Arbeitskräfte verführen dazu, neue Möglichkeiten nicht wahrzunehmen.

Ebenso bedenkenswert die Aussage: wie toll diese Jugend wäre, wenn sie mit dem gleichen Enthusiasmus im Altenheim Pflegebedürftige pflegen würde, als sich im Mittelmeer als Moralapostel aufzuspielen.

Pull-Faktoren

In dem wb-Artikel Flüchtlinge zwischen Push-Faktor und Pull-Faktor ist schon einiges zusammengetragen, hier kommt noch eine Auswahl aus den Medienberichten der letzten Zeit, Thema weitgehende Rechte werden bis zum Anschlag ausgenutzt oder missbraucht:

  • Gerichte – Mehr Klagen gegen Asylentscheide (Süddeutsche Zeitung 2.6.): 28 Prozent aller Asylbescheide des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge werden von den Betroffenen nicht akzeptiert. Sie ziehen vor die Verwaltungsgerichte. Die sind von der Klageflut überfordert. Demnach ziehen Flüchtlinge immer öfter gegen negative Asylbescheide vor Gericht. Die angegebenen 28% gelten für die Asylbescheide vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge BAMF Anfang des Jahres, 2015 waren es nur 16%. Weil das BAMF weniger Flüchtlinge anerkennt (Schutzquote 56% nach 69%), wird mehr geklagt. Das bedeutet immerhin 193 000 anhängige Asylklagen sowie 50.000 Klagen gegen nur subsidiären Schutz, d.h. kein Recht darauf, Ehepartner und Kinder  nachzuholen.
  • Schwangere Zuwanderinnen erhalten im Mutterschutz vorläufiges Asyl. Bestätige ein deutscher Sozialhilfeempfänger die Vaterschaft, erhalte das Kind die deutsche Staatsbürgerschaft und die Mutter ein Bleiberecht. Angeblich bezahlen manche Frauen den "Vätern" sowie Rechtsanwälten und Notaren bis zu 5000 Euros. Der (Schein)vater bezahlt dann als Sozialhilfeempfänger keinen Unterhalt für das Kind, sondern der Staat übernimmt die Zahlungen. Eine "gute, legale Zuverdienstmöglichkeit für Sozialhilfeempfänger" – "Väter" mit bis zu 10 Kindern seien bekannt. So schreibt es der Artikel Verdacht auf Asylbetrug – Justiz ermittelt wegen Scheinvaterschaften (SPIEGEL ONLINE 6.6.).
  • BAMF prüft religiöse Überzeugung von Konvertiten, der Evangelischen Kirche geht das zu weit (Wiesbadener Kurier 15.5.): „In ganz Deutschland treten muslimische Flüchtlinge zum christlichen Glauben über“, heißt es auf der Internet-Seite evangelisch.de. Und auf katholisch.de wird ein Pastor mit den Worten zitiert: „Es gibt unter Iranern einen Trend, sich taufen zu lassen, der sehr viel stärker ist als noch vor 15 Jahren.“
  • Was die Kirchen beitragen können, können die Sekten schon lange. Plötzlich Christ – Sekten locken Flüchtlinge in Angst vor Abschiebung mit Blitztaufen (Deutschlandfunk 13.2.): Mit Beginn der Sammelabschiebung nach Afghanistan ist die Angst der Flüchtlinge vor der unfreiwilligen Rückkehr gestiegen. Im Raum Frankfurt locken Missionare einer sektenähnlichen Gemeinschaft gezielt mit Blitztaufen und Familienanschluss. Die Hoffnung der neuen Christen: die Anerkennung ihres Asylantrags.
  • Germany Confiscating Homes To Use For Migrants (ZERO HEDGE 15.5.). Das gab's noch nie, sagt die populistische Site. In Hamburg wurden sechs leerstehende Häuser nache der Innenstadt konfisziert, um gegen den Willen der Besitzer an Fremde vermietet zu werden, die die Stadt da reinsetzt. Die zwangsweise durchgeführten Renovierungen zahlen die Besitzer. Zero Hedge berichtet von ähnlichen Absichten in Berlin, die aber wegen Gesetzwidrigkeit abgeblasen wurden.
  • Welcome To Sweden, Eldorado For Migrants! (ZERO HEDGE 21.2.). Wenn jemand in Arabien in Armut lebt und mehrere Kinder hat, gebe es gute Gründe für ihn, nach Schweden zu ziehen. Dort gebe es eine Menge Geld abzuholen, ohne dass dafür gearbeitet werden muss. Schweden also als Paradies für die Migranten der Welt, die nicht arbeiten wollen (gilt für Deutschland genauso, Anmerkung wb).
  • Türkische Soldaten erhalten Asyl in Deutschland (Süddeutsche Zeitung 9.5.): Insgesamt liegen dem BAMF etwa 7700 Asylanträge türkischer Staatsbürger vor. Da stellt sich die Frage, wie kann man Bürgern eines Staates Asyl gewähren, ohne den Staat gleichzeitig wegen Menschenrechtsverletzungen anzuprangern?

Bei den Kommentaren sind nicht alle diese Ausprägungen diskutiert, doch einige Pull-Faktoren tauchen auf: die Attraktivität der Transferleistungen, … die zweifellos die Flüchtlinge geradezu anlocken.Solange die EU nicht bereit ist, ist ihr Asylrecht, das auf der Erfahrung des 2. Weltkriegs fußt, an die Bedingungen der Moderne zu überführen, solange sie es unterlässt, diese falschen Anreize zu produzieren, die ganze Landstriche dieses Planeten … auf den Weg nach Europa in Gang setzen, wird es diese (Seenot-)Bilder tagtäglich geben.

Dazu nochmal die Kehrseite: Und schlimmer als alles ist, dass die ärmsten der Armen, die kein Geld für diesen Aufbruch haben, ihrem Schicksal überlassen werden, während hier so eine Art soziale Auslese, das survival of the fittest toleriert, befördert und produziert wird.

Ganz klar gesagt: Es ist unverantwortlich, dass man sich mit Geld die illegale Einreise nach Europa erkaufen kann. Was die Schlepper beginnen, führen die Retter dann erfolgreich zu Ende. Zudem weiß niemand, wer da in Wahrheit kommt. Die internationale Rechtsstaatlichkeit mit Botschaften, Konsulaten, Visa und Aufenthaltsgenehmigung wird demnach absurdum geführt. Solange die Geretteten nicht zum nächsten Hafen gebracht werden, und das ist meist in Afrika, wo die Fahrt mit ein bisschen Sprit im Kanister startet, wird es weiter Ertrunkene und wachsenden Fremdenhass geben. Soll das nun so weitergehen? Jahr um Jahr, ohne Ende? Es soll 200 Millionen willige Afrikaner geben, die sich von Europa das Paradies versprechen.

Natürlich: Die Not in Afrika ist groß. Aufgrund der modernen Kommunikationsmittel sind den Menschen in Afrika und anderswo auf dem Planeten die positiven Seiten der Lebensbedingungen in Europa bekannt. Ein Einwurf sagt nun: Dann wird man auch vermitteln können, wie schwer der Weg dahin war, und dass man in Afrika den Weg selber gehen muss.

Weiter im Kommentar zu den Pull-Effekten: Dadurch entsteht die Hoffnung, in Europa ein besseres Leben für sich und gegebenenfalls Familienangehörige zu finden, das frei ist von der begründeten Furcht vor Verfolgung, unter der die Menschen in Afrika leiden, wenn sie gegen die Verantwortlichen in ihrem Heimatland ob der miserablen Lebensbedingungen aufbegehren. Es ist also so, dass immer mehr Menschen versuchen werden, nach Europa zu gelangen.

Abwägungen

Es gibt überall Menschen, die rechnen können, einer tut es in diesem Kommentar: Der deutsche Standard kostet pro Person ca 15.000 bis 20.000 Euro pro Jahr. Pro Million 20.000.000.000 Euro pro Jahr. Betrachtet man das BIP-pro-Kopf in afrikanischen Ländern, so wird deutlich, dass diese Mittel im Rahmen einer "Hilfe vor Ort" besser investiert werden, als in einer Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme.

Und es gibt überall Menschen, die denken können. Erst ein weiterer Kommentar: Eine Alternative wäre eine mit sehr viel Kapital und noch mehr wirklichen Entwicklungshelfern/experten ausgestattete Organisation, die sich daran macht, die fehlende Entwicklung in Afrika voran zu bringen. Darauf folgt die skeptische Nachfrage: Ist das nicht das Modell "Afghanistan"? Ein teurer Fremdkörper, von vielen Einheimischen bekämpft?

Zur Frage wer warum migriert, gibt es noch mehr Kommentare: Leistungsträger bleiben diesem Land nicht fern, weil die Deutschen so schreckliche Menschen sind (im Gegenteil sind wir doch bei weltweiten Umfragen stets auf den ersten Plätzen beim beliebtesten Land), sondern weil wir eine der höchsten Abgabenlasten der Welt haben. Genau aus diesem Grund verlassen ja auch einheimische Akademiker massenweise dieses Land in Richtung liberalerer Länder. Deren Wegzug werden sie nicht dadurch ausgleichen können, Leute in dieses Land zu lassen, die in Teilen bestenfalls Grundschulbildung vorzuweisen haben.

Und nochmal die Kostenfrage: Wenn diese Gesellschaft sich nicht gegen diese von außen aufgepressten Verhältnisse wehrt, muss sie irgendwann entscheiden, ob sie das erwirtschaftete Geld dieser Volkswirtschaft für Schulen, Renten, Modernisierung etc. oder aber für die Dauer-Alimentierung von immer mehr Selbst-Eingewanderten ausgeben will. Dazu die Warnung: Man sieht daran. wie groß das Leid wird, wenn man das Bevölkerungswachstum nicht in den Griff bekommt. Ich möchte diesen Leidensdruck nicht importieren.

Ein Kommentar zieht nun ein vorläufiges Fazit: Wenn selbst hier bei Zeit Online inzwischen die Mehrzahl der Kommentatoren/Innen den Zusammenhang zwischen mehr "Hilfe" und Migrantenzahlen erkannt haben, lässt das ja fast hoffen. Müsste sich jetzt allerdings noch im Wahlverhalten widerspiegeln. Die aktuelle Regierung versteht, glaube ich, noch nicht, dass man das Problem am einfachsten lösen könnte, wenn hierzulande die finanziellen Anreize auf das Niveau von anderen Ländern gesenkt werden würden. Solange man natürlich alle per Selfie und BAMF-Video willkommenheißt und die Menschen fürs Nichtstun mehr bekommen als für harte Arbeit in ihren Ländern, wird sich da nichts ändern.

Bei diesem Stand endet der 2. Teil. Im 3. Teil geht es dann um Punkte wie Integrationsdruck, Kriminalität, Abgelehnte, Widersprüche, Lösungen, sowie eine Würdigung der Kommentare.

 

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