Emanzen machen sich lächerlich

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hair-1248717_1280_2196557Nun ist es nicht so, als wäre das aktuelle Emanzen-Thema ganz von der Hand zu weisen. Doch, ja, es gibt überall Leute, die spreizen sich über Gebühr. Eine Ausprägung davon ist das, was jetzt manspreading genannt wird, sogenanntes "Männerspreizen".

Gemeint ist, dass manche Männer in der New Yorker U-Bahn sich zu breitbeinig hinsetzen und auch dann nicht die Beine schließen, wenn andere deshalb keinen Sitzplatz finden. Macho-Gehabe – die Dame im Bild von 2196557 (pixabay) zeigt das vorbildliche gewünschte Verhalten. Dass es nicht immer klappt, zeigt das Gegenbeispiel von lightstargold (pixabay). Eine Art womanspreading gibt es also auch.

lady-in-red-2189102_1280lightstargoldSolch emanzipatorische Ausgewogenheit ist den derzeitigen Attacken fern. Sie haben auf andere Länder wie das deutsche Heimatland übergegriffen und sich damit von der New-Yorker U-Bahn emanzipiert. Aber sie haben sich nicht von der emanzipatorischen Blindheit emanzipiert, die sich derzeit in albernen Gender-Wortvorschriften äußert. Man findet die "VerbraucherInnen", "Arbeiter_innen", "Krankenschwester/innen", "Mitglieder*innen" und "Einwanderinnen und Einwanderer" in den komischsten Ausprägungen. Nur "Banker*innen" gibt es komischerweise nie zu sehen, die antikapitalistische Schelte gilt immer nur den "Bankern" (Beispiele siehe Wahlkampf IV – SPD-Kompress).

Die vermeintliche Geschlechtsneutralität und Correctness der Emanz*innen ist also bloß Populismus. Mehr noch, das Gendern ist Augenwischerei, es beinhaltet letztlich nur sprachpolizeiliche Allüren und sprachliche Idiotien, siehe Gender-Ideologie und -Idiotie kritisiert.

Dazu zählt der Glaubenssatz, das Geschlecht des Menschen ist nicht primär biologisch bestimmt, sondern gesellschaftlich-sozial konstruiert und daher form- und wandelbar. Diese dämliche These wird hergenommen, um genderisch correcte Schreibweisen zu begründen, z.B. SchülerInnen, Schüler_innen, Schüler/innen, Schüler*innen, Schülerinnen und Schüler, kurz Schüler_ oder gleich Lernende.

Was dabei aus dem Fokus gerät, ist die eigentliche Emanzipation, und die steht schließlich vor großen Aufgaben. Die wirklichen Aufgaben heißen aber nicht manspreading, feministische Linguistik oder qualifikationsunabhängige Frauenquoten. Die Gender*innen haben die echten Machos aus den Augen verloren, die in großer Zahl ins Land kamen und kommen. Die Frauenbewegt*innen wenden sich nicht gegen die sozialen/religiösen Prozesse, von denen die neuen eklatanten vergeschlechtlichten Ungleichgewichte konstruiert werden. Es fehlt nicht nur ihre vernehmbare Kritik am emanzipatorischen Rückschritt. Sogar ihr Einsatz für alleinerziehende Mütter lässt zu wünschen übrig, und um die üble Diskriminierung der DDR-Ex-Ehefrauen kümmert sie sich gleich gar nicht (siehe Diskriminierungspolitik & Emanzenversagen).

Den muslimischen Machos wird höchstens das Beinebreitmachen verübelt, alle anderen Vergehen gegen unsere emanzipatorische Kultur schlucken die Emanz*innen klaglos. Früher wären das "Chauvinistenschweine" gewesen, die ihre oft schon im Jugendalter geschwängerten Frauen in Verhüllungsgewändern drei Schritte hinter sich herlaufen lassen. Oder die freiheitlich gewandeten Frauen "Schlampe" hinterherrufen. Heutzutage dürfen's die Muslime unbehelligt von den Emanz*innen tun, weil das als "multikulturelle Breicherung" gilt.

Und die spreizbeinigen U-Bahn-Fahrer sind keine kulturelle Bereicherung? Da wird mit zweierlei Maß gemessen. Es ist einfach lächerlich, Aufhebens um solche Nichtigkeiten zu machen und die Wichtigkeiten platterdings zu ignorieren:

Emanzen, die solches tun, machen sich lächerlich.

ballerina-2409992_1280(Bild: bykst, pixabay) Der Ursprungsartikel bei wissenbloggt heißt Alter! Mach die Beine nicht so breit, bitte. Ein aktueller Artikel dazu ist Manspreading – Ein breites Feld (ZEITmagazin 17.6., mit Zahlsperre): In einigen Städten hängen jetzt Schilder in der U-Bahn, die Männer dazu auffordern, nicht mehr breitbeinig dazusitzen. Muss "manspreading" wirklich verboten werden?

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2 Antworten auf Emanzen machen sich lächerlich

  1. Saco sagt:

    Ein paar emanzipierte Feministinnen können eine ungezwungenes Miteinander von Frauen und Männer durcheinanderbringen. Da ist von einem Patriarchat die Rede, das einfach in der BRD so nicht existiert. Ja die Männerwelt wird insgesamt diskriminiert. In Nordamerika, das uns immer 10 Jahre in der "Ethik" voraus ist, kann man sich nicht mehr ungezwungen mit einer Frau alleine in einem Zimmer aufhalten. Diese Art Zwänge führen in eine noch kränkere Gesellschaft. In eine globale Zwangserkrankung. Beginnend wird auch jede Heterosexualität von Einzelnen diskriminiert. 

     

  2. Wilfried Müller sagt:

    Nicht zu vergessen die Vermüllung der Unis mit Trigger-Warnings usw. Saco hat recht, das ist krank. Wer die idiotischen Schreibungen mitmacht, trägt dazu bei, siehe den Artikel von heute mit "Anhänger/-innen" und "LRin Mag.".

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