Neue Schlagworte der Gender-Polizei zum Einsatz gebracht

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pop-art-2185496_1280JanBabyDieser Artikel versucht, die Entstehung einer Gender-Meldung aufzuspüren und ihre Entwicklung nachzuvollziehen. Das ist schwierig, weil einer vom anderen abschreibt und anscheinend keiner die Quelle nachprüft. Sie ist jedenfalls nirgends genannt. Da ist nur vage von einer wissenschaftllichen Studie die Rede, die an der University of California und der University of Southern California durchgeführt wurde (davon gibt es viele, hier die Top 50). Für die Studie wurden 119 Bewerbungsgespräche aufgezeichnet, analysiert und im Journal of Social Sciences publiziert, mit dem griffigen Ergebnis, dass es die Frauen schwerer haben (Bild: JanBaby, pixabay).

Im Mittel wurden Frauen nämlich fünfmal unterbrochen und Männer viermal. Bei ihnen wurde 17 Mal nachgefragt gegenüber 14 Mal bei Männern. Verbale Hinweise legen demnach nahe, dass Frauen sich eher zur Eile gedrängt fühlen, sie hasten eher durch ihre vorbereiteten Vorträge, ihre Aussagen dazu: "Das überspringen wir, damit's schneller geht", "Es ist keine Zeit mehr, da machen wir schnell", "Ich mache hier schnell, weil ich zum zweiten Teil kommen will."

Das führt zu der vollmundigen Aussage: Diese subtilen Muster bei der Konversation bilden eine fast unsichtbare Voreingenommenheit, die ein beharrliches Klima des Zweifels an der weiblichen Kompetenz erzeugen.

In diesem Text werden eher beharrliche Zweifel an der Kompetenz der Berichterstatter*innen geäußert. Sie liefern keine überprüfbare Quelle, denn bei der Suche nach dem Journal of Social Sciences gibt es viele Treffer, nur findet sich bei den diversen Sites kein Treffer für einen passenden Artikel:

Pustekuchen also bei der Quellenforschung. Die erste Spur in den googlebaren Medien findet sich Ende Juni, und dann ging's Anfang Juli weiter. Nachdem die englischen Medien es durch hatten, geht es aktuell im August auf deutsch los:

Auf die deutsche Publikation musste man nicht umsonst warten, denn sie rundet das Thema ab. Neue Begriffe tauchen auf, die seit 1, 2 Jahren die Gender-Szene bereichern:

  • Mansplaining (überhebliche, herablassende Erklärungen von ahnungslosen Männern gegenüber Frauen)
  • Manterruption (Unterbrechen einer Frau bei einer Konversation durch einen Mann)

Das firmiert als weitere Symptome des Unconscious Bias (unbewusste Vorurteile). Sowas wurde auch in einer anderen Studie festgestellt, nämlich dass eine weibliche Oberrichterin 3 Mal so oft unterbrochen wurde wie ihre männlichen Kollegen, schreibt ze.tt. Eine brasilianische Werbeagentur Woman Interrupted liefert sogar eine App dafür. Die zählt dann, wie oft die eigene Stimme von einer männlichen Stimme unterbrochen wird (von entsprechender Man-Interrupted-Software keine Rede).

Im weiteren leistet der Artikel Lebenshilfe. Fragen dazu: Schenken wir dem Gegenüber zu wenig Respekt, zu wenig Daseinsberechtigung? Ist es ein großes Einander-ans-Bein-pinkeln? Dazu die ze.tt-Antworten von Kommunikationsexperten und Coaches auf Was kann frau überhaupt tun?

  1. Wahrnehmen und weiterreden
  2. Nicht erschüttern lassen
  3. Konzentration
  4. Prägnant formulieren
  5. Auf Stimme und Körper achten

Bei den Punkten 1. und 2. wird manchen Leuten die Bundeskanzlerin in den Sinn kommen, die sich ja ungern unterbrechen lässt. Punkt 3. darf man ihr auch zubilligen, wo sie doch selber gesagt hat, dass es schwer ist, zugleich zu reden und zu denken. Der Punkt 4. ist für Politiker*innen allerdings außer Kraft gesetzt. Politiker formulieren erfolgreicher nach juristischen Kriterien, also eher kleingedruckt. Und Punkt 5.? Naja, manche haben eine Stimme, und manche haben einen Körper, und manche eben nicht.

Diese Abschweifung ins pfuiteuflisch incorrecte bringt diesen Artikel zu seinem Schlusswort. Das liefert der Telegraph-Artikel: Die Studie steht in krassem Widerspruch zu den Uni-Trends in Großbritannien, wo weibliche Studenten in 2/3 der Vorlesungen zahlreicher sind als männliche ("The research comes in stark contrast to recent undergraduate trends in the UK, with female students now outnumbering men in two-thirds of undergraduate courses").

Das wird in keinem der Folgeartikel wiedergegeben. Verständlich, sonst müssten die Gender*innen ja was gegen's Womenoutnumbering erfinden. Eine Männerquote vielleicht?

 

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