Gender-Kritik: die Märchenerzähler und ihre Richtigstellungen

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women-149577_1280Nicht jeder mag sich mit dem Gedanken an 60 menschliche Geschlechter abfinden. Klarerweise ist viel Willkür und Ideologie im Spiel, wenn die Geschlechter so am Biologischen vorbei definiert werden. Kein Wunder, wenn die Kritik am Gendern überall und immer mehr um sich greift (Bild oben: OpenClipart-Vectors, pixabay, Bilder unten: GDJ / janeb / 3* ClkerFree-Vector-Images, alle pixabay, Tabelle unten: nach wikimannia).

  1. love-1781438__480androgyner Mensch
  2. androgyn
  3. bigender
  4. weiblich
  5. Frau zu Mann
  6. gender variabel
  7. genderqueer
  8. intersexuell
  9. männlich
  10. Mann zu Frau
  11. weder noch
  12. geschlechtslos
  13. nicht-binär
  14. weitere
  15. Pangender, Pangeschlecht
  16. transsymbol-1179119__480
  17. transweiblich
  18. transmännlich
  19. Transmann
  20. Transmensch
  21. Transfrau
  22. trans*
  23. trans* weiblich
  24. trans* männlich
  25. Trans* Mann
  26. Trans* Mensch
  27. Trans* Frau
  28. transfeminin
  29. Transgender
  30. transgender weiblichmale-307737__480
  31. transgender männlich
  32. Transgender Mann
  33. Transgender Mensch
  34. Transgender Frau
  35. transmaskulin
  36. transsexuell
  37. weiblich-transsexuellgender-24170__480
  38. männlich-transsexuell
  39. transsexueller Mfemale-307738__480ann
  40. transsexuelle Person
  41. transsexuelle Frau
  42. Inter*
  43. Inter* weiblich
  44. Inter* männlich
  45. Inter* Mann
  46. Inter* Frau
  47. Inter* Mensch
  48. intergender
  49. Intergeschlechtlich
  50. zweigeschlechtlich
  51. Zwitter
  52. Hermaphrodit
  53. Two Spirit drittes Geschlecht     
  54. Viertes Geschlecht
  55. XY-Frau
  56. Butch
  57. Femme
  58. Drag
  59. Transvestit
  60. Cross-Gender

Um dem Rechtfertigungsdruck nachzukommen, für all die bunten Gender-Spielarten und die damit verbundenen greulichen Tabuisierungen und Spechverbote, werden nun Verteidigungsschriften lanciert, in denen die heile Gender-Welt verteidigt wird:

  1. "Gender raus!" 12 Richtigstellungen zu Antifeminismus und Gender-Kritik (Heinrich-Böll-Stiftung 17.8.): … (gegen) rassistische, sexistische und anti-egalitäre Parolen und Verunglimpfungen … Geschlechterverhältnisse und Geschlecht zu leben, bedeutet eben nicht, biologische Faktoren gesellschaftlichen Verhältnissen voranzustellen, sondern zu verstehen, dass Erziehung, Kultur, Ökonomie und Machtstrukturen sich auf Geschlechterverhältnisse und Lebensweisen strukturierend auswirken.
  2. Das Märchen von der Gender-Verschwörung – Argumente für eine geschlechtergerechte und vielfältige Gesellschaft (Friedrich Ebert Stiftung 19.8.) – gebrauchte Worte: Märchen, Ideologie, Gender-Bashing, Gender-Verschwörung …ist zum Glück alles Quatsch!

Es wird also recht fetzig argumentiert, so dass man sich nicht wundern muss,wenn die Entgegnungen die gleiche Wortwahl zeigen. Der wissenbloggt-Titel "Märchenerzähler" dürfte damit abgedeckt sein. Doch nun zum Inhalt der beiden Schriften, erst die recht populistischen Richtigstellungen (1.), dann die seriöseren Argumente (2.), die umfassender auf die Knackepunkte eingehen:

1. Vorwurf Gegenargument Kommentar wb

»Die Gender-Ideologie will die Ehe und die Kernfamilie abschaffen.«

In Wirklichkeit ist sie nur gegen Bevormundung und Benachteiligung.

Gendern ist doch selber Bevormundung.

»Die Gender-Ideologie will unsere Kinder in ihrer sexuellen Identität verunsichern und frühsexualisieren oder sogar homosexualisieren.«

In Wirklichkeit soll sie nur kindgerecht und offen über Liebe, Gefühle, Sexualität, Geschlecht und über körperliche Entwicklung aufklären. Ideologie ist keine Aufklärung.

»Gender Mainstreaming will Männer und Frauen gleichmachen.«

In Wirklichkeit soll sie nur Diskriminierung im Handeln von Politik, Behörden und Institutionen vorbeugen.

Offiziell Strategie zur Gleichstellung aller Geschlechter, hintenrum Einführung eben dieser exotischen "Geschlechter".

»Muslime und Migrantinnen bringen rückständige Frauenbilder nach Deutschland; muslimische Männer gefährden deutsche Frauen.«

Natürlich gibt es auch Geflüchtete oder Migrant*innen mit konservativen Geschlechterbildern …     Wir haben es hier mit pauschalen rassistischen Behauptungen zu tun; hier wird sexualisierte Gewalt für rechtspopulistische Stimmungsmache instrumentalisiert.

Verniedlichung hilft da nicht, und wird Gewalt wirklich damit entschuldigt, dass es auch heimische sexuelle Brutalitätlichkeit gibt?

»Migrantinnen bekommen viele Kinder und belasten die Sozialsysteme, während die Deutschen aussterben.«

Migrant*innen in Deutschland bekommen nicht erheblich mehr Kinder. … Unabhängig davon besteht das Recht aller, über die Anzahl ihrer Kinder selbst zu entscheiden. Dabei haben sie die Geburtenrate von 1,3 auf 1,5 erhöht. Fremden, die aufgenommen werden wollen, möchte allenfalls eine Minderheit beliebig viele Kinder zugestehen.

»Feminismus ist Männerhass. Männer sind die eigentlichen Verlierer der Gleichstellung.«

Auch Männer können benachteiligt sein. De facto kommt das in den Gender-Texten nicht vor, symptomatisch: Mitglieder*innen, aber Banker
»Die Gender-Ideologen übertreiben. Wir sind längst gleichgestellt.« Die Situation von Frauen in Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Kein Ton von der Verschlechterung durch die Immigration.
»Die Gender Studies sind keine objektive Wissenschaft, sie sind ideologisch.«

Sie sind entstanden, weil die vorherrschende Wissenschaft oft nur die Geschichte und das Leben von Männern untersucht, also nicht objektiv forscht, sondern einseitig.1

Nur dass die Gender*innen es überzogen haben.
»Die Biologie legt fest, wie Männer und Frauen ticken und dass sie verschieden sind.« Wie Menschen »ticken«, war zu verschiedenen historischen Zeiten extrem unterschiedlich und verändert sich auch jetzt laufend. Aber wer darf das verändern?
»Abtreibung ist Mord. Frauenrechte dürfen nicht über das werdende Leben gestellt werden.«  Schwangerschaftsabbrüche zu verbieten, ist Ausdruck einer Geschichte, in der weibliche Körper, Gebärfähigkeit und Sexualität regelmäßig unterworfen und zum Gegenstand von Politik und Regulierung gemacht werden. Zustimmung!
»Man darf ja Frauen nicht mal mehr ein Kompliment machen. Wenn Frauen einen Minirock tragen, wollen sie doch angemacht werden.« Sexismus ist klar definiert, es geht um Ungleichbehandlung und Abwertung aufgrund von
Geschlechterstereotypen.

Eben nicht nur, da werden überzogene Empfindlichkeiten kultiviert, siehe auch trigger warning und safe space.

»Die Gender-Ideologie will die Geschlechterdifferenz abschaffen. Jeder soll sich sein Geschlecht aussuchen können.«

Viele Menschen sind nicht eindeutig weiblich oder männlich und leiden darunter, entweder weiblich oder männlich sein zu müssen.

Für die allermeisten passt das aber, für die anderen reicht 1 undefiniertes Geschlecht statt Abweichungen zu kultivieren.
2. Frage Argument Kommentar wb
Eins, zwei, drei, viele Geschlechter? Zeitgemäße Vorstellungen sehen Geschlecht daher nicht als Gegensatz von Mann und Frau. Vielmehr können sich Personen an jeder beliebigen Position zwischen den beiden Polen ‚männlich’ und ‚weiblich’ oder auch jenseits dieser Pole verorten. Deswegen muss man ihnen nicht hofieren, Gleichstellung reicht.

Sind Mann und Frau nicht von Natur aus verschieden?

Überall werden Menschen in die Schublade ‚männlich’ oder ‚weiblich’ einsortiert. Doch das hat nichts mit ‚natürlichen’ Eigenschaften zu tun, umso mehr aber mit gesellschaftlichen Geschlechternormen. Das "nichts" ist eine Leugnung der Biologie.
Ist Gender nicht ‚Gleichmacherei’? Soll eine Frau nicht mehr Frau, ein Mann nicht mehr Mann sein können? Das Entscheidende ist: Niemand soll zu einer bestimmten Geschlechtsidentität, sexuellen Orientierung oder bestimmten Lebensform gezwungen werden. Im deutschen Kulturraum ist das längst realisiert.

Die Kleinfamilie: Soll abgeschafft werden?

Familie kann ganz unterschiedlich aussehen.

Ist auch längst Realität.

Wird die Familie durch die Gleichstellung verschiedener Lebensformen zerstört?

Jede Gemeinschaft, in der Menschen auf Dauer Verantwortung für andere und füreinander übernehmen, sollte als Familie anerkannt werden. Das hört sich gut an, aber dann kriegen wir die muslimische Familie mit 1 Mann & 4 Frauen, und das ist hier unerwünscht.

Leiden die Kinder unter alternativen Familienformen, weil sie Vater und Mutter brauchen?

Ein Kind benötigt mindestens eine erwachsene Person, die es liebt, die für es sorgt und es beschützt (egal welche Personen). Das dürfte stimmen.

Sexualerziehung in Kita und Schule: Indoktrination?

Im Zentrum stehen Respekt und Akzeptanz für unterschiedlichste Lebensentwürfe. Kinder brauchen Richtlinien. Es ist bestimmt nicht gesund, sie zu früh auf die totale Wurtstigkeit einzustimmen. Damit schafft man das, was man propagiert.

Werden Kinder durch Sexualpädagogik in der Kita oder Schule ‚frühsexualisiert’?

Kinder haben ein Recht darauf, Antworten auf ihre Fragen zur Sexualität zu bekommen. Man muss sie aber nicht zu exotischen Lebensentwürfen animieren.

Schränkt staatliche Sexualerziehung das Elternrecht ein? Werden Kinder gegen den Willen der Eltern ‚umerzogen’?

Kinder sollen ihre Persönlichkeit frei entfalten sowie entsprechend ihrer geschlechtlichen Identität und ihrer sexuellen Orientierung leben können. Persönlichkeit und sexuelle Identität formen sich aber erst aus, und das sollte erstmal bio-kompatibel versucht werden.

Werden Kinder und Jugendliche durch eine Sexualpädagogik der Vielfalt in ihrer geschlechtlichen Identität verwirrt?

Ein Verständnis von Geschlecht, das sich nicht auf die Polarität von ‚männlich’ und ‚weiblich’ beschränkt, stellt eine Herausforderung dar. Es begegnet jedoch allen Heranwachsenden mit Wertschätzung und unterstützt sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Das ist ein ideologischer Spruch.

Fördert eine Sexualpädagogik der Vielfalt sexuellen Missbrauch von Kindern?

In der Sexualerziehung in der Kita und Schule lernen Kinder zu bestimmen, wer ihnen körperlich nahe sein darf und wer nicht. Wenigstens da herrscht Vernunft. Die Ideologie könnte ja noch anders ticken, das wäre auch alles möglich.
Sexuelle Selbstbestimmung: Emanzen-Gehabe? Reproduktive Rechte: Gegen das Leben? Für sexuelle Selbstbestimmung und reproduktive Rechte haben Frauenbewegungen in vielen Jahren hart gekämpft. Und sie sind noch längst nicht in allen Ländern Realität geworden. In Polen konnten massive Proteste ein Abtreibungsverbot verhindern. Und in Deutschland wird gar nicht gegen die islamische Reconquista gekämpft.
Sind Frauen selber schuld an sexuellen Belästigungen, wenn sie sich aufreizend kleiden oder benehmen? Der Mann ist kein seinen Trieben ausgeliefertes Wesen, das sich beim Anblick sexueller Reize nicht beherrschen kann. Diese Antwort wird zurecht als Diskriminierung des Manns benannt.
Müssen wir das Leben der Ungeborenen vor den Selbstbestimmungswünschen der Frau schützen? Der Fetus lässt sich nicht gegen den Willen der Schwangeren, sondern nur mit ihr schützen, denn er ist Teil ihres Körpers. … Ethische Fragen und religiöse Überzeugungen müssen dabei mit dem Selbstbestimmungsrecht der Frau abgewogen werden. Diese Abwägung ist längst mit den Menschenrechten erfolgt, zugunsten der Schwangeren.
Muss der Staat etwas gegen die Schrumpfung der Bevölkerung tun? Der Staat darf Menschen nicht in ihrer Lebensgestaltung bevormunden. Zustimmung.
Geschlechterforschung: Überflüssige Produktion von Ideologie?

Fragestellungen: Wie formen Geschlecht, Geschlechterverhältnisse und Sexualität die Welt? Welche Bedeutug hat die Kategorisierung in ‚männlich’ und ‚weiblich’? Wie ‚entsteht’ Geschlecht überhaupt? Wieso kleben wir persönlichen usw. das Etikett ‚männlich’ und ‚weiblich’ an?

Und was ist mit den Tabuisierungen & Diskriminierungen "mansplaining …", dem Gepampere "trigger warnings & safe spaces"?

Warum muss über etwas geforscht werden, das doch völlig klar ist? Ist Geschlechterforschung nicht eine Spielwiese, die viel Geld verschlingt und nichts bringt?

 

Die Einteilung in die ‚natürlichen Gegensätze’ Frau und Mann ergibt nicht die einzig denkbare Vorstellung von Geschlecht. Auch zeitgemäß ist sie nicht mehr. Diese Erkenntnis gehört in fast allen wissenschaftlichen Disziplinen zum gesicherten Wissen, sei es in der Biologie, der Medizin oder auch in den Sozialwissenschaften.

Ja, die Erkenntnis ist schon da. Aber warum machen sich die beamteten Gender*innen mit Sprachpanschereien und Tabuisierungen usw. unbeliebt?
Ist Geschlechterforschung eine Ideologie, die sich als Wissenschaft tarnt? Geschlechterforschung kritisiert gesellschaftliche Verhältnisse und Missstände mit dem Ziel, Ungerechtigkeiten und Hierarchien zu verändern. Solche Ziele sind Ideologie und nicht Wissenschaft.2
Geschlechterforschung wird überwiegend von Frauen betrieben, fehlt es da nicht an Objektivität?  Objektivität hängt nicht vom Geschlecht der Forschenden ab, sondern von deren Fähigkeit zur (Selbst-)Reflexion. Männer sind unwissenschaftlich (s.o.1), Frauen wissenschaftlich?!3

Geschlechterpolitische Strategien: Schnee von gestern?

Mädchen und junge Frauen wachsen in dem Bewusstsein auf, alles erreichen zu können, wenn sie sich nur tüchtig anstrengen. Doch spätestens beim ersten Kind merken sie: Das stimmt nicht! Bedingte Zustimmung.

Wir haben seit zwölf Jahren eine Kanzlerin. Ist das nicht genug der Frauenförderung?

Der Anteil von Politikerinnen in den Medien stagniert.

wb verkneift sich einen Kommentar.
Wozu brauchen wir Gender Mainstreaming oder Gender Budgeting? Das ist doch viel zu kompliziert. Geschlechtsblinde Flecken bei der Planung und Umsetzung politischer Maßnahmen sollen möglichst schon im Vorhinein thematisiert und bereinigt werden. Nicht erwähnt, dass damit Quoten, Sprachvorschriften  und Tabuisierungen gemeint sind.

Mädchen haben die besseren Schulabschlüsse. Sind jetzt nicht endlich mal die Jungen dran?

Vor allem junge Menschen mit Migrationshintergrund, und hier insbesondere die jungen Männer, sind so genannte Bildungsverlierer. Ein gewundenes Teil-Eingeständnis der Immigrations-Probleme.
Verhunzt das Gendern nicht unsere Sprache, macht sie schwer verständlich und ist überflüssig? Was nicht benannt ist, wird nicht wahrgenommen. Nicht benannt werden ist daher eine Form der Diskriminierung. Sprachpanscher  finden immer Argumente, das war schon bei der Rechtschreibreform so – aber wo ist ihre Legitimation?

Ist Frauenförderung nicht von gestern? Keine moderne Frau will ‚gefördert’ werden.

Ziel ist, Potenziale nutzen sowie Strukturen und Prozesse verändern, die Frauen behindern. Warum setzen sie dann nicht bei den unterdrückten Musliminnen an?
Wie wir leben wollen: weltoffen, demokratisch, geschlechtergerecht … die Gleichbehandlung aller Menschen unabhängig von ihrer geschlechtlichen
Zuordnung, sozialen, kulturellen oder ethnischen Herkunft oder religiösen
Überzeugung …
Unterdrückte Musliminnen in Deutschland werden nicht gleichbehandelt.

1: "Wissenschaftler sind unobjektiv"
2: zur Ideologie das Folgende
3: "Wissenschaftlerinnen sind objektiv"

Als Antwort auf die Texte gibt es u.a. den Artikel Die Glaubensgemeinschaft schlägt zurück (cicero 19.8.). Dort weist der Autor Alexander Grau darauf hin, wie die Aussage "Geschlechterforschung kritisiert …"2 das eigene Anliegen konterkariert: Denn ein intellektuelles Unternehmen, das normative Ziele verfolgt, ist niemals Wissenschaft, sondern eben Ideologie. Und auch wenn immer wieder in der Geschichte das Gegenteil behauptet wurde: Es gibt keine wissenschaftliche Ideologie.

Dort ist auch der Widerspruch aufgezeigt, von Frauen betriebene Gender-Studies sind objektiv3, von Männern betriebene Wissenschaft hingegen nicht1. Aha, sagt der Autor, und viele andere sagen das wohl mit.

Einen anderen Aha-Effekt bot schon der wb-Artikel Neue Schlagworte der Gender-Polizei zum Einsatz gebracht. Beim Nachforschen zeigte sich keine ordentlich nachgewiesene Quelle für die Gender-Behauptung "Frauen bei Einstellungsgesprächen benachteiligt". Dessenungeachtet wurde eine Menge Mediengetöse darauf aufgebaut, incl. der diskriminierenden Begriffe Mansplaining, Manterruption, Manspreading.

Also getösemäßig sind die Gender*innen gut dabei, nur ihre Hausaufgaben machen sie nicht. Muslimische Frauenunterdrückung bereichert nämlich die Kultur, und Kritik daran ist so tabu wie die anderen importierten Probleme durch Immigration und Radio Erdogan. Die Gender-Texte weisen ihrem Genre selbst unfreiwillig Unwissenschaftlichkeit nach, und sie entlarven die "Gleichbehandlung der Männer" (Gender Nr. 9) als scheinheilig. Dafür werden die anderen 59 Genders hochgehalten, vor allem die Frauen (Nr. 4). Bedenklich ist, wenn Kinder mit sowas indoktriniert werden, und man sie womöglich noch zu der Überlegung ermuntert, ob sie wohl Nr. 42 oder Nr. 46 sind. Damit schafft man bestimmt nichts Gutes.

 

Links aus den Medien:

  • The Conceptual Penis as a Social Construct: A Sokal-Style Hoax on Gender Studies (SKEPTIC). Der Artikel ist eine Persiflage aufs Gendern und auf den Wissenschaftsbetrieb und zeigt, wie man einen zusammenphantasiertes Gender-Artikel in ernsthaften wissenschaftlichen Zeitschriften unterbringt.
  • Gender Studies sind mehr Ideologie als Wissenschaft (Richard Dawkins Foundation 6.4.): Alternative Geschlechter – Die große Umerziehung. Ein Diskussionsbeitrag von Axel Meyer.
  • Genderfragen – Bin ich transweiblich, cross-gender oder inter*? (cicero 17.6.). Der Autor ist auch Alexander Grau, und er findet es ein Ärgernis, dass diese "eigenwillige Form von Wohlstandsnarzissmus" überhaupt "seine intellektuellen Reservate an einschlägigen Universitätsinstituten" verlassen hat: Denn unter dem Deckmäntelchen der Wissenschaftlichkeit werden tausende Studenten mit kruden Theorien vollgestopft und schließlich in die Welt entlassen. Da sie aber kaum eine Qualifikation haben und lediglich bizarre Theoriefragmente im Kopf, finden sie nur dort Unterschlupf, wo man im Zweifelsfall auch so ganz gut durchkommt: im Kunst-, Kultur- und Medienbereich. Dort sitzen sie laut Grau an den Hebeln der Meinungsbildung und beginnen, den eigenen Jargon und die ihm implantierte Ideologie durchzusetzen. Wer sich diesem Druck widersetzt, heißt es, wird als intolerant oder diskriminierend denunziert. – Politisch funktioniert das so: Weil niemand in den etablierten Parteien als gestrig gelten will, wird über die Jahre hinweg aus der ehemaligen Ideologie politischer Splittergrüppchen eine offizielle Regierungsprogrammatik.

Links von wb dazu:

 

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Eine Antwort auf Gender-Kritik: die Märchenerzähler und ihre Richtigstellungen

  1. Saco sagt:

    Lieselotte Mahler ist Ärztin und arbeitet in der Charite auf der Station Heiliger Franz von Assisi auf dem Gebiet Homosexualität.  Die meisten Ärzte und Psychiater, die auf diesem Sektor tätig sind, sind nicht hetero-, sondern homosexuell.  Assisi übrigens empfand Sex mit Frauen als besonders ekelhaft. Mahler  hatte veröffentlicht, einem Patient mit einer „ambivalenten“ Empfindung (der also nicht weiß, ob er homo- oder heterosexuell ist) müsse seine Homosexualität zweifelsfrei gemacht werden. Ich hatte sie am Telefon  und sprach die in Einzelfällen zutreffende Traumagenese der Homosexualität an. Daraufhin Mahler: Das Angeborensein sei in der Literatur eindeutig bewiesen, ich solle mich dort belesen. Eine Traumagenese  gebe es nicht. Im Übrigen  habe sie keine Zeit, sie arbeite wissenschaftlich. Ende. Kam mir als Arschloch vor, aber natürlich nur kurz. Schriftliche Nachfragen bei ihrem Chef blieben unbeantwortet. Gelesen über die Sache habe ich wohl mehr als die Lieselotte. Ich glaube, das Schweigen der etablierten homosexuellen Psychiaterszene   begründet sich im vorbewussten Wissen, das man in einer Diskussion untergeht. Und man will andersdenkende damit verletzen. Dabei ist die Traumagenese der Homosexualität von allen ernstzunehmenden Wissenschaftlern im  Einzelfall beschrieben – die Anlagebedingtheit jedoch nirgendwo, auch nicht in der Epigenetik. Die Psychiaterszene will möglichst viele Patienten in einer Nichtheterosexualität unterbringen. Denn die hält man im Grunde für abartig, ja ekelhaft. Der Homosexuelle Arzt Blüher beschreibt seinen Ekel vor einer Vulva. Die ist vergleichbar mit dem Ekel eines heterosexuellen Mannes bei der Vorstellung eines Geschlechtsverkehrs mit einem Mann. Weit entfernt sind wir also von einer lockeren polygenen Promiskuität. Der Sex verzieht sich immer mehr schamhaft in die Hinterzimmer.

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