Wahlversprechen gehalten!

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Nun ist es also geschehen, und jeder hat's gesehen. Die Wahl hat gemäß Augenzeugenberichten einwandfrei stattgefunden. Der Wahltag kam, die Wähler wählten, und der Wahltag ging – das Wahlversprechen wurde gehalten! (Bild: geralt, pixabay)

Uns wurde eine Wahl versprochen, und sie kam pünktlich. Die Politik hat auf großartige Weise das Vertrauen gerechtfertigt, das wir in sie setzen. Ob die Politiker sich an das erinnern, was sie sonst noch so gesagt haben? Tja nun, wir wollen es nicht übertreiben. Ein gehaltenes Wahlversprechen ist doch schon mal ein guter Anfang, oder?

Von den 100% Leuten, die zur Wahl durften, sind ja auch nur 77% gegangen. Wenn die Wähler nur 70% leisten, wäre es unbillig, von den Politikern mehr zu verlangen. Man kann also höchstens 77% Versprechenserfüllung fordern.

Eigentlich noch weniger. Denn im Grunde können nur die Regierungsparteien Versprechen erfüllen, und die anderen können bloß dagegen sein. Also effektiv 40%, berechnet aus dem Stimmenateil der Regierungsparteien, bereinigt um die Wahlquote (52,5% von 77%).

Und auch damit sollten wir es nicht übertreiben. Wenn das erfüllte Wahlversprechen in Abzug gebracht wird – kulanterwiese rechnen wir nur 25% plus MWSt dafür an – bleibt die Politik mit 40% – (25% * 1,19) = 10% im Obligo.

Verteilt auf die Legislaturperiode von 4 Jahren ergeben sich mithin 2,5% Netto-Wahlversprechensdefizit pro Jahr. Dieser Wert ist so gering, dass er in den jährlichen direkten und indirekten Steuererhöhungen problemlos untergeht.

Fazit: Die Regierungskoalition hat ihre Pflicht schon jetzt erfüllt. Sie kann sich unbehelligt von irgendwelchen Rücksichten auf Wahlversprechen ausleben – und das tut sie auch gaaanz bestimmt.

P.S. Nach aktuellem Stand vom Tag nach der Wahl klingt die neue Regierungskoalition jamaikanisch: do – re – do / fa – re – re / re – so (siehe Harmonische Höroskope).

 

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