Evangelikale gewinnen an Bedeutung

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Bei atheisten-info.at kommentiert Erwin Peterseil einen Artikel der evangelikalen Nachrichtenagentur idea, Evangelikale gewinnen im deutschsprachigen Raum an Bedeutung (idea 1.10.).  Wenn die Evangelikalen mehr werden, dann aus dem Restbestand der Evangelischen, schreibt Peterseil, denn aus dem religiösen Nichts tauchen keine Evangelikalen auf. (In dem bearbeiteten Bild von Jo-B, pixabay, muss Jesus kopfstehen, wie es bei wissenbloggt für missliebige Typen Usus ist.)

Evangelikale gewinnen an Bedeutung

Zumindest im im deutschsprachigen Raum, das war am 1.10.2017 dem Titel einer evangelikalen Frohbotschaft auf der evangelikalen Site idea.de zu entnehmen (idea): Die Evangelikalen sind demnach eine der am schnellsten wachsenden religiösen Bewegungen weltweit und gewinnen zunehmend auch im deutschsprachigen Raum an Bedeutung. Mit diesen Worten bewirbt laut idea der Bielefelder transscript Verlag sein 'Handbuch Evangelikalismus'. Wie es in dem Buch heißt, gibt es in Deutschland 1,7 Millionen Evangelikale. Sie stellen damit einen Anteil von etwa 2% an der Bevölkerung. …

Das freikirchliche Spektrum wachse zum Teil auf Kosten der Landeskirchen. Jens Schlamelcher vom Centrum für Religionswissenschaftliche Studien der Ruhr-Universität Bochum dazu: "Die Landeskirchen befinden sich in einer Krise. Sie reagieren darauf, indem sie versuchen, möglichst viele Leute zu erreichen. Das verwässert den Glauben". Evangelikale fänden Landeskirchen "religionspolitisch viel zu liberal, und darum verlassen manche Gemeinden als Ganze die Landeskirche". Schlamelcher zufolge wächst ein Teil der evangelikalen Gemeinden durch Migration. Vor allem Afrikaner und Südamerikaner fühlten sich in diesen Gemeinden wohl. …

Schlamelchers Kollege Martin Radermacher vertritt die Ansicht, dass Evangelikale 'sehr intensiv' missionieren. In den letzten 10 bis 20 Jahren hätten sie auch Europa wieder als Missionsfeld entdeckt, wird in idea wiedergegeben. Es kämen Christen aus den USA, um hier zu missionieren. Allerdings sei die öffentliche Wahrnehmung der Evangelikalen nach Radermacher begrenzt, sie verlören gegenüber dem Islam an Platz in der Berichterstattung: "Und wenn doch berichtet wird, dann eher mit Konzentration auf Konflikte." …

Soweit aus idea.de. In Wikipedia gibt es eine Übersicht über alle Religionsgemeinschaften in der BRD, da wird auch ca. ein dreiviertel Laufmeter evangelikaler Gruppierungen aufgezählt, mit 50 bis 50.000 Anhängern, wenn man dann den Evangelikalismus direkt nachschlägt, findet man dort eine Mengenangabe von ein bis drei Prozent.

Für die Protestanten ist das klarerweise ein Problem! Denn der größte Teil des noch vorhandenen Mitgliederbestandes sind religiös weitgehend desinteressierte Leute, die bloß noch aus Tradition wegen der religiösen Feste wie Geburt und Ehe und der Verabschiedung Verstorbener ihr Geld für Kirchensteuer verschwenden. Bloß noch um die drei Prozent der Mitglieder besuchen regelmäßig die Sonntagsmesse, also die wöchentliche Mitgliederversammlung der noch tatsächlich Gläubigen.

Wenn die Evangelikalen mehr werden, dann wohl zwangsläufig aus diesem Restbestand! Denn die Kirchenführungen achten logischerweise auf die Masse der Kirchensteuerzahler und nicht auf das sonderbare Verhalten tatsächlich Religiöser! Es kann darum durchaus sein, dass in kommenden Zeiten die Evangelikalen mehr werden und dadurch die Restbestände protestantischer regelmäßiger Kirchgänger verschwinden, wenn dann die drei Prozent der heutigen evangelischen Kirchgänger weitgehend verschwunden sind, dann kann sich die protestantische Kirche eine Menge Kirchengebäude und Kirchenangestellte einsparen. Es gibt aber nur eine Umverteilung aus dem alten Kirchenbereich in einen neuen sektenartigen, aus dem religiösen Nichts tauchen keine Evangelikalen auf…

 

Link zum Originalartikel bei atheisten-info.at

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5 Antworten auf Evangelikale gewinnen an Bedeutung

  1. Saco sagt:

    Die Evangelikalen haben in der Sache durchaus recht. Sie nehmen die Bibel wörtlich. Sie ist auch wörtlich zu nehmen. Gleichnisse "gleichen" der zu erwartenden "Realität". Wenn der Jesus der Bibel sagt, es sei besser, sich ein Auge herauszureißen oder eine Hand abzuhacken, als in seine Feuerhölle zu kommen, so ist es auch so von den Bibelschreibern gemeint. Auch jede noch so hilfreiche "Symbolik" läuft da ins Leere. Die Bibel ist verfassungswidrig. Sie droht mit Folter. Sie gehört verboten. Und: Unsere Kinder nehmen die Bibel  ernst. Nach einer "neurotischen Latenzphase" werden sie krank. Wir können sie dann zur üblichen Besuchszeit auf den Geschlossenen besuchen.

  2. Saco sagt:

    Zum Thema Jesus auf dem Kopf: Ich war Sonntag im Sprengel Museum Hannover. Da hing ein Baselitz. Davor saß eine Aufpasserin. Ich ging hin. Und sagte, es ginge mich zwar nichts an, aber das Bild hänge verkehrt herum. Nach einer Schrecksekunde konnte die Dame dann doch lachen.

  3. Wilfried Müller sagt:

    An sich bin ich gegen solche Verbote, aber wenn die Bibel verboten wird, muss der Koran gleich mit verboten werden. In meinen Augen sind das so üble Machwerke wie Nazipropaganda. Wenn das eine verboten ist, darf das andere nicht frei kursieren.

  4. Klarsicht sagt:

    Man glaubt es nicht !

    Religionen werden im Grundgesetz nicht geregelt. Das Grundgesetz regelt die Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland und gewährt den Bürgern Schutzrechte. Kein religiöser Basistext von der Bibel bis zum Koran ist mit dem Grundgesetz kompatibel. Es muss aber auch keine Religion mit dem Grundgesetz vereinbar sein, weil sie nicht geltendes Recht festlegen. Die Vertreter dieser Religion dürfen aber nichts machen, was gegen die Rechtsordnung verstößt. Wenn eine muslimische Gruppe forderte, dass anstatt des Bundespräsidenten ein Kalif an die Spitze des Staates tritt, wäre das natürlich verfassungswidrig.“

    Quelle: http://www.rp-online.de/politik/deutschland/interview-keine-religion-muss-mit-dem-grundgesetz-vereinbar-sein-aid-1.5964821

    Unglaubliche Verfügung der StA Stuttgart: „Koranaussagen sind keine Volksverhetzung“ (§ 130 StGB):

    https://conservo.wordpress.com/2015/08/17/unglaubliche-verfuegung-der-sta-stuttgart-koranaussagen-sind-keine-volksverhetzung-%C2%A7-130-stgb/

    Du musst nicht verfassungstreu sein:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart-1/einwanderung-und-integration-du-musst-nicht-verfassungstreu-sein-1436929.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

    Grundgesetzlich irrelevant:

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/islam-vs-grundgesetz-debatte-ueber-religionsfreiheit-14191706.html

     

    Meine Meinung !

    Bibel und Koran juristisch gewürdigt:

    http://www.wissenbloggt.de/?p=27118

    Sind religiös Ungläubige verpflichtet, zwischen gemäßigten und fundamentalistischen Gläubigen zu differenzieren ?

    http://religionskritik4.blogspot.de/2012/08/sind-religios-unglaubige-verpflichtet.html

    Gruß von

    Klarsicht

  5. Saco sagt:

    Lieber Wilfried, klar gilt das Verbot auch für den Koran. Bei einer Korankritik halte ich mich aber grundsätzlich aus taktischen Gründen bedeckt. Der Grund: Es bestehen gewisse Gründe, dass ich noch etwas länger am Leben muss. Mit Angst hat das nicht unbedingt etwas  zu tun. 

    Lieber Klarsicht: Diejenigen, die eine Religion predigen, die nicht verfassungskonform ist, gehören bestraft, wenn sie damit Erkrankungen, also ein Sacco-Syndrom,  oder Selbstmordanschläge hervorrufen. Bücher, die einen Holocaust (Sintflut) für ethisch  in Ordnung halten, gehören auf den Index. Ein Hitler reicht uns. Der kleine Adolf lernte im Religionsunterricht: Ein Holocaust gehe schon in Ordnung, wenn nur der Richtige ihn macht. Z. B. Einer, vor dem alle Angst haben. 

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