Die Reformation der Reformation von Frank Sacco

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lutherIm Oktober ist Hochsaison für Hexen, Gespenster, Geister und alle, die sich gerne gruseln, denn am 31. Oktober ist ………. nein, nicht nur Reformationstag, sondern auch Halloween. Interessanterweise datiert der Ursprung von Halloween 2000 Jahre zurück, und nicht nur 500, wie das Reformationsfest. scary ghost

Frank Sacco, Doktor der Medizin, betätigt sich hier als unguter Geist auf allen religiösen Gassen, indem er eine Reformation der Reformation fordert.

Die Reformation der Reformation  von Frank Sacco

Schade, ich wollte Bischöfin Käßmann ihr Fest zur Reformation gründlich verderben. Das schrieb ich ihr. Doch ein Scheitern gehört dazu, will man etwas grundsätzlich verändern. Es ist im Plan enthalten. Dann macht es nicht mutlos. Dann lähmt es nicht.

So feiern wir also Luther in Wittenberg im Gottesdienst, den Mittäter der Inquisition: Denn er setzte sich für die letzten dortigen Hexenverbrennungen ein. So feiern wir den Vater der Reichskristallnacht: Denn er rief zum „Verbrennen“ der Wohnungen der Juden auf. So feiern wir den Anstifter zu Auschwitz, den Lehrmeister Hitlers, hatte Luther doch die Weisung erteilt, die Juden seien wie die Ratten zu erschlagen. So beriefen sich die Angeklagten in den Nürnberger Prozessen auf den Reformator und seine heilige Schrift.

Allein der Glaube  an Jesus Christus und die Heilige Schrift könne von der ewigen Hölle erretten, so Luther: „Solo fide“. Doch was ist im Kirchensinn Glaube? „Ich glaube an die Auferstehung Christi“. Diesem Glauben wird schon Kleinkindern Festigkeit, ja Gewissheit abverlangt. Glaubensgewissheit. Wer sich als Kind nicht gewiss ist, dass Jesus Gottes Sohn ist, der glaubt nicht richtig. Der ist verdammt. Wer als Kind nicht die Sintflut als Akt höchster Gerechtigkeit ansieht, der ist verdammt. Nur wer also Glaube als Gewissheit anerkennt, der glaubt richtig, der wird errettet. So füllt der radikale Weg der „Reformation“ heute die geschlossenen Abteilungen unserer Psychiatrien mehr als die durch etliche Vergebungsrituale geprägten  Nachrichten aus dem Vatikan.

„Kein Weg geht zum Vater denn durch mich“. Das legen die Bibelväter  ihrem  Jesus in den Mund. Doch schicken der Zimmermannssohn und sein Papa wirklich jeden Moslem in ihre Hölle? Solcher Glaube  wird heute hierzulande als politisch unklug empfunden. Es wird daher nicht mehr gepredigt. Politik ändert in Minutenschnelle den Glauben, die Gewissheit, ja die reine Lehre der Amtskirchen. Es ist ja auch alles nur Symbol.  Alles Faschistische in der Bibel  ist  aus dem Kontext der unendlichen Liebe dieses Gottes gerissen. Immerhin: Es kommen „144.000“ in den Himmel. Jeder „Dreißigste“. Das Nadelöhr ist eng, und der „Feuerofen“ des Matthäus dagegen  groß.

Vatikan und Reformation belassen es dabei: Schlimmer als Hitler, so heißt es,  werde Jesus in der Hölle wüten. Die Wut der guten Gläubigen auf die Bösen dieser Welt findet ihren Ausdruck in dieser Projektion. Gott muss wütend sein, weil der Mensch wütend ist und Rache will. Der Rachegott ist eine Erfindung. Er ist Ausdruck des menschlichen Rachewillens. Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde.

So hoffen wir Einsichtigen auf eine wirkliche Reformation. Hoffen wir darauf, dass der Mensch gütig wird. Erst dann werden wohl auch seine Projektionen, seine Götter  gütig werden. Und sagen wir denen den Kampf an, die mit der Implantation von Ängsten und unberechtigten Schuldgefühlen ihr Geld verdienen. Den Kirchen.

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Frank Sacco ist Autor von Das Sacco Syndrom und Autor u.a. des Buches "Wenn Glaube krank macht", BoD, 404 Seiten, 12,99 €

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2 Antworten auf Die Reformation der Reformation von Frank Sacco

  1. Klarsicht sagt:

    Über Luther

    […] „Eines muss man allerdings diesem Mann lassen: Er war wahrhaftiger als seine Nachfolger. —

    Aus rechtlichen Gründen musste dieser Kommentar von Klarsicht hier abgeschnitten werden. Den vollen Text liest man in der

    Quelle: https://hpd.de/artikel/monstroeser-gott-13721?nopaging=1

    Gruß von Klarsicht

  2. Saco sagt:

    Danke Klarsicht, Ein sehr guter Artikel. Man hätte  Luther gerade in Deutschland nicht feiern sollen. Wär besser gewesen. Was sollen unsere jüdischen Mitbürger sagen. Fehlt nicht viel, und man wird Hitler auch wieder feiern. Mit den Worten, er sei ein Kind seiner Zeit gewesen. 

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