Weltbevölkerung wächst weiter

image_pdfimage_print

worldpop2Die Weltbevölkerung nimmt immer noch um mehr als 80 Millionen Menschen pro Jahr zu. Jedes Jahr kommt quasi die Bevölkerung eines Deutschlands dazu. Bis 2050 wird eine Weltbevölkerung von 9-10 Milliarden erwartet, bis 2100 sogar über 11 Milliarden.

Die Kurve oben stammt von den Vereinten Nationen, und die Schätzungen auch. Die UN haben einen aktuellen Report World Population Prospects herausgegeben, der in etwa die Zahlen vom vorigen Report 2014 fortschreibt (alle Bilder und Tabellen stammen aus dem UN-Report 2017):

worldpop1

Die Entwicklung in den verschiedenen Ländern ist durchaus unterschiedlich. Am besten sieht man das in der folgenden Grafik. Die Projektion für Asien geht vor allem durch die Bevölkerungszunahme in China, Indien, Pakistan und Banglsdesch hoch, bis sie zwischen 2015 und 2030 zum Stagnieren kommt. Bis dahin wird ein starkes Wachstum in vielen afrikanischen Staaten erwartet, so dass Afrika 2100 so bevölkerungsreich sein dürfte wie ganz Asien incl. China und Indien. Europa, Ozeanien, Nord- und Südamerika sind dagegen zurückhaltender. Der Maßstab der Kurven täuscht darüber hinweg, dass auch die Amerikas eine starke Bevölkeungszunahme hinlegen, aber in der Summe bleibt das jeweils unter 1 Milliarde. Europa hat seine Bevölkerungsexplosion hinter sich und würde wieder zu nachhaltigen Zuständen zurückkehren, wenn nicht die Immigration das verhindert.

worldpop3Die größte Bevölkerungsexplosion läuft demnach gerade in Indien aus (1950: 380 Millionen, jetzt 1,3 Milliarden, 2025 1,5 Milliarden), während sie in China schon bei 1,4 Milliarden zum Stillstand gekommen ist  (Zahlen aus den Listen ab Seite 23). Dagegen sind afrikanische Länder wie Äthiopien und Kongo dabei, ihre Bevölkerung von 1950 – 2050.zu verzehnfachen.

Die Bevölkerungsentwicklung ist auch in den Alterungsgruppen unterschiedlich. Die Geburtenraten sinken weltweit, aber die Lebenserwartung steigt. Nach dem UN-Report wächst deshlalb die Bevölkerung im Alter von 60+ schneller als alle jungen Gruppen. In den Key Findings ab Seite 12 werden noch mehr Details genannt, natürlich auch die Aussage, dass die weitere Entwicklung stark von den tatsächlichen Geburtenraten abhängt.

Die UN-Prognosen basieren auf weiterhin abnehmenden Geburtenraten, weiterhin zunehmender Lebenserwartung und ansonsten keinen großen bevölkerungsrelevanten Kriegen oder Epedemien. Für die Bevölkerungsentwicklung der Welt ergibt sich dieser Überblick (aus UN-Kurven und anderen Quellen):

  • vor 10.000 Jahren ca. 5 Millionen Menschen
  • Jahr 0 ca. 300 Millionen Menschen
  • 1500 ca. 500 Millionen Menschen
  • 1804 1 Milliarde Menschen
  • 1928 2 Milliarden Menschen
  • 1960 3 Milliarden Menschen
  • 1975 4 Milliarden Menschen
  • 1987 5 Milliarden Menschen
  • 1999 6 Milliarden Menschen
  • 2011 7 Milliarden Menschen
  • 2014 7,2 Milliarden Menschen
  • 2017 7,5 Milliarden Menschen
  • 2050 9-10 Milliarden Menschen
  • 2100 11 Milliarden Menschen

In Anbetracht der Überlastung unserer Erde sind das schlimme Zahlen. Was fehlt, ist die internationale Denke, dass Nachhaltigkeit auch bei der Bevölkerungsentwicklung gelten muss. Bevölkerungsrückgang ist der beste Klima- und Umweltschutz. Sinnvoll wäre es, wenn jedes Land seine Bevölkerung auf das Maß reduziert, das es nachhaltig tragen kann, ohne viel Importe von Rohstoffen, Energie oder Entwicklungshilfe. Das würde für Deutschland ein Runter von den 230 Menschen pro km2 bedeuten, wie es unsere Bevölkerung durch ihre niedrige Geburtenrate ja auch anstrebt.

Dass unsere Politik ganz was anderes anstrebt, liegt an einer Mischung von Besitzstandsdenken, Machtstreben, Wachstumsdogmatik und Eigennutz. Aber auch die Wirtschaftsmodelle sind falsch, bei denen sich die Bevölkerung(szahl) an die Bedürfnisse der Wirtschaft anpassen soll statt umgekehrt.

Und in den übervölkerten afrikanischen Staaten gehört mit dem Dogma aufgeräumt, dass es allein Sache der Eltern ist, wieviel Kinder sie kriegen. Vielmehr sollen alle in Verantwortung genommen werden für nachhaltigen Umgang mit ihren Lebensgrundlagen, und das bedeutet eben die Ein- oder Zweikinderfamilie. Das kann mit den heutigen Mitteln kommuniziert werden, incl. der notwendigen Emanzipationsgrundlagen.

Was wir brauchen, ist nicht die Übernahme von emanzipationsfernen Kulturen mit patriachalischen, religiösen, gebärfreudigen Strukturen. Vielmehr sollen diese Kulturen unsere Kultur von Emanzipation, Säkularität und Zweikinderfamilie übernehmen.

Dazu müsste unsere Agenda ganz anders aufgestellt sein als mit grenzenlosem Multikulti. Unsere Grenzen dürfen sich nur für die (Immigranten) öffnen, die schon in die Kultur der Moderne integriert sind. Den anderen (Hilfesuchenden) soll geholfen werden, dass sie diese Kultur erreichen: Integration muss vor Ort erfolgen, oder am nächstgelegenen sicheren Ort – und Integration bedeutet auch Geburtenkontrolle. Das gehört kombiniert mit der Hilfe über Notzeiten hinweg, und dann Aufbauhilfe. Das ist zugleich der beste Weg, mit der Übervölkerung fertigzuwerden.

 

Links dazu

Links zu Statistiken und weiteren wissenbloggt-Artikeln:

Mehr zum Thema:
Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten auf Weltbevölkerung wächst weiter

  1. Bernd sagt:

    Diese Problem ist m.E. das wichtigste und warscheinlich sind viele andere Probleme z.B Kriege, Hunger, Verteibung Folgen. Das schlimme ist, dass es keine einfache Lösung geben wird. Aus heutiger Sicht ist die im Westen viel kritisierte Ein-Kind-Politik Chinas der richtige Weg gewesen.

    Unsere Grenzen dürfen sich nur für die (Immigranten) öffnen, die schon in die Kultur der Moderne integriert sind.

    Ein vernünftiger Vorschlage, wie soll er durchgesetzt werden? Das bedeutet praktisch Menschenrechte erster und zweiter Klasse. 

  2. Indianerjones sagt:

    ….es würde völlig reichen, wenn Migranten nur mit einen zuverlässigen, geradezu kategorischen gültigen Aufenthaltsstatus, hier in Europa anwesend wären und man sich der anderen, in nötiger Weise annimmt. 8-)

     

  3. Wilfried Müller sagt:

    Sorry, den Kommentar von Berd hatte ich übersehen. Natürlich meine ich keine Menschenrechte zweiter Klasse, sondern ich gehe davon aus, dass wir (der deutsche Staat) die Immigranten auswählen, wie es alle anderen Staaten auch tun. Asylanten sind ja keine Immigranten, sollten es jedenfalls nicht sein. Zustimmung für Indianerjones, dass wir über den Immigranten-Status und das Reinlassen nach Europa bestimmen und den anderen vor Ort helfen.

Schreibe einen Kommentar