Autokratie oder Anti-Auto-kratie – beides falsch

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vintage-car-2851452_1280Das Traumauto von vielen biodeutschen Umweltbewegten dürfte so aussehen wie auf dem Bild von Bluesnap, pixabay. Der Weg zu solcher Idylle ist mit bohrenden Fragen und schwindelerregenden Ungewissheiten gesäumt. Vorbei die Zeiten, wo man auf der Autobahn seinen Überholbedarf ausleben durfte. Erst werden die Autobahnen verkauft, und dann die Autos verstümmelt.

Oder wie soll man das nennen, wenn es nur noch stubenreine Töfftöffs geben soll? PS oder kW ist die Frage, Verbrennungsmotor oder Elektro? Und vor allem: Bringt's überhaupt was für die Umwelt? Ist die CO2-Bilanz vom Stromer überhaupt besser? Und was ist mit den Dreckeffekten vom Akku-Bau? Die Antwort fällt derzeit ziemlich klar gegen den Stomer aus, siehe Auto fängt mit Au an und hört mit O auf.

Solche Probleme fechten die Politik nicht an, und schon gar nicht die EU-Politik. In Brüssel bastelt die EU-Kommission an CO₂-Vorschriften für die Autohersteller. Es wird natürlich heftig dagegen angelobbyt, und das Ganze schlägt sich in Artikeln nieder wie Nur keine E-Auto-Quote (Süddeutsche Zeitung 2.11.): Wie kann die Politik eine lobbyierende Industrie davon überzeugen, saubere Autos herzustellen? Eine Quote für E-Modelle bringt nichts, schließlich geht es nicht darum, den Weg vorzugeben, sondern das Ziel.

Damit hat der Kommentator Alexander Mühlauer etwas Gescheites gesagt. Eine vernünftige Klimapolitik gibt natürlich das Ziel vor, statt den Weg mit Quoten einzuengen. Wie die Autoindustrie die Abgasvorschriften erreicht, soll dann ihre Sache sein. Also keine Autokratie aus Brüssel, und auch keine Anti-Auto-kratie, sondern immer schön demokratisch bleiben. Die demokratische Lösung ist, wenn die Betroffenen selber entscheiden können.

Am besten geht das über Einpreisung der Verschmutzungen. Benzin, Diesel, Erdgas, Biogas sollen die Kosten für CO2 und NOx enthalten und entsprechend viel kosten. Aber die Stromer sollen auch ihre tatsächliche Umweltbelastung kostenmäßig abbilden, also die 50.000 km (Nissan) oder 100.000 km (Tesla) entsprechende CO2-Belastung, die bei der Akku-Herstellung anfällt, plus die Umweltbelastung durch Schadstoffe.

Dann wird sich zeigen, ob Tesla wirklich so gesteigert gescheit ist, oder ob die Steigerung heißen muss gescheit, gescheiter, gescheitert.

Alternative Autokratie

Ein anderer Artikel dazu heißt So öko sind Elektroautos wirklich (Spektrum.de 3.11.). Der Artikel geht differenziert auf die Probleme ein und arbeitet klar heraus, dass die real existierenden Stromer in der Gesamtbilanz keineswegs umweltschonender sind als die Verbrenner.

Im Fazit wird dies unliebsame Ergebnis so formuliert, dass Elektroautos in der Zukunft einen erheblichen Beitrag dazu leisten können, den Straßenverkehr umweltfreundlicher zu gestalten. Aber auch nur unter zukünftigen Bedingungen: Herstellung und Gebrauch der Batteriemobile muss effizienter werden, der Strom zum Fahren muss aus zusätzlich errichteten regenerativen Energiequellen stammen, und Luxuswagen mit besonders großen Motoren und Stromspeichern sind sowieso pfui.

Außerdem muss sich die Einstellung der Kunden ändern, mit einem Auto könne man jederzeit mit allem gewünschten Komfort überall hinfahren. Vor allem darf die Zahl der gefahrenen Kilometer nach dem Umstieg nicht steigen (weil man ja nun umweltfreundlich fährt). Um die Irreführung komplettzumachen heißt es: Wer auf diese Faktoren achtet, kann schon heute mit einem Elektroauto einen Beitrag zum Umweltschutz leisten (wenn man nicht jederzeit mit allem gewünschten Komfort überall hinfährt usw. usf.).

 

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