Migrationspolitik auf Holzweg – Flüchtlinge oder Glücksritter?

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Bei wissenbloggt wird gern auf die Leserkommentare der Zeit Bezug genommen. Dort drückt sich immer wieder der Kontrast zwischen Medienmeinung und Ansicht der Lesermehrheit aus. Bei der Migrations-Debatte ist das besonders auffällig (Bild: Charnchai, pixabay).

Das deutsche Motto sollte nicht "Einigkeit und Recht und Freiheit" sein, findet ein Forist, sondern "Wir gehen auch Holzwege zu Ende." Mit dieser Einschätzung unserer Politik als Holzweg ist ein Großteil der Leserkommentare eingeordnet; nur eine Minderheit von vielleicht 10-20% vertritt den Standpunkt der Leitmedien und der Zeit-Redaktion. Um so mehr muss man anerkennen, dass die Zeit sich die Mühe macht, die widerborstigen Leserkommentare anzunehmen und zu pflegen.

Diesmal bezieht sich das auf den Artikel Flüchtlinge – Nur die Hoffnung bleibt (Zeit Online 1.11.). Der Artikel handelt von den Flüchtlingen in den Auffanglagern in Serbien. Die harschen Leserkommentare dazu (ab hier der wissenbloggt-Text kursiv):

Bleibt bitte sachlich beim Veröffentlichen von solchen tränendrüsen-drückenden Stories, die beim BAMF niemand glaubt. Und: Der Artikel drückt ordentlich auf die Tränendrüse. Berichterstattung sollte das nicht tun, denn die Reaktion darauf kann außer dem Helfersyndrom auch verstärkte Ablehung hervorrufen. Und: Die Redakteure projizieren ihre eigenen Illusionen auf Migranten, um emotionale Rührstücke und Romantisierungen zu inszenieren – oder sie tun es zumindest, um die Vorlieben des typischen Zeit-Online-Lesers zu stimulieren Bei den allermeisten "Flüchtlingen" und "Schutzsuchenden" handelt es sich um normale, aber unterpriviligierte Migranten aus Dritte-Welt-Staaten, die aufgrund ihrer mangelnden Bildung und ihres niedrigen finanziellen und sozialen Status' den Weg der Einwanderung über Asyl suchen, weil dort nach keinerlei Qualifikation und Eignung gefragt wird.

Weiter: Sie huldigen einer Sozialromantik, die es so nie gegeben hat. Schauen sie sich doch einmal die überall herrschenden Gewaltstrukturen an. Und: Diese keineswegs armen Leute können 10.000$ in die "Flucht" investieren. Es muss aber gesagt werden, dass sich die meisten Flüchtlinge dazu bei den Schleppern verschulden. (Hier dagegen schulden sie nichts, und Das Geschäft mit der Flüchtlingshilfe ist laut atheisten-info.at, 1.11., noch viel größer).

NIchtsdestotrotz wird die sozialdarwinistische Auslese derjenigen, die es bis Mitteleuropa geschafft haben, als humanitärer Akt gefeiert.

Kritik an der Holzweg-Kritik

Es wird moniert, wie viele Rechtspopulisten der Kommentarbereich angezogen hat. Und die Keule: Wie die Neocons – EU-Bashing und Pegida-, AfD- oder Reichsbürger-DNA, was sofort die Replik bringt: Ist das so was wie das Juden-Gen?

Generell ist die Schelte aus der Willkommens-Fraktion emotional aufgeladen und argumentativ schwach. Die Holzweg-kritische Seite ist sich aber auch nicht einig: Erschreckend ist, dass diese Argumente ausschließlich in den Kommentaren auftauchen, sie scheinen sich den Medienschaffenden nicht zu erschließen. Dagegen lobt ein einsamer Forist, dass selbst in der Zeit nicht mehr versucht wird, das Offensichtliche zu verschleiern (Glücksritter statt Flüchtlinge). Gut, denn es hilft, die Unehrlichkeit der Debatte zumindest zu verringern. Und man sollte die Leute fragen, die das Ganze finanzieren sollen, ob sie das auch finanzieren möchten.

Damit sind zwei wichtige Punkte angesprochen, Heuchlei & Unehrlichkeit, sowie die Frage der Finanzen (die im weiteren vielfach auftaucht). Die weitergehende Frage, die sich bei der Lektüre ergibt, ist aber die Frage nach der Mehrheit.

Außenseitermeinungen gibt's nur spärlich; nur vereinzelt sagt einer, ohne mich (bei den ca. 5% gelöschten Kommentaren weiß man nicht). Ansonsten ist die Hilfsbereitschaft unter den Zeit-Foristen durchgängig gegeben – allerdings äußert sie sich meist als Wunsch nach pragmatischer Hilfe vor Ort. Bestimmt gibt's beide Einstellungen quer durchs Land, den Standpunkt der grenzenlosen Hilfe und den Standpunkt des Pragmatismus, aber was ist die Mehrheit?

Oft wird auf die Bundestagswahl-Prozente abgehoben. Die 87% Nicht-AfD-Wähler werden gerne für die Willkommensfraktion vereinnahmt, die damit in der Mehrheit wäre. Aber das ist Augenwischerei. Realistischer dürfte eine Mehrheit in derselben Größenordnung fürs Pragmatische sein, wie es auch in vielen Kommentaren anklingt. Die 800 Kommentare werden hier wieder inhaltlich referiert, sortiert, komprimiert und bilanziert.

Grenzen

In den vergangenen 15 Jahren hat eine unkontrollierte und nie vom Wähler abgesegnete – geschweige denn gewünschte – Immigration von Millionen von Menschen unsere Länder auf eine Art und Weise verändert, wie wir uns das nie hätten vorstellen können.

Es geht bis zu: Was bei den Flüchtlingen immer gemacht wird, ist, uns eine Mitschuld und Verantwortung zu suggerieren. Das merken die Leute, und ihnen kommt langsam die Galle hoch. … Deutschland bezahlt zig Mrd. für die Flüchtlingshilfe, und es ist immer noch nicht genug. Wir können nicht der ganzen Welt helfen. Deutschland hat eigentlich eigene Probleme genug. Aber unsere Kanzlerin mit Rettungsneurose (Klima, Euro, Flüchtlinge, Europa ) will uns glauben machen, dass hier alles gut ist. Das fliegt uns bald um die Ohren.

Nochmal: Hören Sie doch mit der "Die NATO ist an allem schuld"-Leier auf. Die Migranten wollen ein besseres Leben. Und wir wollen und können das nicht bezahlen. Das ist alles. Und: Ich wehre mich lediglich gegen den pauschalen Vorwurf, dass deutsche Waffenlieferungen die Konflikte auf der Welt erst möglich machen, und in Folge eine moralische Verpflichtung gegenüber den Kriegsopfern entsteht.

Grenzen seien nicht zu schließen, reinlassen sei alternativlos. Wie konnte man das wochen- und monatelang behaupten? Wie kam es dazu? Warum gab es kein Hinterfragen? (siehe dazu Berichterstattung von Flüchtlingskrise und Willkommenskultur in Mainstreammedien I-III)

Das führt zur Diskussion "Grenzen kann man schließen" – dagegen: Das ist nur ein feuchter Traum – und als Kontra darauf: Nein, das ist Realität – und dann der Gutmenschen-Schimpf: Ich fürchte, mit Menschen aus der Vergangenheit wie Ihnen werden wir unsere künftigen Probleme nicht lösen. – und dagegen: Aber mit Menschen aus den rückständigsten und ungebildesten Gesellschaften der Erde schaffen wir das?

Serbien herabgesetzt

Das muss für die lokale Bevölkerung in den ärmeren Ländern Europas wie ein Schlag ins Gesicht sein. Man nimmt Menschen auf im Glauben, sie vor dem Krieg gerettet zu haben, und die sagen dann: "Na tschüss, es ist zwar sicher bei Euch, aber sorry, Ihr seid zu arm, obwohl Ihr uns Essen, Schutz und ein Dach über dem Kopf geboten habt." Und: 70% aller Asylanträge in der EU werden in Deutschland gestellt.

Dagegen: Mit Nahrung versorgt von Tag zu Tag zu "überleben" ohne jede Lebensperspektive ist für Sie etwas, dessen man sich glücklich schätzen sollte? Und wiederum dagegen: Asyl kann, wenn es keine unerwünschte Magnetwirkung ausüben soll, nur einen Mindeststandard gewährleisten. "Lebensperspektiven" haben die Leute zuvorderst in ihren Heimatländern anzustreben und möglichst zu realisieren. Ansonsten sind es schlicht Migranten. Und dafür gibt's keinen Rechtanspruch, und kann es praktisch auch nicht geben. Und: Die Migranten waren bereits vorher in der Türkei und Griechenland in Sicherheit vor Verfolgung oder Bedrohung. Durch ihre Weiterreise sind sie Wirtschaftswanderer und Abenteurer, die durch Merkels Politik angelockt werden.

Verständlich ist es

Ich stimme zu, dass jeder von uns dasselbe versuchen würde. Deshalb sehe ich auch die Schuld nicht bei den Migranten, die mit der Aussicht auf ein besseres Leben angelockt werden, sondern bei der Politik, die durch Nichteinhaltung des Dublin-Verfahrens (Weiterreise von z. B. Serbien nach Deutschland) den Pull-Effekt losgetreten hat. Und: Es gibt inzwischen einen gesellschaftlichen Konsens, dass diese unkontrollierte Einwanderung zu unterbinden ist. Wie soll jemand integrierbar sein, der sich ohne Skrupel über geltende Gesetze hinwegsetzt? Und: Hier zeigt sich das große Problem, dass es an Achtung vor rechtsstaatlichen Entscheidungen fehlt.

Noch strikter: Recht auf Asyl sollte nur für die unmittelbar angrenzenden Nachbarstaaten gelten, in denen es einigermaßen sicher ist. Alles andere ist illegale Migration und sollte zurückgewiesen werden. Und ganz desillusioniert: Solange es Länder/Gesellschaften gibt, die ihn durchfüttern ohne grosse Anforderungen/Gegenleistung/Verpflichtungen, warum sollte er sein Land verteidigen und vor Ort für eine bessere Zukunft kämpfen, wenn Tausende km weit entfernt, nach Passieren vieler sicherer Länder, endlich die Chance auf lebenslängliche Vollversorgung auf Kosten der schon länger dort gut und gerne Lebenden existiert?

Merke: Gute Menschen geben ihr eigenes Geld aus, um den Armen zu helfen und ihr (eigenes) humanistisches Weltbild zu pflegen. Gutmenschen wollen hierfür das Geld anderer benutzen. Und andere profitieren bloß: In Pakistan gibt es eine regelrechte Asylindustrie, über die Landsleute nach Westeuropa geschleust werden, um dort das großzügige Asylrecht welches "aus humanitären Gründen" geschaffen wurde, gnadenlos auszunutzen.

Mehrheit?

Zu den 87%: Niemand, mit dem ich in meinem Alltag zu tun habe, würde das, was Sie da sagen, unterschreiben.

Aber: Wenn schon knapp 60% den Familiennachzug ablehnen, darf man wohl davon ausgehen, dass das für neue Flüchtlinge erst recht gilt. Und: Wir sind nicht das Weltsozialamt. Nein: Sie müssten sagen: Wir sollten nicht mehr das Weltsozialamt sein!

Argumente dazu: Deutschland besitzt als Staatsgebiet ca 0.3% der Fläche dieses Planeten und darauf leben gut 1% der Menschen dieses Planeten, einer der am dichtesten besiedelten Staaten dieses Planeten. Deutschland hat in den letzten Jahren ca 70% der EU-Zuwanderer aufgenommen, der neue Stern der EU ( "der neue Jupiter"), Frankreichs Präsident Macron, hat Jubelschreie über seine Menschenfreundlichkeit bei der Aufnahme von Zuwanderern bei allen " progressiven Kräften" ausgelöst; er will 10.000 Zuwanderer aufnehmen, ….in 2 Jahren, also 5.000 pro Jahr. Im Herbst 2015 hat Deutschland pro Tag (sic) mehr Zuwanderer aufgenommen als es "der neue Jupiter" nun in 2 Jahren tun will. Und Sie machen den Deutschen Vorwürfe?

Bevölkerung

Die Heimatländer müssten das Bevölkerungswachstum bremsen, aber das wollen sie nicht leisten (Islam) und ihr Problem lieber den Ländern aufbürden, die es sich aufbürden lassen. Die Länder wollen die Migranten nicht zurück, sie sind froh, wenn sie ihre Übervölkerung mindern und wenn die Migranten Geld schicken – deshalb gehen sie dahin, wo es am meisten Geld gibt, nach Deutschland.

Und: Für jeden, der es nach Europa schafft, wachsen mindestens zwei neue im Herkunftsland nach, denen es mindestens so dreckig, wenn nicht noch schlimmer geht als den bereits abgewanderten zuvor.

Auch: Mir tun die Flüchtlinge leid. Zu helfen ist Menschenpflicht. Ich habe nur Angst vor der großen Zahl. Bei uns sind nicht nur die Syrer, Iraker und Afgahnen, sondern auch Armenier, Asserbeidjaner, Georgier, Tschetschen, Bengalen – ich glaube 160 Nationen sind in Deutschland vertreten. Gekontert mit: Anstatt in ihrer Heimat dafür zu arbeiten oder dort neue Strukturen aufzubauen!

Moral

Aber: Die kommen nur, um sich zu holen, was ihnen zusteht. Migration ist Menschenrecht, es ist eine menschliche, globale Pflicht, diesen Menschen zu helfen und ein neues Leben bei uns zu geben und Chancen zu ermöglichen, denn wir haben eh mehr als genug. Wir sind so ein reiches Land, da können wir helfen, da müssen wir helfen.

Und: Wir Deutschen haben kräftig mitgemischt und unserem großen Verbündeten massiv dabei geholfen, diese Länder zu destabilisieren. Betrachten wir es doch als Schmerzensgeld.

Dagegen: Holen wir doch am besten nicht nur all die "Flüchtlinge" sondern auch alle Serben nach Deutschland. Wenn es Afghanen nicht zumutbar ist, in Serbien zu leben, dann den Serben doch wohl auch nicht.

Dazu noch: Der Widerspruch zwischen den beiden grünen Politikzielen ist eklatant:

  • Sinken der Bevölkerungszahl in den "Verbrauchszentren" begrüßen
  • Open Borders =  Ausbleiben der eigentlich wünschenswerten Bevölkerungsschrumpfung.

Kriegstreiberei

Erst wenn die Deutschen nicht mehr dabei mitmachen, anderen "Freiheit und Demokratie" zu bringen, um die sie nicht gebeten haben, kann ich auch Foristen verstehen, die sich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen aus Kriegs-und- Krisengebieten äußern (Irak, Syrien, Eritrea, Nigeria, Afghanistan).

Aber: Es ist schändlich, sich als wehrfähiger junger Mann an den Rockzipfel eines der lukrativsten Sozialsysteme zu hängen und junge Männer anderer Nationen sowie Altersgenossen zuhause den Kampf zum Schutz der dortigen Alten, Schwachen und Jungen austragen zu lassen.

Nochmal sehr vernünftig: Das sollte Grund genug sein, den überwiegend jungen Männern unmissverständlich klar zu machen, dass ihre Zukunft keinesfalls Europa sein wird und sie ihre Mühen, Entbehrungen und Kräfte endlich darauf richten müssen, die Probleme in ihrer Heimat zu lösen. Das werden weder westliche Soldaten noch Allah für sie erledigen, sondern nur die Afghanen selbst. Auch wenn es ein moralisches Dilemma ist: solange es immer und immer wieder einer größeren Zahl gelingt, irgendwie durchzukommen und dann auch bleiben zu dürfen, solange werden es immer und immer wieder Menschen versuchen. Und in Afghanistan bleibt alles so schlecht, wie es ist.

Und: Mit jedem perspektivlosen Flüchtling, der seine Heimat nur deshalb verlässt, um irgendwo in Europa zu stranden, wird das Elend vor Ort weiter wachsen. Einziger Unterschied: wir importieren die Probleme, die West und Ost seit über 40 Jahren in Afghanistan nicht lösen konnten, auch zu uns.

Eindringen

Und am Beispiel des Eindringens in eine Reichen-Villa: Es gibt jedoch allgemeine Akzeptanz dafür, dass dies nicht geht, und dass die Überwindung des Zaunes und das unerlaubte Betreten der Villa die Festnahme und Entfernung des Täters und seine Bestrafung nach sich ziehen muss. Warum wird von diesem Grundsatz abgewichen, wenn jemand ohne Erlaubnis ein europäisches Land betritt und dann illegal weiterzieht, bis er in einem EU-Land bleiben möchte, in dem die Bürger sich einen guten Lebensstandard und ein solidarisches Sozialsystem für Notlagen geschaffen haben?

Was zu einem DDR-Gleichnis führte, auch von dort wurde geflüchtet, trotz der "Grenzsicherungen": Aber Sie erkennen schon einen Unterschied zwischen Hunderttausenden und Hunderten im Jahr?

Es sind hunderttausende junge Männer einer Alterskohorte nach Deutschland gekommen, was zu einen Ungleichgewicht der Geschlechter geführt hat. Das, gepaart mit religiöser und kultureller Nicht-Sozialisation, kann zwangsläufig nur in Gewalt enden (nicht wenn sie ihre Bräute im Ausland heitraten).

Wünsche

Australien muss Vorbild sein. Und: Sozialhilfe sollte nur dann gegeben werden, wenn eine Gegenleistung von den Flüchtlingen erbracht wird, z. B. Straßen putzen etc. Wenn z.B. 19jährige Flüchtlinge jahrelang den ganzen Tag keine Beschäftigung haben, braucht sich doch niemand zu wundern, wenn sie ein paar Jahre später auf die Idee kommen, Bomben zu bauen. Die Forderung nach demokratischer Abwägung der Notwendigkeiten:

  • finanziell = Steuern zahlen (auch zur Verwendung für Nicht-Bürger)
  • gesellschaftlich = Integration vorleben (aktiv gestalten; also Bringschuld)
  • politisch = "korrekt" bleiben (Vorgaben/Werte der Regierung zueigen machen)

Das demokratisch veranlagte Individuum (Bürger und Wähler) kann das jeweils wollen oder nicht wollen oder anders wollen. Bezogen auf alle Wahlberechtigten haben das übrigens 77% (die Nicht-CDU-Wähler) bei der BW nicht gewollt/gewählt.

Anreiz

Und: Es darf nur die Wege zur Asylbeantragung geben, die von den Staaten eingerichtet werden. Alles andere ist ein Anreiz für Schlepperei und Illegales.

Deutschland ist eben wie ein Magnet. Die wunderschoenen Jubelbilder gingen immerhin um den ganzen Erdball. Auch hat es sich herumgesprochen dass, wenn einmal dort, dann hat man es geschafft. Freies Wohnen, Essen, Taschengeld etc. Außerdem: Das De-facto-Bleiberecht für fast jeden Nichteuropäer auch bei negativem Bescheid haben Sie vergessen zu erwähnen. Und noch: Klagerecht, Anwälte, etc, etc.

Die Rede ist von Versorgungsmigration, aber auch: Flüchtlinge aus Afghanistan oder Pakistan – diese glauben, dass sie gekommen sind, da Deutschland ihre Arbeitskraft braucht.

Und: Die Arbeitsmotivation möchte ich gar nicht in Abrede stellen, aber eine tatsächliche Arbeitsaufnahmen findet aufgrund der Anforderungen (Deutschkenntnisse, Fachkenntnisse, Leistungswille usw.) dann doch kaum statt. Und desillusioniert: Unbenommen der Absichten; am Ende vom Tag wird ein Großteil in der staatlichen Versorgung hängen.

Ablehnung

Wenn für jeden Sprach- und Integrationskurs für Migranten ein Förderkurs für benachteiligte deutsche Kinder eingerichtet würde, hätte die AfD sicher nicht zweistellig in den Bundestag einziehen können.

Konkret: Syrien hatte 1950 ca 3.5 Mio. Einwohner, 2010 waren es über 500% (sic) mehr, nämlich über 20 Mio. Menschen Die Ressourcen des Landes reichten für diesen Aufwuchs nicht, wessen Schuld ist das? Meine, da ich jetzt den Bevölkerungsüberhang – genannt "Schutzsuchende" – als wohl eher "Geldsuchende" finanzieren soll? Warum sollte ich das machen? Damit es dann in 50 Jahren 100 Mio. Syrer sind, die "stranden" und mit Jammerartikeln à la Zeit Online zu meinem Problem gemacht werden sollen? Sie möchten das? Prima, bezahlen Sie das bitte allein, nehmen Sie alle privat bei sich auf und lassen solche Bösmenschen wie mich damit in Ruhe.

Anmerkung: "Als Schutzsuchende gelten Ausländer, die sich unter Berufung auf humanitäre Gründe in Deutschland aufhalten. Dazu zählen Personen, die sich im Asylverfahren befinden, anerkannte Flüchtlinge nach der Genfer Konvention, subsidiär Schutzberechtigte sowie abgelehnte Asylbewerber, die sich aber noch hier aufhalten." Mit anderen Worten, jeder der sich hier aufhält, gilt als schutzsuchend (derzeit 1,6 Mio.)

Dazu die Diskussion "Deutschland bezahlt zig Mrd. für die Flüchtlingshilfe, und es ist immer noch nicht genug." Darauf: Sie haben Recht! Deutschland sollte sich mehr anstrengen! Ein Migranten-Soli wäre z.B. ein gutes Instrument. Und die Entgegnung: Da bin ich ganz bei Ihnen. Aber bitte auf freiwilliger Basis, die guten Menschen können dann sich selbst ihre moralische Überlegenheit in Euro beweisen und die bösen Menschen ( wie mich ) beschämen.

Und: Ich sags ganz ehrlich, ich will keine Migranten mehr aus dem Nahen und Mittleren Osten oder aus Afrika. Ich will auch keine Muslime mehr aufnehmen. Wir haben genug Arme in diesem Land, denen wir das Geld geben sollten, das wir uns sparen. Kein Land um uns rum hat es geschafft, alle haben sie Probleme, überall machen Migranten aus diesen Gegenden Probleme, überall macht der Islam Probleme.

Das führt zur Diskussion ums "Wir". Sind "wir" nur 12,6% (AfD) oder die anderen 100%-7,9% (alle außer den Grünen)? Wie kommen Sie darauf, dass Sie Teil des "Wir" sind? Antwort: Weil: Wir (!) schaffen das!

Über 60% lehnen den Nachzug ab, laut aktueller Umfrage. Ein ganze Menge "Wir", finde ich. Was wollen Sie da mit den 12,6%?

Mit Flüchtlingen hätte ich gleichwohl Mitleid, nicht jedoch mit Menschen, die aus purem Kalkül auf die deutsche Tränendrüse drücken.

Helfen

Wir haben hier in Deutschland finanziell eine mehr als "schwarze Null", wir haben die Möglichkeiten, den Menschen, die in Not sind, zu helfen (die Frage ist doch, wo?).

Das führt zur Diskussion "Deutschland hat sie eingeladen und kann es vor allem verkraften."  Darauf: Zweimal Nein. Und einmal, belegt mit Link: Doch. Gabriel, damaliger SPD,-Chef und Vizekanzler, hat praktisch hochoffiziell von einer Einladung Merkels gesprochen.

Aber: Wir sind primär zur Loyalität unseren Bürgern gegenüber verpflichtet. Und: Das Problem ist, dass Armuts- und Wirtschaftsmigranten mit Armut in Deutschland so viel "verdienen", dass sie das überschüssige Geld in die Heimat transferieren können, mit dem dann für die nächste "Flucht" gespart wird.

Ironisch: Toll, Ihr Mitleid mit den Flüchtlingen, Respekt.

Finanzen

Neben dem Solidarzuschlag sind die Kosten für Flüchtlinge, Asylbewerber und EU-Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien für verschuldete Kommunen ein finanzieller Kraftakt.

Die Behauptung, dass weder die Infrastruktur, noch die Bundeswehr, noch Rentner noch arme Familien jetzt schlechter gestellt sind als vor der Flüchtlingskrise. Dagegen: Natürlich sind die Familien und Rentner schlechter gestellt, denn das ganze Geld hätte man denen ja auch geben können.

Wie es da ausschaut: Ich kann nur jedem raten, sich einmal für ein paar Monate an einer örtlichen Tafel zu engagieren. Da lernt man das reiche Deutschland von einer anderen Seite kennen. Das schlimme ist, dass die Ärmsten der Armen mit den Flüchtlingen/Asylbewerbern um die gleichen limitierten Dinge kämpfen müssen. Allen voran der bezahlbare Wohnraum.

Weiter gedacht: In diesem Land hat keiner die Traute, mal endlich die leistungsarmen Boni-Bezieher zur Kasse zu bitten. … Dieses Volk ist einfach dumm, wie Napoleon schon sagte. Bereitwillig lässt es sich auf alles hetzen, nur nicht auf die wirklichen Diebe.

Missbrauch

Die Rede ist von Auslandsvermögen einiger Immigranten: Nur Bürger, die hier ihr Bankkonto führen, müssen Angst davor haben, entdeckt zu werden. Haben Sie Konto oder Eigenheim in der Türkei, Syrien oder Afghanistan, können Sie unbehelligt hier trotzdem Hartz IV erhalten, das merkt kein Mensch.

Über die Rolle vom Geld: Die Flüchtlinge, die Geld haben, können ganz schnell die Balkanländer durchqueren, während all jene, denen das Geld ausgegangen ist, länger für die Reise brauchen. Es hat sich schon längst eine professionelle Schmugglerroute etabliert, teuer aber schnell. Da der Türkei-Deal von Beginn an schon eine Totgeburt war und Tausende monatlich die griechischen Inseln erreichen, ist die überforderte Regierung in Athen dazu gezwungen, die Migranten aufs Festland zu bringen, wo sie sich sofort Richtung Norden bewegen. Der Rest, der in Griechenland ausharrt, hauptsächlich Frauen und Kinder, wird versuchen, über den Familiennachzug nach Deutschland kommen, wofür sie auch heute in Athen demonstriert haben.

Und: Merkwürdig, dass nahezu alle Migranten nach Deutschland wollen. Ins Gelobte Land. Und noch merkwürdiger, dass so viele Mitforisten offensichtlich der gleichen Ansicht sind, dass nur Deutschland ein sicheres Ziel für diese Leute ist. Und am allermerkwürdigsten, dass gerade diejenigen aus der linken Ecke doch immer wieder behaupten, wie schlecht dieses Deutschland seine Neubürger behandelt.

Und: Der Artikel gibt einfach die Realität wieder. Zu der gehört es, dass viele Abgeschobene die Einreise in ein europäisches Land ein weiteres mal versuchen. Aus eigener beruflicher Erfahrung weiß ich, dass insbesondere viele Asylbewerber, die in Dublin-Ländern (Italien u.a.) abgeschoben worden sind, wieder nach Deutschland zurückkehren und hier einen erneuten Asylantrag stellen. Die Chance besteht immer, dass eine zweite oder dritte Abschiebung scheitern wird und man im Land bleiben kann, zumal gerade im Dublin-Verfahren für die Behörden nur ein enges Zeitfenster für eine Abschiebung besteht.

Jesus als Argument

Was hätte wohl Jesus zu diesen hartherzigen Worten hier gesagt, was denken die vielen christlichen Wohltätigkeitsorganisationen, die im Glanz christlicher Armut arbeiten und leben? Skeptisch, realistisch und ironisch: Wenn Jesus bezahlt, ist das ja alles kein Thema, aber soweit ich weiß, hat man lange nichts von ihm gehört.

Und sachlich: Die christlichen Wohlfahrtsorganisationen arbeiten nicht im Glanz christlicher Armut, sondern bekommen ihre Tätigkeit solide aus der Staatskasse bezahlt. Wohlgemerkt nicht aus den 11 Milliarden Kirchensteuermitteln, sondern extra aus den Sozialhaushalten.

Und: Jesus hätte gesagt: "Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!" Nicht irgendwo ins gemachte Nest setzen und dann mal kommen lassen und fordern, sondern selber Zuhause die Schüppe in die Hand nehmen.

Darauf eine Stimme: Wieso handelt Deutschland nicht? Mit welchem Recht lässt Deutschland diese Menschen leiden? Gekontert mit: Sie sind ein Provokateur, stimmt's? Antwort: Nein.

Entwicklungshilfe

Das, was Sie befürworten, ist die moderne Form von Kolonialismus – Abhängigkeit durch Hilfeleistung! Gekontert mit: Faule Ausrede von Egoisten & Geizkragen.

Und: Interesant ist aber, dass Länder wie Namibia (bis 1990) und Südafrika (bis 1994), die sehr lange unter Kolonialherren standen, (noch) wirtschaftlich sehr stark sind! Und: All die Fluchtursachen vor Ort (regionale, blutige Kämpfe und Gräuel, Armut, Mangel an Ressourcen, hohe Kindersterblichkeit), hat es da zudem schon immer gegeben. Nur eben erst jetzt sind diese Unzulänglichkeiten auch medial in allen Details sichtbar, und umgekehrt der Reichtum anderer Länder für die Menschen in den unterentwickelten Ländern ebenfalls medial sichtbar. Ganz ohne Engagement des Westens sähe es in diesen Entwicklungsländern heute nämlich schlimmer aus.

Dazu: Wir in Europa haben noch in keinster Weise wahrgenommen, wie es in vielen Ländern der Welt ausschaut; wir haben in keinster Weise eine Ahnung, wie es den Menschen dort geht. …  Diese Menschen sind keine Abenteurer, es sind Menschen auf der Suche nach Sicherheit.

Dagegen: das Thema Feuerwerk an Egoismus mit diesem Beispiel: Dann ist es eben Egoismus. Na und? Ich möchte, dass das von mir hart erarbeitete Geld mir und meiner Familie zugutekommt, in Grenzen auch noch meinen Mitbürgern, mit denen ich in einer Solidargemeinschaft lebe.

Und: Man hätte von Anfang an eine effektive Familienplanung unterstützen müssen. Hat aber niemand.

Solidarität

Und der Streit: Aber jetzt wieder denjenigen, der keine weiteren Flüchtlinge mehr aufnehmen will, als "Deutschen auf hohem Ross" zu bezeichnen, ist auch sehr abwertend, vor allem nachdem wir schon mehr als 1 Mio. aufgenommen haben und der Rest der EU nur zuschaut. … Was erwarten Sie von Menschen, die von einer Regierung regiert werden, die von ihren Bürgern absolute Solidarität (z.B. mit Flüchtlingen) einfordert und sich selbst den Solidarsystemen (Rente/Krankenkasse) entzieht? Gleichzeitig aber alle Flüchtlinge in diese von den Bürgern finanzierte Sozialsysteme einziehen lässt.

Unterstützt von: Ich denke, bei diesen Dimensionen ist eine innere Abschottung normal und psychisch auch enorm wichtig, weil wir die Dimensionen des Elends einfach nicht bewältigen können. Das macht im übrigen jeder Arzt; wenn ihn die Schicksale seiner Patienten mitnehmen würden, würde er selbst zugrunde gehen. Also Rationalität ist hier angesagt, ansonsten machen wir uns selbst kaputt.

Geerdet liest es sich so: Letztendlich werden wir lernen müssen, zu unserem teilweisen Egoismus zu stehen.

Dazu auch: Jetzt ist ja wieder Frieden in den meisten Landesteilen deren Heimat. Also: Remigration jetzt! – Ende Referat über Leserkommentare.

 

Bilanz

Die Mehrheitsfrage bleibt natürlich ungeklärt, wenn auch viele vom "gesellschaftlichen Konsens" und ähnlich gegen den Holzweg sprechen. Gegen den Holzweg müsste nach der Foristenmehrheit getan werden:

  • Die Leute fragen, die das Ganze finanzieren sollen, ob sie das auch finanzieren möchten. Ein gewisser Egoismus muss erlaubt sein, eine Bevorzugung der Heimischen auch.
  • Anzuerkennen, dass wir nicht der ganzen Welt helfen können, weil wir die Dimensionen des Elends einfach nicht bewältigen können. "Wir wollen und können das nicht bezahlen," wobei die allermeisten Foristen eine geregelte und begrenzte Hilfe befürworten.
  • Deutschland für die zig bezahlten Flüchtlingshilfe-Mrd. loben, statt zu klagen, es ist immer noch nicht genug.
  • Weil Deutschland nicht so reich ist wie oft behauptet, gibt es viel Armut, deshalb sind wir primär verpflichtet zur Loyalität unseren Bürgern gegenüber.
  • Unsere Solidarität nicht überbranspruchen, fast ganz Resteuropa leistet viel weniger, und sogar die solidaritätsheischenden Politiker entsolidarisieren sich selbst mit ihren Sonderkonditionen.
  • Die Heuchelei stoppen, es seien mehrheitlich Flüchtlinge – nein, es sind Migranten, die ein besseres Leben wollen, für die es aber keinen Rechtanspruch auf Immigrantion gibt.
  • Die Schuld aber nicht den Migranten zuweisen, denn sie werden mit der Aussicht auf besseres Leben und lebenslängliche Vollversorgung angelockt.
  • Die Schuld vielmehr der Politik geben, der von ihr verursachten Magnetwirkung, dem Pull-Effekt, der die Menschen weglockt. Das ist kontraproduktiv, denn sie fehlen zuhause. Außerdem importiert es womöglich die Probleme, die vor Ort seit vielen Jahren nicht gelöst werden konnten, Bürgerkrieg, Übervölkerung usw., ohne sie dort zu lösen.
  • Die Immigranten dazu bringen, dass sie ihre Zukunft nicht in Europa sehen und ihre Mühen, Entbehrungen und Kräfte darauf richten, die Probleme in ihrer Heimat zu lösen (mit unserer Aufbauhilfe).
  • Das geltende Recht anwenden, denn solange es immer wieder einer größeren Zahl gelingt, irgendwie durchzukommen und dann auch zu bleiben, solange werden es immer wieder Menschen versuchen. Also kein De-facto-Bleiberecht bei negativem Bescheid, kein erneuter Asylantrag nach Ausweisung und nur die Wege zur Asylbeantragung, die von den Staaten eingerichtet werden. Alles andere ist ein Anreiz für Schlepperei und Illegales.
  • Wer mehr helfen will, soll auf eigene Rechnung helfen statt den anderen höhere Geldausgaben vorzuschreiben.

Abschließend nochmal ein Kommentar aus der Abteilung Verständlich ist es: "Gute Menschen geben ihr eigenes Geld aus, um den Armen zu helfen und ihr (eigenes) humanistisches Weltbild zu pflegen. Gutmenschen wollen hierfür das Geld anderer benutzen."
 

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2 Antworten auf Migrationspolitik auf Holzweg – Flüchtlinge oder Glücksritter?

  1. Indianerjones sagt:

    Eine wirklich hervorragende Darstellung der Geschehnisse. :-)

  2. Indianerjones sagt:

    …..werde mich nach einer Pause hier wieder öfters umsehen. :-)

     

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