… wenn das die Linken machen würden …

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Dieser Artikel ist komplementär zu Endlich mal durchgegriffen – bloß gegen die Falschen. Hier werden keine Polizei-Hundertschaften aufgefahren, und die Staatsanwaltschaft durchsucht keine Wohnungen der Sympathisantenszene – es wird nur geredet (Bild: rquevenco, pixabay).

Ursprung des Ganzen ist die Jerusalem-Entscheidung vom US-Präsi Trump. Die lieferte den Auslöser für neue Hassausbrüche gegen Israel. Demonstranten verbrannten israelische Fahnen und Transparente mit Davidsternen und riefen "Tod den Juden“. Nirgends steht geschrieben, dass es zumeist Muslime waren, auch wenn es so aussah. Das müsste correcterweise noch nachgewiesen werden, aber in diesem Artikel geht es um anderes.

Doch erstmal weiter mit den Vorfällen: Als Reaktion auf diese Gewalt und Volksverhetzung nahm die Polizei zehn Randalierer fest, und einige Politiker schwangen den mahnenden Zeigefinger ("gravierende Ausschreitungen", Verurteilungen, Forderung nach mehr Härte, 1. und 2. Link unten).

Alle scheinen überrascht zu sein, dass so ein Anlass reicht, um derartige Ausschreitungen in Deutschland auszulösen. Presse und Politik entdecken den Antisemitismus der arabisch-türkischen Community anscheinend erst jetzt. Als ob man sich über solche Auswüchse wundern müsste, wenn man Hunderttausende von Menschen ins Land lässt, für die Judenhass etwas völlig Normales ist. Unverändert wandern monatlich über 15.000 Schutzsuchende nach Deutschland ein, die allermeisten davon Muslime, und wohl auch die meisten mit solchen Einstellungen.

Der 3., 4. und 5. Link unten zeigt, dass es Ausschreitungen von Muslimen in Brüssel, Paris, Stockholm und London gab, über die unsere Medien kein Wort zu verlieren pflegen – doch auch das soll jetzt nicht das Thema sein. Über die Probleme bei der medialen Berichterstattung gibt's bei wissenbloggt ja schon mehrere Artikel (wb-Links unten).

Die Frage heißt diesmal, … wenn das die Linken machen würden … Was würde wohl passieren, wenn linke Demonstranten "Tod den Juden/Muslimen/Sonstwem!" schreien würden und Fahnen dazu verbrennen? Würden dann zehnmal so viele Polizisten mit Wasserwerfern aufgefahren, würde die Staatsanwaltschaft Wohnungen der Sympathisantenszene durchsuchen und die Justiz Schreckensurteile fällen?

Das alles ist in der Folge der G20-Proteste passiert (wb-Links unten). Die Bestandsaufnahme liefert volle Härte gegen Linke & Umfeld, und sie zeigt Augen zu wo es um Muslime & Flüchtlinge geht. Nun sind aber die Juden im Spiel, und da gerät die Politik zwischen zwei Tabus. Die Sonderbehandlung der Juden im Konflikt mit der Sonderbehandlung der Muslime – man darf gespannt sein, wie das ausgeht.

 

Links aus den Medien:

  1. Nahostkonflikt – Bundesregierung zu Flaggenverbrennungen: "Man muss sich schämen"(Süddeutsche Zeitung 11.12.): In Berlin hatten Demonstranten bei Protesten gegen die Kehrtwende in der US-Nahostpolitik am Wochenende die israelische Flagge verbrannt. … Kanzlerin Merkel spricht von "gravierenden Ausschreitungen" … Auch mehrere Bundesminister verurteilen die Vorfälle scharf verurteilt.
  2. Antisemitismus: "Wer Fahnen in Brand steckt, verbrennt unsere Werte" (Zeit Online 12.12.): Nach den antisemitischen Demonstrationen haben sich zahlreiche Politiker für ein härteres Vorgehen ausgesprochen. Der Zentralrat der Juden fordert eine Gesetzesänderung.
  3. Ausschreitungen in Brüssel – Die verlorene Mitte (Cicero 4.12.): Fast unbemerkt von deutschen Medien kommt es in Brüssel immer wieder zu Straßenschlachten zwischen jungen Migranten und der Polizei. Ausgerechnet im Herzland Europas fehlt offenbar ein versöhnendes kulturelles Leitbild.
  4. EU-Abgeordnete Trebesius zu den Ausschreitungen in Brüssel: Warum schweigen die Medien? (Epoch Times 4.12.): Unruhen dieser Art gab es schon in Paris, Stockholm und London. Ob Medien darüber wenig berichten, weil es politisch unerwünscht ist oder weil es schon langweiliger Alltag ist, ist egal.
  5. Adjö Bullerbü – Das Konsensparadies desintegriert sich –  Muslime rein, Juden raus in der “moralischen Supermacht” Schweden? (Jüdische Rundschau 2.6.16): Neuerdings hat Skandinavien – zum erstenmal in seiner Geschichte – auch ein Antisemitismus-Problem. … Bürger mit jüdischen Wurzeln ziehen entnervt aus Malmö fort, weil sie sich dort nicht mehr sicher fühlen, die meisten nach Stockholm, nicht wenige auch nach Israel und in die USA. Die Juden haben laut Artikel Grund zur Angst, in Malmö werden jüdische Gräber geschändet, Juden werden mit Drohungen traktiert: "Ihr werdet demnächst halal geschlachtet“, vor dem jüdischen Gemeindehaus an der Kamrärgatan standen eines Morgens Dosen mit der Aufschrift „Zyklon B“ –  so  hieß das Giftgas, mit dem in Auschwitz gemordet wurde.

Links von wissenbloggt:

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Eine Antwort auf … wenn das die Linken machen würden …

  1. Saco sagt:

    Mein Freund Samuel, Schweizer Psychoanalytiker, ist aktiv bei der Jüdischen Stimme für einen gerechten Frieden in Palästina. Die Stimme geht mit der Israelpolitik hart ins Gericht. Israel benimmt sich nicht immer nett zu den engsten Nachbarn. Immer wenn irgendwo Häuser und Kinder brennen, wird’s eng.  Und dass führt halt zu Hass. Und zu Rache. Aber dafür, dann wenns dann zuviel wird,  hat man ja die Bombe.

    http://www.jvjp.ch/wb/pages/de/home.php

     

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