Willkommenskultur: Augenwischerei geht weiter

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car-1836574_1280Zur Zeit wird über Familiennachzug "gestritten", da braucht die Politik Jubelmeldungen – so äußert sich ein Leserkommentar der Zeit zur Jahresend-Schönlügerei. Der Asylkompromiss für die große Koalition sollte wohl vorbereitet werden, mutmaßt ein anderer, und von Augenwischerei sprechen mehrere (Bild: Pexels & cocoparisienne, pixabay).

Es geht also wieder um ein Stück Verlogenheitsbewältigung, und dabei möchte wissenbloggt helfen (wie schon bei der wb-Berichterstattung unten). Das eigentliche Ziel der Kritik ist eine Studie des iw (1. Link unten) mit dem Tenor Aus Asylländern kommen zahlreiche Fachkräfte, besonders aus Afghanistan. So schreibt auch die Zeit darüber (2.), und dafür wird das ansonsten hochachtbare Medium ziemlich einhellig beschimpft.

Zurecht, wie man leider sagen muss, denn die Zeit-Redaktion übernimmt den iw-Inhalt weitgehend kritiklos. Um so nobler, dass sie die kritischen Kommentare bringt und nur ca. 10-20% tilgt. Der Inhalt selbst wird unten erwähnt, soweit er erwähnenswert ist. Wenn man die Leserkommentare durchgeackert hat, kann es eigentlich keinen Zweifel geben, dass hier ein Stück politisch opportune Augenwischrei vorliegt, an dem die Zeit sich bedauerlicherweise beteiligt hat. Die Zeit-Leserkommentare werden hier nach Themen ausgewählt, anonymisiert, sortiert und inhaltlich referiert. Anmerkungen von wb ab hier kursiv.

Augenwischerei

Also dann: Überschrift und Teaser (2.) halten nicht wirklich dem Inhalt stand. Mit solchen Widersprüchen bringt man doch nur immer mehr Leute auf 180. Und:  Da ist Ideologie im Spiel, das lässt sich durch handwerkliche Fehler nicht mehr erklären. Und: Man muss schon genau lesen um zu erkennen, dass auch diese Studie nix Neues sagt. Und: Die Statistik ist Augenwischerei. Die Zahlen berufen sich nicht auf Flüchtlinge, sondern auf alle Menschen, die aus diesen 8 Ländern kommen. Und:  Vor allem aber beziehen sich die Zahlen nur auf die Beschäftigten (also die beschäftigten Flüchtlinge werden 100% gesetzt statt alle Flüchtlinge 100% zu setzen) und lassen den weit größeren Anteil Unbeschäftigter außen vor.

Ein schönes Beispiel, das ein anderer Forist mit Togo und nicht Timbuktu brachte: Nehmen wir an, es kommen 100.000 aus Timbuktu, und dabei ist ein einziger, der in Deutschland studiert hat und Arzt ist und eine Anstellung findet. Dann würde der Artikel sinngemäß anfangen: "100 Prozent der Beschäftigten der Einwanderer aus Timbuktu sind Akademiker".

Weitere Kritik: Wenn man bedenkt, dass seit 2014 knapp 2.000.000 Flüchtlinge aus diesen Ländern kamen, aber sich die 195.000 (sozialversicherungspflichtig beschäftigten) Menschen auf alle Staatsbürger dieser Länder bezieht, frage ich mich, wie man mit dieser 'Statistik' den Fachkräfte-Narrativ aufrechterhalten will. Und: Schon die Begriffe Flüchtling, Migrant, Asylantragsteller werden nicht klar voneinander abgegrenzt … und dies schon seit 2 1/2 Jahren nicht! Da würde ich mir Null Hoffnung machen, dass dies bei den "Fachkräften" jemals anders wird. Und ironisch: "Fachkraft", ist das ein Euphemismus für schlecht bezahlte Helfertätigkeiten? Man fragt sich, warum sich so viele Langzeitarbeitslose mit der Jobsuche so schwer tun, wenn es bei den Afghanen so wunderbar funktioniert.

Renomme

Dazu: Die freie Leserschaft außerhalb des Forums liest über die immensen handwerklichen Fallen der Studie/des Artikels hinweg und diskutiert nicht so intensiv darüber wie wir im Forum. So kommt tatsächlich die verfälschte Botschaft bei vielen Lesern an. Es geht ja um ein renommiertes Wirtschaftsinstitut und eine renommierte Zeitung.

Aber so renommiert ist das iw nicht: Ein arbeitgeberfinanzertes sogenanntes Forschungssinstitut. Und: Das iw, ein arbeitgebernahes Wirtschaftsforschungsinstitut, besteht aus den Trägern Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und dem Bundesverband der Deutschen Industrie. Das Institut vertritt wirtschaftsliberale Positionen. Das iw fungiert unter anderem als wissenschaftlicher Berater der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (einer Tochtergesellschaft des iw), des Roman Herzog Instituts München und der Politik. Und konkret zum Artilel: "Das geht aus einer Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (iw) hervor, die der Funke Mediengruppe vorliegt. …Das iw bezieht sich dabei auf inzwischen überholte Basiszahlen des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom März 2017."

Weiteres Kratzen am Renomme: Diese Studie steht im Gegensatz zu allen anderen Befunden hinsichtlich Qualifikation und Bildung der Asylbewerber. Warum? Weil man einfach den Begriff Fachkraft extrem weit gefasst hat. Gegenbeispiel auch aus der Zeit: "Zwei Drittel können kaum lesen und schreiben" (3.). Und: Die Afghanen sind mehrheitlich Analphabeten. Wo bitte sollen die Fachkraft sein?

Dazu der Link (4.) zum Schulwesen von Afghanistan: Aus meinem Link: "besuchen 21.565 SchülerInnen (19.924 Burschen und 1.641 Mädchen) eine Berufsschule. Insgesamt 308.574 Personen besuchen eine islamische Schule, wo sie eine religiöse Ausbildung erhalten." (Mehr als 10* so viele!) Und nochmal ganz präzis:

  1. widerspricht diese Studie allen anderen bisherigen Erhebungen,
  2. sagt die Beschäftigung in einem Job, für den man eine Qualifizierung bräuchte, nichts darüber aus, ob man sie tatsächlich hat und wie gut die Qualifizierung tatsächlich ist, 
  3. sind die häufigsten Branchen bezeichnend (Dienstleistung usw.) und
  4. ist die Grenze von 2-jähriger Ausbildung einfach lächerlich niedrig und hat mit dem Begriff Fachkraft, so wie er eigentlich verstanden wird und auch für den angeblichen Mangel gebraucht wird, nichts zu tun.

Die Begrüßer einer ungeregelten Zuwanderung, gerade von der Arbeitgeberseite, müssen ganz schön verzweifelt sein, um so etwas zu veröffentlichen.

Zahlendiskussion

Weil die Zahlen diffus sind, wird nicht versucht, sie zu klären, sondern nur die Hilfestellung der Foristen angenommen: Ende November waren bei der Bundesagentur für Arbeit 420.000 Flüchtlinge als arbeitssuchend registriert, 175.000 davon gelten als arbeitslos." Die anderen 245 000 Arbeitssuchenden werden einfach nicht als arbeitslos definiert, dann sieht die Statistik gleich viel besser aus.

Noch ein Mysterium: Im Nebensatz steht dann "nicht alle sind Flüchtlinge". Wieso werden die dann dazugezählt? … Nichts ist mit '43% der Syrer sind toll ausgebildet', sondern '43% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (Syrer)'. Das ist schonmal um den Faktor 1/4 weniger.

Nochmal zu der Aussage "Nicht alle davon sind Flüchtlinge.": Statistik aufhübschen, damit Leute wie Sie drauf reinfallen. Und: Falls sich die Redaktion mal fragen sollte, woher der Begriff "Lügenpresse" kommt: Durch genau solche Artikel.

Und: Auch die Bezeichnung "wichtige Asylländer“ ist irreführend, da die Anerkennungsquotenn auf Asyl z.B. für Afghanistan sinkt und nur noch 40% beträgt, und Syrer meist kein Asyl, sondern einen Schutzstatus erhalten. Nochmal anders: Von den Asylsuchenden erhalten 1% – 2% Asyl. Was also sind auf dieser Grundlage "Asylländer", wenn fast 99% gar nicht asylberechtigt sind?

Die Gegenrechnung: Wo sieht die Rechnung denn besser aus als erwartet, wenn von den Flüchtlingen 600.000 Hartz IV kassieren und da noch nicht mal die dabei sind, die noch im Verfahren sind? Und aufgeschlüsselt: 195.000 sind Sozialversicherungspflichtig beschäftigt, aber:

  • wie viele für Mindestlohn?
  • wie viele Aufstocker?
  • wie viele Teilzeit?

Rechnung realistisch: Grob überschlagen wären 10…12% der 800.000 als Fachkräfte beschäftigt. Bleiben 90%: Und das entspricht ziemlich exakt den nicht verfälschten Daten aus der Schweiz.

43% Fachkräfte, 9% Diplomierte in der Studie angegeben: Nur Gutmenschen nehmen das als bare Münze und hinterfragen nicht. Und bissig ironisch: 200.000 von 1,6 Millionen ist ne super Quote. Wie konnte man nur daran Zweifel haben, insbesondere weil nen gewisser Teil in Bereichen arbeitet wie Dolmetscher, den man ohne offene Grenzen überhaupt nicht brauchen würde.

Dieselbe Skepsis: Die Verteilung auf die Branchen legt nahe, dass die 'Flüchtlingsindustrie' der größte Arbeitgeber der Flüchtlinge ist. Ein perpetuum mobile.

Optimismus

Gegegen: Das wird schon werden. Und ebenso sonnig: All die "Besorgten" werden schon noch selbst darauf kommen, dass fast alle Asylbewerber ein Gewinn für Deutschland sind. Das stößt aber zumeist auf Ablehnung, in ironischer Form: Die "Unbesorgten" können gern den Gewinn ernten, wenn sie die Kosten und Risiken übernehmen. Vielleicht kapieren die dann mal was.

Wieder Optimusmus: Da wir aber dringend neue Fachkräfte brauchen, sollte man versuchen, möglichst viele Geflüchtete zu welchen auszubilden. Im Durchschnitt sind sie nicht dümmer als die Deutschen und werden das schon schaffen. Kontra mit dem Link (5.): Hm. Das ist zwar wohlmeinend, aber eine nicht fundierte Behauptung. Im Gegenteil, wie hier nachzusehen.

Nochmal Bedenken: Die soziale Herkunft gibt eine valide statistische Auskunft über die Zukunft eines Kindes. … Die Vorstellung, dass dies für die Kinder von nochmal weitaus schwächeren Familien irgendwie anders sein sollte, bedarf eines nachvollziehbaren Beweises, sonst ist es nur das Prinzip Hoffnung.

Richtungsstreit

Parteipolitisch: Nur runde 12,6% haben die Rechtspopulisten gewählt. Alle anderen dagegen haben ganz bewusst für ein "weiter so" gestimmt. Dagegen: Ich kann mich erinnern, dass die Union eine Abschiebeoffensive versprochen hat und die FDP auch ne ganz klare Haltung zur Flüchtlingskrise hat. Insofern haben sich über 50% der Wähler gegen ein "weiter so" ausgesprochen und fordern in unterschiedlich hoher Intensität die Rückkehr zu einer vernunftorientierten Politik. Und wiederum dagegen: CDU? War da nicht etwas, 2015, wo gerade die CDU ein wenig daran beteiligt war? Und Sie glauben im Ernst an eine Abschiebeoffensive der Union? Ehrlich?

Ganz krude: Wieso soll ich helfen, wenn ich das nicht will?

Wir kommen nicht daran vorbei, uns Arbeitskräfte aus dem Ausland zu holen, und es wäre sicher praktischer, wenn die schon voll ausgebildet zu uns kommen würden (Manche würden auch hoffen, dass die dann weiß und christlich wären) So läuft's aber halt nicht. Dem wird aber widersprochen mit Hinweis auf Arbeit 4.0, wo die Roboter übernehmen oder auch nicht.

Täuschung

Die leidige Täuschrei mit den Arbeitslosenzahlen auch bei den Migranten: Nicht gezählte Arbeitslose verbergen sich hinter:

  • Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I und/oder ALG II: 163.516
  • Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten): 77.812
  • Förderung von Arbeitsverhältnissen: 6.876
  • Fremdförderung: 266.746
  • Bundesprogramm Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt: 15.201
  • Berufliche Weiterbildung: 163.754
  • Aktivierung und berufliche Eingliederung (z.B. Vermittlung durch Dritte): 193.101
  • Beschäftigungszuschuss (für schwer vermittelbare Arbeitslose): 2.332
  • Kranke Arbeitslose (§146 SGB III): 77.013

Nicht gezählte Arbeitslose gesamt: 966.351, Tatsächliche Arbeitslosigkeit im November 2017: 3.334.762 (siehe auch wb-Link Arbeitslosenzahlen).

Darauf die Mahnung zur Objektivität: An jene denken, die sehr gerne arbeiten würden. Das aber nicht können, weil ihr Status es noch nicht zulässt. Auch nicht von jenen, die zwar gerne von Betrieben eingestellt werden würden, weil Deutschen die Arbeit zu schlecht und schmutzig ist. Sich aber scheuen, weil selbst mit anerkanntem Asylstatus nicht klar ist, wie lange sie wirklich bleiben können. Also wenn schon kritisch. Dann bitte auch alles bedenken!

Dann aber auch die medialen und politischen Täuschungsversuche: Fehlermeldungen der letzten Jahre wie:

  • Bilder vorwiegend mit Frauen und Kindern
  • viele Fachkräfte unter den Geflüchteten
  • Ausländer sind Nettobeitragszahler (Bertelsmann-Studie)
  • Flüchtlinge = überdurchschnittlich Gesunde
  • unter Flüchtlingen sind keine Terroristen

Da wäre zu ergänzen, "Kein Anstieg der Kriminalität" (wb-Link Zuwandererkriminalität). Auch werden neue Abgreifmodelle möglich wie ein Leserkommentar berichte: Sicherheitskräfte verlangen Geld von Flüchtlingen für einen besseren Platz in den Ämter-War­teschlangen (mit oder ohne Betrugsabsicht), Woh­nungen werden an Flüchtlinge gegen Schmiergeld vermittelt.

Fachkräfte

Nochmal nachgezählt: 117500 von den ca. zwei Millionen sind Fachkräfte. Und das auch nur, wenn "Fachkräfte" gezählt werden, die keine mindestens zweijährige Ausbildung benötigen. Das wären dann nämlich nur noch 84.000, also 4% von 2 Millionen. Dazu nochmal die "Lügenpresse": So kommt der Ruf "Lügen- oder Lückenpresse" zustande.

Vorschlag: Sie sollten möglichst schnell wieder in ihre Heimatländer zurückkehren und diese sach- und fachgerecht wieder aufbauen. Dann ist allen geholfen.

Dasselbe Argument: Entgegen aller Faktenchecks und berechtigten Vorbehalte hier im Forum mal angenommen, die "Studie" könnte man für bare Münze nehmen. Wäre es nicht unethisch, diesen armen Ländern die Fachlräfte zu entziehen, wo sie sie doch selbst mit eigenen Mitteln qualifiziert haben und für den Ausbau ihrer Volkswirtschaften benötigen? Viele der genannten Länder sind gar keine Kriegsländer.

Persönliche Erfahrungen dazu: Lesen und schreiben können etwa eine Hand voll der Asylbewerber in unserer Gemeinde. … 140 Asylbewerber aus 27 Nationen, und 1 arbeitet. Es gibt auch Gegenbeispiele, nach denen jeder Handwerksbetrieb in einem anderen Ort einen Immigranten als Lehrling hat.

Positiver gesehen: Die die letzten Monaten kamen, sind sehr oft sehr jung, alleine unterwegs und wenig gebildet. … Aber ich finde es richtig und wichtig, möglichst viele von ihnen in unseren Arbeitsmarkt zu integrieren. Wenn die später wieder zurück in die Heimat gehen, dann haben auch die weniger hoch Qualifizierten das nötige Rüstzeug, die Heimat wieder mit selbst aufzubauen. Das kostet jetzt natürlich alles erstmal. Ist aber letztlich viel günstiger, als wenn wir später selbst vor Ort zig Fachkräfte abstellen, die beim Wiederaufbau helfen (worauf Skepsis am Zurückkehren geäußert wurde).

Pragmatisch: Es steht zu vermuten, dass die sicherlich vorhandenen Fachkräfte nur ein kleiner Teil der gesamten Zuwanderer sind und als Aushängeschild zur Bürgerberuhigung genutzt werden. Bestärkung: Jede Gesellschaft hat ihre Jubelschreiber. Gehen Sie einfach nur 100 Jahre in der Geschichte zurück. Noch mehr Bestärkung: Wieso 100 Jahre, es reichen 2 Jahre.

Deutsche/Europäer

Auch muss hinterfragt werden, welche Jobs / Ausbildungsplätze dort angeblich durch Migranten besetzt wurden und warum dies geschah. Schließlich gibt es in Deutschland derzeit knapp 300.000 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz (davon etwa die Hälfte mit Hauptschul- und ein weiteres Viertel mit Realschulabschluss). Auch ist seltsam, dass hier angeblich Jobs für "Fachkräfte" mit Migranten besetzt werden, während viele deutsche Fachkräfte arbeitslos sind oder selbst als Fachkräfte zu Niedriglöhnen beschäftigt werden.

Obendrein: Auch stellt sich hier die Frage, warum in Deutschland regelmäßig Schulabgänger der Haupt- und Realschulen für "nicht ausbildungsreif" erklärt werden (und bei den Immigranten gibt's das nicht). Außerdem: Auffällig ist, das unter den Gruppen mit Arbeit praktisch keine Afrikaner genannt werden.

Und: Wieso stellt man eigentlich keine Europäer ein? Nach diesem Bericht gibt es allein in Spanien ca. 57% Erwerbslosenquote unter jungen Europäern.

Logik

Es ist ja auch absolut unlogisch, anhand von den wenigen Beschäftigten unter den Migranten solche Aussagen, die sich ja auf die Migranten in ihrer Gesamtheit beziehen, zu treffen "Aus Asylländern kommen zahlreiche Fachkräfte."

Noch logischer und ziemlich bissig-ironisch: Damit ist erwiesen, dass die Politik der Bundeskanzlerin richtig war, und dass angesichts des gravierenden Fachkräftemangels niemand mehr nach Afghanistan zurückgeschickt werden darf.

Und ein Leser-Fazit: Es gibt verlässlichere Zeichen für den Abstieg einer Gesellschaft als solche durchsichtigen Auftrags-Zahlenspiele. Klare Anzeichen bietet der Zustand der Straßen, die Zunahme von Bettlern und Streunern, der immer aufwendigere Schutz von Gebäuden mit Gittern, Schutzglas und Alarmanlagen, die Zunahme der Videoüberwachung öffentlicher Plätze (um die Kriminalität von Renommierzonen optisch fernzuhalten).

(Kein Kommentar von wb.)

 

Medien-Links:

  1. Flüchtlinge – Mehr als nur Hilfsarbeiter (Institut der deutschen Wirtschaft iw 28.12.): Doch es gibt inzwischen erste Erfolge der Integration zu berichten, wie aktuelle Arbeitsmarktzahlen zeigen. Der vorliegende Bericht betrachtet dafür sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus den acht nichteuropäischen Asylherkunftsländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien zum Stand 31. März 2017. Es handelt es sich allerdings nicht ausschließlich um Geflüchtete, da der Aufenthaltsstatus erst ab Sommer 2016 statistisch erfasst wird. Die vorliegenden Daten zeigen laut Bericht erste Erfolge bei der Arbeitsmarktintegration. Insgesamt sind ebenfalls laut Bericht bislang erst wenige Menschen aus Asylherkunftsländern am ersten Arbeitsmarkt und im Ausbildungsmarkt ankommen.
  2. IW-Studie: Aus Asylländern kommen zahlreiche Fachkräfte (Zeit Online 28.12.): 60 Prozent der Beschäftigten aus den wichtigsten Asylländern arbeiten in Jobs, die eine Qualifikation erfordern. Besonders unter Afghanen sind viele Fachkräfte. Der Artikel hat über 300 Leserkommentare.
  3. Integration: "Zwei Drittel können kaum lesen und schreiben" (Zeit Online 3.12.15): Viele Flüchtlinge haben eine miserable Schulbildung, nur zehn Prozent sind Akademiker.
  4. Das Schulsystem in Afghanistan (Österreichisches Rotes Kreuz 12/16)
  5. World ranking of countries by their average (IQ Research 2006): Hongkong 105%, Deutschland 99%, Nigeria 84% …
  6. Integration: Kommunen warnen vor Scheitern der Flüchtlingsintegration (Zeit Online 25.12.): 600.000 Flüchtlinge bekamen Mitte 2017 Hartz IV. Der Städte- und Gemeindebund kritisiert "starre Integrationsmuster" und nimmt auch große Unternehmen in die Pflicht. Der Artikel hat über 1000 Kommentare. Hier treten die Zahlen 195.000 usw. zum 1. mal auf und werden sofort hinterfragt, bis zu harscher Kritik,dass hier das Asylrecht beidseitig, von Politik und Asylbewerbern, dazu missbraucht wird, um hier Fakten zu schaffen, für das das Asylrecht nicht ausgelegt ist. Resignierende Feststellung: schlechtes Projektmanagement, dilettantische Administration und Konzeptlosigkeit – unser neuer Standard

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