KiKa: Mittelalter in der Gegenwart

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Kika_Malvina_Diaa_und_die_Liebe

Malvina, 15 oder 16, und Diaa 17, 19 oder 20, sind nett aussehende junge Menschen, die eine Liebesbeziehung miteinander teilen. Bei wissenbloggt müssen sie kopfstehen, weil die Beziehung, wie sie von KiKa wiedergegeben wird, nicht political correct ist – aber der Reihe nach (Bild: KiKa):

Das Video ist bei KiKa (1. Link unten) oder YouTube (2.) zu sehen. Es stammt vom vorigen November, und es macht seit dem letzten Wochenende Furore. Die Mainstream-Medien haben es erst am Mi, 9.1. auf dem Schirm (Welt N24, 3., 600 Kommentare) oder noch gar nicht (Zeit, SZ, Stand 9.1.). Das Thema ist brandheiß, es geht um Integration, die Berichterstattung darüber und den Umgang damit.

KiKa war schon vorher in die Kritik geraten, weil dort Glaubensinhalte unreflektiert in positiver Form verkauft wurden (Beschneidung eines muslimischen Jungen als Freudenfest, wb-Link unten Mittelalter). Ähnliches ist auch jetzt wieder der Kritikpunkt, und das ist nur einer von mehreren. Immerhin ist schon der Zeitpunkt der Sendung problematisch; nach dem Messermord von Kandel, wo eine 15-Jährige von ihrem vermutlich erwachsenen afghanischen Ex-Freund erstochen wurde. Die Konstellation ist ja dieselbe, ein minderjähriges Mädchen und ein erwachsener Muslim, dessen Alter zunächst niedriger angegeben wurde.

Und dessen Ansichten nicht aus unserer Zivilisation stammen, was der Bericht klar aufdeckt. Repression wird schon in der dargestellten Beziehung ausgeübt, was mit dem Vorbild Kandel und anderen Vorfällen zu Spekulationen über weitere Übergriffe führt. Angesichts des völligen Integrationsversagens von Diaa, dem Freund, muss das erlaubt sein. Ein Kommentar dazu (4.) merkt an, er sei nicht mehr in Syrien, er sei jetzt in Deutschland und meilenweit von einem Integrationserfolg entfernt – jedenfalls so, wie erfolgreiche Integration hierzulande doch gedacht werden sollte.

Es geht also um einen beispielhaften Misserfolg der Integration, mit dem Anklang der Befürchtung, dass es sich in den anderen Fällen ebenso verhalte. Einerseits gibt es Lob dafür, dass KiKa sowas sendet, aber andererseits auch Kritik: Das dürfe keinesfalls unkommentiert geschehen, wo doch KiKa auf die 3-13-Jährigen abzielt.

Das Ganze wird von den Welt-Leserkommentaren eingehend abgebildet. Hier bei wissenbloggt sollen die Kommentare sprechen, sie sind ausgesucht und sortiert und in anonymisierter Form inhaltlich referiert. Kommentare von wb ab hier kursiv:

KiKa-Kritik und -Lob

Lob: Man bekommt Originalaussagen zu sehen und zu hören, und daraus kann man dann die eigenen Rückschlüsse ziehen. Von daher inhaltlich kein Vorwurf an die Öffentlich-Rechtlichen, sondern nur der Sendeplatz war falsch. Und inhaltlich: Ich hätte wenigstens gehofft, dass die jüngere Generation der Immigranten weltoffener ist. Aber hier ist ja Steinzeit angesagt.

Pessimistisch: Der Schwache wird sich letztlich dem Starken anpassen müssen, insofern ist diese Reportage des KiKa ein aufschlussreicher Blick in die Zukunft. Und: Endlich mal eine Chance für Kinder zu sehen, dass nicht alles so einfach ist und Multikulti nicht nur Vorteile hat. In den Schulen trauen sich Lehrer nicht, solche Probleme anzusprechen und die Schüler für Gefahren zu sensibilisieren.

Wenigstens taugt es als Warnung: Die Kids bekommen ein wenig von deren Realität zu sehen und sind gewarnt. Skepsis dagegen: Glaube ich nicht immer, dass das Kind hier ein Problem erkennt – sondern unter Umständen genau das als völlig normal für eine Beziehung ansieht.

Kulturschock

Warnung Kandel: Die minderjährige Tochter ist mit einem moslemischen Flüchtling mit zunächst falscher Altersangabe zusammen, für den seine patriarchalische Lebensweise wichtiger ist als die Freundin. Zitat von Diaa aus dem KiKa-Beitrag mit Kommentar: „Ich bin in einer islamisch-arabischen Kultur aufgewachsen. Ich glaube an meine Kultur und meine Religion. Die Religion gibt dir Regeln. Ohne diese Religion hast du keine Regeln und ohne Regeln hast du kein Leben.“ Na bitte, ein weiteres Beispiel gelungener Integration.

Nicht so zynisch: Er möchte kein Deutscher oder Europäer sein, zumindest nicht wie wir es denken, sein Vater spricht es genauso aus. So nett er ist, er repräsentiert genau die vermeintlich harmlose Variante dessen, was der Kommentator nicht gutheißt. Man kann nicht irgendwo hinkommen, aber die Strukturen nicht in Frage stellen, die einen aus der Heimat getrieben haben.

Aufklärung

Reminiszenzen: Es gab mal eine Zeit der Aufklärung in Europa. Diese wandte sich gegen kirchliche und staatliche Bevormundung. Es ging auch um eine sich selbst bestimmende Vernunft und die Ideale von geistiger Freiheit, Gleichheit und Toleranz.

Und heute: In dem Film wird sehr deutlich, dass der Syrer nur eine sehr begrenzte Anpassung an deutsche Lebensformen erbringen will. Das Mädchen soll sich ändern, nicht er. Dies ist erschreckend. Denn der Mann musste nach Deutschland fliehen, weil Intoleranz und Islamismus genau die Bedingungen geschaffen haben, vor denen er dann fliehen musste. Jetzt huldigt er diesen ultrakonservativen Werten auch in Deutschland und will Deutsche dazu bekehren. Und noch schlimmer: Der Sender lässt dieses unkommentiert auf Jugendliche los.

Dazu die Paragraphen: Ausstrahlen dieses Beitrags auf einem Kinderkanal verstößt gegen GG Art 3 (2): "Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin."

Ehre und Gleichheit

Da der Herr seine Freundin schon jetzt offenbar als "seinen Besitz" betrachtet und seine "Ehre" eng an deren "Wohlverhalten" in dem von ihm definierten Sinn koppelt, kann man sich in etwa vorstellen was passiert, wenn diese Freundin eines Tages zu ihm sagt: "Es ist Schluß!". So etwas ist in seiner Vorstellungswelt höchstwahrscheinlich nicht vorgesehen.

Aber wie wärs umgekehrt? Wie wäre die Reaktion gewesen, wenn das Mädchen vom dem jungen Syrer verlangt hätte, die Werte der westlichen Kultur zu akzeptieren? Thema vertieft: Würde der junge Syrer akzeptieren, wenn sich ein einheimischer junger Mann in seine Schwester verliebt und sie bittet, ihm zuliebe das Kopftuch abzulegen und sexy Kleidung zu tragen? Oder wenn seine Freundin Malvina zu ihm sagen würde: Ich bin in einer christlichen Kultur aufgewachsen und glaube an meine Kultur und meine Religion. Daher will ich, dass du in meinem Land nach unseren Regeln lebst. – Nur wenn diese Fragen in der Dokumentation auch thematisiert worden wären hätte man eine Ausstrahlung im Kinderkanal vertreten können.

Cool: Warum soll das nicht gezeigt werden? 87% haben doch dafür gestimmt.

Und heißer, wo bleibt der Protest? Den Protest der Frauen vermisse ich seit über zwei Jahren, auch bei Wahlen. Und: Beim KiKa werden ja wohl auch viele Frauen arbeiten. Und keine unternimmt etwas, die Ausstrahlung eines solchen Beitrags zu verhindern?

Diese Einstellung vertreten andere auch, bis hin zum Alarm: Und wo ist hier der #aufschrei, die MeToo-Bewegung?

KiKa-Regeln

Der Auftrag: Der KiKA-Programmauftrag lautet "ein Vollprogramm, das informiert, berät, bildet und unterhält und das demokratische Grundwerte wie Offenheit, Toleranz und Gleichberechtigung vermitteln soll."

Die Realität: Ein erwachsener Mann hat eine Beziehung zu einem minderjährigen Mädchen. Ist das wirklich genau das gebührenfinanzierte Thema für 3- bis 13-jährige Kinder, die erklärte Zielgruppe des KiKa? Der Kommentator bezweifelt das, muss es aber trotzdem bezahlen.

Und aufgeregt: In welcher Geistesumnachtung befinden sich Redakteurinnen und Redakteure, die einerseits Besitzdenken in einer Paarbeziehung mit "Liebe" gleichsetzen und das noch im Kinderkanal tun? Besitzdenken von Männern an Frauen kostet jedes Jahr Dutzende Frauen in Deutschland ihr Leben.

Aber wo bleiben die Emanzen? Ist der Feminismus noch im Urlaub? Ich höre irgendwie nichts! Antwort: Der hat doch mit der MeToo-Aktion genug zu tun.

Und: Im Iran kämpfen die Frauen #mystealthyfreedom gegen die Zwangsverschleierung, und hier in Deutschland findet ein Verrat statt, an den jungen Mädchen, die gegen ihren Willen früh verheiratet werden, an Frauen die sich verschleiern müssen. Und: Wir verraten hier mal ganz locker die zaghaften Emanzipationsbestrebungen in der islamischen Welt.

Nochmal drastisch formuliert: Das Mädchen soll also quasi alles aufgeben, damit er zufrieden ist. Ist es das, was Kinder und Jugendliche lernen sollen, wenn sie KiKa schauen? … Ist das das neue Frauenbild, welches die ARD propagieren will?

Zensur findet nicht statt (aber sonst schon): Es gibt eine Kontrollinstanz, an der so manche Sendung bereits gescheitert ist, wie wir alle wissen. Diese nicht.

Psychologie

Was mehrfach artikuliert wurde: Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich sagen, dass es fast unmöglich ist, von Mädchen in diesem Alter gehört zu werden.

So läuft das: Das ist das Lernen von der Umwelt, von den Medien und von den Peers. Wenn solche Dinge unwidersprochen in die Welt gesetzt werden, prägen sie das Bild, das Jugendliche von der Welt haben.

Und: Es könnte sich ins Unterbewusstsein von 10-Jährigen festsetzen, dass es solch eine Beziehungsform gibt, wo der Freund der Freundin Vorschriften macht und das auch so in Ordnung ist.

Und: Kinder und insbesondere Jugendliche brauchen Orientierung und sind keine Versuchsobjekte für Integrationsstudien oder eine Hilfe für Integrationsunterstützung. Jugendliche sind sowieso naiv und risikobereit.

Macho

Wirkung: Bei der Klientel bleibt hängen, dass ein symphatisches, freundlich-verliebt lächelndes Mädchen es eben lächelnd hinnimmt, dass ihr Freund sie von anderen Jungs fernhält, dass er ihr verbietet bestimmte Kleidungsstücke zu tragen. Das jugendliche Publikum wird eher dazu neigen, die Mutter als typische Elternbedenkenträgerin abzutun. So werden unsere Jüngsten schon mal eingestimmt auf Denkmuster, die, kämen sie von einem katholischen Jungmann aus tiefster deutscher Provinz, ganz sicher von unseren Medien als das gebrandmarkt würden, was sie sind: ultrareaktionäres und rückständiges Machogebaren, dem sich eine freie Frau niemals unterordnen dürfe.

Bestärkend: Diaa sollte man klipp und klar erklären, wie es in der westlichen Welt zwischen Mann und Frau läuft. Wenn ihm das nicht passt, ist er im falschen Land.

Ein hinkender Vergleich: Die Fortsetzung der Geschichte von Malvina lief im Sommer in der ARD: "Ich gehöre ihm." Den Film findet man aktuell auf YouTube. Er erfordert einige Kondition, und hinterher schmerzt der Kopf – vor lauter Schütteln (da geht es um einen "Loverboy" und Abgleiten der Geliebten in Prostitution).

Die Gegenposition verdeutlicht: Ist dann die Heirat erfolgt, wird Tacheles geredet. Da heißt es dann nicht mehr: Ich mag es nicht, wenn du mit anderen Männern redest, sondern ultimativ: Du redest nicht mit andern Männern. Generalisierend: Es wird immer offensichtlicher, dass die, die noch nicht so lange hier wohnen, offenbar weniger bereit sind, sich denen, die schon länger hier wohnen, anzupassen.

Programmauftrag

Ein weiterer Kommentar befindet, dass Integration für 99% völlig unrealistisch ist. Daher bereitet Kika die deutschen Kinder schon jetzt darauf vor sich frühzeitig anzupassen.

Und: Hier wird ein Bild vermittelt, dass sich eine Frau zwar nicht ganz, aber doch vielleicht etwas dem Mann unterordnen soll. Sowas strahlt ein Sender aus, der sich gerade an die Zielgruppe richtet, die das nicht richtig einordnen kann!

Und: Die kulturelle Prägung ist bei Erwachsenen weitestgehend abgeschlossen, das stellt ja auch der syrische Freund fest. Die KiKa-Zuschauer sind nun aber überwiegend noch vergleichsweise leicht beeinflussbare Kinder und Jugendliche. Was bezweckt der ÖR-Kanal also mit dieser Reportage?

Optimistisch: In diesem Sinne ist die Sendung ja eigentlich gut, weil sie Aufklärung ermöglicht. Und ironisch: Wirklich erfreulich, dass unsere Kinder schon im KiKa auf die Zukunft der Frauen in Deutschland vorbereitet werden.

Und angeekelt: Kika ist ein öffentlich-rechtlicher Sender, der durch Gebühren finanziert wird. Ein Skandal, dass hier die jüngsten Zuschauer so frech indoktriniert werden im Hinblick auf islamische Werte – inkl. einem Frauen- und Familienbild, das sich definitiv nicht mit den Werten der Auklärung und Humanismus verträgt. Ekelhaft!

Und besorgt: Besteht da nicht die Gefahr, das viele Kinder und Heranwachsende das Gesehene als Normalität wahrnehmen, speziell dann, wenn sie selbst dem islamisch-arabischen 'Kulturkreis' angehören? Zynische Antwort: Aber so ist doch der Plan …

Und desillusioniert: Es soll den deutschen Mädchen ganz einfach vermittelt werden, sich mit den Männern aus arabischen Staaten anzufreunden. Nicht nur KiKa, auch die Lindenstraße legt diesbezüglich einer 16-Jährigen einen Tunesier ins Bett, wohlwollend geduldet von den Eltern. Auch in einer Grundschule in Deutschland in der 3. Klasse bekommen die Kinder Texte, aus denen hervorgeht dass bei einer Klassenfahrt eine Svenja gerne mit 4 Arabern ihr Zimmer teilen möchte. Indoktrinierung läuft bestens in Deutschland (und sich dafür noch verachten lassen).

Weitere Beispiele: Es gab kürzlich schon mal eine sehr grenzwertige Doku mit verschleierten Mädchen, und es wurde so getan als wären diese Mädchen "frei" und genauso eingestellt wie westlich sozialisierte Mädchen.

Zweierlei Maß

Hier wird geradezu obsessiv darauf geachtet, dass die Gleichberechtigung der Geschlechter herausgestellt wird. Notfalls werden dafür selbst Wörter, die grammatisch kein weibliches Geschlecht kennen, künstlich mit einem solchen versehen. Aber dann wird andererseits der Darstellung von Beziehungen Raum gegeben, wo Mädchen bzw. Frauen sicher keine gleichwertige Stellung zu erwarten haben.

Zwei Seiten: Auf der einen Seite Brüderle-#aufschrei, MeToo und Gender Studies. Auf der anderen Seite erzählt eine 16-Jährige im Kinderkanal davon, wie ihr islamischer Freund ihr immer mehr verbietet, so dass selbst ihre Mutter meint, sie stecke irgendwann in der Burka.

Fragen: Ist ein Mädchen wirklich, wie sie behauptet, emanzipiert, wenn sie sich vom Freund vorschreiben lässt, wie lange der Rock sein darf oder dass sie ihren besten Freund nicht mehr umarmen darf? Warum will er so schnell heiraten? Warum hat man ihn nicht gefragt, wieso seine deutsche Freundin konvertieren und Kopftuch tragen soll? Warum ist konvertieren für Diaa keine Option? Fragen, die man im Film hätte stellen sollen.

Und: Klarer kann man die Probleme kaum benennen, nur geht es komplett in die falsche Richtung, denn nicht Diaa oder seine stolzen Werte werden infrage gestellt, das Mädchen und ihre gesellschaftlichen Werte werden es.

Und: Da hat ein Mann, der nach Deutschland gekommen ist, die Einstellung, seine Freundin sei sein Eigentum und Arte wirbt damit für Toleranz? Und: Wenn ich sagen wollte, dass junge Typen mit Vollbart und ohne Brille für mich ein Problem darstellen, müsste ich schon klug argumentieren, damit mein Beitrag nicht als Hate Speech ausgefiltert wird. Wenn ich aber frei heraus sage, dass meine Frau nicht mit anderen Männern länger als nötig reden sollte, weil das meine Ehre tangiert, ist das völlig in Ordnung.

Und nebenbei bemerkt, wenn irgendein Papier fehlt, kriegen Deutsche Probleme, während bei Einwanderern ohne Papier alles ok ist.

Rückschritt

Man kann nicht aus der Dritten Welt in eines der höchstentickelten Länder der Erde kommen und meinen, den Leuten erzählen zu müssen, wie sie zu leben hätten. Mehr noch, Diaa denkt sicher noch, dass er uns fehlgeleiteten Ungläubigen helfen kann.

Aber: wir haben die Zeiten, in denen Frauen so behandelt werden, eigentlich lange hinter uns gelassen. Unsere Tradition ist eben nicht nur das Mittelalter, sondern auch die Reformation, die Neuzeit, die Aufklärung und die Revolution, an deren Ende nach vielen Höhen und Tiefen endlich die Demokratie steht.

Und: Es geht nicht nur zurück zum Frauenbild der 60er Jahre, sondern massiv darüber hinaus. Und: Da waren wir ja im 19. Jahrhundert schon weiter, und das war für heutige Zeiten unannehmbar.

Weiter: Die heutigen Kinder bekommen unsere Kultur und Geschichte nicht mehr vermittelt, weder von den bereits nichtswissenden Eltern, noch von Kindergarten und Schule.

Ein guter Rat: Das Mädchen sollte nach einer Hochzeit nicht alleine mit diesem Mann in sein Heimatland reisen, da es dann eventuell für sie keine Rückkehr mehr gibt. Das alleinige Bestimmungsrecht über sie liegt dort komplett in seinen Händen. Unterstützend dazu: Im Film sieht man auch, wen er so alles nachgeholt hat: 2 Brüder, Vater, Mutter, Schwester (Jungs modern, Frauen vollverschleiert). Soviel zu 1-2 Personen Familiennachzug.

Übrigens: Jedesmal, wenn Feministinnen vor den Rückschritten in der Gleichberechtigung warnen, kriegen sie erst mal die Nazikeule ab (wo kann man die Warnungen sehen?)

Gegenstimmen

Nur vereinzelt gab es solche Kommentare: Ich finde diese Hetze gegen gläubige Menschen des Islam sehr hinterwäldlerisch. Fast schon so schlimm wie der Judenhass vor dem Aufkommen des dritten Reiches.

Eher wurde so argumentiert: Ein Abbild unseres Miteinanders wird hier dargestellt, nicht mehr und nicht weniger. … Dies ist Teil unserer Bewegung hin zur wahren multikulturellen Sozietät, da muss man halt auch ein paar Unannehmlichkeiten und interkulturelle Besonderheiten in Kauf nehmen. Das blieb nicht ohne Widerspruch: Wenn unsere Söhne genau so leicht und toleriert Beziehungen zu muslimischen Mädchen haben könnten, wäre es aus meiner Sicht kein Problem (aus der Sicht der meisten wohl auch dann, die wollen einfach keinen Machismus).

Eher kam das: Ich glaube nicht, dass Kika islamische Propaganda senden wollte. Aber ich wüsste auch nicht, was ich denjenigen entgegnen sollte, die das behaupten. Und solches: Kompromisse machen, zurückstecken, auf den anderen zugehen, das tun nur die schon länger hier Lebenden. Von der anderen Seite kommen nur Forderungen.

Pessimismus: Aber alle Beteiligten haben schon so eine kulturelle Unterwerfungshaltung eingenommen. Und Optimismus: Ich wundere mich nur, für wie unmündig, beeinflussbar und haltlos viele Kommentatoren ihre jugendlichen Kinder einschätzen: Sie könnten auf den erstbesten Muslim reinfallen und sich seinem islamisch geprägten Weltbild unterordnen (wenn das alles wäre, aber sie könnten ja hinterher auch genötigt oder sonstwie behelligt werden).

Fazit

Dieser Film verdeutlicht, dass alles, wovor die AfD warnt, stimmt.

Und: Die in der Gesamtheit doch sehr unkritische Vermittlung von archaischen Werten einer Religion, die kein Miteinander sondern nur Dominanz kennt, ist meines Erachtens ein absolutes Unding!

Und: Nach Jahrzehnten emanzipatorischer Bemühungen der Mütter nun also die freiwillige Unterwerfung der Töchter.

Dass der Film im Rahmen des Themenschwerpunkts "Respekt für meine Rechte!" – Gemeinsam leben" gesendet wurde, setzt den ganzen noch die Krone auf. Malvina hat sich ihrem Freund komplett unterzuordnen, wenn sie weiter mit ihm zusammenbleiben möchte, das macht er absolut klar. Man zeige eine Film-Stelle, wo er Respekt für ihre Rechte zeigt. Im Gegenteil – von seiner Seite ist keinerlei Verständnis für die westliche Lebensweise zu erkennen.

Ein Rückgriff auf alte Zeiten als Parallele: Dort ist sehr schön der Kampf unserer Großmütter oder Mütter um die Gleichberechtigung zu sehen. Arbeiten gehen nur mit Erlaubnis des Ehemanns, Konto eröffnen nur mit der Erlaubnis des Ehemanns, selbst über die Kinder entschied nur der Ehemann usw. Sehr gut auch zu sehen, wie Kinder in der Schule beeinflusst bzw. erzogen wurden. Sollen alle Kämpfe für eine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau umsonst gewesen sein?

Nochmal der Tenor: Gruselig. Unsere Mütter hätten sich den mühsamen Kampf um Gleichberechtigung im Grunde sparen können, wenn junge Frauen im Jahr 2018 das Patriarchat bevorzugen. Und: Bei Kindern bleibt hängen: Wer hierher kommt, muss sich nicht anpassen, sondern die Frauen sollen sich den archaischen Werten der Einwanderer anpassen. Auch wenn sie damit alles aufgeben, was unsere Vorfahren blutig erkämpft haben. Das nennt man dann Liebe.

 

Nachbemerkung von wissenbloggt

Überzogener Respekt vor kindlichen und kindischen Launen dürfte allemal schädlich sein, und unausgegorene Überzeugungen zu respektieren, ist bestimmt nicht zuträglicher. Das Konzept von Extremtoleranz und Antiautorität hat schon die Erziehung einer ganzen Kindergeneration vermasselt. Die Frage ist, macht man nun denselben Fehler nochmal?

Wie ist es bei jemand, der in einer Umgebung geformt wurde, wo Religion, Sozialwesen und Kultur auf Autorität fußen und basta? Ist der schon in jungen Jahren deformiert, oder lässt sich da noch was bewegen? Das ist die Schicksalsfrage, die sich aus der Malvina-und-Diaa-Story ergibt. Vorausgesetzt den Fall, dass Diaa typisch für Hunderttausende von anderen ist, verdient diese Frage besondere Beachtung.

Angenommen, sie sind noch nicht mental verknöchert, wenn die jungen Muslime in Deutschland aufschlagen – dürfen sie dann wirklich in Watte gepackt werden? Dürfen ihre kulturellen Werte als sakrosankt toleriert und als bereichernd hofiert werden? Oder muss den Diaas nicht vielmehr klargemacht werden, dass sie den Kopf voll gruseligem Müll haben, und dass sie sich schleunigst davon distanzieren müssen, wenn sie ihre Zelte in unserem Land aufschlagen wollen? Dass sie, genauso wie sie ihr Land verlassen, auch den damit zusammenhängenden Unfug im Kopf hinter sich lassen müssen? Dass der Eintritt ins Gelobte Land eine Entrümpelung im Kopf verlangt? Mit Schwur ohne Gottesbezug und rechtsverbindlicher Unterschrift?

Sobald sowas den Autoritätshörigen mit der nötigen Autorität verklickert wird, sollten die Chancen gut stehen, dass es wirkt. Jedes Würstchen wird prall, wenn man es lässt. Aber ein Nadelstich, und pfffft. Gilt die Analogie für Jungmuslime, denen der Kamm schwillt? Lässt sich da der Pfffft-Effekt erzielen?

Der schlimme Verdacht ist, dass es sich genau so verhält, und dass laisser faire ein schwerer Fehler ist. Wenn man sie lässt, dann spreizen sie sich immer mehr in ihre Verstiegenheit hinein, steht zu befürchten. Und der Gegendruck wurde nicht einmal versucht; die Chance wurde vertan. Nicht nur politisches Versagen rundherum, auch pädagogisches Versagen mittendrin. Es gab nicht mal einen Ansatz zur Reparatur der religiotischen Kaputtheit zwecks besserer Integrationsgrundlage. Eigentlich ist das Zurechtstupsen mit dem Pfffft-Effekt Integration! Hier zeigt sich wieder unser bewährter Standortnachteil: Ideologie siegt übers Pragmatische, Ignoranz verhindert das Notwendige.

 

Medien-Links:

  1. Malvina, Diaa und die Liebe (KiKa-Video): Seit 14 Monaten sind Malvina und Diaa nun ein Paar. Doch manchmal ist das gar nicht so einfach, wenn ein deutsches Mädchen und ein arabischer Junge sich ineinander verlieben.
  2. Malvina, Diaa und die Liebe (KiKa-Video auf YouTube)
  3. Beziehung zu deutschem Mädchen – Wirbel um Flüchtlings-Doku im Kinderkanal Kika (Welt N24 9.1.): Aufregung um den Kinderkanal: In einer Sendung erzählt eine 16-jährige Deutsche, wie ihr syrischer Freund ihr Leben veränderte. Nun rechtfertigt sich Kika und bedauert die falsche Altersangabe des Flüchtlings.
  4. Verstörend lehrreich: KiKA und „Malvina, Diaa und die Liebe“ (Tichys Einblick 9.1.): Wenn Malvina zum Schluss der Doku erklärt, dass jeder Mensch leben darf, wie er möchte, mit wem er möchte, dann weiß der mündige Zuschauer bereits, dass Diaa das wohl deutlich anders sieht.

Links von wissenbloggt:

Mehr zum Thema:
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3 Antworten auf KiKa: Mittelalter in der Gegenwart

  1. Klarsicht sagt:

     

    Siehe auch:

    Integration in Deutschland: Migration mit Kalkül statt Flucht auf Raten:

    https://unbesorgt.de/kika-berichtet-von-der-gescheiterten-integration-und-bemerkt-es-nicht/

     

  2. Wilfried Müller sagt:

    Danke, Klarsicht, der Artikel ist lesenswert. Auch der Link zu Roy Beck, der aus meiner Sicht das Thema nicht ganz korrekt angeht. Das USA-Gefäß müsste eigentlich 330 Kugeln enthalten, so dass die 1 addierte Kugel praktisch verschwindet. Andererseits wiederum wird dabei die Altersstruktur ignoriert, und bei den jungen Altersgruppen wären es dann mehrere Kugeln …

  3. Klarsicht sagt:

    Infon:Das Erste“, „Lindenstraße“, Folge 1084, Islam (Lisas Interesse für den Islam):

    https://www1.wdr.de/daserste/lindenstrasse/folgen/2006/folge-islam-100.html

    Dazu der entsprechende Video-Ausschnitt:

    Unglaublich, was sich das Zwangsfernsehen leistet: „Ab heute nennen wir Gott Allah“:

    https://www.youtube.com/watch?v=j5tFMkR8crw

     

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