Zweitfrauen für Deutschland

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mother-397956_1280Zweitfrauen gab's in Deutschland offiziell ab 2004, wie das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz entschied (Links unten). Jetzt kommt Bewegung in die Szene; nach einem Fall in Montabaur hat auch die Kreisverwaltung in Elmshorn ähnliches gestattet. Problem dabei: In Deutschland gilt die Zweitehe als Bigamie – und trotzdem bekommen beide Frauen staatliche Unterstützung (Bild: ebrahim, pixabay).

Wie nun spekuliert wird, bietet sich ein weiterer Fall an. Zunächst geht es um einen Immigranten aus Gambia, der mangels Asylberechtigung  rückgeführt werden sollte. Er weigerte sich aber, nahm Kirchenasyl in Anspruch und hat inzwischen eine Freundin und ein Kind. Außerdem hat er noch Frau und Kind in Gambia.

Durch das deutsche Baby hat er nun Bleiberecht, und damit könnte er auch seine Familie aus Gambia nachholen. Das wäre dann ein weiterer Fall von staatlicher Unterstützung der Bigamie, vor allem, wenn er die deutsche Freundin auch heiratet (die in Ausbildung ist und ebenfalls von Staatsgeld lebt). An dem Fall entzünden sich die Geister in zweierlei Hinsicht:

  • Wird es nun Standard, dass Immigranten ihre Zweit-, Dritt-, und Vierfrauen nachholen dürfen? Wird womöglich sogar ein Geschäftsmodell daraus, wenn ein Immigrant mit Bleiberecht in seinem Heimatland mehrmals heiratet und die Gattinnen nach Deutschland holt? (Die zwischenzeitige Heimreise schien für den "geflüchteten" Gambier kein Problem zu sein.)
  • Müssen die deutschen Staatskassen das wirklich alles bezahlen? Niemand wird Einspruch erheben, wenn Mutter und Kind alimentiert werden. Aber auch der Vater, der eigentlich abgeschoben werden sollte? Kann er wirklich durch Kindermachen ein Bleiberecht erwirken?

Dazu meldeten sich viele kritische Stimmen. Mainstream-Medien wie die Zeit und die Welt betreiben regelrechtes Crowdsourcing, indem sie ihre Foren anbieten. Interessant ist schon mal, dass die Leserkommentare oft das Gegenteil der redaktionellen Beiträge vertreten. Es sind hunderte von Foristen, die sich melden. Darin spiegelt sich die Bedeutung, die allen Themen rund um die Migration zugemessen wird. Dies Thema spielt in viele Beiträge rein, GroKo, Davos, Euro- usw. Das ist ein richtiger Aufbruch von denen, die nicht ohnehin kritisch waren, hin zu einer Haltung von Vernunft und Hinterfragung der Willkommens-Ideologie.

Wie viele Dogmen und Tabus dahinter stecken, wird sichtbar, wenn man die Foren studiert. Das hat der wissenbloggt-Schreibknecht viele Stunden lang getan. Die Resultate sollen in weiteren Artikeln ausgebreitet werden, mit großem Lob für die Zeit und die Welt und den ganzen Aufwand, den sie mit hunderten und tausenden von Posts treiben. Ein bissel Kritik muss auch sein, denn so richtig optimal hat die Zeit das nicht im Griff. Verbesserungsvorschläge:

  • Die gelöschten Posts kennzeichnen, damit man weiß, ob es einen rechten oder einen linken Kommentator traf. Insgesamt reicht da eine Statistik, nicht 100* "Entfernt".
  • Etwas mehr sortieren, und die persönlichen Angriffe ("Sie haben das nicht gelesen", "Sie haben das nicht belegt") könnten auf Extraseiten ausgelagert werden, falls das jemand lesen mag.
  • Gleiche Aussagen könnten schöner zusammengefasst werden. Zusammenfassungen gibt es zwar, aber die muss man aufklappen, wenn man dem thread folgen will.
  • Es klappt auch nicht so ganz mit dem Bezug, immer sind andere Posts zu anderen Punkten dazwischen. Das ist schwer zu managen, wenn die Posts schneller eintrudeln als man lesen kann, gewiss, gewiss.

Bei wb wurde schon mal der Vorschlag gemacht, diese werthaltigen Leserkommentare zu agglomerieren und zu editieren, denn darin spiegelt sich eine profunde Stimme der gutinformierten Gesellschaft (Mediensubventionen umbauen: „Zeit“ statt GEZ!). Solange das nicht passiert, hilft wb gern etwas nach, mit sortierten, anonymisierten referierten Auszügen. Mehr dazu im Folgeartikel.

Wenn das im größeren Maßstab gemacht würde, könnten die Knackepunkte deutlicher formuliert und besser herumgereicht werden, bis sie vielleicht irgendwann in der Politik ankommen. Das ist ja die Crux, dass nicht demokratisch darüber abgestimmt wird, dass zentrale Punkte politisch unreflektiert, undiskutiert und tabuisiert bleiben. Da können die Zeit– und Welt-Foren einiges bewirken, die lesen sich ja wie reine Überzeugungsarbeit.

 

Links von Zeit und Welt usw.:

  • Syrische Flüchtlinge – Nachzug von Zweitfrauen stellt Behörde vor Herausforderung (Welt 27.1.): In Schleswig-Holstein darf ein Syrer, der 2015 mit vier Kindern und seiner Ehefrau einreiste, jetzt auch seine zweite Ehefrau nachholen. Laut der zuständigen Behörde keine pauschale Regelung – aber auch kein Einzelfall.
  • Polygamie-Urteil Vom Islam lernen heißt heiraten lernen! (Spiegel Online 6.4.2004): Das Urteil eines Oberverwaltungsgerichts könnte den Anfang vom Ende der konventionellen Einehe bedeuten.
  • Erteilung einer Aufenthaltsbefugnis an die irakische Zweitfrau eines aufenthaltsberechtigten irakischen Ehegatten; Anerkennung beider Ehen durch deutsche Gerichte (dejure 2004): 2004 entschied das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz: "Ist ein politischer Flüchtling nach dem Recht seines Heimatlandes gültig mit zwei Ehefrauen verheiratet, von denen die erste bereits über eine Aufenthaltsbefugnis verfügt und die zweite aufgrund von Duldungen seit mehreren Jahren an der Lebensgemeinschaft teilhat, so kann die Ausländerbehörde gehalten sein, auch der Zweitfrau (trotz Sozialhilfebezugs) eine Aufenthaltsbefugnis zu erteilen.“
  • Montabaur – Behörden entscheiden: Syrische Großfamilie als Flüchtlinge anerkannt (Rhein-Zeitung 28.12.16): Ein syrischer Geschäftsmann, der im Jahr 2015 mit vier Ehefrauen und 23 Kindern vor dem Bürgerkrieg in seinem Heimatland floh, ist inzwischen offiziell als Flüchtling in Deutschland anerkannt worden. Seine Familie hat ebenfalls eine befristete Aufenthaltserlaubnis bekommen.
  • Bayern: Eine neue deutsche Kleinfamilie (Zeit Online 28.1.): Ein Immigrant aus Gambia soll abgeschoben (rückgeführt) werden, hat aber inzwischen eine Freundin und ein Kind. Außerdem noch Frau und Kind in Gambia. Kommentare:
    Wenn im umgekehrten Verhältnis ein deutscher Vater seine Frau und sein Kind in Deutschland sitzen lässt, um in Gambia mit einer anderen Frau ein neues Leben anzufangen, würde die Story lauten: "Herzloser Vater verlässt Frau und Kind für besseres Leben in Gambia "
    Hier wird Unrecht zu Recht und wir sollen das auch noch gut finden.
    Der hat also knallhart das Asylsystem zur Einwanderung missbraucht, eine Gutmenschenlinke geschwängert, damit er hier bleiben darf. Linksgrüne haben ihm geholfen, sich vor den Behörden zu verstecken. Alles folgenlos.
    Man kann nicht denjenigen, die sich an die Regeln halten und ihren Lebensunterhalt selbst erarbeiten, Eigenverantwortung und Solidarität gegenüber Schwächeren predigen und andererseits einem immer größeren Teil der Bevölkerung Carte blanche für jede Art völlig verantwortungsloser Selbstverwirklichung geben, was in der Folge einen Rattenschwanz an Fürsorgeleistungen erzwingt.
    Wahrscheinlich werden sich mit der Zeit immer mehr Bürger fragen, warum gerade sie sich an die Gesetze halten sollen, wenn sich mittlerweile auf vielen Ebenen immer mehr "kreative Formen der Rechtsauslegung“ durchsetzen, die sie mit ihren Steuergeldern finanzieren.
    Lasst uns doch lieber auf ein System hinarbeiten, in dem jeder sich frei auf der Erdkugel bewegen kann!
    Ich wünsche diesen beiden Menschen alles Gute.
    Er darf also in Deutschland bleiben, weil er ein Kind gezeugt hat.
    Polygamie ist schon de facto toleriert in der bunten Bananenrepublik.
  • Behörde genehmigt Ausnahmen – Zwei Syrer dürfen Zweitfrauen nach Deutschland holen (t-online 27.1.): Zwei Syrer dürfen ihre Zweitfrauen nach Deutschland holen: Das hat eine Kreisverwaltung in Schleswig-Holstein entschieden – denn die gemeinsamen Kinder bräuchten ihre Mutter.
  • Fall in Pinneberg Union und SPD sehen Nachzug einer Zweitfrau als Härtefall (Welt 30.1.): „Im deutschen Aufenthaltsgesetz ist ein Nachzug von Zweitehegatten einer polygamen Ehe ausdrücklich ausgeschlossen“ … In Einzelfällen könne jedoch der Nachzug dann erlaubt werden, wenn dieser zur Vermeidung einer „außergewöhnlichen Härte“ erforderlich sei. Zunächst hatten die Behörden den Familiennachzug von vier weiteren Kindern des Flüchtlings genehmigt, dann den der Mutter der Kinder (der Zweitfrau) und dann noch deren Mutter.

Links von wissenbloggt:

 

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2 Antworten auf Zweitfrauen für Deutschland

  1. Um nur ein Wort herauszugreifen: "Gutmenschenlinke".

    Was zum Teufel soll das sein? Oder ist es nur eine platte Reverenz an die um sich greifende Sprache der Rechtsradikalen?

    Ich verstehe es nicht mehr. Das kann ich auch nirgendwo mehr guten Gewissens anbieten.

  2. Wilfried Müller sagt:

    Wenn die Zeit so einen Post nicht entfernt, kann ihn wb wohl auch bringen. Er ist immerhin ein Beispiel, wie manche Leute argumentieren und karikiert ganz gut die beschriebene Freundin des Gambiers. Mein eigener Text ist strikt neutral, Frank.

    Ich hab jetzt den Titel geändert, weil der doch etwas konstruiert war. Der zweite Teil heißt dann Dritt-GroKo für Deutschland.

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