Der Klerus und die Hölle: Nur Warnung oder doch Bedrohung? von Frank Sacco

image_pdfimage_print
sacoVerbrenn-Comic 001

 

 

Es ist ein mafiöses Geschäft der Amtskirchen mit der Angst unserer Kinder, schreibt Frank Sacco, Doktor der Medizin, um sich am Ende zu entschuldigen:

Die Mafia hat einen Ehrenkodex: Niemals Kinder foltern. Niemals ihnen Folter androhen.

(Bilder: Sacco)

Der Klerus und die Hölle: Nur Warnung oder doch Bedrohung?   von Frank Sacco

Etliche Gläubige behaupten, die Geistlichkeit würde nur vor dem ewigen Feuer Jesu „warnen“ –  und nicht damit drohen. Das ist unrichtig. Zunächst der Tatbestand: Dass es ein „richtiges Feuer“ sei, und dass diese „Botschaft“ unsere Kinder „verstört“, schreibt uns Bischof Nikolaus Schneider in seinem Buch „Von Erdenherzen und Himmelsschätzen“ auf  Seite 54. Die Botschaft  führt empfindliche Seelen in eine ecclesiogene ADHS vom Typ Würzburg (https://www.frank-sacco.de/ads-in-würzburg/). Nun „droht“ Schneider ja nicht selbst, sondern lässt einen juristisch und wissenschaftlich längst verstorbenen „drohen“. Der sollte als „Menschensohn“ lt. Bibel „bald“ wiederkommen. Er kam aber nicht. Von verwirrten Geistern soll er allerdings manchmal „gesehen“ werden. Es sei auch eine sog. Zwiesprache möglich. In der Jurisprudenz aber gilt: einmal Verstorbene können nicht lebend gesehen werden, sie können nicht sprechen und sie können nicht  foltern oder Folterungen androhen.

Zur Erläuterung: Wenn ich einem Polizeibeamten sage, meine Ur-Ur-Ur-großmutter verlange von ihm, mir monatlich 5 % seines Einkommens zu überweisen, sonst würde sie ihn und seine Familie mit Feuer foltern,  wird jeder Richter stutzig.  Dies speziell, wenn ich nach meiner Festnahme vor Gericht behaupte, sie könne nur drohen, weil sie von den Toten auferstanden sei. Und daher sei meine Botschaft eine „Warnung“. Und keine Drohung. Jeder Auferstehungsglaube, das bemerken wir jetzt,  hat in der Jurisprudenz nichts verloren. Er würde alles durcheinanderbringen. Wir haben kein zweites Rechtssystem für unsere Kirchen. Doch weiter:

Bischof N. Schneider sagt uns in einem schwachen Moment, besagte Folterandrohung sei ein „Geschäft“ seiner Kirche (Quelle: Der Spiegel, 43,2014). In der Tat. Es ist ein mafiöses Geschäft der Amtskirchen mit der Angst unserer Kinder. Dieses ebenso illegale wie brutale Geschäft hat sie reich gemacht. Analytisch fürchten alle Gläubigen ihren Gott, halten aus lauter Angst zu ihm und wagen oftmals keine Kirchenkritik. Lieben, wie es der Klerus verlangt,  kann man als Kind den Weltertränker, Thema Sintflut,  ja wohl nicht, war er doch der Lehrmeister Hitlers in Sachen Holocaust.  Dass Jesus schlimmer als Hitler wüten wird, sagt uns der Kirchenautor Hans-Werner Deppe. Das Erzbistum Paderborn ist der Partner seines renommierten Verlages. Man werde in Jesu Hölle noch „froh sein um jedes nicht brennende Körperteil“, so im Buch „Wie wird es in der Hölle sein“. Es wurde hier im Nachbarort an Kinder verteilt. Doch weiter:

Da Gott nach dem Dogma der Kirchen die „Liebe“ ist, schließt sich damit schon einmal aus, dass er ein Folter- KZ vorhält oder vorhat. Auch hat der „warnende“ Klerus nach Joh. 20 die Möglichkeit, jede jenseitige Strafe abzuwenden. Somit ist er juristisch strafbar, wenn er mit Feuerfolter oder ähnlicher Folter Kinder oder Erwachsene bedroht oder davor warnt. Denn er hat einen Einfluss auf die Durchführung der angekündigten Gewalttat seines „Gottes“(siehe § 241 StGB). Auch sind unsere mit Gewalt drohenden Amtskirchen Gotteslästerer. Bischöfin Käßmann sagt, jeder Mensch, „der Gewalttaten religiös dekliniert, ist ein Gotteslästerer“. Sie meint: Alle Gewalttaten, sofern sie nicht der unmittelbaren Verteidigung dienen,  sind ethisch zu verurteilen und dürfen nicht durch religiöse Lehren in Akte von Gerechtigkeit umgedeutet, dekliniert werden. Fazit: Mit Gotteslästerern und seelisch wirkenden Kinderschändern darf man unsere Kinder nicht alleine lassen – nicht einmal im christlichen Kindergarten.

Für den Mafiavergleich muss ich mich allerdings umgehend entschuldigen. Die Mafia hat einen Ehrenkodex: Niemals Kinder foltern. Niemals ihnen Folter androhen.

sacoKlinke2 001

Frank Sacco ist Autor von Das Sacco Syndrom und Autor u.a. des Buches "Wenn Glaube krank macht", BoD, 404 Seiten, 12,99 €

Weitere Artikel von Frank Sacco

Mehr zum Thema:
Dieser Beitrag wurde unter Wissenschaft veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Der Klerus und die Hölle: Nur Warnung oder doch Bedrohung? von Frank Sacco

  1. Klarsicht sagt:

    Der Islam bedroht die Menschen mit einer Hölle, die besonders grausame Quälereien vorsieht. Man kann sich davon im Internet leicht überzeugen. Ich meine, dass solche Drohungen von Rechtsstaaten verboten werden müssten. Religion kann nicht alles rechtfertigen, nicht jede Erfindung (Lüge) und jeden Wahnsinn. Das Christentum ist in Sachen ,Hölle' auf dem Rückzug. Die ,Feuerhölle' soll es nicht mehr geben. M. E. hat es sie nie gegeben. Aber wie wird die christliche Kirche damit fertig, dass die Bibel (nicht nur der Koran), die doch Gottes Wort und Gottes Wahrheit enthalten soll, die ,Feuerhölle' nach wie vor kennt.

    Die Religion kennt nur zwei Exzesse: die exzessive Belohnung mit dem Himmel und die exzessive Bestrafung mit der ewigen Feuerhölle. Es gibt nur das Entweder-oder. Ein Weder-noch ist nicht vorgesehen.

    Quelle: https://hpd.de/artikel/viel-glauben-und-wenig-denken-muss-nicht-jedermanns-ideal-sein-15275

     

     

Schreibe einen Kommentar