Kein pauschaler Anstieg der Kriminalität durch Flüchtlingszuzug, aber …

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police-2203263_1281Asylbewerber erhöhen die Häufigkeit migrationsspezifischer Delikte wie Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz. Rechnet man diese heraus, zeigt sich keine Erhöhung der Kriminalität.  Auch die einheimische Bevölkerung reagiert auf die Flüchtlingseinwanderung nicht durch mehr Kriminalität. Das ist die gute Nachricht aus der RWI-Studie, die den Titel rechtfertigt (1.-3. Link unten), aber …
 

Im Gegensatz zu Asylbewerbern sind anerkannte Flüchtlinge in der Wahl ihres Wohnorts frei. Der Anstieg von Kriminalität ist durch diejenigen Flüchtlinge getrieben, die in Regionen ziehen, in denen schon viele Migranten gleicher Nationalität leben. Dies betrifft vor allem Großstädte wie Berlin, München, Hamburg und Köln sowie das Ruhrgebiet und die Rhein-Main-Region. Frühere Analysen haben gezeigt, dass besonders Einwanderer mit niedrigem Bildungsniveau einen Wohnort wählen, an dem bereits viele Mitbürger der eigenen Ethnie leben. Gleichzeitig erhöht ein niedriges Qualifikationsniveau die Wahrscheinlichkeit, kriminell zu werden. Dies könnte den positiven Zusammenhang erklären (3., Bild: C_Scott & TheUjulala, pixabay).

Die gewundene Sprache verbirgt nicht, dass es eben doch nicht so schön ist wie gedacht. Die höhere Kriminalität der jungen männlichen Asylanten muss rausgerechnet werden. Auch dann gibt es noch mehr Kriminalität, und zwar unter den anerkannten Flüchtlingen, zumal mit niedrigem Qualifikationsniveau, und zwar dort, wo sie sich sammeln. Und dieser Wohnort, an dem bereits viele Mitbürger der eigenen Ethnie leben, das ist ein geschönter Ausdruck für Getto und Parallelgesellschaft. Deshalb kann man das auch anders lesen als Kein pauschaler Anstieg der Kriminalität.

Nämlich: Unterqualifizierte anerkannte Flüchtlinge sammeln sich in Parallelgesellschaften und verursachen dort signifikant mehr gewaltfreie Kriminalität (Diebstahl und Betrug) als andere sonstwo.

Bei den bisherigen Berichten zur Kriminalitätslage gab es auch schon eine nicht recht überzeugende Entwarnung; es musste eine bessere Aufbereitung der diffusen PKA-Zahlen angemahnt werden (wb-Link unten). Hier die neue RWI-Information:

Pressemitteilung vom 08.02.2018

RWI: Kein pauschaler Anstieg der Kriminalität durch Flüchtlingszuzug

Der starke Flüchtlingszustrom nach Deutschland zwischen den Jahren 2010 und 2015 hat keinen pauschalen Anstieg der Kriminalität zur Folge. Der Zuzug von Asylbewerbern in einen Kreis erhöht die Kriminalitätsrate mit Ausnahme migrationsspezifischer Vergehen nicht. Auch die einheimische Bevölkerung wird nicht häufiger kriminell. Anerkannte Flüchtlinge lassen das durchschnittliche Kriminalitätsniveau zwar ansteigen, dies aber vor allem durch gewaltfreie Delikte wie Diebstahl und Betrug. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle RWI-Studie, die Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik und des Ausländerzentralregisters aus den Jahren 2010 bis 2015 auswertet und erstmals für diesen Zeitraum den ursächlichen Einfluss von Asylbewerbern und anerkannten Flüchtlingen auf verschiedene Deliktarten in Deutschland untersucht.

Die Zuwanderung von Asylbewerbern hat in Deutschland mit Ausnahme migrationsspezifischer Vergehen nicht zu mehr Kriminalität geführt. Die Gruppe anerkannter Flüchtlinge hingegen erhöht das durchschnittliche Kriminalitätsniveau durch gewaltfreie Delikte wie Diebstahl und Betrug. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. Sie untersucht erstmals getrennt den ursächlichen Einfluss der Zuwanderung von Asylbewerbern und anerkannten Flüchtlingen auf verschiedene Deliktarten in Deutschland.

Grundlage der Studie sind Informationen der Polizeilichen Kriminalstatistik und des Ausländerzentralregisters auf Kreisebene aus den Jahren 2010 bis 2015. In diesem Zeitraum hat sich die Zahl der jährlichen Asylanträge in Deutschland auf nahezu 477.000 im Jahr 2015 fast verzehnfacht.

Asylsuchende begehen vor allem Regelverstöße

Eine erste Analyse aller Deliktarten zeigt, dass ein Anstieg des Anteils von Asylbewerbern in einem Kreis um einen Prozentpunkt den dortigen Anteil der tatverdächtigen Asylbewerber um ungefähr 0,01 erhöht. Das entspricht einem tatverdächtigen Asylbewerber pro 100 Einwohner. Die genauere Betrachtung offenbart jedoch, dass die kriminellen Aktivitäten, die zu diesem Anstieg führen, vor allem migrationsspezifische Delikte sind, die von Einheimischen nicht begangen werden können. Hierzu gehören beispielsweise Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz. Rechnet man diese Art der Delikte aus der Kriminalstatistik heraus, verändert sich die Kriminalitätsrate in einem Kreis durch den Zuzug Asylsuchender nicht signifikant.

Anders sieht es bei der Gruppe der anerkannten Flüchtlinge aus, selbst wenn man migrationsspezifische Delikte herausrechnet. Steigt der Anteil der anerkannten Flüchtlinge im Kreis um einen Prozentpunkt, so erhöht dies den Anteil der tatverdächtigen anerkannten Flüchtlinge um gut 0,4 Tatverdächtige pro 100 Einwohner. Dabei geht es vor allem um gewaltfreie Delikte wie Diebstahl und Betrug. Mit Blick auf Gewaltverbrechen, Raub oder Sexualdelikte lässt sich kein signifikanter Anstieg der Kriminalitätsraten feststellen. Der beobachtete Anstieg von Kriminalität ist durch diejenigen anerkannten Flüchtlinge getrieben, die in Regionen ziehen, in denen schon weitere Migranten gleicher Nationalität leben. Dies betrifft vor allem Großstädte wie Berlin, München, Hamburg und Köln sowie Regionen wie das Ruhrgebiet und die Rhein-Main-Region. Denn anerkannte Flüchtlinge sind nach erfolgreichem Asylantrag und Anerkennung ihres Flüchtlingsstatus nicht mehr in ihrer regionalen Mobilität eingeschränkt (Residenzpflicht) und dürfen ihren Wohnsitz frei wählen.

Frühere Analysen haben gezeigt, dass insbesondere Einwanderer mit niedrigem Bildungsniveau einen Wohnort wählen, an dem bereits viele Mitbürger der eigenen Ethnie leben. Gleichzeitig erhöht ein niedriges Bildungs- und Qualifikationsniveau die Wahrscheinlichkeit, kriminell zu werden. Dies könnte den positiven Zusammenhang erklären.

Kein Hinweis auf pauschalen Anstieg der Kriminalität durch Flüchtlingsmigration

Wie die Studie auch zeigt, ändert sich das Kriminalitätsverhalten der einheimischen Bevölkerung nicht, wenn sich der Anteil der Asylbewerber oder Flüchtlinge in ihrem Kreis erhöht.

Die RWI-Studie liefert keine Hinweise darauf, dass die Kriminalität in Deutschland durch die gestiegene Flüchtlingseinwanderung kurzfristig pauschal zugenommen hat. Wissenschaftlich fundierte Aussagen zu langfristigen Auswirkungen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich. Hierzu sollten weiterhin Daten zu möglichst ausdifferenzierten Gruppen erhoben und öffentlich zugänglich gemacht werden.

 

Medien-Links:

  1. RWI: Kein pauschaler Anstieg der Kriminalität durch Flüchtlingszuzug (Pressemitteilung vom 08.02.2018)
  2. The Refugee Wave to Germany and Its Impact on Crime (Ruhr Economic Paper #737): While the worst fears are unfounded in the short run, long-term consequences remain unclear.
  3. Hat der Flüchtlingszuzug die Kriminalität erhöht? (RWI Impact Note): Sie zeigt: Die Zuwanderung von Asylbewerbern führt mit Ausnahme migrationsspezifischer Vergehen nicht zu mehr Kriminalität. Auch die einheimische Bevölkerung wird nicht häufiger kriminell. Die Teilgruppe anerkannter Flüchtlinge hingegen verübt häufiger gewaltfreie Delikte wie Diebstahl und Betrug.

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Eine Antwort auf Kein pauschaler Anstieg der Kriminalität durch Flüchtlingszuzug, aber …

  1. Wilfried Müller sagt:

    Ein Kommentar von atheisten-info.at: Interessant bei Deinem heutigen Artikel: Die Berechnung geht nur bis 2015, da hat es laut EU-Statistik 477.000 Asylbewerber gegeben. 2016 waren es 745.000 und 2017 bis September knapp 140.000, das heißt um die 900.000 neue Asylbewerber, und ihre Verhaltensweisen wurden gar nicht untersucht!

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