Zweierlei Maß in Mainstreammedien, Beispiel SZ

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In dem Bild von GregMontani, pixabay, sieht man ein edles und ein giftiges Gewächs. Aber beides sind Pilze.

So ähnlich ist es bei den amerikanischen Präsis Obama (edel laut Mainstream) und Trump (giftig). Aber das sind beides auch nur giftige Schummelpilze.

Dazu ein beredter Kommentar aus dem vortrefflichen Mainstream-Medium Süddeutsche Zeitung (gekürzt). Auch das Gift stammt von der Süddeutschen Zeitung: US-Präsident – Obamas Politik ist Gift für die Jungen (1. Link unten):

Den Präsidenten Obama schert weder Künftiges noch Vergangenes, was er will, ist maximale Bestätigung – und zwar sofort. Das belegen seine unerledigten Projekte, TPP, TTIP und TISA, die Reform des Einwanderungsrechts, die fehlende Wende in der Energie- und Klimapolitik, die scheiternden Interventionen in der halben Welt – und das trotz der Ausweitung des Militäretats, die er durchsetzte, obwohl ihm eigentlich das Geld dafür fehlte. Seine Popularitätswerte sind seither leicht im Aufwind, insofern waren die Initiativen für ihn persönlich Erfolge. Für das Land hingegen könnte sich der Cocktail noch als hochgiftig erweisen, wirtschaftlich wie politisch.

Obamas Kurs nämlich wird die Staatsschuld in den nächsten Jahren regelrecht explodieren lassen. Schon heute sitzen die USA auf einem Kreditberg von unfassbaren 10 Billionen Dollar – und selbst die Schönfärber im Weißen Haus gehen davon aus, dass dieser Berg bis 2017 um weitere 7 Billionen Dollar anwachsen wird. Unabhängige Fachleute rechnen eher mit 10 Billionen. Das heißt nicht, dass es falsch wäre, Steuern zu senken oder Straßen zu sanieren. Statt aber seine Programme solide zu finanzieren, etwa durch höhere Abgaben für Ultrareiche, wirtschaftet Präsident Obama auf Pump.

Die langfristigen Folgen sind absehbar: Um Abnehmer für immer mehr Staatsanleihen zu finden, wird die Regierung deutlich höhere Zinsen bieten müssen als zuletzt. Verstärkt wird der Effekt durch die Geldschwemme, welche die Fed mit ihrer Nullzinspolitik noch zusätzlich befeuert, und für welche die Kapitalanleger ebenfalls einen Ausgleich verlangen werden. Man muss sich nur einmal vor Augen führen, was ein kleiner Anstieg der US-Zinslast von durchschnittlich zwei auf drei Prozent an Mehrbelastung für den Staat bedeuten würde: 100 Milliarden Dollar. Pro Jahr. Das ist ein Drittel des deutschen Bundeshaushalts.

Damit nimmt Obama künftigen Generationen die Luft zum Atmen – jenen Nachkommenden, die ohnehin mit einer stagnierenden Erwerbsbevölkerung, steigenden Rentnerzahlen und all den anderen demografiebedingten Erschwernissen werden klarkommen müssen. Und das ist vermutlich noch nicht mal die schlimmste Folge. Politisch gesehen nämlich spielt der Präsident damit China in die Hände.

Schon heute kommt jeder fünfte Dollar, den sich die USA im Ausland leihen, aus der Volksrepublik – insgesamt 1,15 Billionen. Das Geld stammt vor allem aus dem hohen Handelsüberschuss der Chinesen, den diese zum großen Teil wieder in den Vereinigten Staaten anlegen. Das verschafft den Machthabern in Peking ein ökonomisches Gewicht, das sie immer ungehemmter auch politisch nutzen. Ihr aggressives Auftreten im Territorialstreit um das Südchinesische Meer wäre ohne dieses Gewicht ebenso wenig denkbar wie die offene Ankündigung, die USA mittelfristig als Weltmacht Nummer eins abzulösen.

In Washington wird gerne argumentiert, dass sich die Volksrepublik durch einen rapiden Abbau ihrer Dollarpositionen ökonomisch ins eigene Fleisch schneiden würde. Das stimmt. Aber wer weiß, ob Peking nicht bereit wäre, diesen Preis zu zahlen – und sei es nur, um die USA zu schwächen oder den Ausgang von Wahlen zu beeinflussen. Der Präsident aber regiert weiter als "König der Schulden".

 

Ooops, da ist wissenbloggt ein Fehler unterlaufen! Es muss nicht heißen Obama, sondern Trump! Die ganze Story ist von Trump auf Obama übersetzt worden. Denn nie, nie würde die SZ den lieben, guten Obama so harsch kritisieren. Dabei hat der die 10 Billionen Schulden längst gemacht, soviel wie alle 43 Präsidenten vor ihm zusammen, und vor allem, um die mit Abstand teuerste Kriegsmaschinerie der Welt zu bezahlen.

Unter Trump sitzen die USA deshalb auf 20 Billionen Schulden und nicht auf 10 (2.). Und das ist nicht mal das ganze Gift, was unter Obama über die Jungen in den USA ausgeschüttet wurde, denn da gibt's auch noch die Studentenkredite (zu den 60.000 $ US-Staatsschulden pro Nase kommen im Schnitt 65.000 $ Ausbildungskredite pro Student, wb-Link Studentenarmut).

Obama wurde immer bloß gelobt und höchstens ganz sacht gerüffelt für die vielen Schulden. Der böse Trump, dem solche Schulden bloß unterstellt werden, kriegt dafür die Schelte weg. Mag ja sein, dass er am Ende noch Obamas Schuldenrekord überbietet, aber das ist nicht das Thema. Thema ist, wie schief und manipulativ die SZ sowas abhandelt. Der Kommentator Hulverscheidt ist nicht irgendwer, sondern Leitender Redakteur für Wirtschaftspolitik und Vize-Chef bei der SZ.

Ergänzend noch ein Beispiel für zweierlei Maß bei Etabliertenrechten, auch aus der SZ.

 

Medien-Links:

  1. US-Präsident – Trumps Politik ist Gift für die Jungen (Süddeutsche Zeitung 21.2.): Der Präsident wirtschaftet so wie einst der Geschäftsmann Trump – auf Pump. Die nachfolgenden Generationen werden darunter leiden – und China wird profitieren.
  2. Unser Abschiedsgruß an Obama: 20 Billionen-Grenze bei Staatsverschuldung locker geschafft (finanzmarktwelt 4.1.17): Wenn der noch 15 Tage im Amt befindliche Präsident Obama nicht viel bis fast gar nichts geschafft hat, dann doch dies. Er geht als Präsident in die Geschichte ein, der für die USA die gigantische Summe von 20 Billionen Dollar Staatsverschuldung geknackt hat.
  3. Acht Jahre US-Präsident Was bleibt von Obama? (Tagesspiegel 7.11.16): Er war der erste schwarze US-Präsident. Große Erwartungen wurden an ihn gestellt – nicht alle konnte er erfüllen. Eine Bilanz zweier unterschiedlicher Amtszeiten.
  4. In Which States Has Food-Stamp Use Increased The Most (Zero Hedge 22.11.16): We found that, thanks to many years of accelerated growth in the program under both George W. Bush and Barack Obama, 1 in 7 Americans now participate in the food stamp program.

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Eine Antwort auf Zweierlei Maß in Mainstreammedien, Beispiel SZ

  1. Wilfried Müller sagt:

    Mag ja sein, dass Trump am Ende noch Obamas Schuldenrekord überbietet, unkte der Artikel. Nun zeigt sich, Trump ist auf einem guten Weg – das Ergebnis vom US-Staatshaushalt 2017 ist ein Minus von 1,2 Billionen $. Mit Inflationsausgleich ist das allerdings nicht mehr als Obamas Minus von 1 Billion $ 2009, auch wenn sich manche Kommentatoren aufregen, Beispiel The US Government Lost $1.2 Trillion In 2017 (Zero Hedge 28.2.): If the government loses $1.2 trillion in a GOOD year, how much do you think they’ll lose in a BAD year? How much will they lose when they actually do have a recession to fight? Or another war. Or a major banking crisis? More importantly, how long can something so unsustainable possibly last?

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