Bester Gegenbeweis gegen Gott: „Gott ist doch nicht blöd“

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Kirchen und andere Dogmendealer hören es nicht gern, aber ihre Galionsfigur wackelt mächtig. Die türkische Jugend ist religionsmüde, die iranischen jungen Frauen schwenken ihre Kopftücher als Fahnen, und sogar Saudi-Arabien wagt leise Versuche zur Frauenbefreiung. Von der Arbeits- und Bekleidungsfreihei zur Religionsfreiheit ist der Weg gar nicht so weit. Da stehen dieselben Denksperren im Weg. Wenn schon weg mit dem Muff, dann richtig (Bild: OpenClipart-Vectors, pixabay).

Bei wissenbloggt sind die Gott-Ex-Artikel zahlreich und ziemlich flächendeckend, und sie vernachlässigen auch nicht Allah & Co. (Links unten). Deshalb ist es eher ungewöhnlich, wenn hier ein frisches Argument abgehandelt wird. So steht es aber mit der folgenden Argumentation, die unter "Gott ist doch nicht blöd" laufen könnte, die aber in der Literatur gewiss auf einen anderen Namen hört.

Zur Einstimmung ein paar Takte aus den Definitionsversuchen von wiki: Religion ist "das Gefühl der schlechthinnigen Abhängigkeit von Gott." Das kommt hin, Religion ist ein Gefühl – aber nun ist es an der Zeit, es mit der schlechthinnigen Vernunft zu versuchen. Wie sieht dann der beste Gegenbeweis gegen Gott aus?

Keiner will so tun, als müsste man auf Expeditionen durchs Weltall gehen, um die Nichtexistenz von Göttern zu beweisen. Man kann ja nicht mal die Existenz des Weihnachtsmanns widerlegen, denn auch dafür müsste man das ganze Universum absuchen, ob nicht irgendwo einer mit Echtheitszertifikat steckt. An dieser Stelle wird gewöhnlich umgeschwenkt auf die Feststellung, dass Götter wie Weihnachtsmänner Konstrukte sind, Produkte des menschlichen Geistes – mithin ein indirekter Beweis konkreter Nichtexstenz.

Diesmal soll die Logik anders laufen. Das "Gott ist doch nicht blöd"-Argument geht so:

  • Wenn es einen Gott gäbe, würde er sich zeigen und selber sagen, was er will.
  • Wenn er sich nicht zeigt, dann will er nix von uns, oder es gibt ihn gar nicht erst.
  • Aber Menschen, die ihn verkünden müssen, und dann noch solche bräsigen, die überall was anderes behaupten – Gott ist doch nicht blöd.

Der Charme dieser Argumentation ist, dass sie auf einem Kompliment aufbaut, "Gott ist doch nicht blöd." Das soll nun nicht die Absicht verfolgen, die manche pragmatischen (Un-)Gläubigen beherzigen: "Eigentlich glaub' ich ja nicht dran, aber es schadet mir nix, wenn ich ab und zu in die Kirche/Moschee geh', nur zur Sicherheit, falls es doch wahr sein sollte …"

 

Medien-Link:

"Eine Gesellschaft aus Atheisten könnte perfekt funktionieren" (Zeit Online 19.8.17, 1250 Kommentare): "Alle Versuche, die Existenz Gottes zu beweisen, darf man als gescheitert betrachten. Und die historische Kritik der Bibel und der anderen Offenbarungsschriften hat gezeigt, dass diese Werke von Menschen für Menschen geschrieben worden sind." Ein Leserkommentar gibt die Antwort auf die Frage "Ist uns die Suche nach dem Sinn des Lebens einfach egal?": Nein. Man beantwortet sie nur nicht mehr mit frei erfundenem Blödsinn.

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5 Antworten auf Bester Gegenbeweis gegen Gott: „Gott ist doch nicht blöd“

  1. Klarsicht sagt:

    Auch ein „Allmachtswesen" muss nicht permanent „perfekt (nicht blöd)“ sein. Gerade die mit „Allmacht“ notwendigerweise verknüpfte größtmögliche Denk- und Handlungsfreiheit würde es einem  solchen „Wesen" gestatten, beliebig darüber zu entscheiden, ob, wann und wie Es seine „Megaeigenschaften" zum Zuge kommen lassen will. Ein „Megawesen" könnte daher jederzeit beschließen, dauerhaft, zeitbegrenzt und / oder situationsbedingt „nicht perfekt“ (blöd) sein zu wollen.

    Gruß von

    Klarsicht

  2. Saco sagt:

    Diese sog. Sintflut ist und war immer ein Verbrechen, hätte sie denn stattgefunden. Aber was hat ein Gott davon, unschuldige Kinder zu ertränken? Nur ein dummer Gott macht so etwas. Und Götter sind ja nicht dumm. Zu Bibelgottes „Entschuldigung“ erwähnen Geistliche die Erbsünde, die auf Babys laste. Erbsünde (wie auch Sippenhaftung) ist aber eine "Schuld", die einer  juristischer Prüfung zu keiner Zeit standhielt. Von so einigen Menschen wird dieser „erste Holocaust“ oft durchaus positiv gesehen, als gerechter Gottesakt. Im kath. „Bonifaciusblatt“ Juli/Sept. 2010 wird Dr. B. Blaszkiewitz, Zoodirektor, zitiert: „Der Bericht über die Arche Noah ist wohl der erste Naturschutzauftrag der Menschheit.“ Das meint er, weil Gott nach Bibelaussage von jeder Art zwei übrigließ. Ein richtiger, richtig intelligenter Gott hätte vor dem Regen die Tiere, definitionsgemäß ja unschuldig, aussortiert oder sie eines angenehmeren Todes sterben lasssen, z.B. durch Lachgas, das es ja damals  schon gab. Dann wären die Tiere lachend und nicht weinend gestorben.

  3. Klarsicht sagt:

    Zwei Beispiele der Verblödung des „Bibeldämons“

    In einem Zustand der Verblödung scheint der „Bibeldämon“ Adam und Eva „designt“ zu haben, wenn es denn stimmen sollte, dass sie existierten und ER für ihre Existenz verantwortlich war. Denn sie funktionierten ja eindeutig nicht so, wie ER es geplant hatte. Anschließend mussten die beiden für den Fehler des „Designers“ büßen.

    Hätte der „Bibeldämon“ statt Adam und Eva damals zwei Uhren designt, so hätte ER sie wohl gleich wieder einstampfen müssen, weil sie die Zeit nicht richtig angezeigt haben würden. 

    Der „Bibeldämon“ muss sich auch in einem Zustand der Verblödung befunden haben, als ER offenbar meinte, dass IHM SEINE angeblich vorhandene „Allmacht“ keine andere Alternative bot, als, mit wenigen Ausnahmen, alle Lebewesen auf der Erde durch eine „Sintflut“ vernichten zu müssen, weil deren „Bosheit“ usw. groß war, wenn es denn stimmen sollte, dass es sich um ein historisches „Ereignis“ handelt. ER war dabei auch zu blöd, voraus zu sehen, dass mit der „Sintflut“ nicht die „Bosheit“ aus der Welt geschafft werden würde.

    Gruß von

    Klarsicht

  4. Saco sagt:

    Die Sintflutgeschichte identifiziert die Bibel als Märchenbuch, bzw. als Unwahrheits-Buch.

  5. pinetop sagt:

    Vermutlich wollte Gott nur ein wenig spielen. Da kommt es nicht auf Perfektion an.

     

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