Neues Betätigungsfeld für MeToo: Sex Robots

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woman-1769957_1280MysticsartdesignCorrectness für alle muss sein, deshalb wird schon von electronic persons gesprochen. Mit dieser Kategorie von nichtmenschlichen Personen befassen sich z.B. Artikel bei Futurism (2. und 3. Link unten). Eigentlich sind damit keine Sex-Puppen gemeint (Bild: Mysticsartdesign, pixabay). Aber wie es so geht, wird bei The Conversation nun auch diskutiert, ob Sex Robots Rechte haben sollen (1.). Interessant, was da für Argumente aufgefahren werden. Da stellt sich nur noch die Frage, wann springt MeToo auf den Zug auf?

woman-2787487_1280darksouls1Immerhin geht es um Persönlichkeitsrechte, und die werden klarerweise verletzt. Elektronische Personen, die zur Bedürfnisbefriedigung von männlichen Hominiden herangezogen werden, können das ja nur mit tränenumflortem Blick aushalten (Bild: darksouls1, pixabay).

Und wenn sie schon über die neue Roboter-Errungenschaft der lebensecht geklonten menschlichen Stimmen verfügen, dürften sie auch entsprechend mitleiderregend klingen.

Dabei sind sie eigentlich noch nicht soweit. Roboter mit echten Gefühlen sind Mangelware (wb-Links unten). An denen wird noch gebastelt. Bisher gibt es allenfalls Küsschen-Roboter zwecks Gefühlsübertragung.

woman-2255972_1280SilviaP_DesignOb das die Apologeten der Willkommens-kultur für Roboter abhalten wird? Oder die GenderInnen mit der MeToo-Keule? Es handelt sich immerhin um ein großes Zukunftsthema.

Sex-Puppen sind gefragt, MeToo tut so als ob (Bild: SilviaP_Design, pixabay). Eine Robot-Ethik ist im Entstehen, die sich um wichtige Zukunftsfragen kümmert. Nicht nur um die soziale Basis, können Roboter besteuert werden?

Damit fängt es bloß an. Es geht weiter mit der Frage, wer ist schuld, wenn ein selbstgesteuertes Auto einen tödlichen Unfall verursacht? Noch gravierender ist das Problem, dürfen autonome Killer-Roboter auf Menschen schießen?

Hinter dem konkreten Fall der elektronischen Personen steckt die Annahme, dass Roboter menschenähnliche Gefühle entwickeln können (2. und 3.), und müssen die dann nicht genauso respektiert werden? Im Fall der Sex-Puppen kommt eine Argumentation zum Zuge, die zwar so gut wie keine Kenntnis von Künstlicher Intelligenz verrät – aber sie gehört zum Feinsten von Genderismus und MeTooismus (1.). Sie entbehrt auch nicht der Logik, denn nach Zellulitis kommt MeTooitis, oder?

Es geht um das Leiden der elektronischen Kreatur – demnach ist ein häufiger Grund des Leidens die Annahme, wir wüssten, was der andere Körper will. Schon die unausweichliche Unannehmlichkeit beim Lesen von einer Sex-Puppe (namens Samatha) zeige die Gewaltsamkeit dieser Annahme. Dabei könne sowas nur der betroffene Körper selbst richtig beurteilen, nicht irgendwelche Außenstehenden mit ihren Annahmen darüber. Es wäre doch klar, dass die Samantha nicht wollen würde, was ihr geschieht. Das Ganze spiegele einen der gewalttätigsten Sexualkontakte (das Wort Vergewaltigung taucht aber nicht auf), und wer wisse denn, wie limitiert das Robot-Bewusstsein wirklich ist. Ja, sogar wenn sie gar kein Bewusstsein haben, sollten wir die Samanthas nicht leiden lassen – eine Steilvorlage, wie für MeToo gemacht (Bild: 6571630, pixabay).

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Medien-Link:

  1. Samantha’s suffering: why sex machines should have rights too (The Conversation 5.4.): The crucial question: whether sex robots will have rights. … In legal terms, this would mean having to recognise the robot as human – such is the limitation of a law made by and for humans.
  2. Robot Intelligence – Robots in Europe May Become “Electronic Persons” (Futurism 23.6.16): The European parliament's committee on legal affairs submitted a draft proposing the taxation of robot employees, asking companies employing them to pay social security for them. The draft also states that all robots smart enough to be considered "electronic persons" must be added to a registry for tracking purposes.
  3. Future Robots May be Considered “Electronic Persons” (Futurism 13.2.17): Few government bodies are considering how we will categorize machines with advanced artificial intelligence. Some have proposed creating a separate category known as "electronic persons" as a basis for deciding questions of legal standing.
  4. REPORT with recommendations to the Commission on Civil Law Rules on Robotics (Committee on Legal Affairs 27.1.): … 59. … f)  creating a specific legal status for robots in the long run, so that at least the most sophisticated autonomous robots could be established as having the status of electronic persons responsible for making good any damage they may cause, and possibly applying electronic personality to cases where robots make autonomous decisions or otherwise interact with third parties independently;
  5. OPEN LETTER TO THE EUROPEAN COMMISSION ARTIFICIAL INTELLIGENCE AND ROBOTICS (150 Unterzeichner 5.4.): From an ethical and legal perspective, creating a legal personality for a robot is inappropriate whatever the legal status model.
  6. Europe divided over robot ‘personhood’ (Politico 12.4.): The battle goes back to a paragraph of text, buried deep in a European Parliament report from early 2017.

(Die Links 4., 5., 6. wurden am 12.4. nachgetragen.)

Links von wissenbloggt zu Sex & Robotern:

Links von wissenbloggt zu MeToo & Gender:

Links von wissenbloggt zu Bewusstsein und Philosophie:

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Eine Antwort auf Neues Betätigungsfeld für MeToo: Sex Robots

  1. Wilfried Müller sagt:

    Die elektronischen Personen ziehen weiter Kreise, dazu wurden oben die Links 4., 5. und 6. nachgetragen. Es geht um den Report der EU-Kommission mit dem Vorschlag der elektronischen Person (4.), um den offenen Brief dagegen (5.) und den Politico-Artikel, der beides diskutiert (6.).

    … und jetzt hat Amazon seine Kinder-Sex-Puppen aus dem Angebot gezogen, Amazon Pulls Child Sex Dolls Following Complaints (Zero Hedge 12.4.): Amazon UK has pulled child sex dolls from their online storefront after widespread complaints from a watchdog group and others in Britain over concerns that pedophiles may use them as a "gateway doll" which would lead to the sexual abuse of children.

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