Rezension Bunge Matter and Mind V

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978-90-481-9224-3_Cover_PrintPDF.inddIn den ersten vier Teilen der Rezension ging es um die Philosophie als Weltsicht, um die physikalischen Grundlagen, um Naturalismus, Materialismus und speziell um Bunges emergentistischen systemischen Materialismus und um die geistigen Ebenen mit den diversen Funktionen des Hirns bis hin zum Sozialen. Im fünften und letzten Teil kommen Bewusstsein und Freier Wille dran, die Computer und das wahre und falsche Wissen, und noch Anmerkungen zu Objekten und Wahrheiten. Interessant ist, dass Bunges Position zum Freien Willen anders ist als die früher vertretene.

Wo der Rezensent nicht folgen mag, ist die Einschätzung Bunges, was Computer können oder nicht – auf dem Gebiet geht die Entwicklung stürmisch weiter. Ansonsten sei Bunge die Kritik überlassen – er kann das besser. Und loben auch: "Er ist der gelehrteste, brillanteste und redlichste von uns," sagt er in seiner Widmmung über den US-Philosophen Nicholas Rescher, der  theoretische und analytische Philosophie, Moral- und Sozialphilosophie lehrte und ein illustrer Vertreter der Kohärenztheorie der Wahrheit sowie der Prozessphilosophie ist.

Das Lob des Rezensenten gilt Bunge, der mit Matter and Mind ein wegweisendes Buch vorgelegt hat. Wer wissenschaftskonform ausgerichtet ist und humanistisch denkt, findet hier einen riesigen Themenbereich abgedeckt und vernunftorientiert abgehandelt. Damit zum letzten Teil des Referats über Matter and Mind, erneut mit der vorgegebenen Kapiteleinteilung und einer freien Wiedergabe der -ismen sowie der wichtigsten Punkte.

Kognition, Bewusstsein und Freier Wille

Kognition ist das Erlangen von Wissen. Das geht schon mal damit los, dass alles Wissen ein Wissen über etwas ist – es gibt kein Wissen als solches. Man kann nur Fakten und Theorien wissen. Deshalb sollte die Ontologie vor der Epistomologie kommen. Das Wissen von etwas ist ein geistiger Zustand, der darüber hinaus nicht vom Glauben abhängt. Denn um etwas zu glauben oder nicht, muss man es erstmal wissen.

Bunge unterscheidet Wissen von Information, denn einige Informations-Bruchstücke enthalten kein Wissen, wie z.B. Fragen, Befehle und Absurditäten. Und Computer verarbeiten Informationen, aber weil sie keinen Geist haben, schreibt Bunge ihnen auch keinerlei Wissen zu. Nur das Gehirn kann wahrnehmen, begreifen, planen, beurteilen und sich selbst erkennen – das sind sie Hauptarten der Kognition.

Ohne ein wissendes Objekt gibt es kein Wissen, weder auf die Art von Platon, Hegel, Bolzano oder Popper. Das "Objekt" muss nach Bunge ein plastisches Hirn haben und ein neuronales System, oder Psychonen (Teil IV). Das kann schon bei Tieren der Fall sein. Die Psychonen sind in Supersystemen wie der Amygdala zusammengefasst – und jedes Tier mit solchen Psychonen kann neue Funktionen erlernen.

Nach der Hebbschen Lernregel folgt das Lernen einer hyperbolischen Funktion, die eine Gerade durch den Nullpunkt annähert: L dL/dt = a P dP/dt, integriert L2 = a P2 + b mit L für Lernen und P für Plastizität, den Kurvenparametern a und b und dem Zeitdifferential dt.

Definiert werden nun Gedanke (Hirnprozess), Proposition (Satzinhalt) und Satz. Eine Proposition bezeichnet eine Anzahl von Sätzen und konzipiert eine Anzahl von Gedanken. Die Gedanken repräsentieren ein Faktum, das ebenso durch die Sätze ausgedrückt werden kann. Das führt zu der Darstellung

                                                   bezeichnen

                              1 Proposition     →     n Sätze

           konzipieren          ↓                               ↓      ausdrücken

                              m Gedanken     →      1 Faktum

                                              repräsentieren

Nun kommt der "Heilige Gral", das Bewusstsein dran. Es kann als spezielle Form der Kognition angesehen werden, als Selbsterkennung. Bewusstsein beinhaltet Kognition, aber nicht umgekehrt. Wir wissen vieles unbewusst, das Bewusstsein kann ab- und angeschaltet werden, z.B. beim Schlafen.

Das Bewusstsein ist sehr wertvoll, sollte aber nicht überschätzt werden. Bis jetzt gibt es noch kein komplettes Verständnis davon, nur ein partielles. Zur Wissenschaft des Bewusstseins haben Phänomenologen wie Husserl und Existentialisten wie Sartre nur Schulden (IOUs) und okkultistische Sätze (hermetic sentences) beigesteuert, weil sie es intuitiv verstehen wollten.

Bis jetzt gibt es noch keinen Konsens, was Bewusstsein ist. Weder den Kognitionswissenschaftlern noch den Philosophen ist der große Wurf gelungen. Bei seiner Kritik spricht Bunge von "Wortspielen, die als philosophische Tiefe firmierten". Manche Philosophen gingen soweit, die Vorstellung vom Bewusstsein als Wahn anzusehen, genannt werden Watson, Skinner, Ryle, Dennett. Die "Leugner" wurden von ihrer eigenen positivistischen Philosophie getäuscht, nach der es nur Phänomene, also Erscheinungen gibt (in dem Fall wohl Verhaltensweisen). Bunge unterscheidet

Sich eines geistigen Prozesses bewusst zu sein heißt, sich in einem geistigen Zustand zu befinden, d.h. das Hirn befindet sich in einem bestimmten Zustand (bzw. durchläuft Prozesse einer bestimmten Art). Deshalb ist das Bewusstsein nicht als Entität zu sehen, sondern als eine Menge von Gehirnzuständen.

Der Grad des Bewusstseins (Level) steigt mit der Schwierigkeit der Aufgabe, mit der man sich befasst. Meist handelt man am Bewusstsein vorbei. Aber bei unerwarteten Neuheiten und Nicht-Routine-Problemen steigt der Level an: Bewusstsein emergiert unter Aufmerksamkeit.

Fast alle Philosophen sehen zwei Rollen des Bewusstseins: das Verfolgen (monitoring) der geistigen Prozesse und die Kontrolle der geistigen und motorischen Aktivitäten, als Formel N, mit dem Subsystem N und seinem Bewusstsein C. Damit soll die duale Rolle des Bewusstseins beschrieben werden, es wirkt als Anzeige N → C (dashboard) und als Steuerung C → N (steering wheel).

Die interessante Frage, ob eine Maschine bewusst sein könnte, wird nicht ganz abgelehnt, bis zu einem gewissen Punkt sei das möglich. Viele Maschinen sind mit Sensoren, Messeinrichtungen und Kontrollen versehen, die als Analogie zum Selbst-Bewusstsein gesehen werden können. Aber den Maschinen fehlen Spontaneität und die Freiheit, welche das menschliche Bewusstsein charakterisieren. Sie arbeiten bloß ihr Programm ab, ohne zu verstehen, was sie da tun. Sie können nichts selber entscheiden, sie können nur das tun, wozu sie gebaut wurden. Kurz: man kann Maschinen mit Selbst-Bewusstheit konstruieren, aber keine mit richtigem Bewusstsein.

Beim Menschen steckt das Bewusstsein im präfrontalen Kortex, der immerhin 29% vom Neokortex einnimmt. Ohne Zweifel ist das nur ein grobes Modell, aber es kann perfektioniert werden, wenn man mehr über den Kortex weiß. Das meiste Geschehen im Hirn ist außerdem unbewusst – die klassische Psychologie befasste sich trotzdem nur mit dem Bewussten. Pawlow führte erstmals Experimente über Automatismen aus, während Freud zugleich amüsante, aber haarsträubende Geschichten über "das" Unbewusste verbreitete.

Das Bewusstsein wird meist mit dem Selbst identifiziert. Aber das ist zu eng gefasst, weil es Babys, Senilen und Primaten das Selbst abspricht. Deshalb zieht Bunge die Definition einer Person vor: Eine Person ist ein Tier mit einem Geist, das also fähig ist, geistige Prozesse zu haben. Und seine systemische Sicht auf das menschliche soziale Verhalten schematisiert er so:

                                                        soziale Bindungen
                                                                   ↓↑           
                                            Selbstkontrolle → soziales Verhalten
                                                                   ↓↑           
                                                                Triebe

Damit ist der Text beim Freien Willen angelangt. Der Kollege Rescher wird zitiert mit: "Das Emergieren des Freien Willens war eine der Sternstunden der Evolution." Das ist als Befreiung zu sehen: weniger Abhängigkeit von der Umwelt, wachsende Fähigkeit selbst zu entscheiden und gestalten, durch zunehmende Hirnfähigkeiten und kulturellen Fortschritt. Der Freie Wille ist erlebbar – wenn Bunge seine Bücher schreibt, ist er das, der sich dazu entscheidet, er kann's tun oder bleiben lassen.

Mögen die Naturalisten oder Behaviouristen den Freien Willen auch als Illusion betrachten und den Menschen als Sklaven seiner Umgebung. In Wirklichkeit ist das Hirn aber in vielen seiner Aktivitäten spontan und selbstgetriggert (self generated) und folgt nicht nur äußeren Stimuli. Es nutzt ja auch nur einen kleinen Teil seines Energiebudgets zur Kommunikation mit der Außenwelt.

Natürich kann die Freiheit nicht grenzenlos sein, weil die Umgebung immerzu auf uns einwirkt. Also keine negative Freiheit (Freiheit von allen Schranken), aber positive Freiheit (Freiheit zu) ist möglich und verträgt sich mit dem Determinismus – das läuft unter Kompatibilismus.

Die These vom Freien Willen wird zunehmend durch empirisch testbare Hypothesen gestärkt. Tatsächlich kann man im Hirn schon herumpfuschen, durch Streßsituationen, durch elektrische Stimulation, alles ohne Telekinese (Hebb). Wenn der Freie Wille etabliert ist, hat das ethische Auswikungen. Jemand sollte verantwortlich sein, wenn er einen Freien Willen hat, wenn er die Kompetenz für seine Handlungen besitzt, wenn er dafür unterschreibt. Deshalb wird man keine kleinen Kinder mit Verantwortung befrachten. Jeder weiß das, und das zeigt, wie sehr der Freie Wille für gegeben genommen wird (zu Bunges früherer Ansicht über den Freien Willen dieser Link zur Rezension und zur Kritik des Rezensenten).

Es gibt nicht nur die ethischen Implikationen. Während die Naturwissenschaften Fakten durch Kausalität erklären, können soziale Fakten nur durch Gründe erklärt werden. Es gibt aber keine Gründe als solche, genausowenig wie es Aktionen ohne Akteure gibt. Das sollte Einfluss auf die Handlungstheorie haben, die noch in der Entwicklung steckt.

Hirn und Computer, der Hardware/Software-Dualismus

Nach dem langen Kapitel über Bewusstsein und Freien Willen nun ein kurzes über Computer. Die Idee der Ultra-Rationalisten, das Hirn als Computer aufzufassen, heißt Computationalismus. Aber geistige Prozesse wie Wünsche, Hoffnungen, Ängste, Bilder usw. sind nach Bunge keine Berechnungen (computations). Und Computer sind zu beschränkt. Aber weil sich das schnell ändert, wird hier nicht allzu tief auf Bunges Ausführungen eingegangen.

Bunge geht auch selber auf das Argument der Änderung ein, aber skeptischer. Was immer programmierbar ist, sei bloß trivial. Er sieht das Erfinden eines radikal neuen Computerprogramms als Aufgabe ähnlich dem Finden des Heiligen Grals an. Ein Einwand vom Rezensenten: Mit den Lern-Lernprogrammen der Künstlichen Intelligenz hat man aber genau das geschafft.

Es kommt auch wieder und wieder der Einwand vom vorigen Kapitel, das Hirn sei ja spontan und kreativ, doch der Computer nicht. Als langjähriger Programmierer hat der Rezensent aber eine Menge Spontaneität vom Computer erlebt. Deshalb ist ihm völlig klar, dass man Programme durch Einbau von Zufallselementen beliebig spontan und kreativ machen kann. Deshalb lehnt er auch Bunges Argument ab, Algorithmen zum Entwerfen von Algorithmen könne es nicht geben, denn sie müssen erfunden und nicht entdeckt werden; genauso wie es keine Regeln für das Entwerfen von originalen Kunstwerken geben könne.

Das wars aber auch mit der Bunge-Kritik. In dem Punkt, wo nach Logik von Sejnowski "die Algorithmen entdeckt werden sollen, die das Hirn verwendet", herrscht wieder Übereinstimmung. Die Planeten berechnen ihre Umlaufbahn ja auch nicht, so Bunges Argument, und das Hirn folgt biologischen Gesetzen. Das Wort von den "neuralen Berechnungen" kann sowieso angezweifelt werden, weil man keine solchen kennt.

Zustimmung auch zu der Aussage, die Hardware-Software-Trennung gelte nicht beim Hirn, weil sich die geistigen Prozesse nicht vom Hirn trennen lassen, wo sie passieren. Von daher der Satz "Software ist ganz schön hart". Bunge kritisiert das Hardware-Software-Konzept von Hirn und Geist auch deshalb, weil die Software ein materielles Substrat braucht, auf dem sie steht. Software entsteht und kann sich selber dann nicht mehr verändern, während die Hardware wächst und vergeht (Das hat mal gestimmt, aber bei Computern wird es fragwürdig. Da wächst die Hardware nicht, die Software dagegen schon. Heute ändern sich Programme mindestens in dem Sinn, dass sie ihre Konfigurationsdaten anpassen und sich selbst dadurch immer besser machen; die Selbstkonfiguration ist ein drittes Element neben Hard- und Software).

Bunge vertritt die These, dass Maschinen keine Hirne ersetzen können, sondern sie nur unterstützen können. Nur Routineaufgaben können übernommen werden. Aber die Wirkmacht der Kommunikationstechniken sieht Bunge durchaus. Das heißt bloß nicht, dass er dem Wort von der Informations-Gesellschaft zustimmt.

Nein, wir lassen keine Bits wachsen, wir essen sie nicht und verprügeln sie nicht. Ohne Materie keine Information, hieß es schon im Kapitel zur Materie (Teil II). "Its from bits" stimmt nicht, es muss heißen "bits from its". Wir sind eher eine Kommunikations-Gesellschaft und sind das immer gewesen.

Wissen: Echt und falsch

Viele Scheinwissenschaften kann man sofort als solche erkennen, Alchimie, Astrologie, Handlesen, Homöopathie, Scientology und Phänomenologie. Die Phänomenologen halten ihr Metier für rigorose Wissenschaft, aber sie haben noch nie etwas anderes hervorgebracht als Phänomenologie selber, also warum sollte man den wissenschaftlichen Anspruch ernstnehmen?

Hier folgt nochmal die Schelte von Leuten, die Wissenschaft mit Scheinwissenschaften verquickten, die Phytagoreer (Mathematiker & Mystiker), Aristoteles (Top-Logiker & Physik- und Astronomie-Pfuscher), Kant (Ethiker & subjektivistischer Pysiker und aprioristischer Psychologe und Wegbereiter der absurden Naturphilosophie von Hegel und Schelling), Marx (Ökonom und Historiker & Hegel-Anhänger), Freud (Mediziner & Spekulant über Gefühle, Sexualität, Unbewusstes). Intellektuelles Gold ist oft mit Mist (muck) gemischt.

Pseudowissenschaftler sind nicht dafür zu kritisieren, dass sie ihre Vorstellungskraft bemühen, sondern dafür, dass sie sie vom Zügel lassen. Bunge ist hilfsbereit, er beschreibt einen Formalismus für wissenschaftliche Untersuchungen. Die Methode befasst sich auch mit zwei semantischen Schlüsselbegriffen: Bedeutung und Wahrheit. Dazu gehört auch die Moral, denn Wissenschaft kann nicht in einem moralischen Vakuum betrieben werden. Weitere Eigenschaften:

  1. nichts ist festgelegt, alles muss untersucht werden (changeability),
  2. es muss dazupassen (compatibility),
  3. es muss sich mit mindestens einer anderen Wissenschaft überlappen (partial overlap),
  4. es muss durch die wissenschaftliche Community kontrolliert werden (control).

Daraus gewinnt Bunge die "philosophische Matrix des wissenschaftlichen Fortschritts", wo um die Wissenschaft (statt Aberglaube) die folgenden Begriffe kreisen:

Bunge spricht dem Szientizismus das Wort, der da sagt: Alles Erforschbare wird am besten wissenschaftlich studiert, Geist, Gesellschaft und Moral sind erforschbar, also werden Geist, Gesellschaft und Moral am besten wissenschaftlich studiert.

Der Szientizismus widerspricht dem reaktionären Dogma, das zuerst von Kant geäußert wurde und dann von der verstehenden Soziologie, nämlich dass diese Dinge außerhalb des Bereichs der Wissenschaft lägen – die gehören in dieselbe (allerunterste) Liga wie die Naturphilosophie von Hegel und Schelling.

Und nochmal ein Seitenhieb auf die Missinterpretation der modernen Quantentheorie: Bohr, Heisenberg, Born und Pauli folgten der positivistischen Linie, indem sie die autonome (objektive) Existenz just derjenigen Entitäten leugneten, die sie erfolgreich beschrieben (Teil II). Sogar Newton unterlief es, dass er in seinen Principia eine philosophische Verteidigung des Induktivismus' brachte.

Aber auch das Umgekehrte ist möglich, dass gute Philosophie schlechte Wissenschaft macht. Zum Beispiel die psychoneural identity hypothesis half den Ärzten nicht, Experimente zu machen oder Modelle von Hirnfunktionen zu entwerfen, weil fast alle Ärzte Empiriker waren.

Unter dem Stichwort Pseudowissenschaft subsumiert Bunge die Verschleppung durch Außerirdische, Telekinese, egoistische Gene, angeborene Ideen, hirnunabhängige Gedanken, Meme, Rohrschachtests, Traumdeutung, Parapsychologie, Kurpfuscherei, Charakterologie, christliche Wissenschaft, selbstregulierende Märkte und Psychoanalyse. Letzteres ist nach Lacan bloß "l'art du bavardage" ("die Kunst des Schwatzens"). Bunge findet auch die Bayessche Statistik pseudowissenschaftlich und die induktive Logik pseudoexakt. Die Pseudowissenschaftler wollen nicht Wahrheit suchen, sondern sie postulieren Ankunft ohne Abfahrt und ohne Reise.

Am Ende kehrt das Thema zu den Anfängen zurück: Was der Immaterialismus zu Materie sagt. Was Materie ist, wurde schon in Teil I und II diskutiert und kann hier übersprungen werden. Bunge argumentiert gar zu gern über die Kopenhagener Deutung und spekulative Raumzeittheorien, mit denen der "materialistische Drachen" geschlachtet werden soll ("slaying the materialist dragon"). Z.B. über Wheelers Geometrodynamik (Masse aus Geometrie). Dann vom selben Wissenschaftler der Ansatz, dass Physik "die Manifestation von Logik" sei. Dann nochmal Wheeler mit der These, das Bit sei die elementare Komponente des Universums.

Alle 3 "quixotischen" Ansätze funktionierten nicht, keiner davon hat ein physikalisches Problem gelöst, keiner hat dem "Drachen" ein Haar gekrümmt. Ähnlich beliebt als Opfer Bunges der Kritik ist Freud, der angebliche Entdecker des Unbewussten. Dabei haben die Menschen seit undenklichen Zeitden davon geredet, etwas "ohne zu denken" zu tun. Als Freud 13 Jahre alt war, publizierte Hartmann seinen Bestseller "Das Unbewusste", und auch James und Pawlow schrieben darüber.

Wo nun die Pseudowissenschaft fast fertig abgewatscht ist, kommen auch Darwins Nachfolger dran. Dessen Evolutionstheorie wurde von Anfang an verfälscht, von Spencer ("survival of the fittest"), von den Sozialdarwinisten ("gutes und schlechtes Erbmaterial"), Dawkins ("Gene reproduzieren sich selbst"), Dennett ("Evolution ist von Algorithmen gesteuert"). Und der letzte Bastard der Evolutionsbiologie ist die Evolutionspsychologie.

Eigentlich ein sinnvolles Unterfangen, aber die Idee ist, dass die heutigen Menschen seit dem Pleistozän unverändert sind, so dass sie praktisch lebende Fossilien sind, an denen man die Vorstufen studieren kann. Dazu werden 5 Grundannahmen getroffen:

  1. Sex steuert alles – nur Freud und der Papst teilen diese Obsession; Angst, Hunger und Durst sind stärker.
  2. Der Geist ist ein Computer mit angeborenen Programmen – das wurde schon durch die Entwicklungsbiologie widerlegt.
  3. Der Geist ist aus unabhängigen Modulen (Mikrocomputern) zusammengesetzt – die Neusowissenschaft sagt, sie sind alle verknüpft.
  4. Der menschliche Geist wurde evolutionär für die Jäger-/Sammler-Umgebung vor Mio. Jahren "designed" – das ignoriert die modernen Features Rationalität und Abstraktion, außerdem kommt heute kaum einer mehr im Dschungel zurecht.
  5. Alle sind egoistisch, Altruismus ist smarter Egoismus – das ignoriert die sozialen Emotionen wie Empathie.

Die Pseudowissenschaften sind damit am Ende, aber es gibt ja noch die Proto- und Halbwissenschaften. Dazu werden die Stringtheorien erwähnt, aber weil die mehr als 4 Dimensionen der Raumzeit postulieren, die unbeobachtbar sind, gemahnen sie an Science Fiction.

Das abgehakt, ist die Connection Pseudowissenschaft – Politik erreicht. Wenn eine Wissenschaft sich einer rückständigen politischen Ideologie anbiedert, ist sie vermutlich eine Pseudowissenschaft. Eugenik ist so etwas, sozusagen die Hilfswissenschaft der Nazis. Bunge nennt auch die Finanzkrise von 2008 als Beispiel für die schädliche Wirkung von falscher Ökonomie-Wissenschaft. Grundlage war z.B. die unüberprüfte Doktrin des Individualismus': "Es gibt nur Individuen" – in Wirklichkeit ist das isolierte Individuum fiktiv, und alle sind in die Gesellschaft eingebunden.

Was Bunge dann liefert ist Kapitalismuskritik, auch wenn er es nicht so nennt. Er kritisiert den Merkantilismus, der für Geld quasi alles verrät und verkauft, von zuckerüberladener Babynahrung über Zigaretten bis zu Phosgen.

Kurzgefasst ("in a nutshell") Bunges gewünschte philosophische Basis der Wissenschaft: Das soll die ehrliche Suche nach echtem Wissen über die reale Welt und ihre Gesetze sein, mit Hilfe von theoretischen und praktischen Mitteln, speziell der wissenschaftlichen Methode. Und jeder Teil der wissenschaftlichen Kenntnis soll logisch konsistent sein und rational diskutiert werden – und die zuständige Disziplin zur  Erhellung und Systematisierung der Konzepte ist die Philosophie.

Was nicht dazu taugt, sind beispielsweise diese 4 populären philosophischen Schulen:

  1. Marxismus – seine Ontologie ist beschädigt durch die romantischen Unklarheiten der Dialektik, seine Epistomologie ist der naive Realismus, er glorifiziert die Gesellschaft zulasten legitimer Interessen der Individuen – nach der Kapitalismuskritik nun die Kommunismusschelte.
  2. Existenzialismus – die Fehler des Marxismus' sind noch Vorzüge im Verhältnis zu den Absurditäten des Existenzialismus'. Diese hermetische Doktrin weist Logik und meist auch Rationalität zurück. Nochmal der Verweis auf Heidegger mit seinen versponnenen Sätzen von der Weltlichkeit der Welt (“The world worlds”) usw. – das ist Pseudophilosophie.
  3. Logischer Positivismus – er sagt "Bedeutung gleich Testbarkeit" (Kategorienfehler), er sagt "es gibt nur Erscheinungen", er missinterpretiert die Quantenphysik mit dem "Beobachtereinfluss", er ist scheintot, aber immerhin ist er wissenschaftlich.
  4. Popperianismus – Popper killte den Logischen Positivismus, aber er setzte die Theorie über Beobachtung, Messung und Experiment, er missbrauchte das Wort Nein (Bunge: "Logischer Negativismus").

Stattdessen verlangt Bunge von jeder Philosophie, die Wissenschaft unterstützt:

  1. Logik (Konsistenz und Regeln der Deduktion einhalten),
  2. Semantik (Entsprechung der Propositionen mit den Fakten),
  3. Ontologie (emergentistisch systemisch materialistisch),
  4. Epistomologie (wissenschaftlicher Realismus, moderater Empirizismus, moderater Rationalismus, Szientismus, ethischer säkularer Humanimus, epistemischer – nicht marxistischer – Sozialismus).

Zum Schluss kriegt auch die Religion ihre Kritik verabreicht. Sie ist mit den Pseudowissenschaften verschwistert, bis zu dem Punkt, dass sich einige davon als Religionssurrogat einsetzen lassen. Der Grund: Sie teilen den philosophischen Idealismus und die nicht-humanistische Ethik. Beides postuliert immaterielle Entitäten, paranormale Wahrnehmungen und fremdbestimmte Ethik. Zusammen ergibt sich das Gegenbild zur "philosophischen Matrix des wissenschaftlichen Fortschritts" (oben), nämlich "die ideologische Matrix der Pseudowissenschaften", um die die folgenden Begriffe kreisen:

Ein schöner Abschluss für das Kapitel: Wissenschaftliche Kenntnisse sind public domain, sie zu zu faken, zu missbrauchen, für privaten Profit zu verkaufen, ist praktisch Diebstahl. Auch das gefälschte Wissen sollte unter Beobachtung stehen, weil es ablenkt und täuscht. Das heißt nach Bunge allerdings nicht, Ideen zu verdammen, bloß weil sie ausgefallen sind.

Objekte und Wahrheiten

In zwei Anhängen diskutiert Bunge Objekte, konkrete oder abstrakte, und Wahrheiten. Objekte sind Elektronen oder Nationen, Steine oder Geister, Individuen oder Gruppen, Eigenschaften oder Ereignisse, Fakten oder Fiktionen. Das macht das Objekt zum allgemeinsten philosophischen Objekt, pardon, Konzept. Bis jetzt gibt es noch keine allgemein akzeptierte Theorie des Objekts. Bunge schlägt einen gruppentheoretischen Ansatz dafür vor.

Eigentlich sollte die Mereologie die Lücke füllen, sie ist aber extrem kompliziert, nutzt eine ungeschickte Notation und erreicht nicht viel, ebenso wie andere Ansätze. Bunges Ansatz macht einen viel besseren Eindruck. Er teilt die Objekte in zwei Bereiche,

  1. die Eigenschaften, die auch relational sein können, und daher auch durch mehrstellige Prädikate repräsentiert werden,
  2. den Rest der Objekte, die "individuals" genannt werden. Die Übersetzung "Einzeldinge" trifft es nicht gut, denn gemeint sind Dinge und die davon abgeleiteten Zustände, Ereignisse, Prozesse, Fakten usw.

Zum Beispiel besagt die Formel Px "x ist ein P" oder "individual x hat Eigenschaft P". Entsprechend bedeutet die Formel Rxy "die individuals x und y haben eine R-Beziehung" (Bunge definiert alles formal, was hier verbal wiedergegeben wird).

Nach Bunges Definition ist jedes Objekt entweder ein individual oder eine Eigenschaft, und kein Objekt ist beides. Alle individuals haben mindestens eine Eigenschaft, und es gibt keine losgelösten Eigenschaften. Außerdem steht jedes individual zu mindestens einem anderen individual in Beziehung (es gibt eine Relation dazwischen), und jede Eigenschaft von einem individual steht in Beziehung zu mindestens einer anderen Eigenschaft des individuals.

Eigenschaften kommen eher bündelweise vor als unabhängig voneinander. Das kommt daher, dass Eigenschaften Naturgesetzen gehorchen, und die meisten davon verknüpfen zwei oder mehr Eigenschaften. Zuletzt wird nun das relative Existenz-Prädikat eingeführt. Das angegebene Existenz-Prädikat ist nicht bezogen auf den Existenzquantor ∃, den Bunge lieber “particularizer” genannt haben möchte. Denn “∃xPx” sagt nur, dass einige Einzeldinge die Eigenschaft P haben. Über ihre Existenz ist damit nichts ausgesagt. Deshalb wird bei ontologischen Existenz-Aussagen stillschweigend E benutzt und nicht ∃.

Nun wird noch zwischen konkreten Objekten wie Ziffern (z.B. gedruckt oder figürlich) und ideellen Objekten wie Zahlen unterschieden. Dieser Unterschied wird eingeführt durch das algebraische System S =< ,⊕, 0, 1 >, mit einer Untermenge aus den individuals, der Verknüpfung ⊕ und den ausgezeichneten Elementen 0 und 1 von . Zwei Elemente x und y von können sich verbinden, um ein drittes Element  x ⊕ y von zu bilden (⊕ bezeichnet die mereologische Summation von x und y).

Das generelle Konzept des Objekts umfasst auch "simples", Objekte ohne Struktur. Manche Objekte wie Eigenschaften, Ereignisse und Konstrukte sind keine Dinge. Bunge definiert die Verknüpfung ⊕ als assoziativ und kommutativ und spendiert noch eine Teil-Ganzes-Relation ∠. Dann bedeutet x∠y dass x ein Teil von y ist, und zwar dann, wenn es ein z gibt mit x ⊕ z = y.

Im einfachsten Fall ist x elementar, also ohne Teile, z.B. bei Elektronen und Photonen. Diese Definition ist besser als schlichte "Simplizität", denn laut Quantentheorie sind Elektronen und Photonen reichlich komplex. Das System S bekommt noch das null-individual 0 und das Universum 1 als ausgezeichnete Elemente. Damit gilt 0 ⊕ x = x und 1 = (ιx)∀y(y ∈ &y∠x), mit dem definiten Deskriptor ι.

Auf dieser Basis kann das Gesetz der Emergenz auch formal definiert werden. Das sieht dann so aus A): ∀x[PBx =df Px&¬∃y(y∠x&PBy)] mit der Gesamteigenschaft PB (bulk property = die emergent entstandene neue Eigenschaft des Ganzen). Verbal: "Für jedes individual x aus ist PB eine Gesamteigenschaft, wenn kein Teil y diese Eigenschaft PB hat."

Alternativ wird nun das Konzept um die Relation "Abstammung" D erweitert. Man kann dafür nicht auf die Zeit zurückgreifen (vorher/nachher), weil sie hier nicht definiert ist. Das kann nun so definiert werden, mit x, y und z als Elementen von :

  1. irreflexibel (kann nicht von sich selbst abstammen): ¬Dxx,
  2. asymmetrisch (wenn y von x abstammt gilt nicht das Umgekehrte): Dxy⇒¬Dyx.
  3. transitiv (wenn y von x abstammt und z von y, dann auch z von x): Dxy & Dyz⇒Dxz.

Auf der Basis von diesem Konzept kann nun definiert werden B): PNx = ∃y(Dxy&¬PNy), "für jedes individual x in ist PN eine radikal neue Eigenschaft von x, wenn x von einem Vorgänger y abstammt, der PN nicht hat."

A) und B) sind zwei formal definierte Konzepte der Emergenz. Sie sind entfernte Verwandte des Supervenierens, und sie tauchen zunehmend in der Literatur auf. Leben ist eine emergente Eigenschaft von Zellen, denn die leben, während ihre Bestandteile das nicht tun (Beispiel für A)). Und alle Moleküle haben Atome als Vorgänger (Beispiel für B))

Damit kann nun das Konzept der Systemebenen formal eingeführt werden. Eine Menge von Objekten konstituiert eine Ebene der Realität, wenn sie alle Gesamteigenschaften haben, die ihren Teilen fehlen. So kann man sagen, dass die soziale Ebene aus der biologischen (Lebens-)Ebene emergent hervorgegangen ist (A)), oder dass die Lebens-Ebene B Vorläufer der sozialen Ebene S ist (B)). Formal: B<S, d.h. die Teil-Ganzes-Relation ∠ erzeugt die Ebenen-Relation <.

In diesem Abschnitt wird noch auf die formale Definition von Zustand (als Punkt im Eigenschaftsraum) und Prozess (Änderungen des Zustands) eingegangen. Dazu sei auf andere Rezensionen verwiesen (wb-Link Über die Natur der Dinge). Dort ist auch das Konzept der Konstrukte beschrieben, das Bunge in dem Anhang nochmal anspricht: Materiell sein heißt sich verändern, ideell sein heißt unverändert bleiben.

Als letztes befasst sich das Buch mit den Wahrheiten. Unterschieden werden formale Wahrheiten ("es gibt unendlich viele Primzahlen") und faktische Wahrheiten ("es leben 7,5 Milliarden Menschen auf der Welt"). Leibniz sagte "vérités de raison" und "vérités de fait", heute befassen sich Modelltheorie und Gruppentheorie damit. Eine wahre Theorie der Wahrheit existiert anscheinend noch nicht, die Korrespondenztheorie ist noch im Forschungsstadium.

Es ist nicht so einfach, wie am Beispiel von Tarski gezeigt wird. Der wollte eine Formel für beide Arten der Wahrheit schaffen mit: “The sentence ‘s’ is true if and only if s” ("Der Satz 's' ist wahr genau dann wenn s"). Drei Fehler, sagt Bunge zu dem großen Mathematiker: Die beiden Wahrheitsarten werden vermischt, Fakten und Sätze werden vermischt, es wird Sprache (der Staz 's') mit Metasprache (der Name "s" von s) verknüpft. Das mittlere würden nur Sprachfetischisten ("glossocentrics") wie Heidegger und Wittgenstein akzeptieren – Bunge kann das Sticheln nicht lassen.

Er wendet sich auch gegen die Reduktion von Wahrheit auf Wahrscheinlichkeit. Einmal ist die Wahrheit Voraussetzung für die Wahrscheinlichkeit, damit man die Wahrheitswerte der Wahrscheinlichkeitsformeln überhaupt prüfen kann. Zweitens gibt es keine Berechtigung, Propositionen Wahrscheinlichkeiten zuzuordnen, ebensowenig wie Temperaturen oder Farben. Drittens wären die Gesetze unterschiedlich. Der Begriff der graduellen Wahrheit folgt nicht den Regeln der Warscheinlichkeitstheorie; weil er andere formale Eigenschaften hat, hat er auch nichts mit Wahrscheinlichkeiten zu tun. Beispiel Und-Verknüpfung: Bei zwei Propositionen ist es das Minimum der beiden Wahrheitswerte, bei zwei Wahrscheinlichkeiten das Produkt.

Die faktische Wahrheit wird so definiert: Eine Tatsache (Fakt) ist das, was eine Tatsachenaussage beschreibt. Aber wie soll man eine abstrakte Idee mit dem Fakt vergleichen, auf das sie sich bezieht? Es gibt keine Gleichheit zwischen einer optischen Formel und den Lichtwellen, auf die sie sich bezieht, und keine Gleichheit zwischen Schrift und Sprache. Anders ist es, wenn man den konkreten Gedankenprozess der Referenz in der externen Welt gegenüberstellt – im Jargon, den "Wahrheitsmacher dem betreffenden Wahrheitsträger" ("the truthmaker of the truthbearer in question"). Dann würde die Wahrheit zu einer Eigenschaft des Hirnprozesses, aber darüber forscht man noch.

Bunge liefert noch ein formales Modell der Korrespondenz- und Referenzfunktionen, mit dem die Abhängigkeiten beschrieben werden, schematisch kann man es so darstellen:

   Fakten    →    Gedanken    →    Propositionen
abbilden          konzeptualisieren

Die Rede ist anschließend von einem methodologischen Konzept der Wahrheit, wo eine Abweichung ± ε vom empirisch gemessenen Wahrheitswert definiert wird, und wenn der berechnete Wert um weniger abweicht, soll er als wahr gelten. Partielle Wahrheiten befassen sich auch mit deren Verknüpfungen, die wie o.a. als Maximum bzw. Minimum der Wahrheitswerte V angegeben werden, mit den Propositionen p und q:

V(p ∧ q) = min {V(p), V(q)},
V(p ∨ q) = max {V(p), V(q)}

In Worten ist die graduelle Steigerung der Wahrheitswerte so angegeben:

Nonsens → Konfusion → Widerspruch → Teilwahrheit → ganze Wahrheit

Das Problem ist aber noch ungelöst, denn mit den min/max-Formeln oben kann man ohne Widerspruch keine komplementäten Wahrheitswerte bilden, da sie dem Motto folgen, leugnen ist viel billiger als bestätigen. Es gibt auch den Konflikt mit den Wahrscheinlichkeiten, wo die Rechnung schlüssig, aber eben anders ist. Bunges Fazit: Jeder benutzt das Korrespondenz-Konzept der Wahrheit, aber keiner scheint genau zu wissen, was das ist. Aber es ist ein interessantes Projekt, besser als Multi-Universen-Phantasien und dergleichen.

 

Mario Bunge, Matter and Mind – A Philosophical Inquiry, © 2010, Boston Studies in the Philosophy and History of Science, Springer, 217 €

Medien-Link:

Mario Bunge’s Worldview and its Implications for The Modernization of Arabic-Islamic Philosophy (Ahmad Zahaadden Obiedat, Faculty of Religious Studies McGill University, Montreal  May, 2011)

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Eine Antwort auf Rezension Bunge Matter and Mind V

  1. Wilfried Müller sagt:

    Zum 200. Geburtstag von Marx hebt wissenbloggt die Marxismus-Kritik von Bunge hervor (den Gegenstand der Kritik liefert atheisten.info.at, das Manifest der Kommunistischen Partei von Karl Marx / Friedrich Engels):

    Marxismus – seine Ontologie ist beschädigt durch die romantischen Unklarheiten der Dialektik, seine Epistomologie ist der naive Realismus, er glorifiziert die Gesellschaft zulasten legitimer Interessen der Individuen. Nach Bunge war Marx ein ernstzunehmender Ökonom und Historiker und ein konfuser Hegel-Anhänger. Er (und Engels) wiesen den Idealismus zurück, trotzdem behielten sie den dialektischen Hokuspokus des "mächtigen Denkers" Hegel bei ("mumbo-jumbo of that 'mighty thinker'”). Bunges Aussagen in Ausschnitten:

    The following are only some of the most outstanding confusions of dialectical materialism. 1: the lumping of logical contradiction with ontic opposition and strife, and the ensuing talk of “dialectical logic”, which would encompass ordinary logic as a sort of slow-motion approximation. … 2: A confusion of materialist dialectics is the so-called third law of dialectics, namely the “transformation of quantity into quality and conversely”. Such transformation is just impossible. … The other two “laws” of dialectics state that every existent is the “unity of opposites,” and that all change comes from the “contradiction” or “struggle” of such opposites. Both hypotheses are false. … 3: An important confusion is that between “changing” and “relative”. ... 4: All dialectical materialists, especially Lenin, have consistently confused materialism, which is basically an ontological thesis, with realism, which is a family of epistemologies.

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