Kontra dem alternativlosen Glauben

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Im europäischen Raum ist es gelungen, die christlichen Religionen durch Aufklärung und Emanzipation in die Schranken zu weisen. Die Europäer bekommen aber gerade vorgeführt, wie sich autoritäre Religionen gebärden können, wenn man sie lässt – und in Deutschland lässt man sie ganz besonders (Bild: geralt, pixabay).

Das soll jetzt nicht noch eine Kopftuchdiskussion werden, zumal ja nicht nur Muslime die Re-Reconquista der säkularen Zonen betreiben, sondern weil auch Stammesreligionen aus Afrika am neuen Gottesdämmer beteiligt sind. Hier geht es auch nicht um die Beteiligung reaktionärer Kräfte aus einem gewissen südlichen Bundesland, die dem fremden Gottesdämmer den eigenen entgegennageln wollen, mit neuen Kreuzen an der Wand.

Nein.

Es geht um alle Religionen, die eine alternativlose Hinwendung an ihren Gott verlangen. Bei den monotheistischen Religionen Christentum und Islam ist das Standard. Der einzig und alleinige Gott verdammt alle Andersgläubigen zu Ungläubigen. Beim Christentum hat sich das relativiert, beim Islam ist es dafür um so uriger ausgeprägt.

Beim Hinduismus scheint es nicht besser zu sein, gemessen an Kastensystem, Islam- und Frauenverachtung, bis hin zu Gruppenvergewaltigungen und -morden. Die Frauen werden als dermaßen minderwertig angesehen, dass kein Mann so tief fallen kann, um als Frau wiedergeboren zu werden. Dass die Indiras, Kalis und Sheelas sich solche Repression bieten lassen, ohne zu konvertieren oder der Religion adieu zu sagen, deutet auf Alternativlosigkeit hin: Wenn sie eine realistische Alternative hätten, würden sie sie ergreifen.

Bei den Buddhisten sieht es anscheinend besser aus als bei den anderen Weltreligionen. Der Buddhismus diskriminiert Frauen verhältnismäßig wenig, er zeigt aber durchaus patriarchale Züge. Das Wapperl "alternativloser Glaube" passt hier nicht. Deshalb läuft der Buddhismus bei unserer religiösen Gretchenfrage nur nebenbei mit. Die wissenbloggt-Gretchenfrage ist auch nicht die goethesche ("Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?").

Nein, die geht anders; sie ist weniger Faust als Faust aufs Auge. … Wenn Sie

  • Christ sind, stellen Sie sich vor, Sie wären vor Christus geboren …
  • Muslim sind, stellen Sie sich vor, Sie wären vor Mohammed geboren …
  • Hinduist sind, stellen Sie sich vor, Sie wären in der vorvedischen Zeit geboren …
  • Buddhist sind, stellen Sie sich vor, Sie wären vor Buddha geboren …

religionfranzoesisch… was würden Sie dann glauben?

An den einzigen und alleinigen christlichen Gott könnten Sie nicht glauben, denn von dem wüssten Sie ja noch nix. Auf dem Markt waren damals nur der jüdische Jahwe und das römische Götter-Sortiment.

Das ist das logische Ex und Hopp für den alternativlosen Gott, auch wenn er Allah oder sonstwie heißt.

Man braucht ihn doch auch nicht. Der französische Text im Bild rechts besagt:
Sie brauchen keine Religion, um eine Moral zu haben. Wenn Sie das Gute nicht vom Bösen unterscheiden können, heißt das bloß, Sie sind blöd, und nicht, dass Sie konvertieren müssen.

Das gleiche gilt für den Sinn des Lebens. Der wurde nicht vor 2000 Jahren vom Himmel herabgesandt. Den gab und gibt sich jeder selber, entweder direkt oder indirekt durch Wahl einer Religion.

Im Licht dieser Argumentation ist der Glaube bloß Zufall, der dadurch bestimmt wird, wann wer wo von wem geboren wurde. Der zynische Spruch dazu: Wie schön Gott es eingerichtet hat, dass die Leute in meiner Heimat meinen Glauben teilen.

Naja, ganz so schön hat er es denn doch nicht eingerichtet. Überall grassieren Ketzertum, Atheismus, Häresie, und dazu kommt eine unchristliche Einwanderungsbewegung. Dem trägt das Bild unten Rechnung. Die viereinhalb deutschen Götter sind durchgekreuzt, weil sie ihr Verfallsdatum überschritten haben, und weil es schließlich um ein Kontra dem alternativlosen Glauben geht.

Wo bleibt der Gott, der rekontriert?

(Gott, Jesus, Heiliger Geist, Jungfrau Maria so halb & Allah, Bild: Wikimedialimages, oscardavid19gt, TheDigitalArtist, Jo-B & werner22brigitte, alle pixabay, Bearbeitung wb).

viereinhalbx

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