Eigentor: türkische Integrationspanne

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2016football-727561_1280fak1911Man sollte es nicht so hoch hängen. Fußballspieler sind mittig aufgehängt, und darum kreisen sie (Bilder: fak1911/ pixel2013, pixabay)

Zwei eminente und eher rechtsdrehende Fußballer stellten sich nun mit dem türkischen Möchtegernsultan ins Bild, und dafür kriegten alle zusammen Schelte ab. Irgendwie dumm fand das die Zeit (1. Link unten), und es gibt ja auch Gründe für diese Meinung. Das Sündenregister des Sultans ist ellenlang (2., 5., 6., 10 wb-Links und ungezählte ungenannte Artikel). Wohin soll das überhaupt führen, wenn die Kicker sich demnächst mit dem russischen Präsi oder gar mit dem amerikanischen Präsi konterfeien lassen?

Nicht auszudenken, wo doch der Fußball seinem sauberen Image hinterhergaloppiert. "Say no to racism", sagt die UEFA (3.) und bezieht das auch auf Diskriminierung und Intoleranz – zwei Paradedisziplinen des Sultans. Aus dieser Sicht ist es allemal ein Eigentor, was die deutsch-türkischen Kicker fabrizierten. Die Botschaft "Erdogan gehört zur deutschen Nationalmannschaft" kam zurecht schlecht an.

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Allerdings waren die Reaktionen übertrieben – Fußball kaputt oder demontiert (Bilder: Alexas_Fotos/ keisner, pixabay).

Dabei ist's bloß "eine Geste der Höflichkeit", wenn ein deutscher Kicker "seinem Präsidenten" ein Fanbild signiert. Naja, der deutsche Präsi heißt eigentlich Gauck, nein, Steinmeier, aber das kann ja nicht jeder wissen. Die Kicker sind laut Eigenauskunft so unwissend (4.), dass man ihnen solche Details eigentlich nicht abverlangen kann.

Deshalb sind die populistischen Forderungen der Fans auch abzuweisen. Erdogan-Unterstützer Özil und Gündogan raus aus der deutschen Nationalmannschaft? Und stattdessen womöglich den Sultan aufstellen? Nein danke, der spielt foul. Er regiert über seine 5. Kolonne Ditib nach Deutschland hinein wb-Links, und die Vorstellung, er betrachte Deutschland schon als türkische Kolonie (5.), ist nicht von der Hand zu weisen.

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Es ist nun nicht so, dass ihm schon Hörner wachsen (Bild: Zero Hedge/ monikabaechler, pixabay).

Da müsste wohl die Hölle zufrieren. Aber was des Despoten Haupt da schückt, ist auch kein Heiligenschein. Den fabriziert sich der Selfmade-Sultan höchstens selber. Vielleicht kriegt er ja noch den Nobelpreis für seine interressanten Theorien vom "verdorbenen Blut" der deutsch-türkischen Bundestagsabgeordneten und wer weiß wem noch (6.).

Zum echten Türkentum des Sultans gehören nur echte Türken, wobei solches Gesocks wie Journalisten natürlich außen vor bleiben muss. Pardon, die bleiben innen drin, denn sie sind in den türkischen Gefängnissen eingesperrt und werden als Terroristen zu langjährigen Terrorstrafen verurteilt (7.). 2016football-735131_1280889083

2016football-1857130_1280pixel2013Ergo: Die deutsch-türkischen Mitmenschen sollten sich von dem Verbrecher Erdogan bitte distanzieren (Bilder: 889083/ pixel2013, pixabay).

 

Medien-Links:

  1. Mesut Özil und Ilkay Gündogan: Nicht besonders schlau (Zeit Online 14.5., 1100 Kommentare): Mesut Özil und İlkay Gündoğan haben sich mit dem türkischen Präsidenten fotografieren lassen. Irgendwie dumm.
  2. Kritik an Erdogan – Neue türkische Wahlreform ermöglicht Wahlbetrug (Frankfurter Rundschau 13.3.): Das türkische Parlament hat eine Wahlrechtsreform gebilligt, die nach Ansicht ihrer Kritiker Präsident Recep Tayyip Erdogan begünstigt und Wahlbetrug ermöglicht.
  3. Nein zu Rassismus (UEFA 2017): Der Kampf gegen Rassismus, Diskriminierung und Intoleranz im Fußball wurde in den letzten Jahren zu einem der Hauptanliegen der UEFA – „say no to racism“.
  4. Bundesliga-Profi Petersen "Ich verblöde seit zehn Jahren" (Spiegel Online 8.12.17): Nils Petersen vom SC Freiburg gab ein Interview zum Thema Intelligenz im Profifußball: "Ich habe nichts gelernt, keine Ausbildung gemacht, die anderen Leute können wahrscheinlich viel mehr als ich. Manchmal schäme ich mich, weil ich so wenig Wissen von der Welt besitze."
  5. Experte: "Erdogan betrachtet Deutschland vermutlich bereits als Kolonie" (Focus Online 27.7.16): "Deutschland ist zu lasch und lässt Erdogan über Ditib hierzulande Macht ausüben."
  6. Türkei – Erdogan für Bluttest bei türkischstämmigen Bundestagsabgeordneten (Frankfurter Rundschau 6.6.16): Bereits am Samstag hatte Erdogan den türkischstämmigen Abgeordneten im Bundestag angegriffen. "Dort soll es elf Türken geben", sagte Erdogan. "Von wegen. Sie haben nichts mit Türkentum gemein. Ihr Blut ist schließlich verdorben."
  7. Pressefreiheit in der Türkei: Meşale, Serkan, Yakup – angeklagt wegen Journalismus (Zeit Online 26.4., 500 Kommentare): Ein Istanbuler Gericht hat das Ausreiseverbot gegen Meşale Tolu nicht aufgehoben. Zudem sind 154 Journalisten in türkischen Gefängnissen. Wir dokumentieren ihre Fälle. Ein Leserkommentar spricht für alle: Erdogan schaltet die kritische Presse aus, beschneidet Grundrechte und will die Legislative entmachten und bezeichnet UNS als Nazis.

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Ditib-Links von wissenbloggt:

Fußball-Links von wissenbloggt:

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