Dr. Günter Dedié: Warum ich für den Erhalt des Berliner Neutralitätsgesetzes eintrete

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Dr. Günter Dedié hat den Aufruf zum Erhalt des Berliner Neutralitätsgesetzes unterzeichnet (Bild: Engin_Akyurt, pixabay, Ausschnitt).

Der Naturwissenschaftler ist Administrator und Autor des Informationsportals wissenbloggt; er betreibt den Blog Emergenz-Netzwerk.

Seinen Einsatz für das Neutralitätsgesetz begründet er in einer Stellungnahme so:

 

„In der Realität ist Deutschland aber kulturell und weltanschaulich seit langem ein humanistisch-naturwissenschaftliches Abendland“

Die konsequente Trennung von Kirche und Staat ist in Deutschland schon lange überfällig. Das Berliner Neutralitätsgesetz ist ein wichtiger Schritt dorthin. Es sollte nicht rückgängig gemacht, sondern auf ganz Deutschland ausgedehnt werden. Es ist ein Unding, dass das Reichskonkordat zwischen Hitler und Pius dem XI. von 1933 heute immer noch gültig ist. Deutschland ist deshalb immer noch eine Art Gottesstaat und damit eine Motivation für andere Religionsgemeinschaften wie den Islam, gleiche Rechte zu fordern.

Von der Sache her stammen die Dogmen der monotheistischen Religionen überwiegend aus der Bronzezeit; sie sind inzwischen nur noch als völlig veralteter Aberglaube anzusehen. Die christliche Ethik und Moral geht nicht über das hinaus, was die Menschen aus der Evolution mitbekommen haben.

1000 Jahre Verbrechen der christlichen Kirchen und Beihilfe zu Verbrechen wie Kriegen aller Art werden stets vertuscht und uns sogar als Christliches Abendland untergeschoben. In der Realität ist Deutschland aber kulturell und weltanschaulich seit langem ein humanistisch-naturwissenschaftliches Abendland. Der Anteil konfessionsloser Bürger in Deutschland beträgt inzwischen etwa 40%, wird aber unauffällig wie eine unbedeutende Minderheit ausgegrenzt. Der Staat muss deshalb so schnell wie möglich verpflichtet werden, keine kirchlichen Organisationen, religiöse Lehren oder andere unwissenschaftliche Ideologien zu unterstützen, weder finanziell noch ideell. Glaube aller Art muss eine persönliche Angelegenheit bleiben. Bis heute ist das Gegenteil der Fall, vgl. Carsten Frerk: „Kirchenrepublik Deutschland“.

„Der oft unüberlegten Hochachtung gegen alte Gesetze, alte Gebräuche und alte Religionen hat man alles Übel in der Welt zu verdanken.“ (G.C. Lichtenberg).

 

Dr. Günter Dedié, 20.5.2018

Naturwissenschaftler und Sachbuch-Autor

 

Links dazu:

  1. Berliner Neutralitätsgesetz Gesetz zu Artikel 29 der Verfassung von Berlin vom 27. Januar 2005
  2. Berliner Neutralitätsgesetz – Klagen fürs Kopftuch (Der Tagesspiegel 14.4.): Vier neue Verfahren sind vor dem Arbeitsgericht anhängig: Immer geht es um Lehrerinnen, die das Verbot religiöser Symbole nicht hinnehmen wollen.
  3. Berliner Neutralitätsgesetz – Grüne wollen Entscheidung beim Kopftuchverbot (Der Tagesspiegel 2.5.): Niemand weiß, ob das Neutralitätsgesetz rechtskonform ist. Die Grünen-Vorsitzende Antje Kapek fordert vom Senat, diesen Zustand zu ändern.
  4. Berliner Neutralitätsgesetz – Klage abgewiesen: Lehrerin darf an Grundschule kein Kopftuch tragen (Der Tagesspiegel 2.5.): Eine Berliner Lehrerin klagt, um mit Kopftuch an einer Grundschule unterrichten zu dürfen. Vor dem Arbeitsgericht verliert sie. Doch eine Berufung ist möglich.
  5. Berliner Neutralitätsgesetz – Neuköllns Bürgermeister hält an Kopftuchverbot fest (Der Tagesspiegel Potsdamer neuseste Nachrichten 9.5.): Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus drängen auf ein Ende des Neutralitätsgesetzes. Der SPD-Politiker Martin Hikel weist das zurück.

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