Neu im Pantheon: Quantengottchen

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Es ist ja nicht ganz neu, dass Außenstehende an der Götterschöpfung teilnehmen möchten. Ein Beispiel ist das Fliegende Spaghettimonster – naja, wenn man mit dem Nudelsieb nach Göttern fischt …
Da gibt es fortschrittlichere Möglichkeiten (Bild: TheDigitalArtist, pixabay).

Einen Anlauf hat der wissenbloggt-Schreibknecht schon unternommen, und das Ergebnis heißt Quarx (wb-Link Quarx). Bis jetzt hat sich Quarx noch nicht recht durchgesetzt. Andere unbenamste Gött*innen aus der KI-Produktion sind im Göttersortiment auch nicht richtig angekommen (wb-Link Gött*innen). Und der Instant-Gott aus der Tüte? Nein, der auch nicht (wb-Link Tüte). Wenigstens ist das Geheimnis gelüftet, wie die Christen es gemacht haben, so einen erfolgreichen Gott zu schaffen (wb-Link Wie das wohl zuging).

Eigentlich fehlt ein Pendant zur Christen-Story, das die Islam-Story genauso realistisch nachvollzieht … Zuvor ist aber ein anderer Anlauf dran, nämlich der physikalische mit den Quantengottchen (Bild: insspirito, pixabay).gottchenfractal-1280104_1280insspitito

Na dann on the fly auf in die göttlichen Sphären. Aber nicht zum Himmel droben mit einem imposanten Popanz von Gott, sondern überallhin, mit vielen, vielen kleinen Gottchen – mit Quantengottchen.

Quanten, das sind nicht die Dinger unten an den Beinen mit dem übergroßen Fußabdruck.

Quanten hält man jetzt für physikalische Phänomene, weil die ganzen Geschichten mit Atomkernen und -hüllen gequantelt sind. Quantenereignisse sind aber nicht die ganz großen Dreh- und Angelpunkte, die man umgangssprachlich so zu bezeichnen pflegt. Nein, das sind viele, viele winzige Ereignisse, und mit denen hat es eine besondere Bewandtnis.

gottchenfractal-1280095_1280insspiritoFür ein einzelnes Quantenereignis kann man nicht voraussagen, wann es stattfindet. Diese Ereignisse finden zwar gesetzmäßig, aber stochastisch und nicht deterministisch statt. Ansonsten funktioniert die ganze Welt deterministisch, und auf den großen Skalen sieht das alles sehr deterministisch aus (Bild: insspirito, pixabay).

Aber auf der Mikroebene der Quanten nicht. Es ist unbestimmt, wann die Quantenereignisse eintreten. Wenn sie früher stattfinden, läuft die Welt anders weiter, als wenn sie später stattfinden. Der Unterschied ist meistens nur winzigklein, aber er ist real, er ist vorhanden. Meistens hat das keine direkten Konsequenzen, weil sich alles wegmittelt.

In labilen Situationen macht es aber einen Unterschied. Das folgt dem Gleichnis mit dem Schmetterling, dessen Flügelschlag die Entwicklung des Wetters beeinflusst. Nun also das Quantenereignis, das Energie umsetzt, die ja irgendwo bleibt und ein kleines Scherflein dazu beiträgt, dass die Weltläufte nicht für alle Zeiten vorherbestimmt sind: Weil die Quantenereignisse die einzige Abweichung vom Determinismus sind, steuern sie die Weltläufte.

Gottchenworm-hole-644117_1280TheDigitalArtistDas verblüfft viele Leute, dass die schwächsten Ursachen am Ende die größten Wirkungen haben. Dabei ist es kaum anders möglich. Ganz ohne Zufall wäre der Ablauf der Welt für immer festgelegt – und mehr als ein ganz kleines Bisschen Zufall würde ins Chaos münden. Die Quanten machen das schon richtig, indem sie so unbemerkt herrschen (Bild: TheDigitalArtist, pixabay).

Aber nicht unbemerkt genug, um unbemerkt zu bleiben. Einige Gutinformierte sind auf die naheliegende Idee gekommen, Die Quantenereignisse beherrschen die Welt, also sind sie Götter. Bei wissenbloggt wird das nur nachempfunden, aber es erscheint folgerichtig für die Leute, die sowas glauben möchten.

Wohlan, im Quantenbereich tummeln sich die Götter. Die Popanze oben in den Wolken sind total out. Echt coole Götter wirken in der Quanten-Steuerung. Jedes Quantenereignis hat ein kleines Quantengottchem, das seinen Ablauf triggert.

So steuern die Quantengottchen den Ablauf der Welt. Sie lassen das Ereignis früher stattfinden oder später, und der Lauf der Welt ist anders – was können wir tun, um uns die Quantengottchen gewogen zu machen?

Nun, zunächst einmal steuern die Quantengottchen zusammen mit der ganzen Welt ja auch uns. Indem wir sie anbeten, vollzieht sich also eine göttliche Schleife. Unser freier Wille wird von den Gottchen gemacht, und wir nutzen ihn, um die Gottchen zu preisen.

Was könnte vernünftiger und logischer sein? Die Quantengottchen geben sich uns zu erkennen, indem wir sie anbeten. Darin realisiert sich die Göttlichkeit des Menschen und die Menschlichkeit der Quantengottchen. Sie hätten ja alles ganz anders arrangieren können, so dass wir sie nicht anbeten könnten. Deshalb müssen wir ihnen danken und sie preisen immerdar. Spenden bitte auf das Konto 3141592653589793238462643383279, danke.

(Ex-Gott, Jesus, Heiliger Geist, Jungfrau Maria so halb & Allah, Bild: Wikimedialimages, oscardavid19gt, TheDigitalArtist, Jo-B & werner22brigitte, alle pixabay, Bearbeitung wb).

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