TU Berlin lehrt Technik des Kopftuchbindens

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"TERRE DES FEMMES fordert Sie (TU Berlin) dazu auf, Religion im Sinne der Aufklärung kritisch zu hinterfragen und die Neutralität Ihrer Universität zu schützen. Wir erwarten von Ihnen, dass Sie keine Weltanschauung unterstützen, welcher überholte Rollenzuschreibungen von Frauen und Männern zugrunde liegen." Dieser Aufforderung schließt sich wissenbloggt an (Bild: Clker-Free-Vector-Images, pixabay).

Offener Brief zur Veranstaltung „Technik des Kopftuchbindens erlernen“

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Christian Thomsen,

am 9. Juni 2018 veranstaltet „Die lange Nacht der Wissenschaften e.V.“ über den Abend in ganz Berlin und Potsdam verteilt eine Reihe von spannenden Experimenten, Ausstellungen, Spielen und Vorführungen zu wissenschaftlichen Themen. Beteiligt ist natürlich die Technische Universität Berlin, welche die Veranstaltung auf ihrer Homepage als „Eine Nacht zum Forschen und Staunen“ bewirbt. Worüber wir Staunen, ist die Veranstaltung, welche auf die Podiumsdiskussion mit dem Titel „Kopftuchverbot für Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen Berlins?“ folgt. Im Anschluss an diese Diskussion bietet die TU Berlin einen 60-minütigen Workshop zum Erlernen der Technik des Kopftuchbindens an.

Diese Art von Umgang mit Religion hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Die Verschleierung ist im Islam unter anderem Ausdruck von Diskriminierung und Sexualisierung der Frauen. Dass diese patriarchalen Strukturen durch das Angebot eines Kopftuchbindekurses von einer staatlichen Universität gefördert werden, kann gerade in einem Bundesland, in welchem es ein Neutralitätsgesetz gibt, nicht geduldet werden.

Mit dem Kopftuch zieht in die Universitäten und Ausbildungsstätten eine Weltanschauung ein, in der Frauen von Männern in erster Linie als Sexobjekte wahrgenommen werden. Um sich vor den lüsternen Blicken der Männer zu schützen, wird
von den Frauen erwartet sich zu verschleiern. Ein solches Geschlechterverständnis darf in öffentlichen Bildungseinrichtungen eines säkularen Staates nicht gefördert werden.

Sie, als Präsident der Technischen Universität Berlin, sollten sich dazu verpflichtet fühlen an Ihrer Universität eine neutrale Atmosphäre schaffen, in denen Frauen und Männer gleichberechtigt miteinander lernen und lehren können. TERRE DES FEMMES fordert Sie dazu auf, Religion im Sinne der Aufklärung kritisch zu hinterfragen und die Neutralität Ihrer Universität zu schützen. Wir erwarten von Ihnen, dass Sie keine Weltanschauung unterstützen, welcher überholte Rollenzuschreibungen von Frauen und Männern zugrunde liegen.

Das Leitbild von TERRE DES FEMMES ist es Mädchen und Frauen ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes und freies Leben zu ermöglichen, ohne sich patriarchalen Strukturen unterzuordnen zu müssen. In diesem Sinn grenzen wir uns von jeglichem Extremismus ab und distanzieren uns von Weltanschauungen, die der Gleichberechtigung der Geschlechter im Weg stehen.

Mit freundlichen Grüßen

Christa Stolle
Bundesgeschäftsführerin

Der offene Brief bei TERRE DES FEMMES

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