Der Ödipuskomplex unserer Psychiater von Frank Sacco

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dav"Hat ein Psychiatrie-Patient heute einen Gottkonflikt, wird er zum verursachenden Klerus abgeschoben," schreibt Frank Sacco, Doktor der Medizin. Er sieht die Ödipus-Story als einen klassischen Gläubiger-Gott- Konflikt – Frank Sacco hat nichts gegen Götter: Sie müssen sich hier nur benehmen (Bilder: Sacco).

Der Ödipuskomplex unserer Psychiater  von Frank Sacco

Der Umgang mit dem Komplex zeigt uns die Krankheit unserer Psychiatrie auf. Sie hat eine Denkblockade. Und gibt es selber über Prof. Leuzinger-Bohleber zu, der „Nachfolgerin“ Sigmund Freuds.  Ödipus hätte niemals seinen Vater getötet, hätte er gewusst, wer ihm an der Kreuzung die Vorfahrt und beinahe (zweimal) das Leben genommen hatte. Er hätte nie lustvoll seine Mutter gevögelt, wenn er gewusst hätte, dass seine Ehefrau seine Mutter war. Viel zu groß war seine elementare  Angst vor der „Sünde“ Inzest. Doch Unwissenheit schützt in der Religion vor Strafe nicht. Weder in der griechischen, der jüdischen, noch in der sog. „christlichen“. Da sind die sowohl ungerechten wie auch ausgedachten „Götter“ beinhart. Angst vor einer Kastration durch seinen toten Vater hatte Ödipus sicherlich nicht. Tote kann man kastrieren, doch antun können sie einem nichts.

Erst als er als objektiv völlig Unschuldiger um diese eingeredeten „Sünden“ wusste, wurde Ödipus angstkrank. Als ein beschwichtigendes Opfer an Zeus stach er sich mit der Hutnadel seiner Frau Mamma die Augen aus. Das war ein überflüssiges Opfer, denn Zeus war ebenso wie auch der Bibelgott eine Erfindung geldgieriger Geistlicher.

In der Sage wird dann so heftig gelogen wie später in der Bibel, dem „orientalischen Märchenbuch“ (Diktion Friedrich der Große). Unser Held sei zu den üblicherweise folternden Rachegöttinnen gekommen, die ihn aber aufgrund seines Augenopfers nicht folterten, sondern im Gegenteil liebkosten. Heute wissen wir: Es gab sie gar nicht, die Rachegöttinnen. Wenn ein Christ heute noch an sie glaubt, kommt er nach dem Dogma der Bibel in die Hölle des Bibelgottes und wird dort „mit Feuer“ fleißig und auf ewig gefoltert. Bischof N. Schneider sagt: Mit „Feuer“. Schneider ist ein Verbrecher. Dieser Gott sei ein eifersüchtiger Gott, so die Bibel. Er möge keine Rivalinnen. Dieser „Gott“ mag als Sadist und Verbrecher nur sich. Ich denke da an die Sintflut, seinen Steinigungsbefehl und den Aufruf an uns alle zur Tötung aller Homos! „Pfui“ möchten wir da ausrufen. Frank Sacco hat nichts gegen Götter. Sie müssen sich hier nur benehmen. Der Bibelgott kann sich nicht benehmen. Und sein Sohn kann es auch nicht. Der plant nach Lukas 17 den Holocaust Apokalypse.

Die Ödipus-Story beschreibt also einen klassischen Gläubiger-Gott- Konflikt und keinen Sohn-Eltern-Konflikt. Doch das dürfen Psychiater nicht sehen oder es gar  einsehen. Warum nicht? Es würde sie an die eigene „Sünde“, die ihres Gottesmordes erinnern, soweit sie durch ihre Flucht in einen unechten Atheismus oder einen unechten Agnostizismus ihren jeweiligen Gott umgebracht haben. Das tat übrigens schon Freud mit seinem Satz: „Religion ist Wahn“. Dass Freud eine Angstneurose hatte, schreibt er uns selbst. Dass er als „Atheist“ religiöse Sündengefühle hatte, war den „Tiefenpsychologen“ wohl unklar. Doch ihre Theorien waren demnach: Er habe seinem Brüderchen den Tod gewünscht! Da war Freud 1 Jahr alt! Er habe C.G. Jung den Tod gewünscht!  Na und? Kann man etwas für seine Gedanken?  Nein. Doch es war „schlimmer“. Freud  „tötete“ mit Jahwe und dem Bibelgott gleich zwei „Götter“. Er wuchs bireligiös auf. Er hatte als geborener Jude eine katholische Kinderfrau, die ihn in jede Kirche schleppte. Er tötete zwei Herren, die es gar nicht gibt. Seine Angst, die auch die überflüssige Angst des „Gottesmörders“ Nietzsche war, war umsonst. Er fiel ebenso auf eine fundamentalistische Religion herein wie sein Vorgänger Ödipus.

Hat ein Psychiatrie-Patient heute einen Gottkonflikt, wird er zum verursachenden Klerus abgeschoben. Der hat ja sein „Arztzimmer“ gleich nebenan. Das ist unärztlich und ein Kunstfehler. Es ist unterlassene Hilfeleistung. Doch alle Aufklärung durch mich nutzt nichts. Man will als Psychiater weiter dumm und unärztlich bleiben. Jahrelang Neuroleptika zu verschreiben erscheint simpler, als ein kritisches Gespräch über eine dogmatische und fundamentalistische Religion zu führen. Eine angstkranke Psychiatrie sollte keine Angstkranken behandeln dürfen. Und die Frage an alle hier: Haben Neuroleptika Nebenwirkungen?

sdr

Frank Sacco ist Autor von Das Sacco Syndrom und Autor der Bücher

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3 Antworten auf Der Ödipuskomplex unserer Psychiater von Frank Sacco

  1. Saco sagt:

    Wilfried! Das ist ja mein Wartezimmer!

    Als gestandener Psychotherapeut und Psychiatriekritiker machte ich so meine Erfahrungen. Psychiater wird man in der Regel aufgrund eigener psychischer Instabilität. Die hofft man, durch ein Studium der Psychiatrie ausgleichen zu  können. Ein vorhandener  Minderwertigkeitskomplex soll verschwinden.

    Überkompensatorisch kann sich dann ein „Größenwahn“ entwickeln. Und der lässt sich nur aufrechterhalten, indem man kritische Patienten (oder Kritiker) gnadenlos behandelt, ja bis hin zum ärztlichen Kunstfehler einer nicht angebrachten dauerhaften Medikation mit Neuroleptika. In  meinem Fall ging man  bis zur schweren Körperverletzung. Ich hatte die skandalöse kirchliche  Trägerschaft unserer Psychiatrischen Einrichtungen durch die Amtskirchen bei Prof. Hoppe, damals Präsident der BÄK,  angeprangert und Änderung verlangt. Denn die Amtskirchen füllen ja über ihre bekannten Androhungen ewiger Folter eben diese Häuser mit schwer an einem Sacco-Syndrom Erkrankten. Und sie machen ihre angestellten Psychiater per Unterschrift mundtot. In „Spitzbuben und Schwachköpfe“ könne man die Psychiater einteilen, so Karl Kraus (im Kösel-Verlag). Daneben gebe es aber auch etliche „nie recht ernstgenommene Wissenschaftler“. Da hat er an Ärzte wie mich gedacht. Was man als Psychiater glaube, das erhebe man zur „Wissenschaft“.

    Eigene Ängste blockieren psychiatrisches  Denken in der Sprechstunde – speziell auf dem Sektor Religion. Daher deutet man auch die Ödipus – Sage bis heute falsch.

     

  2. Wilfried Müller sagt:

    Zu den medizinischen Themen kann ich nix sagen, aber Deine Sprechstundenhilfen mit dem Kleinwagen und mit den Flügeln fand ich sehr ansprechend.

  3. Saco sagt:

     Wenn wir in die Originalarbeit des Sophokles schauen ("König Ödipus"), wird uns der Gott-Gläubiger Konflikt überdeutlich: Der Chor singt: "Du Voreiliger. Wie konntest du dein Augenlicht so grimm verlöschen! Welcher Gott verstörte Dich?" Darauf Ödipus: "Nun bin ich gottverhasst, einer Befleckten Sohn"… "Bin ich doch ganz verhasst den Göttern." Also noch einmal: Beim Ödipuskonflikt geht es nicht um Kastrationsangst, sondern um Höllenangst. Freud ist an dieser immens wichtigen Stelle widerlegt. Der Ösdipuskomplex ist gar kein Komplex, da ein solcher ja eine Verdrängung der Ursache der Angst voraussetzt. Doch Ödipus ist die Angst vor den Göttern schon BEWUSST!
    Freuds Kastrationangstgehört in die psychiatrische Tonne.

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