Asyl: Argumente pro und contra Einwanderung

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Viele hätten gern so ein Schild an den Grenzen aufgestellt, um die Immigranten draußenzuhalten (Bild: meineresterampe, pixabay, verändert). Andere vertreten den Standpunkt der offenen Grenzen für alle. Einige wollen sich an die Rechtslage halten, die allerdings kontrovers diskutiert wird – zumal andere EU-Staaten sie nach Gusto interpretieren und machen, was sie wollen. Zuletzt gab es noch einen UNHCR-Bericht (1.), der weltweit mehr Flüchtlinge sieht, von denen aber weniger in Deutschland ankämen (2.).

Ob das stimmt? Der UNHCR-Bericht verzeichnet 970.365 (von ihm registrierte) Flüchtlinge in Deutschland, wo es doch incl. Familiennachzug eher doppelt so viele sind. Und die grassierende Aussage "Die Zahl der Asylbewerber sinkt" ist eine Desinformation von geradezu demagogischer Qualität. Hier die Gegenüberstellung als Tabelle:

___________pro____________ _____________contra______________

"Die Zahl der Asylbewerber sinkt."
"Es kommen kaum noch welche."
"Zahl der Asylanträge seit über einem Jahr auf niedrigem Niveau."

 

(Die bisherige Zahl ist 14.000 pro Monat in 2018)

Gemeint: Es werden mehr, aber weniger schnell mehr. Doch nicht mal das stimmt:

  • 150.000-200.000 Immigranten
  • 100.000-200.000 Familiennachzug1
  • 100.000 Geburten von Immigrantinnen2

Damit dürfte 2018 wieder einer der Einwanderungs-Spitzenjahrgänge werden. Und es gibt keine Garantie dafür, dass es nicht wieder 1 Mio./Jahr werden, denn Deutschland traf ja außer dem scheintoten Türkei-Deal keine ernsthaften Vorkehrungen, um die Grenzen zu kontrollieren.

"Grenzen lassen sich nicht schließen." Das stimmt nicht. Mit den heutigen Möglichkeiten (Fingerabdrücke, Gesichtsscan, DNS-Probe) sind Grenzen ohne Zaun möglich.
"Die Immigration ist demographisch unbedenklich." Die Zahlen sprechen dagegen. Inzwischen ist 1/4 der Geburten in Deutschland von ausländischen Müttern, geschätzt die Hälfte davon Immigrantinnen. Die Eingereisten vermehren sich (Fertilitätsrate ca. 2,3), während die Einheimischen weniger werden (1,3)2. U.a. liegt das daran, dass der Großteil der Eingereisten von den Einheimischen alimentiert werden muss, die deswegen so hohe Steuern zahlen, dass die eigene Familiengründung schwierig wird.
"Es sind nur 1% Fremde, 1 Mio. unter 80 Mio." Desinformation: Bei den Geburten sind 23% von ausländischen Müttern2, und unter den jungen Altersgruppen machen die Ausländer 30% aus3, davon ca. die Hälfte Immigranten.
"Es sind alles Flüchtlinge, die im Krieg ausgebombt wurden." Nein, die Ausgebombten sind in sicheren Lagern im nahen Ausland. Von da aus machen sich Leute mit etwas Geld auf, um was Besseres aufzutun; viele tun dasselbe von zuhause aus. Fliehen tut praktisch niemand, der hier ankommt, sonst könnten Frauen und Kinder nicht zurückgelassen werden. Oft wirken nicht Not und Terror als Antrieb zur "Flucht", sondern Verwandte und Freunde, die bereits in Europa angekommen sind.
"Das Boot wird nie voll."
"Die Kassen werden nie leer."
Beides grundsätzlich falsch. Und wann das Boot voll ist, muss die Gesamtheit der Einheimischen entscheiden, nicht bloß die Immigranten und ihre Fürsprecher. Dasselbe gilt für die Beträge, die für Hilfe bewilligt werden.
"Wir sind an der Lage schuld."
"Die können nicht anders."
Nein. Es gibt zwar Fischereiflotten, die vor der Küste abräumen, und aufgezwungene Freihandelsabkommen – aber abgesehen von den durch USA & Co. angezettelten Kriegen sind die Probleme zumeist selbergemacht; durch Übervölkerung, Übernutzung, Korruption und Misswirtschaft. Europa hat sich nach dem 2. Weltkrieg selber hochgearbeitet, der Rest der 3. Welt tut es derzeit. Afrika kann das auch. Emigration von Privilegierten löst das afrikanische Problem nicht.
"Wir müssen helfen."
 
Ja, aber vernünftig. Hilfe vor Ort wird vom UNCHR mit 120 $ pro Jahr angesetzt (6.). Hilfe in Deutschland ist um den Faktor 100 teurer (7.). Deutschland hilft weltweit am teuersten. Die Hilfe der Anrainerstaaten mit den aufgenommenen Flüchtlingsmillionen heißt meist nur, dass sie dort leben dürfen, Unterstützung gibt's nur von der UNO usw.
"Die Deutschen sind egoistisch und helfen zuwenig." Stimmt nicht. Kein anderes Land bringt soviel Hilfsgeld auf wie Deutschland.
"Es ist Europas Aufgabe, Migranten aufzunehmen und zu integrieren." Nein, ist es nicht. Es ist Europas Aufgabe, den Menschen zu helfen, und das geht im nötigen Maßstab nur durch Hilfe vor Ort.
"Humanität heißt alle hier reinlassen und versorgen."

Nein. Hinter dieser empathischen Haltung stecken 1. Pseudohumanismus, 2. Ignoranz und 3. Menschenverachtung:

  1. Fremde, die hier aufschlagen, werden bedingungslos gepäppelt.
  2. Fremde in der Fremde werden bloß verbal unterstützt, wenn überhaupt.
  3. Einheimische, die was anderes wollen, werden als Falschmeiner gehasst, vor allem wenn sie die Kosten nicht tragen wollen und die Nachteile nicht in Kauf nehmen wollen.
"Die Immigration lässt sich nicht verhindern." Die massenhafte Migration nach Deutschland ist nicht schicksalhaft, sie ist keine Naturgewalt. Der Grund dafür ist vielmehr ein System falscher Anreize. Diese Tatsache steht nicht im Widerspruch dazu, dass es weltweit Emigrationsgründe gibt.
"Die Gesetze verlangen es so." Das stimmt erstens nicht, und zweitens müssen Gesetze an den Bevölkerungswillen angepasst werden und nicht umgekehrt.
"Die gehen am Ende zurück." Zu diesem Thema liefern die Regierungsparteien keine klare Aussage4. Definitiv sind derzeit kein Asylende und keine Rückführung geplant.
"Unsere Flüchtlingspolitik nutzt allen." Nein, sie nutzt nur der Asylindustrie und den selbstausgewählten Privilegierten, die hier mit egal welchem Status versorgt werden. Die Ärmsten vor Ort erhalten nur 1/135 der Hilfe von denen in Deutschland5. Es ist ungerecht, egoistische Interessen von Immigranten zu bedienen, die lieber hier soziale Errungenschaften konsumieren als dort ihr Land wieder aufzubauen, und die ihre Familie nachholen möchten, statt sich dort um sie zu kümmern.
"Die Flüchtlinge sind uns dankbar." Teils, teils. Es gibt dankbare, ja. Aber auch undankbare, die Rechte einfordern und -klagen, während sie keine Pflicht zum Bekenntnis für Demokratie, Grundgesetz, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrecht, Säkularisierung und Integration sehen.
"Die Welt achtet uns für unsere Flüchtlingshilfe." Das mag teilweise stimmen. Viele halten uns aber für dämliche Weicheier, wegen unseres Kontrollverlusts und unserer Bereitschaft, uns ausnutzen zu lassen. Für unsere Zahlmeisterei bei der Euro-Subventionierung liebt uns ja auch keiner.
"Wir müssen die Werte der Flüchtlinge achten." Nein, müssen wir nicht. Wir müssen die Menschen achten, nicht aber ihre Werte; die können wir auch ablehnen. Grund genug gibt's dafür, wenn sie so rückständig sind.
"Wir brauchen den Zuzug für unsere Renten." Nein, gebraucht werden allenfalls Fachkräfte, die hier einen Job finden. Die meisten Immigranten aus dem Nahen Osten, Arabien und Schwarzafrika erreichen hier das Minimum ihrer Nützlichkeit; sie kosten statt zu nutzen. Angeblich arbeitet 1/4 der Menschen aus "nichteuropäischen Asylherkunftsländern", aber hier treffen sich Zahlen von Bamf und Arbeitsamt, die beide für ihre Unglaubwürdigkeit bekannt sind (9.).
"Wir brauchen den Zuzug zur 'Bestandserhaltung'." Nein, wir brauchen keine Bestandserhaltung. Deutschland ist  übervölkert, eine schrumpfende Bevölkerung wäre besser und nachhaltiger für das Land und beispielhaft für die Welt.
"Haben wir keine anderen Probleme?" Beliebter Ablenkungsversuch von Leuten, die etwas angerichtet haben und nicht drüber reden wollen. Nein, die Immigration wird durchweg als Jahrhundertproblem Nummer 1 angesehen und entsprechend diskutiert.

Die deutsche Migrationspolitik basiert nicht auf rationaler Grundlage. Politisch ist eine linksgrüne Extremposition durchgesetzt; die Grenzen sind für Einwanderer offen, bis hin zum Familiennachzug sogar für Abgelehnte ("subsidiär Geschützte", 8.). Kaschiert wird die deutsche Grenzöffnung durch Ungarns Grenzschließung und den "Türkei-Deal".

Auf Seiten der Open-Border-Fraktion ist das Thema mit einer Menge Lüge und Selbstbetrug garniert, mit enormer Medienmacht und geradezu mit Menschenhass auf die Immigrations-Kritiker. Bei letzteren gibt es auch emotionales Verhalten bis hin zum Hass auf Fremde & Willkommensheißer.

Die große Mehrheit besteht aber nicht aus Nazis, Rechtsradikalen und Fremdenhassern, sondern aus Gutwilligen und Hilfsbereiten, welche die enormen Zahlungen für die Hilfeleistungen bisher ohne Randale aufbrachten. Was aber viele aufbringt, ist das Für-dumm-Verkaufen durch Politik, Medien und sonstige Open-Border-Verfechter ("lauter Fachkräfte", "zahlen unsere Rente", "keine zusätzliche Kriminalität", "keine Überfremdung", "keiner hat Nachteile", "die bleiben nur zeitweise", "wir schaffen das").

Und es stört viele, dass die gefühlsgesteuerte Grenzöffnung, die den Missbrauch des Asylrechts zum Einwandern möglich macht, immer noch andauert. Ebenso der Versuch, diese Tatsache wegzulügen, anstatt endlich zum Normalzustand kontrollierter Grenzen zurückzukehren. Und es stört die Verschleierung der wirklichen Einwanderungszahlen, bei denen z.B. der Familiennachzug immer verschwiegen wird. Dass die konfuse Art der Hilfe zu schwerer Fehlallozierung führt, wird nun immer mehr Leuten klar.

Am Ende kommt's dann raus, dass das Geld ausgegeben ist, und kein Problem ist gelöst (außer für die Partikularinteressen von Asylindustrie und privilegierten Immigranten).

Die Probleme sind zu schwer, um gefühlsmäßig aufgewühlten Leuten anvertraut zu werden, mit der entsprechenden Konfusion, die dabei rauskommt. Deshalb müssen Leute mit Durchblick ran, mit gerechtigkeitsorientiertem und rationalem Verhalten, die überblicken können, wieviel Humanität wir uns leisten können, und die den besten Nutzen aus den Kosten schaffen.

Der Schaden ist einfach zu groß, der von der aktuellen Migrationspolitik angerichtet wird. Trotz der hohen Kosten schafft sie mehr Probleme als sie löst:

  • der innere Friede ist gestört,
  • der europäische Zusammenhalt ist beeinträchtigt,
  • die Sozialsysteme werden noch mehr überlastet,
  • es gibt soziale Probleme mit 1-2 Millionen Leuten, die nicht gebraucht werden und womöglich in Parallelgesellschaften abdriften,
  • es gibt kulturellen und emanzipatorischen Rückschritt,
  • die Probleme in Afrika werden dabei immer größer, weil das Geld an Privilegierte geht statt an die Bedürftigen, statt in Aufbauhilfe und statt in Geburtenkontrolle.

Vor allem bei letzterem ist ein Mentalitätswandel erforderlich. Unsere Politiker sind stark christlich indoktriniert, d.h. sie stehen Geburtenkontrolle und Abtreibung kritisch gegenüber, anstatt beides nach Kräften zu unterstützen. Dabei ist das der wichtigste Ansatz für die Verbesserung der Zustände. In China und Indien hat man diese Erkenntnis umgesetzt, in Afrika steht das noch aus.

Wenn der Mentalitätswandel endlich einsetzt, erhält die Vernunft vielleicht eine neue Chance. Die EU-Politik der Grenzöffnung für alle will ja kaum noch jemand. In vielen Ländern formen sich demokratische Mehrheiten dagegen. Es ist die falsche Denke, nun zu behaupten, das würde die EU kaputtmachen – auch wenn das noch so demagogisch vertreten wird (10.).

Andersrum stimmt es: Die EU-Politik hat Europa den Europäern entfremdet – und die deutsche Politik erst recht -, und nun findet eine Rückbesinnung statt. Bleibt zu hoffen, dass das schnell und nachhaltig erfolgt.

 

(Nachtrag 29.6. "Haben wir keine anderen Probleme?")

Medien-Links:

  1. Global Trends – Forced Displacement in 2017 (UNHCR): 68,5 Millionen gewaltsam Vertriebene weltweit, als Ergebnis von Verfolgung, Konflikt oder allgemeiner Gewalt (keine Rede von Übervölkerung oder Klimaproblemen oder Krankheit/Seuchen). Tabelle 1 im Anhang verzeichnet 970.365 Flüchtlinge in Deutschland.
  2. UN-Bericht – Zuflucht bei den Armen (Süddeutsche Zeitung 19.6.): So viele Menschen wie nie zuvor müssen derzeit weltweit ihre Heimat verlassen – allerdings sucht nur ein Bruchteil von ihnen Schutz in Europa.
  3. Stunning Video Shows Global Migration Flows (Zero Hedge 19.6.)
  4. Gefährliche Hasswelle (der Freitag 19.6.): In der heutigen Welt ist die Forderung nach „null Landungen“ von Migranten an der europäischen Mittelmeerküste nichts weiter als kriminelle Propaganda. … Auf die Frage, ob wir alle aufnehmen können, die von Afrika nach Europa emigrieren wollen? Nein. Aber Italien hat sich nicht das Recht erworben zu sagen: „Okay, jetzt ist es genug.“
  5. African Countries by population (worldometers 2018).
  6. Struktur und Finanzierung (UNCHR 2018): Um seine Aufgaben für den internationalen Flüchtlingsschutz vollständig erfüllen zu können, legte UNHCR für 2016 einen Finanzbedarf von 7,5 Milliarden US-Dollar fest (bei 65 Mio. Flüchtlingen ca. 120 $ pro Person).
  7. Integration: Wie viel kosten die Flüchtlinge? (Zeit Online 12.5.16): Die meisten Bundesländer zahlen den Kreisen und Städten eine Pauschale für die Versorgung der Flüchtlinge; sie liegt zwischen rund 6.800 Euro im Jahr in Thüringen und knapp 13.000 Euro in einigen Regionen Hessens. Als Mittel für die Grundversorgung angegeben 652€ oder auch 939€ pro Monat.
  8. Übersicht über die möglichen rechtlichen Aufenthaltsarten für Flüchtlinge in Deutschland (frsh 2014).
  9. Fluchtmigration (Bundesagentur für Arbeit 5/18): Die mit 25,8 Prozent vergleichsweise geringen Beschäftigungsquoten von Beschäftigten aus den nichteuropäischen Asylherkunftsländern – Angaben nach dem Aufenthaltsstatus liegen hierzu nicht vor – zeigen, dass die Integration in den Arbeitsmarkt einen langen Atem braucht. Für alle Ausländer lag die Beschäftigungsquote im März 2018 bei 48,1 Prozent, für Deutsche sogar bei 68,1 Prozent (Beschäftigungsquoten bezogen auf die Bevölkerung inkl. ausschließlich geringfügig Beschäftigte).
  10. Flüchtlings- und Migrationspolitik – Riskant, egoistisch – und kein bisschen christlich (Süddeutsche Zeitung 25.6., gedruckt: Wider Herz und Vernunft): Söder, Kurz, Salvini und Europas sonstige Nationalisten nehmen mit ihrer flüchtlingsfeindlichen Propaganda das Ende der EU in Kauf – nur um bei kommenden Wahlen Stimmen zu kassieren. Demnach verstehen es die Rechtspopulisten, das Flüchtlingsthema als Brecheisen zu benutzen, um die "gesunden Strukturen Europas auszuhebeln". Sie wollen laut SZ die Menschen glauben lassen, das größte Problem der Zeit seien Flüchtlinge, und viele Bürger fielen darauf rein.
  11. EU-Asyl 2015 bis 2017 (atheisten-info.at 25.6.)

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