Sigmund Freud, ein „katholischer Sünder“ von Frank Sacco

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davSigmund Freud zieht sich durch viele Artikel von Frank Sacco, Doktor der Medizin, ebenso wie die Höllenfurcht und das Sacco-Syndrom. Diesmal hat Sacco auch einen Hoppla-Effekt dabei (Bild: Sacco).

Sigmund Freud, ein „katholischer Sünder“ von Frank Sacco

Hoppla, werden sich einige fragen, wie kann ein Jude Katholik sein? Wie kann ein Frank Sacco jemanden zum Sünder machen, wo er doch weiß, dass der Begriff Sünde nur eine bösartige Erfindung Geistlicher ist, um ihren Terror ausüben zu können. Aber ich fungiere hier einmal als fiktiver christlicher Geistlicher. Und nur in diesem Kapitel.

Freud war Jude, aber die Eltern brachten ihm das Judentum nur oberflächlich bei. Kein Schweinefleisch. Der junge Freud ging aber zeitweise so oft in „jede“ Kirche, wie es seine katholische Kinderfrau tat. Sigmunds Kinderglaube war demnach auch der Katholizismus. Er wuchs bireligiös auf. Er war religionspsychogisch weniger Jude als gläubiger  Katholik.

In den diversen Kirchen wurde Sigmunds Gehirn gründlich gewaschen. In gottesdienstlicher Hypnose. In einer Brühe aus Gewalt und Angst. Jeder gläubige Jude ist ja nach dem Dogma Sünder, schon weil er Jude ist. Denn er wird nicht an die Auferstehung Jesu glauben, die Bedingung für eine „Rettung“.  Und nicht daran, dass Jesus  ein Sohn  Gottes oder gar selber Gott ist. Der Glaube, der im Christentum „vor der Hölle rettet“,  ist im Judentum Sünde. Auch sei jeder Jude ein Meuchel-Mörder am Jesus der Bibel, wurde dieser ja „von Juden ermordet“ und von einem Juden namens JUDAS „verraten“. Der Name Judas ist wohl kaum  Zufall. Jesu Blut „komme über uns“, sollen die Juden in einer „Selbstverfluchung“ ausgerufen haben. Sie seien die „Söhne des Teufels“, meint der gemeine Jesus der Schrift.  „Seel und Leib“ werde in der Hölle ewig brennen, so man nicht Buße tue. Doch die Voraussetzung für Buße ist oft eine Beichte. Dort wird die Art der Strafe festgelegt. Und eine Sünde vergeben. Doch zu der vergebenden Beichte durfte unser kleiner Sigmund nicht. Ja der Christengott könne Gedanken lesen, und folgerichtig bestrafen. Das lehrt das mildere Judentum nicht. Dort sind die Gedanken noch frei. Ja Jesus lehrt, es sei kommoder, sich bei sündigen sexuellen Gedanken ein Auge auszureißen, als in seiner Hölle ewig zu verbrennen, so die biblische  Lehre bis heute. So vergiftet der Sexmuffel  Jesus bis heute die Sexualität. Auch das Abhacken einer Hand sei angenehmer als seine Hölle. Dass diese Lehre Irrlehre und tiefer Aberglaube ist, teilte man dem kleinen Freud in den diversen Kirchen nicht mit. So entwickelte er ein Sacco-Syndrom. Eine religiöse Angsterkrankung. Man sollte als jüdischer Vater seinen Sohn halt nicht in die rauen Hände einer fundamentalistischen Gewaltkirche geben.

Der erwachsene Freud fiel des Öfteren in Ohnmachten. „Angst“ habe diese herbeigeführt, so Freud. Er habe eine „Neurose“. Daran solle man „arbeiten“. Voraus ging Freuds Ohnmachten jeweils eine Fach-Diskussion im Kollegenkreis über Morde an einem Gott. Die Tiefenpsychologen begannen ihre Arbeit: Freud habe als Einjähriger seinem Bruder und Säugling „vergiftete Muttermilch“ gewünscht, so eine Erklärung der „Fachleute“. Das ist nie Schuld, aber doch eine heftige „Sünde“ eines Einjährigen. Pfui! Die zweite Version im Umlauf war die: Er habe C. G. Jung den Tod gewünscht. Auch das ist wiederum keine  Schuld, aber eine furchtbare Sünde. Überhaupt: Freuds Psychoanalyse sei „vom Teufel“, so die kirchlichen Menschenschinder. Sie verteufelten den Angstpatienten Freud.

Erst derjenige, der 2018 die 4. Theorie der Tiefenpsychologie ablieferte, ein gewisser Frank Sacco, liefert uns die wirkliche Sünde des Analytikers. Es ist die birelitiöse Sünde eines Doppelmordes. Freud hatte mit seinem Satz „Religion ist Wahn“ gleich zwei seiner Kindheitsgötter vernichtet. Den aus der Bibel und den alten, ergrauten  Jahwe. Wiederum liegt also keine Schuld vor, sondern nur eine herbeikonstruierte Schuld mit dem Namen „Sünde“. Die Angst ergibt sich nun völlig von „selbst“, hat man sie als Psycho-Virus bzw. als „Schläfer“ dem kleinen Sigmund frühzeitig in Synagogen und Kirchen wie ein Brandmahl aufgedrückt. Es ist die Angst vor einem  Verbrennen in Ewigkeit, Amen.

Unsere heutigen „agnostischen“ und „atheistischen“ Psychiater haben in der Regel den gleichen tiefen orthodoxen Glauben, wie ihn Freud hatte. Sie sind in ihrem ihnen unbewussten Kern ebenso gläubig wie die heutigen Kollegen in den USA. Das stellte L. I. Hofmann in ihrer Doktorarbeit fest (Uni Oldenburg). Und sie haben die gleiche Sünde begangen. Die Juden gegen Jahwe, die Christen und Ungläubigen gegen den Heiligen Geist. Diese Sünde ist es, die für Übertragungen und die sehr hohe Suizidrate im therapeutischen Milieu verantwortlich ist. Sie erklärt uns die Schweigsamkeit meiner Kollegen in Sachen Religionskritik. Das Maß ihrer Sünde ist halt voll. Man begeht den Kunstfehler, Sacco-Kranke zum verursachenden Klerus zu schicken. Ein ausgewachsener Skandal.

Am Grad des Widerstandes gegen eine psychoanalytische Erkenntnis kann man nach Freud ziemlich exakt deren Richtigkeit bemessen bzw. sogar nachweisen. Ich legte 2009 eine „Psychoanalyse der Kirchen und der Psychoanalytiker“ vor und sandte sie der Dachorganisation der Psychiatrie, der  DGPPN. Die informierte umgehend die Bundesärztekammer. Schon vorher hatte ein Psychotherapeut mich bei der Polizei angezeigt. Ich könne so gefährlich sein wie der „Amokläufer von Winnenden“. Ob ich „Waffen“ hätte oder „Jäger“ sei. Er fühle sich „bedroht“. Es resultierte eine verdeckte Ermittlung gegen mich, zuletzt auch durch das Landeskriminalamt. Ja man betrieb meinen Approbationsentzug. Die Psychiatrie lief also Amok. Nicht ich. Man erklärte mich für paranoid und scheute zuletzt nicht vor einer schweren Körperverletzung zurück. Doch ein Analytiker muss mit solchen Maßnahmen rechnen, wenn er gut ist. Und ich bin gut. Wer sonst hat den vermeintlichen Atheisten Sigmund Freud und seine Kollegen richtig analysiert?

Freud selbst berichtet uns ja über etliche Patientinnen mit einem Sacco-Syndrom. Oft ist frühkindliche oder spätere Sexualität die „Sünde“. Doch er kann den Frauen nicht grundsätzlich helfen. Denn er kann einer Gewalt-Kirche keine Schuld geben. Er kann nicht über Sünde und deren Strafe im Jenseits nachdenken und schon gar nicht einen religiös vermittelten Aberglauben als solchen entlarven.  Das Wort „Hölle“ kommt bei ihm nur als Rarität vor. Hier nur ein Fall von vielen: In „Zur Psychotherapie der Hysterie“ beschreibt Freud den Casus einer Angstpatientin mit „hartnäckigen“ Bauchschmerzen. Ihr erschienen ein großes schwarzes Kreuz und ein Haufen Schlangen. Freud deutet ihr an, dass man unter dem Kreuz „meist eine moralische Last“ verstünde. Freud glaubt sich in die „Seelenkrämpfe, in die Vorwürfe, die sie sich macht, eingeweiht“. Das Wort Sünde kann er allerdings nicht über die Lippen bringen. Seine Klientin hatte wie auch ihr Analytiker den jeweiligen Kindheitsgott verraten. Sie hatte sich einem „Okkultismus“ hingegeben und damit eine Sünde wider den Heiligen Geist begangen, einen Geist, den es, wie alle Geister, ja gar nicht gibt. Er ist eine bösartige Erfindung, die unsere geschlossenen Abteilungen auf unseren Psychiatrien mit Schwerstkranken und so manche Gräber mit Suizidenten füllt.

Freuds berühmte Patientin Elisabeth. v. R. hatte sich übrigens über den Tod ihrer Schwester gefreut. Nur kurz, aber es langte völlig für die Entstehung eines Sacco-Syndroms in Form einer schweren masochistischen „Fibromyalgie“. Bei einer  anderen „glücklich verheirateten Frau“ äußerte sich das Sacco-Syndrom in Absencen. Sie hatte frühkindlichen Sex mit ihrer Gouvernante. Und  sich wohl, wie es sehr oft bei den Kindern der Fall ist,  selbst schuldig und sündig gefühlt.

sdr

(Bild: Sacco) Frank Sacco ist Autor von Das Sacco Syndrom und Autor der Bücher

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