Otto Normalverbraucher als Bundeskanzler!

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man-3150610_1280Nach Norbert Walter-Borjans, Sahra Wagenknecht, Mesut Özil und Goofy wurde die Headhunter-Funktion von wissenbloggt. wieder fündig. Der neuste Kandidat fürs Bundeskanzleramt ist der, der das alles bezahlt: Otto Normalverbraucher (Bild: mohamed_hassan, pixabay).

Der "Normalverbraucher" war einst eine niedrige Kategorie der Lebensmittelkarten (im Gegensatz zu den "Schwerstarbeiter-Zusatzlebensmittelkarten"). Er ist also kein Künstlername vom "Normal-Verb-Raucher".

In Deutschland sind auch "Hinz und Kunz" als Sammelbezeichnung gebräuchlich, und in der weiblichen Form "Renate Mustermann" oder "Lieschen Müller". Auf englisch (USA oder GB) sind es "John Doe" oder "Tom, Dick and Harry". Die Franzosen haben "Pierre, Paul et Jacques", oder gleich "n'importe qui" (wurscht wer).

Hans, Thomas, Richard, Harald, Peter, Paul und wieder Hans – einen Otto haben nur wir. Der passt genau ins Beuteschema für Persönlichkeiten, die den Fachkräftemangel ganz oben beheben könnten – um so mehr sollten wir ihn schätzen. Das geht gleich los mit einem Interview, das gefaked ist und dem Kandidaten alles in den Mund legt. Der wissenbloggt-Schreibknecht Wilfried Müller (W), spricht auf Phantasiebasis mit Otto Normalverbraucher (O):

W: Hallo Otto. Wie ist die werte Befindlichkeit?

O: Schlecht.

W: Warum schlecht?

O: Soll das 'ne rhetorische Frage sein?

W: Na, dann gib halt 'ne rhetorische Antwort.

O: Dementsprechend.

W: Stimmt, das ist das gegenwärtige Alleswort.

O: Aber ich bin geteilter Meinung.

W: Das ist auch gut. Das kratzt am Verarschungsmonopol.

O: An der Pappnasenpolitik.

W: Da sind wir ja schon beim Thema. Woher, wohin, weshalb?

O: Also da soll man sich keine falschen Illusionen machen.

W: Völlig richtig und sehr staatsmännisch. So ein fundiertes Statement ist eine Wohltat bei all der Empörungsbewirtschaftung.

O: Man muss abwarten, bis einer auf Sockenschussweite dran ist, und dann …

W: Abwarten, ja? Tickack-Taktik? Interessant. Eigentlich ist das eine weibliche Politik, so scheibchenweise.

O: Putensalami-Taktik.

W: Äh ja, da hat vielleicht der Correctnesstrainer versagt …

O: Keine Umstände wegen diesen verschnepften Tussen, diesen Quotenfräuleins.

W: Äh, da sind wir aber gar zu toleranzig.

O: So ist das, wenn man die intellektuelle Problemzone umdribbelt.

W: Sehr richtig. Aber jetzt zur Kernfrage: WAS IST EIN WORT MIT 3 BUCHSTABEN, WELCHES HAT JEDOCH 7 UND TROTZDEM 8. ABER NUR 4 UND IMMER HAT DANN DOCH 5.

O: Äh? Ich war immer schlecht in Mathe.

W: Weiß ich. Mach halt mal Hokus pokus erfindibus, oder willst Du als Otto Normalversager dastehen?

O: Nun ist aber gut, Du Popovioline (Otto gebraucht ein gleichbedeutendes Wort).

W: Fragen wir mal so, was hast Du denn gewählt?

O: Erinner mich bloß nicht dadran. Wählen, igitt.

W: Ich sing Dir mal was: Wähle 333 auf dem Telefon, wähle 333 und Du hast mich schon.

O: Moment, das muss ich mir aufschreiben. Wie war nochmal die Nummer?

 

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Auflösung:

WAS IST EIN WORT MIT 3 BUCHSTABEN, WELCHES HAT JEDOCH 7
123                                                       1234567
UND TROTZDEM 8. ABER NUR 4 UND IMMER HAT DANN DOCH 5.
        12345678      1234                  12345

 

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6 Antworten auf Otto Normalverbraucher als Bundeskanzler!

  1. Ganz wichtig finde ich, dass sich Otto Normalverbraucher immer an die DIN-Norm 43675c (Normalverhalten im Alltagsverbrauch) hält.

    Seine Sprache sollte Otto Normalverbraucher an der DIN-Norm 43676d (Normalgebrauch der deutschen Sprache) ausrichten.

    Das Reiseverhalten von Otto Normalverbraucher orientiert sich an der DIN-Norm 43674f (Normal-Reiseziele).

    Das Informationsbedürfnis von Otto Normalverbraucher regelt die DIN-Norm 43671a (Normal-Information aus Erster Hand).

    Den vollständigen DIN-Normen-Katalog für Normalverbraucher finden Sie im Internet.

    Eckhardt Kiwitt,. Freising

  2. Wilfried Müller sagt:

    Danke, das ist wirklich grundlegend. Haben wir schon die Zertifizierung gemäß ISO 43675c erwähnt? Kein Otto ohne ISO. Und dem Leser steht die Prüfung des vorgeschriebenen Mundwinkelkrümmungsgrads bevor …

  3. Wilfried Müller sagt: ( 1. August 2018 um 09:21 ):

    Haben wir schon die Zertifizierung gemäß ISO 43675c erwähnt?

    An der Zertifizierung gemäß ISO wird noch gearbeitet. Zunächst müssen jedoch die DIN-Verhaltensregeln überhaupt mal ins allgemeine weltweite Bewusstsein dringen.

    Bis dahin wird für den Normalbürger das "Verhalten gemäß allumfassendem DIN-Verhaltenskatalog" (Verhaltensnormen) — privat, geschäftlich sowie bei Behördengängen — jederzeit und überall lediglich empfohlen.

    Entfernt vergleichbare Verhaltenskataloge — deren Anweisungen oftmals allerdings vielleicht eher für ein "Nicht-Normal-Verhalten" geeignet sind — gibt es übrigens seit sehr langer Zeit, teils seit Jahrtausenden. Man kann sie inzwischen ebenfalls im Internet finden. Darin ist das Verhalten gegenüber Menschen z.B. mit anderen Meinungen, mit anderem Glauben, das Verhalten gegenüber Minderheiten sowie — als absolutes Highlight für Weltreisende — eine genaue, normierte Handlungsanweisung samt Wegbeschreibung ins Paradies enthalten (speziell in 9:111).

    Diese teils jahrtausendealten und sehr umfangreichen Verhaltenskataloge, die sich bisweilen gegenseitig, bisweilen aber auch selbst widersprechen (innere Widersprüche), sind einer breiten Öffentlichkeit mehr oder minder geläufig — vielleicht eher minder als mehr — und unter der Bezeichnung "heilige Schriften" bekannt.

    Im Arabischen gibt es für "heilig" das Wort "haram" — was aber auch "verboten" bedeutet, weshalb man von diesen Verhaltenskatalogen tunlichst die Finger lassen und sie besser nicht (oder wenigstens nicht in jedem Fall) befolgen sollte.

    Eckhardt Kiwitt,. Freising

  4. Wilfried Müller sagt:

    Leider ist es so, dass die DINs (Deutsches Institut für Normung) vielfach durch ISOs (International Organization for Standardization) ersetzt werden, woher auch das Zertifizierungsunwesen stammt. Z.B. im Bauwesen wurden vorzügliche deutsche Normen durch internationalen Schrott ersetzt. Generell wird es aufwendiger, weil eine Menge zusätzliche Erbsenzählerei reinkommt sowie eine ausufernde Papierproduktion. Dazu kann Otto Normalverbraucher nix. Wenn er sich an seinen DIN-Verhaltenskatalog halten könnte, würde er die unnützen ISOs los.

  5. Wilfried Müller sagt: ( 2. August 2018 um 06:36 ):

    Leider ist es so, dass die DINs (Deutsches Institut für Normung) vielfach durch ISOs (International Organization for Standardization) ersetzt werden, …

    Das finde ich gar nicht so schlimm und auch nicht abwegig, sondern sehe es als Notwendigkeit in Zeiten, in denen "die Welt" zusammenwächst (Vereinheitlichung, ein ganz "normaler" Prozess, für den es keine DIN-Norm braucht). Mögliche Nachteile, die daraus zwischenzeitlich erwachsen, werden im Laufe der Zeit geglättet. Man hat ja z.B. auch die Uhrzeit in Deutschland und dem größten Teil Mittel- und West-Europas vor geraumer Zeit vereinheitlicht, weil sich das als sinnvoll und notwendig erwiesen hatte.

    Die "vergleichbaren Verhaltenskataloge", von denen ich in meinem vorherigen Kommentar geschrieben habe, werden eh nicht ISO-zertifiziert.

    Eckhardt Kiwitt, Freising

  6. Wilfried Müller sagt:

    Das wäre schön, wenn sich das glätten würde. Real ist aber, dass Bürokratismus und Erbsenzählerei immer schlimmer werden, denn das ist eine Wachstumsindustrie für Bürokraten und Zertifizierer und Abmahner und dergleichen, lauter neue Standortnachteile. Für Otto Normalverbraucher reicht die Otto-Norm, alles andere können wir verschenken.

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