Johann Wolfgang Goethe als Bundeskanzler!

image_pdfimage_print

jwg3
Norbert Walter-Borjans war inzwischen dran, ebenso wie Sahra Wagenknecht, Mesut Özil, Goofy und Otto Normalverbraucher. Und wieder war die wissenbloggt-Headhunter-Funktion fleißig. Als neusten Kandidaten fürs Bundeskanzleramt spürte sie eine ganz unwahrscheinliche Person auf, von deren Existenz die meisten nichts ahnen: Johann Wolfgang Goethe (Bild: Johann Wolfgang Goethe).

Hier ist nun nicht auf Kulturdefizite moderner Menschen abgehoben, die noch nie was vom ollen Goethe gehört haben, und die unter "Faust" nur Bumms! verstehen.

Nein. Johann Wolfgang Goethe lebt unter uns in einer sehr großen Multikulti-Provinzstadt mit sehr großen Ambitionen – die Ambitionen von JWG sind eher bescheiden. Soll er selber in indirekter Form zu Worte kommen:

Wenn man Johann Wolfgang Goethe heißt, kann man allerhand erleben. Zumal wenn man in der Nähe von Weimar aufwächst, um dann in der Nähe von Frankfurt die Kindheit zu verbringen. In beiden Goethestädten  lastet der Schatten des alten Dichters auf jedem, der es wagt, genauso wie er zu heißen.

Johann Wolfgang Goethe mußte Hohn und Spott ertragen, und er wurde wegen seines Namens verlacht und verprügelt. Ihm wurde die Schule zur Strafanstalt, und er konnte sein Glück nur im häuslichen Bereich finden. So richtig uferte es im Goethe-Jahr 1999 aus. Da lebte JWG in Berlin, wo er dem Medienrummel schutzlos ausgesetzt war.

Der neue JWG stand sein Leben lang im Schatten des alten JWGs, bis hin zu dem Punkt, wo er an seiner Existenzberechtigung zweifeln mußte. Sich durchzukämpfen und darüber nicht den Humor zu verlieren, war keine kleine Aufgabe. Aber Johann Wolfgang Goethe kann die Dinge mit einem Augenzwinkern nehmen und den Gegebenheiten die gute Seite abgewinnen – selbst wenn sie gar keine haben.

Lebenstüchtigkeit hat er mit dem alten JWG gemeinsam, der über die große Stadt dergestalt sprach: Es lebt aber, wie ich an allem merke, in Berlin ein so verwegener Menschenschlag beisammen, daß man mit der Delikatesse nicht weit reicht, sondern daß man Haare auf den Zähnen haben und mitunter etwas grob sein muß, um sich über Wasser zu halten. Dabei hat er die moderne Berliner Parallelwelt gar nicht gekannt, und die Regierungsbänkler & anderen Insassen des Reichstags auch nicht (der Reichstag wurde erst 50 Jahre nach seinem Tod gebaut).

Was qualifiziert unseren JWG nun zum Kanzler? Der alte JWG hätte das gewuppt, keine Frage, auch wenn er sich zuweilen bizarr und metapherös ausdrückte. Und der neue JWG? Der hat auch den richtigen Wupp-Ansatz.

Nicht nur, dass er über branchenfremde Qualitäten wie Rechtschaffenheit & Redlichkeit verfügt, und über sehr viel Empathie für die Unterdrückten. JWG hat einen klaren Blick aufs Polit-Spektakel, und zwar von unten, aus der Sicht des Kleinen Manns.

Da darf er sich zurecht belogen und betrogen fühlen, wenn er die gefakedte Arbeitslosen-Statistik sieht oder die Altersarmut in Deutschland. JWG kann Erfahrungen mit dem Euro vorweisen: Die Mieten sind heute 1:1 in €, was sie früher in DM waren (jedenfalls bei ihm), während die Renten der 2:1-Umtauschregel DM:€ folgten und sich halbiert haben (nach Abzügen für Krankenkasse und Pflegeversicherung usw.).

… und der Mann wäre bereit, den Job zu übernehmen …

Können wir es uns leisten, diese Chance zu verpassen? Mit JWG als Kanzler wäre Schluss mit Daherreden und Dummschwätzen. Dann würde eine soziale Politik in die Tat umgesetzt werden. JWG verspricht: Ich würde meine Versprechen an den Menschen auch einhalten.

Wäre das nicht ein enormer Fortschritt gegenüber Wir schaffen das (= ihr bezahlt und ich merkele weiter)? Versprechen nicht nur geben, sondern auch einhalten, das wäre der erste Schritt gegen die Politikverdrossenheit. Du kannst wählen, wen du willst, es wird sich nichts ändern? Die können machen, was sie wollen?

Genau dagegen sollten wir wählen. JWG als Bundeskanzler!

 

Die wissenbloggt-Auswahl der humoristischen und ernstgemeinten Polit-Artikel:

Mehr zum Thema:
Dieser Beitrag wurde unter Politik, Satire veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Johann Wolfgang Goethe als Bundeskanzler!

  1. Wolfgang Goethe sagt:

    Lieber Wilfried Müller,

    mit deinem Artikel hast du vollkommen Recht! Ich, JWG, ich heiße wirklich so, wäre gerne Bundeskanzler! Warum wäre ich gerne Bundeskanzler: Ich als Bundeskanzler JWG würde die Welt und vor allem Deutschland gerechter machen. Politiker würden bei mir nach Leistung und Fähigkeit bezahlt werden. Auch Beiträge für Sozialversicherungen, Rente und Krankenkassenbeiträge usw. würden ihnen abgezogen werden. Geld für Diäten würde ich in der Form abschaffen. Für mich wären meine ganzen politschen Angestellten ganz normale Arbeitnehmer.

    Frau Merkel sagt immer: "Wir schaffen das". Wen meint die damit, die Politik, oder wir, das Volk. Richtig ist, dass sie immer das Volk meint, wir sollen uns mit den Flüchtlingen herumschlagen und die Flüchtlinge akzeptieren. Warum nehmen die Politiker keine Flüchtlinge bei sich zu Hause auf, dann könnten sie die Flüchtlinge persönlich integrieren. Nein, das wollen die nicht, das sollen wir machen, das Volk. Wenn ich, JWG, Bundeskanzler wäre, würden die  Menschen von ihrer Arbeit leben können. Die Unternehmen würde ich in die Pflicht nehmen. Der Kapitallismus muss aufhören, immer mehr Geld zu verdienen. Es müssen nicht immer Milliarden und mehr sein – Gier, Gier und nochmals Gier.

    Gruß JWG (Johann Wolfgang Goethe)

Schreibe einen Kommentar