„Doom porn“: Hype ums Klima

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Polarbaer-eisbaer-suedpol-klimawandel-synonym-Heiligtum-klimareligion-Klimaschwindel-Klimabruderschaft-Klima-Luege-Betrug-co2-Ablasshandel-ersatzreligion"Doom porn" ist das böse Schlagwort fürs Aufgeilen am Weltuntergang. Der Hype ums Klima hat sich den Titel so halb und halb verdient. Einmal ist ja eine reale Grundlage zur Besorgnis da, aber andererseits wird eine Menge Schindluder damit getrieben (Bild: qpress).

Das ist nicht hilfreich für die Bewältigung der anstehenden Probleme. Zwischen bibeltreuen Klimagläubigen und ignoranten "Klimaskeptikern" öffnet sich ein weiter Bereich für vernünftige Aktionen.

Klimakonferenzen abschaffen dürfte schon mal eine zielführende Maßnahme sein. Wieso werden diese Konferenzen unter maximaler Umweltbelastung als Meeting von tausenden von Obermolchen samt ihren Untergrottenolmen zelebriert? Das wäre doch der ultimative Einsatzort für Videokonferenzen überhaupt. Dann wär's auch nicht so schlimm, wenn sich keiner an die Abmachungen hält.

Kyoto-Vertrag und Pariser Abkommen haben ja nicht gerade den Ruf von echten Aktionsplänen gegen Klimaprobleme, sondern bloß als symbolische Projekte, mit denen Weltdiplomaten ihre Eitelkeit pflegen ("symbolic vanity project for world diplomats").

Die zeitgemäße Gestaltung von Klimakonferenzen wäre ein Einstieg in vernünftigeres Verhalten beim Thema Kimakatastrophe. Auch sonst ist der Katastrophen-Hype nicht zielführend. Dramatische Änderungen werden prognosziert wie Hitzewellen, Firenados (Feuer-Tornados), Monsterstaubstürme und Erdbeben (1.). Das Erreichen von gefährlichen Kipp-Elementen (2.) soll den Rückweg zur "Normalität" verbauen, die Erde wird zum Treibhaus (“Hothouse Earth”, 3.), was während der letzten Hitzewelle Aufsehen erregte und sogar in der wissenschaftlichen Literatur Furore machte (4.).

Natürlich rief das sofort den Deutschen Bauernverband auf den Plan, der staatliche Soforthilfen gegen die Dürre forderte, wie immer mit der Vorspiegelung, es ginge darum, bäuerliche Familienbetriebe vor dem Ruin zu retten, die Ernährung der Bevölkerung sicherzustellen und die vertraute Kulturlandschaft zu bewahren. In der Realität geht es vor allem darum, industriell bewirtschaftete Monokulturen der großen Agrarkonzerne zu sponsern, die umweltfeindlich Raps, Zuckerrüben, Mais und Getreide anbauen. Auch in der Viehzucht geht es um ähnliche kapitalintensive und umweltschädliche Strukturen mit Tausenden Rindern und Schweinen. Die Dürre beeinträchtigt den Profit der Agrarunternehmen, aber was ist schlimm daran, wenn die Konzerne mal keine Dividende ausschütten können? Andere Firmen müssen mit gestiegenen Ölpreisen oder abgestürztem Eurokurs zurechtkommen, wieso nicht die Agrarwirtschaft mit einem teilweisen Ernteausfall (5.)?

Zudem werden die Landwirte in die Schuldenfalle getrieben, weil ihnen ständig empfohlen wird, immer mehr zu investieren. Sie sollen größere und teuerere Ställe bauen, in denen noch mehr Vieh gehalten werden kann, das mit noch mehr Kraftfutter noch mehr Milch und Fleisch produziert. Und noch mehr Gülle, die in noch größeren und teureren Güllebehältern gelagert werden muss, die mit größeren, teureren, schwereren Maschinen ausgebracht werden muss, durch die es noch mehr Bodenverdichtung gibt. Dadurch gelangt das Regenwasser nicht mehr ins Grundwasser, und das Grundwasser kann bei Trockenheit schlechter aufsteigen. Die Regenwürmer werden geschädigt und können den Boden weniger auflockern. Um so mehr muss gedüngt und gespritzt werden, und das bringt den Landwirte noch mehr Schulden ein. Sie müssen ständig bis zum Anschlag produzieren und können keine Ernteausfälle mehr wegstecken (5.).

green-1968579_1280ElisaRivaEs ist ja nicht nur in Deutschland so, dass nicht nachhaltig gewirtschaftet wird. Das gleiche gibt es in der ganzen Welt, vor allem dort, wo die Bevölkerungsvermehrung den Lebensraum knapp macht. Schon ist die Rede von neuer Klima-Migration (6.). Der Bericht verschweigt das Hauptproblem nicht. Die Bevölkerungsvermehrung vor allem in Afrika ist nicht grün und nicht nachhaltig (Table 4.1, S. 74, Bild: ElisaRiva, pixabay). Damit wären schon mal ein paar der Hauptursachen angesprochen, zuviel Bodenbelastung, zuviel Vieh, zuviele Menschen.

Die offizielle Doktrin hält sich lieber an zuviel CO2, denn das geht nicht direkt ans Problem ran und tut keinem unmittelbar weh. So kommt es zu Auswüchsen wie CCS, also CO2 aus der Luft rausholen und in den Boden verpressen (7. und wb-Link Energiewende). Das ist wahrscheinlich die schechteste Methode, die eigentlich nur die Kohlekraftwerks-Betreiber gutheißen können, weil sie ihre Kraftwerke dadurch gegen den Zuviel- CO2-Vorwurf immunisieren können. Denn CCS hat nicht nur einen schlechten Wirkungsgrad, es ist eine Risikotechnologie. Wenn das  CO2 ausströmt und sich in Senken sammelt, ersticken Mensch und Tier. Man sieht es nicht, man riecht es nicht, aber es ist ab einer bestimmten Konzentration tödlich. Auch mit dem Auto entkommt man nicht (außer Elektro). Beispiele Kivusee in Ruanda und Nyos-See im Kamerun; dort sind Massensterben durch CO2 passiert. Das brauchen wir hier nicht.

Trotzdem glauben manche Klima-Betroffenen, dass man selbst so fragwürdige Methoden nutzen sollte, um den Klimawandel aufzuhalten. Viele Millionen Menschen müssten sonst fliehen oder sterben. Aber mit diesen Voraussagen ist das so eine Sache.

Gewiss wird die Durchschnittstemperatur der Erde weiter steigen. Aber wie sich das verteilt, und das die konkreten Auswirkungen davon sind, das weiß man nicht. Aussagen über die Zukunft sind notwendigerweise spekulativ. Man kann das mit den schönsten Simulationen abbilden, aber das ändert nichts daran, dass damit die Raterei bloß auf eine andere Ebene verlagert wird. Bei dynamischen Systemen von solcher Art ist immer ungewiss, wie sie sich am Ende verhalten. Es sind durchaus auch Verbesserungen möglich (8. und wb-Link Klimabefunde).

Dort ist beschrieben, dass der Anteil waldbedeckter Fläche auf der Erde um 7% wuchs, obwohl in den Tropen massiv abgeholzt wird. Vor allem im Norden vergrößern sich durch den Klimawandel die Wachstumszonen einiger Baumarten (8.). Auch die Sahelzone begrünt sich wieder (wb-Link Klimabefunde), und die Aufforstungsmaßnahmen von China zeigen Wirkung.

Diese positiven Effekte stehen genauso im Gegensatz zum Klima-Hype wie die Aussagen, die je nach Wetterlage lanciert werden – wenn man sie ohne ihren Kontext betrachtet. Vor einer Weile war's noch die Feuchtigkeit, also der Klimawandel bringt mehr Wasser in der Atmosphäre, und es gibt daher mehr und heftigere Niederschläge. Dann waren es die Hurricanes, und jetzt ist es die Dürre. Erheblich glaubwürdiger wäre es, wenn die Forscher sowas vorher voraussagen, und nicht erst, wenn es passiert (frappantes Beispiel für Warnung, nachdem der Fall eingetreten ist,.in 2.).

Der Schreiber dieses kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man mit dynamischen Simulationsmodellen praktisch jedes gewünschte Ergebnis rauskriegen kann, ohne unzulässige Vorgaben zu machen, und ohne dass das Modell fehlerhaft ist. Es gibt beschränkte Bereiche, wo man valide Ergebnisse bekommt, aber die Weltmodelle haben ihre Tücken. Das sieht man auch am Beispiel von Global 2000 mit seinen Berichten "Die Grenzen des Wachstums" (1972), und "Die neuen Grenzen des Wachstums" (1992), dem "30-Jahre-Update" (2004), dem "40-Jahre-Update" (2012). Zuletzt nahm das keiner mehr ernst, weil immer was anderes rauskam (wb-Link Club of Rome).

Die Wechselwirkungen sind nun mal komplex, das Klima hat eine Menge Kopplungs- und Gegenkopplungseffekte, bei denen Tausende von Parametern wirken. Symptomatisch ist die prognoszierte Erhöhung vom Meeresspiegel um cm, m oder sogar 10-60 m, die durch die Medien geistert. Wenn's 60 m sind, gehen die Niederlande baden.

Aber man weiß halt nicht, was mit dem Klima passiert, und die Forscher können's auch erst hinterher richtig voraussagen. Trotzdem gibt es einen Rahmen von Dingen, die sinnvollerweise geschehen sollten. Dazu zählt aus dieser Sicht nicht die CO2-Reduzierung um jeden Preis. Bringt zuwenig, ist zu teuer. Das ändert nichts an der Sinnhaftigkeit von erneuerbaren Energien (natürlich ohne den Bio-Treibstoff aus Feldfrüchten). Die ganz heißen Themen sind

  • Geburtenbeschränkung durch Emanzipation, Aufklärung, Druck.
  • Ende der Massentierhaltung, Ersatz durch pflanzliche und Zellkulturen.
  • Bodenbelastung vermindern und nachhaltiger Anbau.
  • Aufbauhilfe und partnerschaftliche Wirtschaftsverträge mit der 3. Welt statt Kriegstreiberei.

Damit geht die Menschheit gegen die direkten Ursachen vor, denn viele "Klimaschäden" entstehen durch zuviel Bevölkerung, durch Übernutzung der Natur und durch weniger Redundanz (alle Ausweichsysteme wegoptimiert). Es leben zuviele Menschen an Orten, die zuvor aus guten Gründen kaum bewohnt waren. Das fängt in Südkalifornien an und hört in Äthiopien auf, und dazwischen liegen noch 1000 Fälle.

Obendrein gibt es die Informationsverbreitung übers Internet, die alles destruktive Geschehen in den Vordergrund hebt. Es gibt die Politik, die ohne Hype kaum noch was gebacken kriegt und deshalb fleißig mitkaspert. Es gibt NGO-Apparatschicks, die auf den Klimaproblemen prima surfen. Und es gibt die Befindlichkeits-Sensiblen, die political correchtness auch da hochhalten, wo sie fehl am Platze ist.

Nein, das Kinderkriegen ist nicht jederfraus Privatsache (und schon gar nicht die des virilen Manns, der seine Potenz an der Kinderzahl misst). Es geht vor allem die Kinder an. Die haben ein Recht, nicht geboren zu werden, wenn sie in Lebensumstände geraten, die ihnen nur Hunger, Not, Erniedrigung verheißen.

Der Meinungsumschwung in diesem Bereich ist wichtiger als alles CO2.

 

Medien-Links:

  1. Earth Changes Accelerate: What Is Causing These Record Heatwaves, Massive “Firenadoes”, Giant Dust Storms And Large Earthquakes? (The Economic Collapse 6.8.): In recent days some have suggested that what we are witnessing is the natural progression of “man-made climate change”, but that explanation has generally been received with a lot of skepticism. Something truly dramatic appears to be happening to the globe, and it isn’t just because the amount of carbon dioxide in the air suddenly reached some sort of magical “tipping point”. 
  2. Klimaerwärmung: Forscher warnen vor einer Heißzeit (Zeit Online 6.8., 680 Kommentare): Selbst bei Einhaltung des Pariser Klimaabkommens könnte sich die Erde von alleine weiter erwärmen. Grund dafür sind Wissenschaftlern zufolge Kippelemente im Klimasystem.
  3. Hothouse Earth: here’s what the science actually does – and doesn’t – say (The Conversation 9.8.): But since this is not actually new research, why is it getting so much coverage? I suspect that one reason is the use of the vivid “Hothouse Earth” term at a time when everyone’s talking about heatwaves.
  4. Trajectories of the Earth System in the Anthropocene (Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America PNAS 19.6.): We explore the risk that self-reinforcing feedbacks could push the Earth System toward a planetary threshold that, if crossed, could prevent stabilization of the climate at intermediate temperature rises and cause continued warming on a “Hothouse Earth” pathway even as human emissions are reduced.
  5. Landwirtschaft –  Selbst schuld (Süddeutsche Zeitung Leserbriefe 8.8.) – Falsches Spiel & Schuldenfalle
  6. GROUNDSWELL – Preparing for Internal Climate Migration (© 2018 International Bank for Reconstruction and Development / The World Bank, Kumari Rigaud, Kanta, Alex de Sherbinin, Bryan Jones, Jonas Bergmann, Viviane Clement, Kayly Ober, Jacob Schewe, Susana Adamo, Brent, McCusker, Silke Heuser, and Amelia Midgley. 2018. Groundswell: Preparing for Internal Climate Migration. Washington, DC: The World Bank.): This report, which focuses on three regions—Sub-Saharan Africa, South Asia, and Latin America that together represent 55 percent of the developing world’s population—finds that climate change will push tens of millions of people to migrate within their countries by 2050. It projects that without concrete climate and development action, just over 143 million people—or around 2.8 percent of the population of these three regions—could be forced to move within their own countries to escape the slow-onset impacts of climate change. They will migrate from less viable areas with lower water availability and crop productivity and from areas affected by rising sea level and storm surges. The poorest and most climatevulnerable areas will be hardest hit. These trends, alongside the emergence of “hotspots” of climate in- and out-migration, will have major implications for climate-sensitive sectors and for the adequacy of infrastructure and social support systems. The report finds that internal climate migration will likely rise through 2050 and then accelerate unless there are significant cuts in greenhouse gas emissions and robust development action.
  7. Treibhausgase: "Wir könnten alle Emissionen aufnehmen" (Zeit Online 8.8., 120 Kommentare): Norwegen macht Europa ein verführerisches Angebot: Leere Erdgasfelder vor der Nordseeküste sollen zum CO2-Endlager werden (CCS).
  8. Klimawandel – Mehr Wald auf der Welt (Es grünt) (Süddeutsche Zeitung 9.8.): In den letzten Jahrzehnten ist der Anteil waldbedeckter Fläche auf der Erde um sieben Prozent gewachsen.    Grund dafür sind Aufforstungen in Europa und Asien. Die Zunahme ist allerdings regional beschränkt: Während im Norden mehr Wald entsteht, wird in den Tropen massiv abgeholzt.
  9. Ablasshandel ist der Kuhhandel fürs gute Gewissen (qpress 3.8.15): Erst, wenn wir selbst das Handeln beginnen, entkommen wir dem Ablasshandel.

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