Zweierlei Maß von links

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english-bulldog-1522684_1280skeezeDie Zweierlei-Maß-Story lief bei wissenbloggt schon unter "Dogmendealer" und unter "Verlogenheitsbewältigung" (wb-Links unten). Zu diesen wb-Etiketten kommt jetzt noch die Veranschaulichung mit dem Wauwau-Effekt: Was tut der hiesige Wachhund im Fall des ungebetenen Eindringens? (Bild mit dem Schwarz-rot-gold-Effekt: skeeze, pixabay).

Da gibt es zwei Möglichkeiten, die bei wb in die folgende Logik gefasst werden:

  1. Wenn die Leute nur zum Gucken herkommen, geht es nach den Etabliertenrechten. Danach muss sich alles ausrichten. Dann bellt der Wachhund laut (Bild rechts+links: bebe_elfike0, pixabay).
  2. Wenn sie zum Dableiben kommen, haben die Etabliertenrechte zurückzustehen, sonst ist es Fremdenfeindlichkeit. Dann guckt der Wachhund woandershin. (Bild unten: Fran__, pixabay).

Ein schönes neues Beipiel für den ersten Fall stammt aus dedog-684036_1280bebe_elfike0r taz (1.): Sosehr jedem Einzelnen seine Reise nach Berlin gegönnt ist, sosehr auch dieser Austausch für die Liberalität der Stadt wichtig ist, so sehr leidet Berlin an den Besuchermassen und einer Wirtschaft, die sich auf sie ausrichtet. Jedes neue Hotel verengt danach den Platz für dringend benötigte neue Wohnungen, und immer mehr Ferienappartements machen aus Nachbarschaften Attrappen und treiben die Mieten nach oben. Bevor Berlin zur Kulisse verkommt, die nur noch auf die Bedürfnisse der Kurzzeitgäste zugeschnitten ist – wie in Venedig oder Amsterdam schon geschehen –, muss die Notbremse gezogen werden.

Das wage mal einer über Immigranten zu sagen. Übersetzt heißt das dog-684036_1280bebe_elfike1dann so (nur was unterstrichen ist, wurde geändert): Sosehr jedem Einzelnen seine Einwanderung nach Berlin gegönnt ist, sosehr auch dieser Austausch für die Liberalität der Stadt wichtig ist, so sehr leidet Berlin an den Einwanderermassen und einer Wirtschaft, die sich auf sie ausrichtet. Jedes neue Asylantenheim verengt danach den Platz für dringend benötigte neue Wohnungen, und immer mehr Asylantenwohnungen machen aus Nachbarschaften Attrappen und treiben die Mieten nach oben. Bevor Berlin zur Kulisse verkommt, die nur noch auf die Bedürfnisse der Langzeitgäste zugeschnitten ist – wie in Venedig oder Amsterdam schon geschehen –, muss die Notbremse gezogen werden.

Also das geht ja nun gar nicht. So menschenfeindlich darf man gegen selbsteingeladene Immigranten nicht argumentieren. Aber gegen Touristen darf man das? Obwohl die doch für sich sdog-2785074_1280Fran__elber aufkommen und nach einer Weile wieder gehen? Klarerweise soll man Hilfsbedürftigen helfen, und der Wachhund soll sie nicht ins Bein beißen. Die zentrale Frage ist aber, müssen die alle herkommen? Wo liegt da der Sinn? Sie werden hier nicht gebraucht. Die allermeisten sind keine Fachkräfte, sie erzielen bei den Staatskassen eine überwältigend negative Bilanz, und das übervölkerte rohstoffarme Deutschland braucht Schrumpfung, um nachhaltig zu werden – sie werden vielmehr zuhause gebraucht, um ihre Länder mit unserer Hilfe aufzubauen.

Wohlgemerkt ist das kein Plädoyer gegen Hilfe, sondern gegen das Herkommen zum Helfen. Das funktioniert doch nur bei geringen Zahlen. Wenn es aber um Millionen geht – und ein paar Hundertttausend pro Jahr werden schnell zu Millionen -, läuft es auf Massenumsiedlung hinaus (wb-Link Jahrhundertprojekt Umsiedlung). Das Konzept ist ineffizient (das Geld kann besser eingesetzt werden) und ungerecht (die Leute vor Ort werden vernachlässigt) – und es führt zur Zerstörung von Aufnehmer- und Ausreiseland.

Die Hilfe muss zu den Hilfsbedürftigen kommen und nicht die Hilfsbedürftigen zur Hilfe.

 

dogs4Das wissenbloggt-Überwachungsteam (Bilder von evastupica, glasskid50, danielsfotowelt, hettyvanderzanden, alle pixabay).

 

Medien-Link:

  1. Kommentar Berliner Tourismusbilanz – Die disneyfizierte Hölle verhindern (taz 14.8.): Wieder hat es mehr Touristen in die Stadt gezogen. Ein Grund zur Freude ist das nicht. Es ist höchste Zeit die Notbremse zu ziehen und das Stadtmarketing zu beenden.

Links zur Verlogenheitsbewältigung von wissenbloggt:

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12 Antworten auf Zweierlei Maß von links

  1. Zitat aus dem Beitrag:

    … das übervölkerte rohstoffarme Deutschland braucht Schrumpfung, um nachhaltig zu werden —

    Frage dazu:

    Bei wem soll denn mit der Schrumpfung begonnen werden (Alters- oder Berufsgruppe, Geschlecht, Weltanschauung, Vermögen / Eigentum, …), und wie weit soll diese gehen: auf den Stand von vor 100, vor 370 oder vor 2000 oder mehr Jahren ?

    Vorschläge seitens des Autors habe ich keine gefunden.

    Deshalb ein anderes Zitat, diesmal aus dem Buch Klartext zur Integration — Gegen falsche Toleranz und Panikmache von Ahmad Mansour:

    Ich weiß, dass ich es anders machen will, aber ich weiß nicht, wie.

    Noch'n Zitat aus dem Beitrag:

    Die Hilfe muss zu den Hilfsbedürftigen kommen …

    Das hat man in den letzten Jahren z.B. im Fall Griechenland gemacht und dem Land Geld zur Überwindung einer Krise zur Verfügung gestellt — Kredite (!), keine Geschenke. Der Aufschrei war teils ziemlich groß.

    Eckhardt Kiwitt, Freising

  2. Wolfgang Goethe sagt:

    Frage: Welche Partei soll und kann dieses Problem lösen. Es gibt viele Diskussionen in Deutschland darüber -, aber wer solls machen. Wir sind nicht ausländerfeindlich, aber es muss alles im Rahmen bleiben. Ich denke, dass in erster Linie das eigene Volk Vorrang hat, bevor man über andere Dinge nachdenkt. Natürlich kann man mit Geld helfen um deren Land wieder mit aufzubauen damit die Immigranten in ihrem Land eine Perspektive haben: Aber solange in diesen Ländern Krieg herrscht, bringt das aus meiner Sicht nichts. In Berlin und in anderen Städten gibt es Wohnungsnot und Armut, da sollte man als erstes ansetzen und investieren. Wir brauchen Lösungen, womit alle leben können.

    JWG

  3. Die AfDeppen sind sicherlich nicht in der Lage dazu! Man hat in D schon einmal eine "Alternative" gewählt. Zwölf Jahre und 55 Millionen Tote später lag alles in Trümmern.

  4. Wolfgang Goethe sagt:

    Herr Frank Berghaus: ich weiß nicht warum Sie jetzt die AfD in Ihren Kommentar ansprechen, die keiner haben will, und ich auch nicht! Für mich sind auch Die Linke, FDP und die Grünen keine "Alternative." Also wählen wir nur noch die CDU oder SPD, so wie die SED in der DDR, mit 99,9%.

    Das mit den 55 Millionen Toten, ich weiß, was Sie damit meinen – aber das ist Geschichte: Man sollte es auch dabei belassen und nicht ständig Vorträge darüber zitieren; denn es gab viele Kriege von denen heute keiner mehr spricht – vielleicht im Geschichtsunterricht.

    JWG, Berlin  

  5. @JWG:

    Ich habe Sie mit keiner Silbe erwähnt und gleich gar nichts unterstellt.

  6. Wolfgang Goethe sagt:

    Das tut mir leid. Ich bitte Sie um Entschuldigung. Das war wohl ein Missverständnis. Nochmals Entschuldigung!

  7. Wolfgang Goethe sagt: ( 25. August 2018 um 14:54 ):

    Welche Partei soll und kann dieses Problem lösen.

    Im Beitrag geht es, wie ich vermute, um Migranten aus Afrika und aus dem Nahen Osten — also um unsere Nachbarn. Wenn ich "unsere" sage, dann meine ich nicht uns Deutschen, sondern uns Europäer. Es ist für mich deshalb nicht die Frage, welche (politische) Partei das machen soll, sondern wie wir Europäer gemeinsam mit dieser Herausforderung umgehen. Man kann sowas z.B. bis zum Sankt-Nimmerleinstag zerreden, wie es "in der Poltik" bisweilen guter Brauch ist, wenn man sich einer Aufgabe gar nicht ernsthaft stellen will oder kann. Ständige Medienpräsenz ist dabei immerhin gewährleistet, denn es gibt ja über die Beteiligten immer was zu berichten.

    … es muß alles im Rahmen bleiben.

    Welchen Rahmen schlägst Du konkret vor ?

    … das in erster Linie das eigene Volk Vorrang hat, bevor man über andere Dinge nachdenkt.

    Wenn man innerhalb Europas keinen gemeinsamen Weg findet, wie man mit einer Herausforderung umgehen will, sondern die Verantwortung immer nur auf europäische Partner abschiebt, dann hat niemand Vorrang und man denkt auch nicht über die Bewältigung der Herausforderung nach. Man schiebt sie europäisch-gemeinschaftlich und verantwortungslos einfach vor sich her. Nur Angela Merkel hat anno 2015 anders, humanitär — und zwangsläufig im Alleingang, weil sich andere verweigert hatten — gehandelt und wurde / wird dafür heftig gescholten.

    Natürlich kann man mit Geld helfen um deren Land wieder mit aufzubauen damit die Immigranten in ihrem Land eine Perspektive haben: Aber solange in diesen Ländern Krieg herrscht, …

    Mit Geld — aber auch mit Know-how — zu helfen kann zwar ein erfolgversprechender Ansatz sein.

    Allerdings muss bei finanzieller Hilfeleistung gewährleistet sein, dass diese an den dafür vorgesehenen Stellen / bei den Personen auch ankommt (Stichwort "Zweckbindung"). Das ist in Ländern mit Clan-Denke, Vetternwirtschaft und Korruption, in denen sich nur einige wenige vom Obersten Despoten bis runter zum Dorfbürgermeister bereichern, nicht leicht. Selbst in Griechenland, einem halbwegs demokratischen EU-Staat, in dem jedoch die Prägung durch jahrhundertelange osmanische Kolonialherrschaft bis heute stark nachwirkt bzw. in der Mentalität der Menschen verwurzelt ist und sich insbesondere in Klientelismus / Vetternwirtschaft und einer (beabsichtigt ?) dysfunktionalen Verwaltung zeigt, ist dies teils offenkundig. Dort muss ein System der Kontrolle und der lückenlosen Dokumentation (durch unabhängige und nicht korrumpierte oder korrumpierbare Mitarbeiter) die vorgesehene und sachgemäße Verwendung der Gelder sicherstellen, statt dass das zur Verfügung gestellte Geld größtenteils in anderen Kanälen versickert (dieses Problem kenne ich aus eigener Anschauung aus einem südostasiatischen Land). Und es muss sichergestellt sein, dass die Gelder in dem Empfängerland nicht für Rüstungsgüter ausgegeben werden, was dann u.a. den Geberländern zugute kommt, weil die Gelder zumindest teilweise dorthin zurückfließen.

    Was den Transfer von Know-how betrifft: Man kann niemanden zwingen, dieses zu akzeptieren und davon zu profitieren. Wenn jemand nicht bereit / willens oder in der Lage ist, Zusammenhänge zu erkennen, zu verstehen und nachzuvollziehen (z.B. weil kulturelle Traditionen dem entgegenstehen), versickert jegliches Know-how wie Wasser im Sand, verweht wie Worte im Dunst. In Zimbabwe, früher Rhodesien und einmal die Kornkammer Afrikas und Exportnation, kann man dies seit einigen Jahren beispielhaft — und deprimierend — beobachten.

    ~ ~ ~

    @ Frank Berghaus:

    Die xyDeppen wurden kürzlich in einem ZDF-Sommerinterview von Thomas Walde vorgeführt. Am Ende des Interviews stand deren oberster xyFührer mit leeren Händen da.

    Außer einer Propagierung von "Politik im Rückwärtsgang" bzw. einem Zurück zu den Vorvätern (ähnlich wie die Salafisten) und Nationalismus (= Chauvinismus), der neuerding als "Patriotismus" deklariert wird, womit dieser Begriff völlig diskreditiert ist, ist da inhaltlich nicht viel.

    "Alternativ" haben sich in diesem Land ja schon so manche genannt — von denen, die (im Gefolge der '68-er Generation) aus Protest einen "alternativen" Lebensstil pflegten und dabei auf mich einen eher ungepflegten Eindruck machten, bis zur "Grün-Alternativen Liste" (GAL) in Hamburg. Geblieben ist von all dem m.W. nicht viel.

    Eckhardt Kiwitt, Freising

  8. Zu dem in meinem vorherigen Kommentar erwähnten Griechenland eine kleine Ergänzung:

    […] Niemand in Griechenland dachte zum Wochenbeginn an Feiern, denn niemand erwartet, dass sich mit dem Ende der Programme für die Bevölkerung etwas ändert. Vielmehr fragen sich die Griechen anlässlich des Medienechos: Wohin gingen eigentlich die immensen Milliardenbeträge, ist je etwas davon bei mir angekommen? […]

    Quelle: https://www.ipg-journal.de/interviews/artikel/das-vertrauen-vollstaendig-verloren-2934/

  9. Wolfgang Goethe sagt:

    Die Kommentare von "Zweierlei Maß von links" haben bei mir einen guten Eindruck hinterlassen und mir viel Wissen vermittelt, das sich in meinen Gedanken widerspiegelt. Die Kommentare der Autoren sehe ich genauso: trotzdem stellt sich mir die Frage: Es werden bei wb Diskussionen geführt, die genau den Punkt treffen und auch richtig sind, aber: Wie kann wb die Politik erreichen? Denn selbst eine Volksabstimmung wiid von der Politik ignoriert! Wie kann man mit der Politik zu einem Gespräch finden, um sich Gehör zu verschaffen, was uns bewegt. Aus den Kommentaren heraus kann ich ersehen, dass wir auf der selben Welle schwimmen. Nur, was können wir tun?

    JWG, Berlin.  

  10. Dafür haben wir die Partei der Humanisten (PdH), die auch in Bayern und Hessen antritt. Die vertreten vollumfänglich humanistische Interessen. Keine andere Partei tut das.

  11. Wilfried Müller sagt:

    Zu den Kommentaren muss ich was sagen. Im einzelnen:

    Eckhard zur Schrumpfung, bei wem begonnen werden soll: Die ist seit 40 Jahren da bei deutscher Fertilitätsrate 1,3, sie wird nur durch millionenfache Einwanderung überdeckt.

    Eckhard Beispiel Griechenland: Es waren de facto Geschenke an die Banken. Mein Vorschlag in anderen Artikeln war Geld über Smartphone an die Hilfsbedürftigen vor Ort.

    Wolfgang, erst das eigene Volk: volle Zustimmung, und als 2. Europa, als 3. die Welt.

    Frank, AfDeppen: Das hat nix mit dem Artikel und nix mit den Kommentaren zu tun.

    Eckhard, im Beitrag geht es um Migranten aus Afrika …: Nein es geht um Touristen.

    Eckhard, Europäer gemeinsam: Die europäische Gemeinsamkeit ist durch Merkels Alleingang zerstört. Sogar Schweden hat 2016 zugemacht.

    Eckhard, Merkel gescholten: Sie wird gescholten weil sie einen Katastropheneinsatz als Dauerzustand belassen hat, aus Entscheidungsschwäche: "Na ja, das war nicht ganz die Absicht, aber wir werden medial dafür so sehr gelobt, dass wir jetzt auch nicht zurückkönnen." (https://www.zeit.de/2018/27/sebastian-kurz-migrationskrise-oesterreich-eu/)

    Eckhard, Hilfeleistung: stimmt, deshalb Geld über Smartphone an Einzelne.

    Wolfgang, guter Eindruck: Die Kommentare gingen am Thema so ziemlich vorbei, nämlich wieso darf man gegen selbsteingeladene Immigranten nix sagen, aber gegen Touristen?

    Frank, PdH: Die taucht in den allgemeinen Medien leider nicht auf.

  12. Wolfgang Goethe sagt:

    Wilfried, da stimme ich dir zu: Gegen die Immigranten darf man nix sagen, weil man sofort als ausländerfeindlich abgestempelt wird. Über den Touristen darf man alles sagen, so wie auf Mallorca, wo Touristen bei den Einheimischen inzwischen unerwünscht sind. Muss bei meinem Kommentar irgendwie untergegangen sein.

    JWG, Berlin

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