NABU: Großflächige Waldbrände zeigen, wie dringend der Waldumbau ist

image_pdfimage_print

hirsch-1514233_1280Eine Pressemitteilung (24.8.) vom Naturschutzbund Deutschland e.V. befasst sich mit dem deutschen Waldbrand. Der NABU liefert ein differenziertes Bild.

(Bild: Comfreak, pixabay)

NABU: Großflächige Waldbrände zeigen, wie dringend der Waldumbau ist

Miller: Brände sind ein hausgemachtes Problem – es brennen vor allem Nadelwald-Monokulturen

Berlin – Die extreme Hitze und die lange Trockenheit der vergangenen Monate sorgen nicht nur für Ernteausfälle in der Landwirtschaft, sondern setzten auch unseren Wälder massiv zu. Aktuell brennen südlich von Potsdam gut 400 Hektar Wald. Erst vor wenigen Wochen musste wegen eines Waldbrandes nahe Potsdam die A9 gesperrt werden. Waldbrände gibt es in Deutschland immer wieder, allerdings sind sie in dieser Größe eine Ausnahme.

„Es brennen vor allem die Nadelwaldmonokulturen, in naturnahen Laubwäldern gibt es so gut wie keinen Waldbrände. Ein hausgemachtes Problem, denn die Monokulturen wurden von uns Menschen angelegt und es wurde über viele Jahrzehnte dafür gesorgt, dass eine Durchmischung mit heimischen Laubbaumarten nicht stattfinden kann“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Seit Jahren setzen sich der NABU und die Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) für den naturnahen Waldumbau ein. „Naturnaher Wald ist ein großer Beitrag zur Waldbrandprävention“, so Hans von der Goltz, Bundesvorsitzender der ANW. „Flächendeckendes, leicht entflammbares Gras und die Nadel-Streuauflage der Monokulturen wird in strukturreichen Wäldern durch die grünen Bäumchen der nächsten Waldgeneration verdrängt.“

Von Natur aus kämen in Deutschland vor allem Laubwälder vor. Der Mensch in den vergangenen Jahrhunderten Laubwälder abgeholzt und mit schnell wachsenden Nadelbäumen wieder aufgeforstet. Heute gibt es immer noch viele naturferne Nadelforste aus Fichte und Kiefer.

Ein grundlegendes Problem ist der intensive Verbiss junger Laubbäume durch Rehe und Dam- sowie Rothirsche. Nach der dritten Bundeswaldinventur ist fast jede zweite Eiche, Ahorn, Kirsche oder Esche in einer Höhe zwischen 20 und 130 verbissen, bei den Buchen ist fast jede fünfte betroffen.

„Es ist weiterhin eine große Herausforderung der nächsten Jahre den naturnahen Waldumbau voranzutreiben. Dazu braucht es Gesetze, die die Jagd in die Mitverantwortung einbeziehen, Jäger, die effektiv Rehe jagen, Förster, die naturnahe Waldstrukturen fördern und eine Politik die entsprechendes Handeln fördert. Wir brauchen stabile Wälder und je naturnäher unsere Wälder sind, desto weniger anfällig sind diese gegenüber extremen Wetterereignissen“, so NABU-Waldexperte Stefan Adler.

Zusätzliche Links von wissenbloggt:

Mehr zum Thema:
Dieser Beitrag wurde unter Wissen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten auf NABU: Großflächige Waldbrände zeigen, wie dringend der Waldumbau ist

  1. Wolfgang Goethe sagt:

    Extreme Hitzeperioden hat es schon immer gegeben, auch schon vor unserer Zeit. Es gab schon vor Jahrhunderten Waldbrände und Flächenbrände, die durch Sonneneinstrahlung oder Blitze entstanden sind – dadurch hatten ja unsere Vorfahren das Feuer für sich entdeckt. Tiere die schon von weitem durch ihren Geruchssinn die Gefahr wahrnehmen konnten, brachten sich in Sicherheit, nicht alle, aber viele. Ich denke, so denkt wahrscheinlich auch der NABU, das der Mensch zu sehr in die Natur eingreift, um sie für sich zu verändern. Ich werde den Gedanken nicht los, dass die Natur sich dafür rächt. Die Natur mit ihren Wäldern und Wiesen sorgt selbst dafür, dass alte Bestände vernichtet werden, um Platz für die nächste Generation zu schaffen. Waldbrände enstehen aber nicht nur durch die Trockenheit und Sonneneinstrahlung, sondern auch durch weggeworfene Kippen. Auch das stetige Abholzen der Bäume trägt dazu bei. Ich bin der Überzeugung, dass sich die Natur selbst hilft. Wenn´s in der Savanne brennt, wächst am nächsten Tag wieder sattes Grün. Ich komme aus der Region "Thüringer Wald", einen Waldbrand gab es da nicht, weil der Wald dicht und undurchlässig für Sonneneinstrahlung war. Das Problem ist m.E. die Abholzung, weil dadurch Lichtschneisen entstehen, wo die Sonnenstrahlen dann ihre Arbeit machen können. Mit den Bauern und ihrer Ernte ist es natürlich durch die Hitze nicht gut gelaufen, weil es offene Flächen sind, und damit angreifbar für die Sonne. Ich hoffe, dass die Bauern auch dementsprechend eine Entschädigung bekommen.

    JWG, Berlin

  2. Wolfgang Goethe sagt: ( 26. August 2018 um 20:26 ):

    Ich werde den Gedanken nicht los, das die Natur sich dafür rächt.

    Liest sich, als meintest Du, "die Natur" sei ein handelndes Subjekt, das überlegt agierte. Erinnert ein wenig an Religion, Esotherik, an jenen Gott, der einst 'ne Menge Wasser über die Menschen auskippte um sie für ihre Sünden zu "bestrafen".

    Eckhardt Kiwitt, Freising

  3. Wolfgang Goethe sagt:

    Eckardt Kiwitt, zu Esoterik: Wer Esoterik erfassen und begreifen möchte, muss sich mit einer Innenseite aller Dinge, aller Ereignisse und aller Wesen vertraut machen. Diese Innenseite des Wirklichen lässt sich mit dem üblichen Verstand nicht begreifen. Der Strom der bei uns wohl aus jeder Steckdose kommt, ist auch so etwas, das man ohne die Hintergründe seiner Entstehung zu kennen, nicht begreifen kann. Kommt man mit ihm in Berührung, weiß man das er da ist, obwohl man ihn nicht sehen, hören, oder riechen kann.

    JWG, Berlin

Schreibe einen Kommentar