Kollateralschaden Pandemie

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Epedemien und Pandemien haben das Potential, nicht bloß einige wenige Menschen zu töten (Bild: creozavr, pixabay).

Sie können im Prinzip ganze Landstriche entvölkern. Weil der Durchseuchungsgrad (Epidemologenslang) der Menscheit ständig steigt, kommen alle Seuchen irgendwann überall hin. Da besteht die reale Chance, dass ein Großteil der Menschen an einer exotischen Seuche zugrundegeht – das ist einen wissenbloggt-Artikel wert.

Maßgebliche Einflussgrößen sind Freizügigkeit, Globalisierung, Massentierhaltung und Bevölkerungswachstum. Speziell wo arme Menschen dichtgedrängt unter schechten hygienischen Verhältnissen leben, prosperieren Viren und Bakterien. Dasselbe gilt bei Tieren, die auf engem Raum massenhaft gehalten werden. Man behandelt sie u.a. mit zuviel Antibiotika, und in der Folge entwickeln sich immer mehr resistente Bakterienstämme.

Selbstverständlich sind die Krankheitskeime immer dabei, wo Fernreisen gemacht werden. Je mehr Flugverkehr, desto mehr Durchseuchung. Ein übriges tut der freie Sexualverkehr, der Krankheiten wie Syphilis oder Aids verbreiten hilft. Epedemien sind quasi ein Kollateralschaden von solcher globalisierten Freizügigkeit, von solcher Bevölkerungs- und Tierhaltungsdichte.

Die Liste der allgemeingefährlichen Infektionskrankheiten ist lang (8.). Da tummeln sich exotische Epedemienamen – hoffentlich müssen wir die nicht genauer kennenlernen. Eine kleine Auswahl aus anderen Quellen zeigt die Globalisierung der Epedemien:

Die gruselige Geschichte der Epedemien wird bei wiki aufgelistet. Es spricht nichts dafür, dass die Liste vollständig ist. Im Gegenteil, die Experten warten quasi darauf, dass sie sich verlängert. Das wurde zeitnah in den Medien geschrieben (1., 2., 3., 4., 5., 6., 7.). Dazu nochmal die Links zur Weltgesundheitsorganisation WHO mit ihrer 2018-Liste (8., 9.).

In der Liste taucht eine Epedemie auf, die es noch gar nicht gibt: die "Krankheit X". Damit ist die nächste Pandemie gemeint, egal ob von bekannten oder neuen Erregern. Die hauptsächliche Gefahr wird bei Tieren gesehen, deren Krankheitserreger die Schwelle zum Menschen überspringen könnten. Immerhin gibt es 600.000 bis 800.000 freilaufende Virenarten, die den Menschen infizieren können. Krankmachend sind aber nur etwa 260 – hoffentlich nicht eine zuviel.

 

Medien-Links:

  1. Infektionskontrolle – Gesucht: die nächste große Seuche (Süddeutsche Zeitung 7.3.): Wissenschaftler versuchen, künftige Epidemien besser vorherzusagen. Zu den Verdächtigen gehören Klassiker, aber auch weitgehend unbekannte Erreger wie das Nipah-Virus – sowie "Krankheit X".
  2. Krankheitserreger: Willkommen im Zeitalter der Epidemien (Zeit Online 6.9., 250 Kommentare): Ebola, Zika oder Dengue gefährden mehr Menschen als je zuvor. Sie verschwinden nicht mehr. Fünf Gründe, warum es Erregern immer leichter fällt, uns zu infizieren.
  3. Why pandemic influenza is so deadly – revealed (The Conversation 17.9.): The Spanish flu virus infected a third of the world’s population 100 years ago and claimed the lives of up to 100m people. The virus continued to evolve and its descendants went on to cause all subsequent flu pandemics, leading to the 1918 pandemic flu to be called the “mother of all flu pandemics”. The US army predicts that if a similar flu virus emerged today, it would kill 2.8m people in the US alone or six times more than the 1918 flu.
  4. Bill Gates: The Threat Of A "Disease X" Global Pandemic Is "Very Real" (Zero Hedge 18.9.): "The threat of the unknown pathogen – highly-contagious, lethal, fast-moving – is real. It could be a mutated flu strain or something else entirely. The Swine Flu and 2014 Ebola outbreaks underscored the threat."
  5. "Krankheit X" könnte 30 Millionen Menschen töten, warnt die WHO (Huffpost 13.3.): Die Organisation fordert die Entwicklung umfassender Gegenmaßnahmen.
  6. Usutu-Virus: Das stille Sterben der Amseln (Spektrum.de 22.9.) Das Usutu-Virus ist in Norddeutschland angekommen und rafft massenhaft Amseln dahin. Und noch eine zweite Infektionswelle könnte durchs Land schwappen (gemeint ist das West-Nil-Virus).
  7. „Die neuen Todesfälle durch Borna-Viren bringen das Robert Koch-Institut in Erklärungsnot“ (NachDenkSeiten 24.9.): 2007 erhielt die Virusforscherin Liv Bode den Whistleblower-Preis, weil sie bei ihrer Forschung zum Borna-Virus „Alarm geschlagen“ hat.
  8. List of Blueprint priority diseases (World Health Organization 2/2018)
  9. 2018 Annual review of diseases prioritized under the Research and Development Blueprint (WHO 7.2.):

    • 1. Aflatoxicosis
    • 2. Alphaviruses
    • 3. Anthrax
    • 4. Candida auris
    • 5. Chandipura virus
    • 6. Chikungunya
    • 7. Cholera
    • 8. Endemic Kaposi Syndrome
    • 9. Kyasanur Forest disease
    • 10. Leishmaniasis
    • 11. Mayaro
    • 12. Necrotising cellulitis/fasciitis
    • 13. Emerging non-Polio enteroviruses
    • 14. Oropouche
    • 15. Plague
    • 16. Sindbis
    • 17. South American Heamorrhagic Fevers
    • 18. Usutu
    • 19. West Nile Virus disease
    • 20. Zoonotic brucellosis

Links von wissenbloggt zur Durchseuchungslage:

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Eine Antwort auf Kollateralschaden Pandemie

  1. Wolfgang Goethe sagt:

    Das ist richtig, dass durch Armut und durch die Urlauber Krankheiten eingeschleppt werden. Man darf aber auch nicht vergessen, das auch bei uns, durch Müll/Unrat und das unsachgemäße Entsorgen von Lebensmitteln Krankheiten durch Bakterien usw. entstehen. Bei uns in Schöneberg gab es ein Wohnhaus, wo Roma-Familien wohnten (im RBB-Fernsehen wurde darüber berichtet). Alle Roma-Familien in diesem Haus schmissen ihren Hausmüll aus dem Fenster auf dem Hof. Es waren Berge von Müll. Krankheitsüberträger, wie Ratten und sämtliches Ungeziefer fühlten sich da sehr wohl. Das Haus war nicht mehr bewohnbar und wurde abgerissen. Das gibt es in den Ballungsgebieten in Berlin wo Flüchtlinge und Ausländer aus sämtlichen Schichten wohnen immer. Da kann man sich sonst was wegholen.

    JWG

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