Grüne Wunder

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peacock-feather-3030306_1280Hier soll eine kleine Bestandsaufnahme erfolgen, an welchen Baustellen die grüne Politik arbeitet, und was dabei rausgekommen ist. Zu Erfolg und Misserfolg haben verschiedene Faktoren beigetragen – hier soll nicht unterstellt werden, dass alles die Partei der Grünen gemacht hat, und auch nicht, dass sie alles genauso wollte (Bild: suju, pixabay).

Die wissenbloggt-Grundeinstellung ist positiv gegenüber den Verbesserungen bei Umwelt- und Menschenschutz. Der grüne Wahlerfolg in Bayern stößt aber auf Skepsis. Immerhin sammelt sich hier eine Menge Kritik. Als Hauptvorwurf kommt der ewige polit-kritische Punkt heraus, bei dem sich die Grünen anscheinend besonders hervortun:

Gut gewollt und schlecht gekonnt

Immer wieder zeigt sich, dass aus einer Erfolgsstory ein Skandal fabriziert wird. Vieles, was eigentlich gut ist, wurde dergestalt verbrasselt, dass es schlechte Auswirkungen hat. Dazu muss man gar nicht den "Öko-Sadismus" bemühen. Eine kleine Blütenlese von Punkten, an denen die Grünen mitgestrickt haben:

  • Das EEG bringt Deutschland den teuersten Strom in der EU, weil die Falschen subventioniert werden, nämlich die ersten Investoren und die Großverbraucher (wb-Link EEG).
  • Die Dämmung von Wohnungen wird maßlos übertrieben, die Isolation ist viel zu dick. Das schafft nur theoretische Einsparungen bei der Heizung und erheblliche Probleme bei Brandgefahr und Schimmelbildung (wb-Link Dämmen).
  • Beim Atomausstieg herrscht Hysterie statt Vernunft, mit der Wirkung, dass viele Mrd. verbrannt werden, weil funktionierende Reaktoren vom Netz gehen müssen.
  • Bei der Elektromobilität wird ein falsches Konzept verfolgt, das teuer und nicht umweltfreundlich genug ist und die Verkehrsprobleme nicht löst (wb-Link Elektroauto). Diese Kritik richtet sich ausdrücklich nicht gegen den Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrradwegen.
  • Die Diesel-Fahrverbote sind durch die Wissenschaft nicht gestützt, es werden aber Mrd.-Werte vernichtet (wb-Link Diesel). Die Deutsche Umwelthilfe, die das maßgeblich einklagt, ist ein Grünen-Produkt (wb-Link Umwelthilfe).
  • Die Grünen treten übertrieben gegen Gentechnik, Glyphosat, Acrylamid ein, so dass man von Angstmache, Verteufelung und ideologisch gelenkten Kampagnen reden kann. Letzteres unternimmt allerdings auch die Gegenseite. Die Kosten trägt der Verbraucher.
  • Einige Grüne & Gleichdenkende möchten am liebsten eine Sprachpolizei einführen und wenden viel Mühe an Gender-Probleme. Daraus resultieren nicht nur Bevormundung und Sprachpanscherei, sondern auch eine Einschränkung der wissenschaftlichen Freiheit (wb-Link Gender).
  • Bei vielen Bauprojekten wird heute geklagt, um grünen Umweltschutz für Wachtelkönig oder Hufeisennasenfledermaus zu erzielen. In Wirklichkeit werden oft bloß Partikularinteressen auf Kosten der Allgemeinheit durchgesetzt (wb-Link Großbaustellen). Ein Beispiel ist auch der Flughafen BER, der z.B. wegen dem überkandidelten Brandschutz nicht fertig wird.

Viele dieser Probleme werden von der EU heraufbeschworen, wo sich die grünen und linken Kräfte bei den wesentlichen Fragen (außer EU-Ausbau und Immigration) nicht durchsetzen können (Steuerflucht, Geldschwemme, Staatsfinanzierung, Umverteilung von unten nach oben). Auf Nebenschauplätzen wird dafür um so mehr grünes Gedankengut europäisch festgeschrieben.

Bei der Gefügigmachung durch Holocaust-Beschwörung sind sich alle Fraktionen einig, doch die Grünen sind die hervorstechendsten Prediger des schlechten Gewissens. Selbst bei Nicht-Deutschen wird diese Wirkung erzielt: Der Vorwurf historischer Sklaverei, kolonialer Vergangenheit, Unterstützung vom Faschismus schafft  Schuldbewusstsein bei völlig Unschuldigen (wb-Link Psychoanalyse). Und natürlich die religiös anmutende Zuschreibung von Sündhaftigkeit angesichts von Umweltbelastung und Klimawandel. Das trägt zum Impetus bei, mit dem grüne und linke Positionen durchgedrückt werden.

Grüne Wunder

Zu denen gehört die Kritik am übertrieben großen ökologischen Fußabdruck, die ja sinnvoll ist. Nur trifft sie in Deutschland und vielen anderen EU-Ländern den falschen Adressaten. Dort geht die Entwicklung von Haus aus zu nachhaltigen Zuständen, weil die Geburtenraten niedrig sind und das Bevölkerungswachstum rückläufig ist. Dann wurden allerdings zig Millionen Immigranten aufgenommen, so dass die Übervölkerung nicht schwindet. Die kritisierten Rohstoff- und Energieimporte müssen daher weitergehen, und die Umweltbelastung bleibt hoch. Die Beschwerde ist dann allerdings nicht an die Deutschen zu richten, die durch ihren Geburtenrückgang das Gegenteil anstreben.

Mit den Geburten ist der heikle Themenkomplex der geburtenstarken Immigration erreicht (wb-Link Umsiedlung). Auf diesem Gebiet hat die linke und grüne (mit Hilfe der schwarzen) Politik extreme Open-Border-Positionen durchgesetzt, wegen denen die EU zu zerbröseln droht und der innere Friede in Deutschland gefährdet ist. Das grüne Wunder, wie dieser "Ausnahmezustand" über Jahre hinweg aufrecht erhalten werden konnte, ist das Thema eines anderen Artikels (wb-Link Flüchtlingspolitik).

Hier sollen wieder ein paar Punkte gelistet werden, die den Zwiespalt von gut gewollt und schlecht gemacht darstellen:

  • Unter deutschen Eingeborenen ist es Usus, sich erst eine Existenzgrundlage zu schaffen und dann Kinder in die Welt zu setzen. Flüchtlings-Immigranten kriegen anscheinend problemlos Kinder auf gesponserter Existenzgrundlage. Das Geld dafür wird den Steuerzahlern abgeknöpft, die es um so schwerer haben, ihre eigene Existenzgrundlage zu schaffen.
  • Ein grünes Lieblingsthema ist der Familiennachzug, den sie sogar für Abgelehnte ("subsidiär Geschützte") erkämpften. Dieser Familiennachzug für Abgelehnte wurde 2014 eingeführt, im Gegenzug erkaufte sich die Union damit die Zustimmung des Bundesrats zur Erklärung weiterer Staaten als "sichere Herkunftsstaaten". Das wurde während der Bundestagswahlzeit ausgesetzt und nachher auf 1000 pro Monat begrenzt (für Abgelehnte, für Anerkannte gibt es keine Beschränkung beim Familiennachzug). Dieser Tatbestand wird nicht kommuniziert, aber dafür unterfüttert mit manipulierten Berichten (wb-Link Familiennachzug). Die Handhabung vom Familiennachzug privilegiert Flüchtlings-Immigranten gegenüber der einheimischen Bevölkerung, weil weder Sprachkenntnisse verlangt werden, noch die Fähigkeit zum Selbsterhalt (wb-Link Niedergang). Diese Privilegierung ist eine grüne und linke Forderung, die 2015 im Aufenthaltsgesetz realisiert wurde (in Schweden wurde genau das umgekehrte gemacht und die alte deutsche Gleichbehandlungs-Regelung übernommen). Flankierend wurde auf Druck von Grünen und Linken an der Erweiterung des Familienbegriffs gearbeitet, so dass nicht nur Eltern und minderjährige Kinder nachkommen dürfen, sondern auch erwachsene und verheiratete Geschwister, also praktisch ganze Clans.
  • Aus grüner Sicht wird die Umgestaltung Deutschlands in eine multikulturelle Einwanderergesellschaft angestrebt. Die Migration wird als schicksalhaftes Ereignis dargestellt, dem die Bevölkerung sich zu fügen hat. Nach dem Willen maßgeblicher Grüner leben wir in einer Gesellschaft, in der alles jeden Tag neu auszuhandeln ist – nur dass nichts ausgehandelt wird, sondern autokratisch verfügt. Die Bevölkerungsmitte ist nicht gefragt, nur beim Bezahlen. Überzogene Positionen werden durchgedrückt, z.B. Einbürgerung auch von Kriminellen und Dauersozialfällen (Koalitionskriterium für die Berliner Grünen 98). Oder dass Alterstests bei jungen Migranten nicht gegen deren Willen erzwungen werden dürfen (Beschluss EU-Parlament mit den Stimmen von Grünen und Linken).

Grünmenschentum

Die grüne Hypermoral stellt die Zuwanderung an die erste Stelle; der hat sich alles unterzuordnen. Frauenrechte und Umweltschutz sind auf die Plätze verwiesen. Wie sehr Ideologie und Emotion über die Fakten gestellt werden, sieht man an dem Konflikt zwischen Immigration und Frauenrechten. Wer als Multikulti-Bereicherung betrachtet wird, ist oft reaktionär, frauenverachtend, unterwirft sich den hinterletzten Religionen und lässt sich von denen instrumentalisieren und womöglich aufhetzen.

Grüne und linke Moralisten beanspruchen die Deutungshoheit in der Asylfrage. Zum einen haben sie erreicht, dass praktisch alle nach Deutschland reinkommen dürfen, die es bis zur Grenze schaffen. Die anschließende Asylprüfung ist zur Farce geworden, weil auch fast alle Abgewiesenen und Ausreisepflichtigen dableiben. Das ganze Asylverfahren ist eine Farce, weil auch die Zeitbeschränkung vom Schutz ausgehebelt wird. Fast alle dürfen rein, fast alle dürfen bleiben – das Asylrecht, das zum temporären Schutz für Bedrohte eingeführt wurde, wird massenhaft zur Immigration Beliebiger missbraucht.

Gerechtere und effizientere Formen der Hilfe (allen Bedürftigen vor Ort helfen anstatt denen, die es bis hier schaffen) werden tabuisiert. Das Mittel, um sowas durchzusetzen, sind Verlogenheit (Asyl sagen und Immigration meinen) und Verunglimpfung (Andersdenkende sind Unmenschen):

  • Grenzkontrollen = unmenschlich
  • Zurückweisungen = unmenschlich
  • Abschiebungen = unmenschlich
  • Transitzentren = unmenschlich
  • Wohnsitzauflagen = unmenschlich
  • Sachleistungen = unmenschlich
  • Leistungen an Bedingungen knüpfen (Sprache) = unmenschlich
  • Familiennachzug für nicht Asylberechtigte begrenzen = unmenschlich
  • Ausweisung nach Straftaten = unmenschlich
  • Abschiebehaft = unmenschlich
  • Sanktionen bei Fehlverhalten (wie bei ALG2 üblich) = unmenschlich
  • kein sofortiger Zugang zu vollen kassenärztlichen Leistungen = unmenschlich

Würde man der Bevölkerung die Frage nach der Immigration ohne Etikettenschwindel stellen, dann gäbe es wahrscheinlich keine zweistellige Zustimmung: Möchten Sie, dass alle Menschen der Welt unkontrolliert bei uns einreisen dürfen, dass sie von uns rundum finanziert werden und auf Dauer bleiben dürfen?

Was tatsächlich gefragt wird und große Zustimmung erfährt, ist in der Art: Möchten Sie dass unser reiches Land den Menschen in Not hilft, und dass niemand dabei diskriminiert wird?

Der Etikettenschwindel ist erfolgreich, sogar nachdem rauskam, dass die meisten "Facharbeiter"-Flüchtlings-Immigranten kaum die Fähigkeiten zum Hilfsarbeiter mitbringen und die Staatskassen das zigfache von dem kosten, was sie einzahlen. Dabei sind die offiziellen Statistiker voll auf der Schwindler-Seite, sie berichten so manipulativ, dass der Terminus Zahlenlieferandos noch geschmeichelt ist (wb-Links Verlogenheit, Manipuliert), Beispiele:

  • "viele Flüchtlinge in Arbeit" = kaum einer erhält sich selbst,
  • "weniger Asylerstanträge" = die Folgeanträge zählen wir nicht mit,
  • "n Visa für Familiennachzug ausgestellt" = x*n Menschen kommen, weil ein Visum für mehrere gilt.

Und kein Wort darüber, dass die nächste Computerrevolution ihre Arbeitskraft sowieso überflüssig macht. Und dass sie längst nicht alle integrationsfähig und -willig sind, wie man an Parallelgesellschaften und Clans sieht (wb-Link Splendid Integration). Das bildet ein krasses Beispiel für gut gewollt und schlecht ausgegangen.

Gut gewollt: Wir holen Flüchtlinge und Menschen in Not zu uns rein und kriegen zugleich Rentenzahler – tolle Idee, nur ist die Realität anders:

Es stimmt fast nichts davon, außer dass es Flüchtlinge und Menschen in Not gibt. Wer aber kommt, sind vor allem un(aus)gebildete Vorteilssuchende, die hier nicht gebraucht werden, die unsere Sozialsysteme viel Geld kosten und die uns den gesellschaftlichen Rückschritt bringen. Sie sind vielfach inkompatibel mit unseren sozialen Einstellungen, patriarchalisch, antiemanzipatorisch, mit Scharia-Gläubigkeit, d.h. Kinderehen, Vielweiberei, Beschneidung (Jungen und Mädchen), Verhüllung (Mädchen und Frauen). Viele sind gar nicht willens, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren, sondern streben Parallelgesellschaften an.

Anstatt sie vorher zu fragen und den Unwilligen und Inkompatiblen auf andere Weise zu helfen, wird gelogen und betrogen, um den Schein der Beglückung durch Immigration aufrecht zu erhalten. Bedrückend ist die Fahrlässigkeit, mit der vorgegangen wird, und die dem politischen Eid zur Wahrung der deutschen Interessen entgegensteht. Hopplahopp wird entschieden, und am grünsten gebärdet sich die Bundeskanzlerin (wenn ihr danach ist). Experimente von unabsehbar großer Tragweite werden leichtfertig ausgeführt. Jahrhundertentscheidungen werden autokratisch verfügt. "Bestanderhaltungsmigration" wird von oben herab und hinterrücks eingeführt. Andersdenkende werden bevormundet und verunglimpft, und ihnen wird das Gehör verweigert.

Und wenn die nächste Wahl kommt? Dann wählen die Bevormundeten und Verunglimpften massenweise die Parteien, die sie bevormunden und verunglimpfen. Wenn das kein grünes Wunder ist.

(Der Artikel basiert z.T. auf Leserkommentaren aus der Zeit.)

 

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Eine Antwort auf Grüne Wunder

  1. Wolfgang Goethe sagt:

    Da hast Du vollkommen recht, Wilfried! Die Grünen haben Ihr Wahl-Ergebnis in Bayern sogar verdoppelt, auch die AFD ist jetzt im Landtag vertreten, das sollte die CSU zum Umdenken und Handeln bewegen – man muss die Wähler und deren Probleme wieder ernst nehmen und sie auch anpacken – immer nur Blablabla hilft da nicht weiter!

    JWG

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