Gelebter Islam in Ägypten

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Nach jahrzehntelanger schmerzvoller Suche habe ich jetzt endlich den wahren Sinn meines Lebens gefunden! Niemand geringerer als Allah hat mir  den richtigen Weg gewiesen, den Islam! Welch größere Erfüllung kann es für eine Frau geben als eine treue, gottgefällige Muslima zu sein.

Ich hatte das große Glück, in den letzten Tagen des heiligen Ramadan in Ägypten zu sein, und da fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren –  DAS ist wahre Lebensfreude! Was kann es Erfüllenderes geben, als 12 Stunden lang weder Nahrung noch Getränke zu sich zu nehmen, das ganze bei ca. 40 Grad im Schatten – DAS ist wahrer Glauben! Raucher unter Euch wissen, wie schwer es ist, einen halben Tag nichts Nikotinöses zu sich zu nehmen. Man hat dann Entzugserscheinungen, die Zunge klebt trocken am Gaumen, der Magen spricht zu einem, die Laune fällt in den Keller – das ist nichts gegen die Erfüllung, Allahs Geboten gehorcht zu haben. Nur wer Entbehrung kennt, weiß Überfluss zu schätzen! Welch ein orgiastisches Fest ist es, wenn die Minute des Fastenbrechens herannaht, und man endlich all das tun darf, was vorher verboten war. Wobei diese Minute nicht vorhersehbar ist, das macht das ganze noch mystischer. Ich dachte bisher, dass dieser Moment dann eintritt wenn, wie es im heiligen Koran steht, ein schwarzer Faden nicht von einen weißen unterschieden werden kann – also NACH Sonnenuntergang bei Dunkelheit!

Weit gefehlt, es ist viel komplizierter: Ein Islamgeleerter (kein Druckfehler!) im Fernsehen gibt die Zeit vor – meistens so ca. 17:15 Uhr, wobei es da  aber noch nicht dunkel war! Wie konnte ich nur glauben, dass Allah von uns einfache Regeln fordert, da muss schon ein Wissender den Moslem instruieren, wäre ja noch schöner!

Nun also darf gevöllert werden, esstechnisch alles, was Mutter Natur so hergibt, es gibt auch einiges aufzuholen und für den nächsten Tag Speicher anzulegen. Da darf es dann auch mal Bier sein und Haschisch, Allah hat es gegeben und nimmt es auch wieder! Spätestens da wusste ich, dass man den Koran nicht so wörtlich nehmen darf. Bier ist KEIN Alkohol und Haschisch KEIN Suchtmittel, pflanzliche Nahrung eben. Wenn es doch nicht regelkonform sein sollte – das macht der einfache Gläubige mit Allah ganz persönlich aus. Wer sind wir schon, dass wir den Willen Allahs verstehen können?

Natürlich ist es auch weise und sinnvoll, so viel Geld im Ramadan für die nächtlichen Orgien auszugeben, dass für den Rest des Jahres der durchschnittliche Moslem so was von pleite ist – wen kümmert es; wenn Allah will, dass wir arm sind, sind wir arm – Inshallah!!!

Dieses Inshallah ist überhaupt sehr praktisch, es lebt sich viel unbeschwerter , wenn man sich über nichts Gedanken machen muss – es ist völlig sinnlos, etwas anders oder gar besser machen zu wollen – Allah will, dass es so ist, also ist es so. Punkt. Ende der Diskussion. Wir haben kein Geld? No problem, wenn Allah will, wird er uns Geld schicken! Wie schön doch das Leben ist!

Autofahren in Ägypten ist ebenfalls von dieser Philosophie durchdrungen: Licht bei Nacht – nur was für westliche Weicheier. Angurten – ditto – wenn Allah will, dass wir sterben, dann sterben wir! Ach, wie schön ist doch das Leben – wir hängen nur nicht besonders daran! Das ist eine Lebenseinstellung, von der wir noch was lernen können!

Außerdem sehr praktisch: als Moslem muss man nichts wissen! Wissenschaft ist ebenfalls nur was für westliche ungläubige Warmduscher – lies den Koran, da steht alles drin – sogar der Urknall – angeblich. Die genaue Stelle habe ich leider nicht erfahren, dazu müsste ich den Koran schon im Original auf Arabisch lesen, und das kann ich leider nicht. Und Übersetzungen verzerren halt die wahre Aussage, schließlich ist keine Sprache so reich wie die arabische!

Das leuchtet ein! Ergo genügt ein einziges Buch im Haushalt, das spart doch Platz und Geld. Bücherregale sind nicht nötig! Guter Nebeneffekt – die Frau muss weniger abstauben! Also wer Ägypten als emerging new market sieht – mit dem Verkauf von Billy Regalen wird er pleite gehen!

Falls ihr euch wundern solltet, dass ich das politisch korrekte man/frau nicht verwende: wundert euch nicht – das ist auch sehr angenehm in einer islamischen Gesellschaft: kein Mensch gendert da herum, es ist de facto alles männlich, außer DIE Frau und DIE Tochter. Nachdem ja die arabische Sprache nicht nur in Aussprache und Schrift, sondern auch grammatikalisch sehr schwierig ist, muss man sich doch bei Allah nicht auch noch mit allzu viel weiblichen Formen herumschlagen, das werdet ihr ja verstehen. Natürlich werden Verben auch im Feminin konjugiert, aber nachdem ja Frauen im öffentlichen Leben kaum bis gar nicht vorkommen, reicht es völlig, z.B. für „bitte“ (minfadlak) nur das maskulinum zu lernen! Man wird nicht in die Verlegenheit kommen, eine Dienstleistung von einer Frau zu erbitten!

Apropos Frau: Von wegen Rolle der Frau: da gibt’s nichts zu diskutieren, es ist von der Natur so vorgegeben, dass die Frau Kinder bekommt, oder seht Ihr das anders?  Auch da haben die Ägypter recht: wenn die Frauen dasselbe leisten könnten wie Männer – wieso gibt es dann so wenig Frauen in Politik und Wissenschaft?

Ebenfalls ein netter Punkt : Ehe auf Zeit! Das haben ja eigentlich die schiitischen Iraner erfunden, aber die Praktikabilität dieses Konstrukts hat sich natürlich auch unter sunnitischen Arabern schnell herumgesprochen: In Ägypten gibt’s dafür sogar eigene Formulare – die Pharaonen  haben schließlich die Bürokratie erfunden – diese Form des Zusammenlebens nennt sich „Urfi-Ehe“. Mittlerweile gibt es fast so viele Urfi-Ehen wie gesetzlich geschlossene – man spricht von ca. 400.000 / Jahr!

Kann ich gut verstehen, warum das so ist – die demografische Entwicklung in Ägypten ist ja völlig gegenläufig zu unserer: eine sehr junge Gesellschaft, und diese jungen Menschen wollen nicht nur arbeiten (das ist bei 40% Arbeitslosigkeit auch nicht so einfach), sondern auch ihre sexuelle Lust ausleben.

Nun ist das im Islam vor- und außerehelich streng verboten (wie ja auch bei den Katholen –   mit dem Unterschied, dass die Moslems das noch ernst nehmen). Laut Gesetz ist es einem Mann und einer Frau nicht gestattet, sich in einem Raum aufzuhalten, wenn Sie nicht verheiratet sind. Dieses Gesetz wird zwar nicht eingehalten – außer im ländlichen Raum – aber exekutiert wird es: so hat die security wenigstens etwas zu tun!

Also muss eine islamische Hintertür her, das ist dann dieses Formular, von einem Anwalt abgestempelt und von 2 Zeugen mit Unterschrift beglaubigt, wobei diese 2 Zeugen nicht unbedingt physisch anwesend sein müssen. Die Namen und Unterschriften von Anwalt und Bräutigam gefälscht tun es auch. Allah ist Zeuge, das sollte reichen! Braut und Bräutigam unterschreiben ebenfalls (die sollten das wirklich tun) und schon ist man verheiratet!

Vorteile für den Mann: Er kann ohne schlechtes Gewissen Sex haben, er behält den Vertrag, er braucht seiner „Ehefrau“ weder Wohnung, Hausrat oder Gold zu kaufen, er kann die Ehe jederzeit ohne Angabe von Gründen beenden (Vertrag zerreissen genügt) – eine eindeutige win/win – Situation. Vorteile für die Frau: Sie ist verheiratet – das war´s aber dann auch schon, Rechte entstehen keine aus dieser Form des Zusammenlebens.

Urfi-Ehen sind  genau genommen sogar verboten – aber wen interessiert das im Moment der Eheschließung, wenn man wie eine nach Wasser lechzende Gazelle das Paradies der fleischlichen Lust so nahe vor Augen hat.

Blöd wird’s nur dann für die Frau, wenn der Mann sich scheiden lässt! Dann hat Sie weder Anspruch auf eventuell vorhandene Kinder, geschweige denn auf finanzielle Unterstützung. Außerdem ist Sie gesellschaftlich gebrandmarkt, weil urfi-verheiratet und daher eine Hure!

Der Mann kann so viele derartige Konstrukte eingehen wie er möchte. Die religiös von Ihm geforderten Normen sehen ja nur keinen Sex VOR der Ehe vor – das hat er ja erfüllt.

Man muss sich eigentlich nur an Geboten und Verboten orientieren , eine verheiratete Frau sein und fruchtbar, natürlich, dann wird Frauen der Himmel auf Erden geboten. Ägypter wissen nämlich noch, wie man Frauen erobert und verehrt: die Frau ist ein Kristall, ein Edelstein, die Sonne, der Mond, das Meer, eine Rose, das Augenlicht usw. … das klingt auf Arabisch natürlich viel besser. Außerdem hat der Mann zu Hause eh nix zu melden, in der Öffentlichkeit kann er ja dann ruhig bei einer Shisha in der Männerrunde sein Testosteron spielen lassen!

Ein paar Kleinigkeiten konnte ich leider trotz intensiver Recherche nicht klären:

Unter welchen Umständen genau muss das strenge Fasten im Ramadan NICHT eingehalten werden? Zu dieser Frage hatte  jeder eine andere Antwort, der Koran ist da auch keine Hilfe, da z.B. harte Arbeit wirklich jeder anders definiert!

Muss das 5malige Beten am Tag wirklich in Richtung Mekka, also in Ägypten eher gen Osten gerichtet, praktiziert werden? Oder doch „mit dem Meer im Rücken“, was dann, je nach Landesteil, auch mal Richtung Westen bedeuten würde? Wo kommen die vielen bunten Glühbirnen her, die im Ramadan die Moscheen schmücken, so dass jeder Christbaum dagegen ein altersschwaches Glühwürmchen ist?

Fragen über Fragen, auf die es bis dato keine Antwort gibt!

Die Frustration darob lässt mich jetzt zum Schluss meiner Suada kommen, durchaus in Weltschmerz und tiefster Verzweiflung, oder, wie die Ägypter sagen würden : Das Leben ist ein Jammertal!

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

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19 Antworten auf Gelebter Islam in Ägypten

  1. simbo sagt:

    @ Edith Bettinger :ok:

    Dieser Beitrag gefällt mir ausserordentlich. Darf ich diesen, mit Ihrer Erlaubnis, unter Satire einordnen ? Jedenfalls habe ich mich köstlich amüsiert. :haha:

    Nun noch eine Frage an alle : Wieviele Frauen darf eigentlich ein Moslem heiraten? Habe da kürzlich in Lausanne einen Mann mit "Familie" gesehen. D.h. Mann, 1 Schritt hinter ihm eine Frau (seine Lieblingsfrau)? und dahinter noch vier Frauen in einer Reihe. Würde nach meiner Rechnung also 5 bedeuten ??? Ist das erlaubt ?? Bis jetzt meinte ich, dass bei 4 (vier) Frauen Schluss ist :ohno:

  2. blasphemica sagt:

    guckst du , es gibt dafür natürlich auch eine fatwa :

    http://www.fatwaislam.com/fis/index.cfm?scn=fd&ID=1059

  3. Rechtspopulist sagt:

    "Bier ist KEIN Alkohol und Haschisch KEIN Suchtmittel, pflanzliche Nahrung eben. Wenn es doch nicht regelkonform sein sollte – das macht der einfache Gläubige mit Allah ganz persönlich aus. Wer sind wir schon, dass wir den Willen Allahs verstehen können?"

    Das erinnert mich an ein Erlebnis, das ich in Arga/Indien unweit vom Taj Mahal hatte:

    "Ich hätt' gern 'n Bier!"

    Ober: " Ja, … äh … wissen Sie, also Alkohol ist hier ein Problem, da dürfen Sei die Flasche nur unter dem Tisch halten. Sowas gibt hier Ärger. Aber ich habe das was besseres – Bhang-Lassie!"

    "Bhang-Lassie?"

    Ober: "Ja, ja!"

    "Dann mal her damit!

    Das schmeckte so ähnlich wie ein süßes Joghurt-Getränk mit Pistazien drin. Also, gleich noch einen bestellt. Als ich den dann getrunken hatte, gab es in meinem Inneren einen plötzlichen Schlag und ich war nicht einmal mehr in der Lage, einen Satz bis zu Ende zu verfolgen, ohne dabei den Anfang vergessen zu haben.
    Ich war dermaßen "breit", soviel Haschisch hätte ich gar nicht rauchen können. (Das nur zur guten Moral, dass sich der Alkohol-Genuß nicht gehört. :-)

  4. ilex (E. Ahrens) sagt:

    Ja – das Leben ist doch schön als Moslemfrau. Alles so klar und einfach geregelt. So eine phantasiesprühende Folklore, viel reicher als bei uns.

  5. Rechtspopulist sagt:

    #3ilex (E. Ahrens) am 18. Juli 2011 um 19:37

    "Ja – das Leben ist doch schön als Moslemfrau. Alles so klar und einfach geregelt. So eine phantasiesprühende Folklore, viel reicher als bei uns."
     
    Der Islam kommt gewissen weiblichen Instinkten halt angemessen entgegen – anders als es unsere durch Feminismus nicht in geringem Maße verblödete und desorientierte Männerwelt tut.

  6. blasphemica sagt:

    alkohol kann ganz leicht integriert werden, nicht nur, dass das wort aus dem arabischen kommt , höre ich immer wieder : essig ist ja auch vergoren , und den verwenden wir ja auch !

    ;-)

  7. Dr. Frank Berghaus sagt:

    #6 blasphemica am 18. Juli 2011 um 19:50

    Ich darf Dich – wenn auch mit leichter urlaubsbedingter Verspätung – recht herzlich bei uns begrüssen und hoffe, dass es dir bei uns gefällt.

  8. blasphemica sagt:

    danke für die herzliche begrüssung , ich bin jederzeit bereit für blasphemie und gottloses :-)

  9. Dr. Frank Berghaus sagt:

    #1 simbo am 18. Juli 2011 um 18:26

    Der Artikel wurde von mir korrekt unter "Satire" abgelegt. was sollte man zu diesem Thema von einer österreichischen Freidenkerin wohl auch anderes erwarten? ;-)

  10. Ein Teil von jener Kraft sagt:

    Schlag nach im Koran, da steht alles drin. Kommst du mit Koran, sind die Weiber alle hin …

    Das mit dem schwarzen und dem weißen Faden ist der Moment wo man mit dem Essen aufhören muss (de facto ist es der Morgendämmerungsgebetsruf. Praktischerweise wird im Ramadan etwa eine Stunde vor diesem noch ein Ruf eingefügt um die Leute zum Morgenfrühstück zu wecken, alternativ läuft ein Trommler durch die Straßen) . Mit dem Essen wieder anfangen darf man bei Sonnenuntergang (auch beim entsprechenden Gebetsruf).

  11. ilex (E. Ahrens) sagt:

    Man könnte ja auch eine Uhrzeit festlegen für die Grenzen der Ramadanvöllerei – wäre aber wohl viel zu einfach. Der Beduine hat eher einen weißen und schwarzen Faden als eine Uhr.

  12. Ein Teil von jener Kraft sagt:

    #11ilex (E. Ahrens) am 18. Juli 2011 um 23:48

    Man könnte ja auch eine Uhrzeit festlegen für die Grenzen der Ramadanvöllerei – wäre aber wohl viel zu einfach. Der Beduine hat eher einen weißen und schwarzen Faden als eine Uhr. 

    Zu Zeiten des Propheten – sicher. Heutzutage sind natürlich Uhrzeiten auf die Minute genau festgelegt, das Fasten beginnt beim ersten Gebetsruf (welcher den Anbruch der Morgendämmerung markiert) und endet beim Sonnenuntergangs-Gebetsruf. Das mit dem Faden ist halt eine Art und Weise um den Eintritt der Dämmerung irgendwie messbar zu machen (eine eindeutige Definition der Dämmerung gibt es ja auch bei uns nicht, wir unterscheiden ja auch zwischen bürgerlicher, nautischer und astronomischer Dämmerung. Der Morgengebetsruf und der Nachtgebetsruf liegen i.d.R. irgendwo zwischen nautischer und astronomischer Dämmerung).

  13. Argutus rerum existimator sagt:

    Das von den Moslems geforderte Verhalten im Monat Ramadan sollte man nicht mit dem Wort "Fasten" beschreiben. Das ist es nämlich nicht. Vielmehr ist es eine extrem unvernünftige Verteilung der (gegenüber den anderen Monaten wohl durchwegs erhöhten)  Nahrungsaufnahme über die verschiedenen Tageszeiten.

    Diese Unvernunft wird noch dadurch verstärkt, daß der verbotsbedingte Verzicht auf das Trinken von Wasser während der heißen Tagesstunden ausgesprochen ungesund ist.

  14. blasphemica sagt:

    ganze monatsgehälter werden in den nächten des ramadan vervöllert , es ist also nicht nur gesundheitlich relativ unvernünftig , sondern auch finanziell .

    nachdem auf diesem blog der humanismus wohnt sage ich jetzt bewusst nicht : es ist dämlich, bescheuert , saublöd , etc  ;-)

    isa

  15. Saejerlaenner sagt:

    Vor Jahren hatte ich in einem GaLaBau-Betrieb zwei türkische Kollegen, einer davon ein überzeugter Moslem (hab ich wohl an anderer Stelle schon mal erwähnt). Ramadan war mitten im Sommer, und wir haben an einem Südhang einen kompletten Garten neu gestaltet, samt großer Terrasse und Stützmauer für den Hang und was so alles dazugehört. Der Kollege hat den Ramadan ernst genommen, brav gefastet am Tag und auch nichts getrunken. Bei mindestens 35° in der prallen Sonne mit Hacke und Schaufel, und das mit 50 Jahren! Wie sich wohl jeder vorstellen kann, ist er nach drei Tagen auf dem Zahnfleisch gegangen, und die Baustelle hat Wochen gedauert. Immerhin ist er weiterhin zur Arbeit erschienen und hat nicht krank gemacht, aber das hätte ihm wohl auch keiner geglaubt – der Zusammenhang zwischen dem Ramadan und seiner körperlichen Erschöpfung war allzu offensichtlich.

    Ich habe mich öfters gefragt, was ich wohl an der Stelle des Arbeitgebers gemacht hätte. Wenn der Kollege zu fertig zum Schaffen ist, wird die Arbeit nicht gemacht, wenn die Arbeit nicht gemacht wird, gibt es kein Geld, und wenn es heute kein Geld gibt, ist man vielleicht morgen pleite. Nun waren wir zu dritt, und so hat trotzdem alles funktioniert – aber was wäre gewesen, wenn alle Ramadan gemacht hätten, oder wenn er Aufgaben gehabt hätte, wo er allein gewesen wäre? Ich will kein Arschloch sein, aber wenn ich der Chef gewesen wäre, hätte ich ihm nahegelegt, seinen Jahresurlaub ab sofort auf die Zeit des Ramadan zu legen, und wenn ers nicht gemacht hätte, hätte ich ihn vermutlich rausgeschmissen.

  16. Rechtspopulist sagt:

    #13Argutus rerum existimator am 19. Juli 2011 um 12:31

    "Diese Unvernunft wird noch dadurch verstärkt, daß der verbotsbedingte Verzicht auf das Trinken von Wasser während der heißen Tagesstunden ausgesprochen ungesund ist."
     
    An solchem Schwachsinn hat der Gott dann seine helle Freude, aber Kunst, Musik, die Wissenschaften, das philosophische Denken, … all das passt ihm nicht. Was für ein Depp!

  17. Ein Teil von jener Kraft sagt:

    Ramadan-Völlerei, na ja was solls, Weihnachten ist auch nicht gerade das Hochfest der gesunden Ernährung. Was ich eigentlich am Ramadan-Fastenbrechen am störendsten finde ist die unheimliche Verschwendung von Lebensmitteln, es wird aufgetafelt bis zu gehtnichtmehr und dann die Hälfte weggeschmissen, weil man sich ans Hungern gewöhnt und dann auch abends nicht mehr wirklich großen Hunger hat.

    Ich hatte vor Jahren mal das Wort „Ramadan“ ins ISI Web of Science eingegeben um zu sehen ob es da irgendwelche medizinischen Studien gibt. Es gibt praktisch nichts. Das einzige Thema was in größerem Umfang studiert wurde waren die Auswirkungen des Verzichts auf bestimmte Medikamente (dieses Thema ist „risikofrei“ denn Kranke sind islamrechtlich ja vom Fasten ausgenommen, viele verzichten aber dennoch auf ihre Medikamente). Und dann noch ein paar Studien zu Kopfschmerzen (Ergebnis: alles halb so wild, man hat sie am ersten Tag und dann war es das) und schließlich noch ein par Studien aus islamischen Ländern, nach welchen im Ramadan die Zahl der Verkehrsunfälle angeblich zurück geht.

  18. Steffen Rehm sagt:

    #16 Rechtspopulist am 19. Juli 2011 um 18:19

    "Was für ein Depp!"

      Bist Du des Teufels?:hide:

  19. Argutus rerum existimator sagt:

    #14 blasphemica am 19. Juli 2011 um 13:12

    sage ich jetzt bewusst nicht : es ist dämlich, bescheuert , saublöd , etc

    Um Dinge zu sagen ohne sie zu sagen ist die Metasprache überaus praktisch … :-)

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