PI: „Neues“ Tunesien: Israelhass in der Verfassung

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PI, selbsternannter Retter Israels im deutschsprachigen Raum, macht mit seinem heutigen Titel (siehe oben) der Klassifizierung als Hetzblatt wieder einmal alle Ehre. Wie undifferenziert, ja geradezu verleumderisch dort berichtet wird, kann man unschwer an der heutigen Berichterstattung klar machen. PI schreibt:

Am 23. Oktober wählt Tunesien eine verfassungsgebende Versammlung, die angeblich den Übergang von der Diktatur zur “islamischen Demokratie™” auf eine legitime und rechtlich solide Grundlage stellen soll. Strenggläubige Muslime, Nationalisten und Linksextreme bestehen darauf, dass in der Verfassung explizit jegliche Normalisierung der Beziehungen mit Israel verboten wird. Mit anderen Worten: Die Endlösung Aufhebung des Staates Israel wird Bestandteil der neuen demokratischen Verfassung Tunesiens. Tunesische Israelfreunde sollen denunziert werden.

Richtig ist, dass am 23. Oktober 2011 die ersten freien und demokratischen Wahlen in der Geschichte Tunesiens stattfinden. Zu diesen Wahlen haben sich rund 80 politische Parteien und Vereinigungen registrieren lassen – viel zu viele, als dass man annehmen könnte, es würden sehr viele davon den Wahltag überleben können, so sie denn auch tatsächlich antreten, was bei einigen noch unklar ist. Mit einiger Sicherheit, falls nicht noch ein Verbot wegen illegaler Parteienfinanzierung ausgesprochen wird, dürfte die Partei der moslemischen Extremisten, die Ennahda des wegen Terrorismus verurteilten Rachid al-Ghannouchi, antreten. In einer ersten, demoskopisch noch unzureichend abgesicherten Sondierung kamen sie auf 14.7%. Das reichte bereits zu diesem Zeitpunkt den Tunesien-Experten bei PI, den tunesischen Gottesstaat auszurufen.

Falsch ist, dass das Ziel der Wahlen im Oktober den Übergang von der Diktatur zur “islamischen Demokratie™” einleiten soll. Das mag vielleicht das Ziel der kleinen Minderheit der salafistischen Extremisten sein – doch wer sonst will das noch? In der benannten Sondierung hat sich nämlich (von PI wohlweislich verschwiegen) eine deutliche 2/3-Mehrheit der Befragten für ein laizistisches Tunesien ausgesprochen.

Richtig ist, dass die Forderung nach Aufrechterhaltung der diplomatischen Nichtbeziehung zu Israel von den Extremisten gefordert wird. Doch werden sie dazu auch nur eine näherungsweise Mehrheit im neuen konstitutiven Parlament erhalten? Das kann mit Fug und Recht ausgeschlossen werden, da sich sämtliche demokratische Parteien ganz im Gegenteil dafür ausgesprochen haben, nach den Wahlen die Beziehungen zu Israel normalisieren zu wollen.

Doch einmal auf dem Wege der Kaffeesatzleserei angelangt, versteigt sich PI sogar noch zu der Feststellung: Mit anderen Worten: Die Endlösung Aufhebung des Staates Israel wird Bestandteil der neuen demokratischen Verfassung Tunesiens. Ganz offensichtlich hatte die hellseherische Glaskugel bei PI einen gehörigen Sprung.

Dieser Bericht steht in einer langen Reihe ähnlich undifferenzierter Hetzartikel, ob sie sich nun gegen Homosexuelle oder Atheisten richten oder gegen alle Moslems ohne Unterschied, wie man es von PI in letzter Zeit gehäuft vorgesetzt bekommt. Hält man als Ansässiger mit unbegrenzter Aufenthaltserlaubnis, mit großem Interesse an den politischen Entwicklungen im Gastland und gleichzeitigen Aktivitäten in der aufgeklärten Szene von Tunis, den Machern von PI einen Spiegel vor die Nase, so wird man als quasi unzurechnungsfähiger Rentner in einem Touristenghetto dargestellt, der angesichts der Wissensfülle von PI schlicht ahnungslos ist.

 

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27 Antworten auf PI: „Neues“ Tunesien: Israelhass in der Verfassung

  1. Argutus rerum existimator sagt:

    Ich bin schon gespannt auf auf das Wahlergebnis am 23. Oktober und die darauf folgende Entwicklung – und natürlich auch auf die Reaktion von PI falls du (was ich vermute) Recht behältst.

  2. Dr. Frank Berghaus sagt:

    #1 Argutus rerum existimator am 19. Juli 2011 um 15:14

    Die werden vermutlich bei jedem Ergebnis ein Haar in der Suppe finden – und sicher wird auch den EU- und UNO-Beobachtern Wahlbetrug vorgeworfen werden, weil PI leider nicht genug Zeit und Personal hatte, selber Beobachter zu entsenden :-)

    Man muss, glaube ich, kein grosser Prophet sein, um vorherzusagen, dass die "gemässigten" Kräfte eine deutliche Mehrheit erringen werden. Und vielleicht wird Chebby (mein Favorit) tatsächlich der Sieger sein (damit ich meinen Titel als e.g.P. auch zu recht führe).

  3. ilex (E. Ahrens) sagt:

    Selbst ernannter Retter Israels ist eine ganz niedliche Bezeichnung für PI. Neben militanten Israelis, die es ebenso gibt wie bei anderen Leuten, ist "pro-israelisch" in der headline von PI allerdings manchmal wie eine Beschwörung: "Seht, wir sind doch keine Schlimmen". Hat ja auch taktisch was für sich und im Prinzip ist gegen einen Staat, der sich in feindlichem Umfeld behauptet, ja nichts zu sagen.

    Leider spiegelt sich in diesem "pro-isrealisch" oft eine unangemessene Aufgeregtheit, die hin und wieder sehr verwunderlich ist. Jetzt hat Tunesien keine Beziehungen zu Israel. Dann kann es ja nur besser werden, wenn die Mehrheit nach der Wahl dafür ist, sie aufzunehmen oder zumindest nicht auszuschließen. Sollte allerdings in der Tat unerwarteterweise so ein Passus in die neue tunesische Verfassung geschrieben werden, weiß man allerdings, was man dann davon zu halten hat. Wäre schade um die schönen Jasminblüten.

    Also geben wir den Tunesiern doch erst einmal die Chance, es besser zu machen als PI erwartet.

  4. Rechtspopulist sagt:

    "Hält man als Ansässiger mit unbegrenzter Aufenthaltserlaubnis, mit großem Interesse an den politischen Entwicklungen im Gastland und gleichzeitigen Aktivitäten in der aufgeklärten Szene von Tunis, den Machern von PI einen Spiegel vor die Nase, so wird man als quasi unzurechnungsfähiger Rentner in einem Touristenghetto dargestellt, der angesichts der Wissensfülle von PI schlicht ahnungslos ist."

    ***GRÖHL*** :rofl:

    Die PI-Jungs sind inzwischen völlig paranoid. Ihrer Glaubwürdigkeit ist das allerdings wenig zuträglich. Wie demokratisch man dort, bei den Christen-Fanatikern ist, sieht man daran, wer dort aufgrund von was ganz schnell rausgeworfen wird – so ganz … "demokratisch".

  5. KDL sagt:

    @ Frank

    Bist du sicher, dass dein Optimismus, was deine Wahlheimat anbetrifft nicht reiner Zweckoptimismus ist? Ich habe jedenfalls starke Zweifel daran, dass sich in der arabischen Welt jemals (längerfristig) eine Demokratie etablieren wird. Du hast deine Infos sicher aus dem tunesischen Fernsehen, das aber imho noch parteiischer ist als unser gutmenschlich-links gleichgeschaltetes TV. Vielleicht hast du auch Infos von Bekannten, die aber auch nur eingeschränktes Wissen haben können. Also, ich bin als Berufspessimist sehr skeptisch, aber lasse mich gerne positiv überraschen.

    Gleiches gilt übrigens für meine Einschätzung der Situation in Deutschland. Hier sehe ich eine zunehmende Islamisierung, einhergehend mit einer Entsäkularisierung (woran sich auch ein erstarkendes rückwärtsgewandtes Christentum beteiligen wird). Meine einzige (aber sehr kleine) Hoffnung ist noch, dass die Freiheit zu einer prägenden Kraft wird. Falls das auch nichts wird, bleibt de Trost, dass ich vielleicht noch 30 Jahre lebe und zum Glück (früher habe ich gesagt "leider") keine Kinder habe …

  6. Dr. Frank Berghaus sagt:

    #5 KDL am 19. Juli 2011 um 19:14

    Dein Pessimismus in allen Ehren, der ist ja auch vielleicht nicht unbegründet. Meine Informationen sind allerdings wegen der Verwachsenheit mit dieser Gesellschaft sehr viel umfänglicher als Du denkst.

    Sollte ich mich täuschen, so würde das für wohl mehr als die Hälfte aller Leute hier gelten.

    Für Deutschland geben ich dir in vollem Umfang recht :-)

  7. Rechtspopulist sagt:

    #6Dr. Frank Berghaus am 19. Juli 2011 um 19:20

    Schon als ich noch in Jordanien war – das war Anfang der 80er, galt Tunesien als ein vergleichsweise liberales Land. Ist das wohl auch damit begründet, dass dort französsicher Einfluss bestand?

  8. KDL sagt:

    Zu Tunesien: Dein Wort in Allahs Ohr ;-)

  9. Dr. Frank Berghaus sagt:

    #7 Rechtspopulist am 19. Juli 2011 um 19:26

    #8 KDL am 19. Juli 2011 um 19:27

    Es liegt wohl weniger am franz. Einfluss als an der etwas anderen, weltlicheren Art des "normalen" Islam. Die waren schon immer mehrheitlich eher Kulturmoslems und nie so streng, weshalb sie ja von anderen als Moslems auch nicht ernst genommen werden (und als Araber schon einmal gar nicht). Vor allem aber liegt es immer noch an Habib Bourguiba, der den Frauen öffentlich den Schleier abnahm ("das hat eine freie Frau nicht nötig") und der im Fernsehen während des Ramadans Wasser trank ("ich arbeite, also trinke ich"). Das ist hier durchaus nicht vergessen. Nur bei PI weiss man das alles nicht.

    Ich bete täglich genau in irgendein Ohr, KDL, immer in der Hoffnung, dass irgendwann einmal das richtige Ohr dabei sein sollte :-) . Natürlich höre ich regelmässig einen der 4 tunesischen Sender, vor allem die politischen Diskussionen. Ob die das auf PI überhaupt können?

  10. KDL sagt:

    Danke für die Infos.

    Zu den  politischen Diskussionen in den tunesichen Sendern: Sind diese auch so einseitig wie in unseren Talkshows, wo regelmäßig einer, der eine politisch inkorrekte Meinung vertritt gegen 4 PC-Apologeten antreten muss?

  11. Dr. Frank Berghaus sagt:

    #10 KDL am 19. Juli 2011 um 19:55

    Nein, jeder kommt zu Wort. Das ist wirklich hart aber fair. Nur Ennahda wird nicht so gern gehört ;-)

  12. Ein Teil von jener Kraft sagt:

    Dass PI das Ganze polemisch überhöht hat steht außer Frage aber ist es faktisch falsch? Denn die Meldung als solche (also dass im ersten Verfassungsentwurf einer Expertenkommission jegliche Normalisierung der Beziehungen mit Israel angeblich explizit verboten werden soll) wurde ja aus der Presse übernommen, 20 Minuten, um konkret zu sein, aber wie man mit googeln unschwer feststellt taucht die Meldung auch anderswo auf (etwa in der Jerusalem Post). Ich habe versucht, irgendwo diesen ominösen Verfassungsvorschlag zu finden. Möglicherweise hat es was mit dem „Republikanischen Pakt“ zu tun, dessen Text sich angeblich hier befindet (in arabisch, ich habe ihn nicht gelesen):

    http://www.tunivisions.net/en-exclusivite-le-texte-du-pacte-republicain,12636.html

    Sicherlich steht eine Normalisierung der Beziehungen mit Israel auch bei liberalen Kräften in Tunesien eher weit unten auf der Agenda, zwischen beiden Ländern gab es in der Vergangenheit mächtige Probleme (einschließlich israelischer Luftangriffe auf tunesisches Territorium), gut möglich dass man den Punkt reingenommen hat um die Radikalen zu beruhigen oder ihnen ein potentielles Wahlkampfthema wegzunehmen.

  13. Dr. Frank Berghaus sagt:

    #12 Ein Teil von jener Kraft am 19. Juli 2011 um 21:43

    Es ist wie ich geschrieben habe ein Vorschlag, oder besser eine Forderung der Extremisten – und nicht mehr! Das kommt natürlich nie in die Verfassung! aber PI tut so, als ob es bereits drin stünde. Das ist die Perfidie, die ich anprangere.

  14. Ein Teil von jener Kraft sagt:

    Also wenn ich zum Beispiel in der Jerusalem Post lese, scheint der Vorschlag aber breitere Akzeptanz gefunden zu haben.

    http://www.jpost.com/MiddleEast/Article.aspx?id=229774 

    Early this month, the authority in charge of post-Ben Ali political reform adopted a "republican pact" to form the basis of a new constitution. The completed pact included the provision prohibiting ties with Israel, though some commission members reportedly favor leaving it out. Islamist parties, along with Arab nationalists and extreme leftist factions, are pushing to implement a constitutional provision that would ban normalization of relations with Israel.

    Unabhängig davon wie man zu Israel steht ist es natürlich ein idiotischer Vorschlag so was in eine Verfassung zu schreiben, aber ich traue Arabern (einschließlich Tunesiern) durchaus zu, auf idiotische Vorschläge einzugehen.

  15. Rekursion sagt:

    Habe einmal während eines Tunesien-Urlaubs einen Tunesier kennengelernt. Der hat meine Freunde und mich mit einem Mahl aus Meeresfrüchten bewirtet. Wohnte in einer bescheidenen Hütte. Trug notdürftig geflickte Kleidung.

    Doch trotz dieser offensichtlichen Armut wirkte der Mann gebildet. Er sprach sehr gutes Deutsch. Er löcherte uns mit Fragen zu Europa. Er war geradezu gierig nach Wissen aus erster Hand. Selbst so profane Dinge wie Schnee (den er offenbar noch nie selbst gesehen hatte) schienen ihn ungemein zu faszinieren.

    Womöglich war dies ja ein Sonderfall, aber ich denke seitdem, wenn selbst so ein einfacher Mann so aufgeklärt agiert, dann wird Bildung in Tunesien wohl von staatlicher oder kultureller Seite gefördert.

    Und das scheinen mir doch recht gute Voraussetzungen dafür zu sein, dass die Extremisten dort unten vom Volk die rote Karte gezeigt bekommen.

  16. Dr. Frank Berghaus sagt:

    #14 Ein Teil von jener Kraft am 19. Juli 2011 um 23:25

    Also wenn ich zum Beispiel in der Jerusalem Post lese, scheint der Vorschlag aber breitere Akzeptanz gefunden zu haben.

    Selbst wenn man wohl die Jerusalem Post in dieser Frage nicht unbedingt als neutrale Quelle akzeptiert steht ja ausser Frage, dass es diese Vorschläge gibt – das bestreitet ja niemand.

    Allerdings darf man auch wissen, dass die Kommission zur Erstellung einer neuen Verfassung erst vom Parlament gewählt werden muss (nach dem 23. Oktober). Sie hat dann wohl eine ungefähre Zeitvorgabe von 2 Jahren, damit das konstitutive Parlament über die Vorschläge abstimmen kann. Erst danach werden auch die Präsidentenwahlen stattfinden können. Ein Hauptthema der Konstitution wird also sicherlich nicht die Israel-Frage sein, sondern die Entscheidung, ob man eine eher präsidiale Demokratie nach franz. Vorbild anstrebt (wohl eher nein), oder eine parlamentarische Demokratie etwa nach deutschem Muster mit einem starken Ministerpräsidenten und einem repräsentierenden Präsidenten. Hier sind (wie diese Einzelfrage zeigt) noch lange Wege zu gehen.

    Was ich an der Darstellung bei PI eben so perfide finde ist, dass suggestiv so getan wird, als sei das Israel-Verdikt bereits Teil der Verfassung, was allein deshalb schon nicht der Fall sein wird, weil Tunesien noch auf Jahre hinaus auf das Wohlwollen von EU und USA angewiesen sein wird. Denkt man also etwas ruhiger nach, so kommt man nur zu dem Schluss, dass PI mit solchen Artikeln hohle Hetze und unsubstantiierte Panikmache betreibt. Das wollte ich mit meinem Artikel blossstellen.

  17. Dr. Frank Berghaus sagt:

    #15 Rekursion am 20. Juli 2011 um 01:16

    Und das scheinen mir doch recht gute Voraussetzungen dafür zu sein, dass die Extremisten dort unten vom Volk die rote Karte gezeigt bekommen.

    Davon gehen meine Frau, ich und alle unsere Freunde aus. Gleichwohl habe ich als vorsichtiger Mensch zu unserer Sicherheit Massnahmen getroffen, die eine sofortige Umsiedlung nach Deutschland ermöglichen, falls ich mich in diesem Punkte eklatant täuschen sollte.

  18. Rechtspopulist sagt:

    #16Dr. Frank Berghaus am 20. Juli 2011 um 11:03

    "Was ich an der Darstellung bei PI eben so perfide finde ist, dass suggestiv so getan wird, als sei das Israel-Verdikt bereits Teil der Verfassung, was allein deshalb schon nicht der Fall sein wird, weil Tunesien noch auf Jahre hinaus auf das Wohlwollen von EU und USA angewiesen sein wird. Denkt man also etwas ruhiger nach, so kommt man nur zu dem Schluss, dass PI mit solchen Artikeln hohle Hetze und unsubstantiierte Panikmache betreibt. Das wollte ich mit meinem Artikel blossstellen."
     
    Darum heißt's ja auch PI: PerfIde.
    Dass die sich dort mit ihrem Unsinn selbst disqualifizieren, ist ihnen nicht bewusst. Islam-Kritik sollte da schon deutlich differenzierter sein.

  19. Ein Teil von jener Kraft sagt:

    Ich habe mal in den Republikanischen Pakt hineingeschaut (habe leider nur eine Fotokopie des arabischen Texts, also einfach den Text in ein Übersetzungsprogramm eingeben war nicht drin). Also das Wort „zionistisch“ steht definitiv im Text (es ist überhaupt das letzte Wort im Dokument). Natürlich ist das noch nicht die endgültige Verfassung. Aber zunächst mal ist der Text ja nicht von irgendeiner Splittergruppe verfasst worden sondern von der „République tunisienne, Haute instance pour la réalisation des objectifs de la révolution, de la réforme politique et de la transition démocratique“. So was entfaltet auch schnell ein Eigenleben. Denn jeder, der sich für die Streichung dieser Passage einsetzt kann ja dann prima als „zionistischer Agent“ gemobbt werden, und da mag sich so mancher Politiker sagen, sei es drum, was geht mich Israel an, ich halse mir deshalb keine Probleme auf, dann lassen wir es halt drin. Am Status Quo ändert das ja auch nichts, denn Tunesien hat ja momentan gar keine Beziehungen zu Israel, insofern kann ich mir gut vorstellen dass dieser Satz über die Zionisten in Tunesien selbst kein Aufreger ist. 

  20. Dr. Frank Berghaus sagt:

    #19 Ein Teil von jener Kraft am 20. Juli 2011 um 12:11

    Dann schlage ich doch vor, erst einmal die endgültige Verfassung abzuwarten. Die wird keinen solchen Passus enthalten – das ist so gut wie sicher, weil Tunesien nicht seinen Untergang selbst herbeiführen wird. Es sei denn, ennahda gewinnt.

    Der so genannte "republikanische Pakt" ist nicht Teil der offiziellen Politik. Ministerpräsident Essebsi hat sich bereits entsprechend geäussert.

  21. Azrail sagt:

    Lieber Wim :love:

    Ich verstehe Deine Empörung gut über das dermaßen dämliche Gehetze und Geschwätz auf PI (was in Wirklichkeit Politisch idiotisch bedeutet).
    Wenn schon so abstruse Autoren wie "Kewil" zum Redaktionsteam gehören mitsamt seinem katholibanischen Haufen, dann ist es mit der Intelligenz nicht mehr weit her.

    Tunesien hebt sich angenehm von den anderen arabischen Ländern ab. Es hat eine junge gebildete Schicht und ist auch sonst sehr aufgeschlossen. Natürlich gibt es da auch religiöse Fanatiker, aber niemals in dem Umfang wie es z. B. in Algerien ist, schließlich kenne ich Tunesien aus eigener Anschauung und nicht nur als Tourist.
    Was die Verunglimpfungen angeht, da mach Dir bitte keinen Kopf. Da spricht nur purer Neid und dummer Hass draus.

    Ansonsten bin ich guter Dinge, was die Entwicklung in Tunesien angeht, dem dummen Geschwätz von PI zum Trotz.

    Vive Tunisia :D
     

  22. Dr. Frank Berghaus sagt:

    #21 Azrail am 20. Juli 2011 um 16:49

    Meine Liebe, keine Sorge, was immer mir PI unterstellen mag, das juckt mich natürlich überhaupt nicht. Schlimm ist nur, dass so viele Leute solchem Quatsch hinterher rennen, ohne nachzufragen :sad:

  23. Azrail sagt:

    22 Dr. Frank Berghaus  :love:

    PI hat schon lange seine Seriosität eingebüßt und zwar gewaltig. Da denke ich, trennt sich die Spreu vom Weizen.
    Die Leute, die immer noch hinter dem SChwachsinn von PI hinterher hecheln, denen ist nicht mehr zu helfen.
    Man kann über alles diskutieren und sich infromieren. Aber dermaßen über Minderheiten,  egal welcher sexueller und religiöser Orientierung zu hetzen und auch noch dermaßen übel zu beschimpfen, zeugt von gigantischer Dummheit. Die haben sich selber disqualifiziert.

    :D

  24. Rechtspopulist sagt:

    Wer klar ist im Kopf, der kann den Leuten in Tunesien ja nur wünschen, dass sie klug genug sind, ihre Freiheit als Option der Religion überzuordnen.

  25. queenofhasbara sagt:

    ALLE proisraelischen Kräfte sind wilkommen, ob es nun PI oder WB ist.   :fly:

  26. Frank Berghaus sagt:

    #25 queenofhasbara am 16. Februar 2012 um 08:22

    Es entspricht nicht unserer Auffassung, dass eine humanistische Seite Partei für einen bestimmten Staat ergreift. Da stehen wir völlig neutral, solange ein Staat (welcher auch immer!) die Menschenrechte achtet. Das ist für uns das einzige Kriterium.

    Und ein Vergleich mit der geheuchelten Israelfreundlichkeit von PI verbietet sich.

  27. queenofhasbara sagt:

    @Frank Berghaus:
     
    "Und ein Vergleich mit der geheuchelten Israelfreundlichkeit von PI verbietet sich."
     
    Werter Herr Berghaus, es tut mir leid, aber ich konnte bei PI bisher keine Israelfeindlichkeit feststellen. Alle Judenhasser, die es dort mit Kommentaren vielleicht gelegentlich mal versucht haben, sind weg.:usa:

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