Verbot des Vollschleiers

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Nach Frankreich hat jetzt auch Belgien ein Verbot gegen das Tragen von Burqa und Niquab in der Öffentlichkeit ausgesprochen – und prompt sind für „Menschenrechtsgruppen“ Frauen einmal mehr keine Menschen. Es geht also wieder um die Frage, ob es gegen die Rechte der Frauen verstößt, wenn sie von ihren Besitzern per Kleidung vom öffentlichen Leben ausgesperrt werden, oder ob die Rechte der Frauen in Gefahr sind, wenn man ihnen das Tragen der Vollvermummung verbietet. Die evangelische Kirche stellt sich eindeutig auf die Seite derer, die in dieser Frage die „Religionsfreiheit“ in Gefahr sehen. Und das wohl aus gutem Grund – schließlich wittern wie auch die Katholiken die Protestanten immer wieder die Gefahr, ihre Privilegien einzubüssen, die unter der falschen Flagge der Religionsfreiheit liebe Gewohnheit geworden sind. Also stellt man sich auf die Seite der islamischen Menschenfeinde, denen die Rechte von Frauen offensichtlich völlig egal sind.

Auf evangelisch.de berichtet Ansgar Haase:

Bis zu 137,50 Euro Bußgeld oder sogar ein paar Tage Gefängnis: Als zweites europäisches Land stellt Belgien von diesem Samstag an das Tragen von muslimischen Ganzkörperschleiern unter Strafe. Der Sinn und Zweck der sogenannten Burka-Verbote ist jedoch weiter heftig umstritten. Kritiker verweisen auf die Situation in Frankreich. Dort dürfen sich Frauen in Kleidungsstücken wie Nikab oder Burka bereits seit April nicht mehr in der Öffentlichkeit blicken lassen.

Zitiert wird des weiteren ein „französischer“ „Menschenrechtler“ namens Rachid Nekkaz, der die Einführung des entsprechenden Verbots in Frankreich kritisiert. "Die Erfahrungen zeigen eindeutig, wie lächerlich so ein Gesetz ist", kommentiert der 39-Jährige Menschenrechtsaktivist. "Bislang sind meines Wissens gerade mal zwei Strafzettel ausgestellt worden – und einer wurde sofort wieder von der Staatsanwaltschaft einkassiert". Bei rund 100 Frauen sei es bei einer Verwarnung geblieben.

Aus Protest und zur Unterstützung der Betroffenen hat Nekkaz im vergangenen Jahr die Organisation "Touche pas à Ma Constitution" (deutsch: Rühr meine Verfassung nicht an) gegründet. Sie bietet allen betroffenen Frauen an, für ihre Bußgelder aufzukommen. "Das Gesetz ist ebenso diskriminierend wie überflüssig", begründet der Franzose. Ein Verbot in öffentlichen Gebäuden wie Ämter sei akzeptabel, alles andere gehe aber zu weit.

Mit dieser Kritik steht Nekkaz natürlich nicht allein: "Es ist wahrscheinlich, dass diese Gesetze die Frauen zusätzlich stigmatisieren und sie noch mehr vom gesellschaftlichen Leben abschotten", schreibt der Menschenrechtskommissar des Europarates, Thomas Hammarberg, zum bevorstehenden Burka-Verbot in Belgien. Es könne sogar dazu führen, dass Frauen sich nicht mehr in Krankenhäuser oder Behörden trauten. "Das ist nicht das, was man Befreiung nennen kann“.

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte demgegenüber bei Einführung des Verbot erklärt: "Die Burka ist kein religiöses Zeichen, sondern ein Zeichen der Unterwerfung […] Das Gesicht zu verbergen, bedeutet die Mindestanforderungen des Gesellschaftslebens anzutasten. Außerdem versetzt es die betroffenen Personen in eine Situation der Ausgeschlossenheit und Unterlegenheit, die mit den Werten der Republik nicht vereinbar ist."

Evangelisch.de berichtet weiter :

Das französische Innenministerium will sich vor der Einführung des belgischen Burka-Verbots nicht dazu äußern, ob das eigene Gesetz als Erfolg beurteilt werden kann. Auch Zahlen über bislang verhängte Verwarnungen und Bußgelder gibt es nicht. Am 22. September will ein Gericht in Meaux bei Paris aber die Entscheidung in einem ersten "Schleier-Prozess" verkünden. Zwei Frauen sollen eine Geldbuße in Höhe von 150 Euro sowie einen Kurs in Staatsbürgerkunde aufgebrummt bekommen, weil sie im Mai vollverschleiert bei einem konservativen Politiker erschienen, um ihm provokativ eine Geburtstagstorte zu überreichen – und ihm die Möglichkeit zur ersten Bußgeldverhängung in seiner Gemeinde zu geben.

Menschenrechtsaktivist Nekkaz blickt bis dahin verstärkt nach Belgien. Auch dort will er die Strafzettel aller betroffenen Frauen zahlen. "In Belgien ist das Gesetz ein noch größerer Skandal", meint er. Das Land sei seit mehr als einem Jahr ohne gewählte Regierung, aber dennoch werde ein Gesetz beschlossen, das schätzungsweise deutlich weniger als 300 Frauen betreffe.

Das letzte Argument ist wohl das törichtste, das man sich denken kann. Seit wann ist es von Bedeutung, wie viele Täter es gibt, damit ein Gesetz sinnvollerweise eingeführt werden sollte? Soll etwa nach demselben Motto Kannibalismus in Zukunft unbestraft bleiben, nur weil es an Tätern Mangel hat?

Es ist jedenfalls traurig mit anzusehen, dass sich eine Institution, die gegen die Prädominanz des Mannes bei der katholischen Konkurrenz zu Felde zieht, sich in diesem Fall auf die Seite machohafter Moslems stellt.

 

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37 Antworten auf Verbot des Vollschleiers

  1. pinetop sagt:

    Dass der Zwang (!) zur Burka eine Menschenrechtsverletzung darstellt, kann nicht bezweifelt werden. Demgegenüber besteht die Möglichkeit, dass Frauen in freier Selbstbestimmung die Burka wählen. Das Problem ist, dass wir nicht erkennen können, wenn Freiwilligkeit vorliegt. Da zu vermuten ist, dass die Mehrheit der Frauen vom Familienoberhaupt zur Burka gezwungen wird, ist ein gesetzliches Verbot eine geeignete Maßnahme, um Frauen vor dieser Entwürdigung zu bewahren.   

  2. Azrail sagt:

    Am schärfsten ist die Burka :haha: Ein wandelndes Sing-Sing :rofl:

    Spaß beiseite. Die wenigsten Frauen tragen es, weil es so schön ist :mad:, sondern aus Gewohnheit, Tradition, oder weil es der Ober-Muffel so will.
    Wenn ich schon Gestalten sehe, die in der größten Hitze ihre schwarzen Niqabs anhaben, dann frage ich mich: Haben die eine Klimaanlage am Körper, damit sie das aushalten. Da kommen Düfte auf. :evil:

    Dass in der größten Hitze, wallende Gewänder sehr angenehm und angebracht sind zwecks des besseren Hautklimas, ist logisch. Aber bitte kein Schwarz von oben bis unten und auch kein Sing-Sing-Umhang, wo man die Welt wie durch ein Netz sieht. :mad:

  3. Azrail sagt:

    Eine Merkel-Burka wäre doch hip. Bei den hängenden Lefzen wäre dies sogar angebracht :rofl:

  4. simbo sagt:

    @ Azrail :kiss:

    Ich grüsse Dich. Schön von Dir zu hören :ok:

    Allerdings weiss ich nicht ob das klappt….. musste mich wieder anmelden  :mrgreen:

     

  5. Azrail sagt:

    #4 simbo :love:

    Simbolein, grüße Dich zurück. Bei manchen wäre eine Burka schon angebracht, alleine um ihre Krokodilhaftigkeit zu verbergen. Ich denke an "Camilla das Pferd" von Prinz Charles. Da wäre eine Royal-Burka schon ein Gag. :rofl:

  6. Indianerjones sagt:

    Als Kompromiß könnte man ja die Burka für Männer weiterhin erlauben…..[..] 8-)

  7. simbo sagt:

    #5 Azrail

    Ja, an manchen Tagen würde man sich eine Burka wünschen :haha:

    Für einige Personen von Dir genannt allemal :mrgreen:

  8. ilex (E. Ahrens) sagt:

    Das Gesicht zu verbergen, bedeutet die Mindestanforderungen des Gesellschaftslebens anzutasten. Außerdem versetzt es die betroffenen Personen in eine Situation der Ausgeschlossenheit und Unterlegenheit, die mit den Werten der Republik nicht vereinbar ist.

    Da hat der Herr Sarkozy ausnahmeweise einmal völlig Recht. Männer, die fordern, dass Frauen so umher laufen, sind machtgeile Idioten und die paar Frauen, die das "freiwillig" tragen sollten, stehen in krasser Opposition zu unserer Gesellschaft.

    Religion hin oder her – das Verbot ist eine richtige Sache. Hoffentlich wird es konsequent durchgesetzt. Was mich immer dabei wundert ist, dass viele "Frauenrechtler", "Menschenrechtler" und sonstige "Gutmenschen" diese Menschenverschandelung gut finden. Nein – manches aus fremden Kulturen ist einfach Mist. Jedenfalls hier.

    150 € ist eine viel zu geringe Strafe – mindestens das Zehnfache, damit es fühlbar wird. Es wird Zeit, dass diese perverse Verkleidung auch bei uns bzw. europaweit verboten wird.

  9. Uwe Lehnert sagt:

    Gerade das letzte Bild in obigem Beitrag zeigt, wie abstoßend und erbarmungswürdig und zugleich entwürdigend ein solches Stoffgefängnis wirkt. Ich denke, dass wir unsere liberale Haltung anderen Auffassungen gegenüber überdenken müssen. Wir verteidigten bisher liberale Positionen immer gegenüber konservativen, rigiden, einschränkenden, meist religiös begründeten Einstellungen und traten für maximale Freiheit in Fragen der ganz persönlichen Lebensgestaltung ein. Ich denke, dass wir inzwischen auch eine „obere“ Grenze diskutieren müssen, denn nicht alles, was an Freiheit des Einzelnen denkbar ist, selbst dann, wenn sie unmittelbar die Rechte des anderen nicht einschränkt, kann in einer offenen und auf Kommunikation angelegten und angewiesenen Gesellschaft sinnvoll sein. Sarkozy sagt hier – wie auch ilex meint: ausnahmsweise – zu Recht, dass das Gesicht zu verbergen, die Mindestanforderungen des Gesellschaftslebens anzutasten bedeutet. 

  10. Tolkewitzer sagt:

    Die sollten lieber den Ganzkörperkondom zur Pflicht erklären.
    Da möchte ich die Menschenrechtler(innen) mal hören!

  11. Tolkewitzer sagt:

    #9 Uwe Lehnert

    Guter Ansatz!
    Alle sollten immer "Gesicht zeigen" müssen! Das ist die Grundvoraussetzung des Miteinanders in einer zivilisierten Gesellschaft.

  12. ilex (E. Ahrens) sagt:

    Das letzte Argument ist wohl das törichtste, das man sich denken kann. Seit wann ist es von Bedeutung, wie viele Täter es gibt,

    Wobei eben die gravierendsten Verbrechen zum Glück eher selten sind. Dennoch kann das kein Grund sein, auf deren Bestrafung zu verzichten.

    Mit der Ganzkörpervermüllsackung nimmt man den darin gefangenen Frauen jede menschliche Identität. Auch ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Artikel 1 des GG sollte ja wohl Vorrang vor Artikel 4 haben.

    Dass es Leute gibt, die das einfach nur als eine Art Folklore abtun zeigt deren perverses Denken. Und trägt es eine Frau wirklich freiwillig – um so schlimmer. Mit dieser Anti-Einstellung hat sie in unserer Gesellschaft nicht zu suchen.

  13. ziischdig sagt:

    #12 ilex (E. Ahrens) am 25. Juli 2011 um 21:35

    Dass es Leute gibt, die das einfach nur als eine Art Folklore abtun zeigt deren perverses Denken.

    Dass es Leute gibt, die anderen Leuten vorschreiben wollen, was sie zu tragen bzw nicht zu tragen haben, zeigt deren perverses Denken.

    Und trägt es eine Frau wirklich freiwillig – um so schlimmer.

    Um so schlimmer für Leute wie Dich, die nicht begreifen können und wollen, dass Kleidung eine höchstpersönliche Entscheidung ist, die keinen sonst irgendwas angeht.

    Mit dieser Anti-Einstellung hat sie in unserer Gesellschaft nicht zu suchen

    Ich weiß nicht, welche Gesellschaft Deine ist. Ich bin mir aber sicher, dass es nicht meine ist.

  14. blasphemica sagt:

    wenn sich jemand durch seine kleidung bewusst von der mehrheitsgesellschaft abgrenzen will darf er/sie sich nicht wundern wenn er/sie auch faktisch ausgegrenzt wird .

    diese frauen in käfighaltung lehnen alles ab , was zu einer offenen gesellschaft gehört . das hat mit folklore nichts zu tun , das ist  gelebter islam in extremis !

    keiner regt sich darüber auf, wenn ein punk , der sich ja auch optisch abheben will , wegen seines aussehens keine arbeit bekommt , da heissts dann : selber schuld ! da wird eindeutig mit zweierlei mass gemessen !

    es ist gesetzlich geregelt , dass man nicht nackt in der öffenlichkeit erscheinen darf , also kann das extreme gegenteil dazu auch per gesetz verboten werden .

    dabei fühle ich mich in meinen religiösen gefühlen zutiefst verletzt , da nudismus strafbar ist und nacktsein vom öffentlichen raum verbannt ! ich überlege, mich an den internationalen gerichtshof zu wenden !

  15. Dr. Frank Berghaus sagt:

    #14 blasphemica am 25. Juli 2011 um 22:53

    Als begeisterter (notgedrungen ehemaliger) FKKler kann ich dir nur uneingeschränkt zustimmen. :-)

  16. ilex (E. Ahrens) sagt:

    # 13 – ziischdig

    Schön, wenn man einmal die Maske fallen lassen kann und das Gesicht der Barbarei zum Vorschein kommt. Wenn Dein Statement ernst gemeint ist, kann ich Dich nur bedauern.

  17. ilex (E. Ahrens) sagt:

    # 14 – blasphemica

    Sieht ja niedlich aus, der Teufel. Und sogar mit einem Schatten.  ;-)

  18. Dr. Frank Berghaus sagt:

    #17 ilex (E. Ahrens) am 26. Juli 2011 um 00:20

    Vorsicht mein Lieber. Dieser Teufel (ob mit oder ohne Schatten) ist eine ausgesprochen attraktive Frau :-)

  19. Rechtspopulist sagt:

    #9Uwe Lehnert am 25. Juli 2011 um 21:15

    Na, wie viele Autofahrer währen wohl froh, hätten sie eine Burka getragen?

    Das Menschenrecht – und zwar geschlechtsunabhängig – auf die Burka finde ich ok.

    Ich hätte auch gerne eine – wo gibt's die denn zu kaufen?

  20. Indianerjones sagt:

    #18 WiM

    Die schöne Erwähnung; daß Blasphemica eine attraktive Frau ist, kam wohl eher daher, da du nun lesen willst ,wie wir sie umgarnen, du Schlingel.  8-)

  21. Dr. Frank Berghaus sagt:

    #20 Indianerjones am 26. Juli 2011 um 00:51

    Wie kommst du denn auf die Idee? Nichts läge mir ferner als das :-)

  22. Indianerjones sagt:

    #21 WiM

    Weil eventuell solche schönen zwischenmenschliche Kontakte, eine Atmosphäre voller Sinnlichkeit schaffen würde.  :bee:

  23. ilex (E. Ahrens) sagt:

    #18 Dr. Frank Berghaus am 26. Juli 2011 um 00:26 = Dieser Teufel (ob mit oder ohne Schatten) ist eine ausgesprochen attraktive Frau :-)

    Das dachte ich mir schon – blasphemica

  24. blasphemica sagt:

    ich werde ja selten rot , aber jetzt wurde ich es ;-)

    da ich auf meiner religiösen sinnsuche nicht nur den nudismus fand sondern auch den hedonismus , ist eine athmosphäre voller sinnlichkeit durchaus etwas , was zu meinen ritualen gehört !  

  25. pinetop sagt:

    Es ist zu wünschen, dass sich am Thema Burka eine breite Grundsatzdiskussion entzündet. Vor etwa einem Jahr kommentierte ich zum gleichen Thema bei Zeit-online. Meine Bestürzung und Fassungslosigkeit über die Argumentation der "Burka-Freunde" war schon extrem. Sogar von deutschen und vermutlich atheistischen Feministinnen wurde die Burka als Ausdruck kultureller Unabhängigkeit und als Abgrenzung zur westlichen Arroganz gefeiert. Sich als besonders fortschrittlich empfindende Menschen sind bestrebt, alle Kulturen, die von westlicher Aufklärung mehr oder wenig unberührt geblieben sind, zu verteidigen. Dass bei dieser Denkweise die individuelle Freiheit bedeutungslos wird, scheint ihnen gleichgültig zu sein.  

  26. Tolkewitzer sagt:

    #26 pinetop am 26. Juli 2011 um 10:33

    Es ist zu wünschen, dass sich am Thema Burka eine breite Grundsatzdiskussion entzündet. Vor etwa einem Jahr kommentierte ich zum gleichen Thema bei Zeit-online. Meine Bestürzung und Fassungslosigkeit über die Argumentation der "Burka-Freunde" war schon extrem. Sogar von deutschen und vermutlich atheistischen Feministinnen wurde die Burka als Ausdruck kultureller Unabhängigkeit und als Abgrenzung zur westlichen Arroganz gefeiert. Sich als besonders fortschrittlich empfindende Menschen sind bestrebt, alle Kulturen, die von westlicher Aufklärung mehr oder wenig unberührt geblieben sind, zu verteidigen.

    Wie ich oben schon sagte, würde das Stoffgefängnis in Deutschland für die Frauen vorgeschrieben, würden die gleichen Menschenrechtler(innen) diese "Kleidung" als das darstellen, was sie ist: menschenverachtend und einer offenen Gesellschaft unwürdig!

  27. ziischdig sagt:

    #27 Tolkewitzer am 26. Juli 2011 um 10:58

    Wie ich oben schon sagte, würde das Stoffgefängnis in Deutschland für die Frauen vorgeschrieben, würden die gleichen Menschenrechtler(innen) diese "Kleidung" als das darstellen, was sie ist: menschenverachtend und einer offenen Gesellschaft unwürdig!

    Nicht ein Stück Stoff ist menschenverachtend und einer offenen Gesellschaft unwürdig, sondern der Zwang, dieses Stück Stoff tragen zu müssen oder das Verbot, dieses Stück Stoff tragen zu dürfen. Kleidungsvorschriften jeglicher Art sind menschenverachtend.

  28. blasphemica sagt:

    ich würde sogar soweit gehen zu hinterfragen, ob die aktive religionsfreiheit ( von passiver kann man ja nur träumen ) ÜBER frauenrechte und meinungsfreiheit gestellt werden darf .

    ich weiss, das ist ein heikles thema , da wird sofort wieder die dritte -reich -karte gezogen , aber nach meinem , vielleicht naiven verständnis , lässt sich religionsfreiheit nur in einem laizistischen staat wirklich umsetzen , was natürlich bedeutet , dass religion im öffentlichen raum nichts zu suchen hat und dass die irrwitzigen subventionen an alle glaubensgemeisnchaften zu unterbinden sind .

    in diese suppe lässt sich die rkk aber nicht spucken , daher ist es schwer zu argumentieren , dass diese absolute freiheit für religiösen schwachsinn welcher provenienz auch immer abgestellt werden muss .

    ich gebe pinetop völlig recht , diese blinde verteidigung linker feministinnen von burka und co lässt auch mich immer wieder erschaudern, und ich muss den polemischen schluss daraus ziehen , dass sich diese frauen nicht um die unterdrückung anderer frauen kümmern sondern nur um die perpetuierung ihres männer- und lustfeindlichen weltbildes . 

    ich kenne atheisten aus islamischen ländern , die riskieren ihr leben dafür, sich für frauenrechte und damit gegen ganzkörperschleier einzusetzen ! Männer wohlgemerkt, die sich klar sind, dass ihre gesellschaften nur dann eine zukunft in freiheit und demokratie haben werden, wenn sich ihre frauen emanzipieren !

  29. Tolkewitzer sagt:

    #28 ziischdig am 26. Juli 2011 um 11:07

    Nicht ein Stück Stoff ist menschenverachtend und einer offenen Gesellschaft unwürdig, sondern der Zwang, dieses Stück Stoff tragen zu müssen oder das Verbot, dieses Stück Stoff tragen zu dürfen. Kleidungsvorschriften jeglicher Art sind menschenverachtend.

    Nicht, wenn dieses Stück Stoff ein Symbol darstellt, welches gegen die Grundprinzipien dieser Gesellschaft gerichtet ist.
    Sonst dürften Sie ja auch nichts dagegen haben, wenn wieder die Braunhemden mit den Armbinden herausgeholt würden. Ist ja nur Stoff…

  30. Argutus rerum existimator sagt:

    #28 ziischdig am 26. Juli 2011 um 11:07

    Kleidungsvorschriften jeglicher Art sind menschenverachtend.

    Aus einem konsequent liberalen Blickwinkel macht dieser Satz im ersten Moment Sinn. Allerdings bedarf es dabei einiger ergänzender Betrachtungen.

    1. Wie Blasphemica schon richtig erkannt hat, wäre es inkonsequent die Burka zu erlauben aber Nacktheit zu verbieten. Ebenso inkonsequent wäre etwa das Verbot von SS-Uniformen oder Hakenkreuzbinden etc.

    2. Wenn Kleidungsvorschriften menschenverachtend sind (übrigens ein völlig unsinniger Ausdruck, aber auf das will ich jetzt nicht eingehen), dann müßte das auch für jene Vorschriften gelten, die nicht vom Staat sondern beispielsweise vom Ehemann oder einer religiösen Autorität ausgesprochen werden.

    Angesichts dessen, daß die islamische Verschleierung insbesondere in der heißen Jahreszeit überaus beschwerlich ist, kann man mit großer Plausibilität annehmen, daß kaum eine Frau sie freiwillig durchführen würde. Entweder sie hat Angst vor den Schlägen, die ihr der Ehemann angedroht hat, oder vor der Hölle, die ihr die Religion in Aussicht stellt.

    3. In letzter Konsequenz ist das Prinzip, daß man anderen Menschen bezüglich der Kleidung nichts dreinreden darf, nicht durchzuhalten, denn sonst würde das auf für kleine Kinder gelten, denen die Eltern nicht verbieten barfuß durch den Schnee zu laufen.

    Unmündige Personen wie beispielsweise kleine Kinder müssen von anderen Menschen geschützt werden. Und eine Frau, die sich tatsächlich bei 30 Grad im Schatten verschleiern will, gibt damit zu erkennen, daß sie nicht zurechnungsfähig ist.

  31. blasphemica sagt:

    @ziischdig am 26. Juli 2011 um 11:07

    Kleidungsvorschriften jeglicher Art sind menschenverachtend.

    ja, wenn man so argumentiert , dann spricht das doch erst recht gegen burkas ;-)

  32. pinetop sagt:

    Ich denke nicht, dass Kleidungsvorschriften generell menschenverachtend sind. Wenn ich mit Frack, Zylinder und Monokel zu einem Vorstellungsgespräch erscheine und den Job nicht bekomme, liegt das nicht an einer irgendwie gearteten Menschenverachtung, sondern vielmehr an meiner eigenen Blödheit.

  33. Saejerlaenner sagt:

    #14 blasphemica am 25. Juli 2011 um 22:53

    keiner regt sich darüber auf, wenn ein punk , der sich ja auch optisch abheben will , wegen seines aussehens keine arbeit bekommt , da heissts dann : selber schuld ! da wird eindeutig mit zweierlei mass gemessen !

    Ein wirklich treffendes Argument. Wenn man provoziert, dann muß man auch mit den Konsequenzen leben können.

  34. ilex (E. Ahrens) sagt:

    # 28 – ziischdig

    Nicht ein Stück Stoff ist menschenverachtend und einer offenen Gesellschaft unwürdig, sondern der Zwang, dieses Stück Stoff tragen zu müssen oder das Verbot, dieses Stück Stoff tragen zu dürfen. Kleidungsvorschriften jeglicher Art sind menschenverachtend.

    Wir reden hier nicht von gelben Sternen oder sonstigen Abzeichen, zu denen Menschen von staatlicher Seite gezwungen werden. Weil das Tragen einer Burka die "menschenverachtende Kleidungsvorschrift" einer Religionsgemeinschaft ist, so ist das nur ein weiterer Grund, das Tragen zu verbieten. Mit diesem Argument könnte man sogar gegen das Tragen eines sogenannten "Kopftuches" sein.

  35. ziischdig sagt:

    #35 ilex (E. Ahrens) am 26. Juli 2011 um 19:10

    Weil das Tragen einer Burka die "menschenverachtende Kleidungsvorschrift" einer Religionsgemeinschaft ist, so ist das nur ein weiterer Grund, das Tragen zu verbieten. Mit diesem Argument könnte man sogar gegen das Tragen eines sogenannten "Kopftuches" sein.

    Mit dieser Argumentation könnte man auch gegen das Tragen eines Nudelsiebs, einer Ordenstracht oder einer Mitra sein. Ich finde aber, man sollte jedem und jeder die Möglichkeit einräumen, sich in der Öffentlichkeit nach besten Kräften lächerlich zu machen.

  36. ilex (E. Ahrens) sagt:

    # 36 – ziischdig = Ich finde aber, man sollte jedem und jeder die Möglichkeit einräumen, sich in der Öffentlichkeit nach besten Kräften lächerlich zu machen.

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