DUH da duh da day

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tank-2729903_1280Es hat ganz den Anschein, als ob DUH vielfach besungen würde. Eine Auswahl von Songtext-Schnipseln legt das nahe (1.). Es geht hier aber ganz unlyrisch um die Deutsche Umwelthilfe DUH, und die diesbezüglichen Lieder sind Klagelieder. Was das mit dem Panzer zu tun hat? Nun, man wird sehen. Erstmal DUH, dann Panzer (Bild: Momentmal, pixabay).

Die DUH wurde 1975 gegründet (2.), hat 347 Mitglieder und etwa 80 Mitarbeiter (3.). Auf Betreiben der Grünen unter der letzten rot-grünen Bundesregierung wurde der Verein 2004 in die Liste qualifizierter Einrichtungen nach Unterlassungsklagegesetz eingetragen. Das befugt ihn, Verstöße gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und andere Verbraucherschutzgesetze "mit geeigneten Maßnahmen" zu verfolgen.

Das dürfte die Wende gewesen sein, die aus dem Umweltschutzverein mehr machte, einen "von Abmahnungen lebenden Interessenverein" (4.). Die DUH finanziert sich zu 38 % aus Projektzuschüssen (Hälfte aus öffentlichen Quellen, Hälfte von privaten Stiftungen). 30 % des Etats stammen aus dem "Verbraucherschutz", d.h. Abmahnungen (1.265 in 2015), und 17% aus Unternehmensspenden und zum geringen Teil auch privaten (Stand 2016, 3.).

Die Abmahn-Tätigkeit der DUH wird professionell betrieben (wb-Link scharfe Kritik). Sie führt teure Musterklagen bis in die letzte Instanz, sie kontrolliert abgemahnte Firmen über Jahre hinweg. sie verfolgt sie bei Verstößen mit versierten Rechtsanwaltskanzleien.

Inzwischen ist der Tätigkeitsbereich erweitert: "Das Ziel ist die möglichst völlige Verdrängung des Dieselmotors", schreibt der European, der sich besonders auf die DUH eingeschossen hat (5.). Demnach verwendet die DUH einseitige Argumente und argumentiert mit ideologischer Verbohrtheit. Die DUH macht Politik, durch beständige Bemühung der Gerichte landauf, landab. Sie klagt gegen Autoindustrie und Kommunen und dank ihr müssen Millionen deutsche Diesel-Fahrer Fahrverbote befürchten.

Was für Luftnummern die zugrundeliegenden Grenzwerte sind, erläutert wissenbloggt (wb-Link Diesel-Skandal) – auf dieser hanebüchenen Basis Fahrverbote zu verhängen, ist tatsächlich ein Skandal. Aber das kann die DUH nicht bremsen.

Wenn die DUH was erreichen will, ist sie nicht zimperlich. Bei ihren Messungen kam in einem Fall der 17-fache Wert vom Euro-6-Grenzwert raus, aber wurden die Versuche wissenschaftlich durchgeführt? Die betreffende Fachhochschule distanzierte sich von den Versuchen der DUH, mit der Begründung, sie wären es nicht. Ein TÜV maß die Abgaswerte als im zulässigen Bereich liegend (3.).

Bemerkenswert ist die Verstrickung der DUH mit der Politik. Der Bund förderte die DUH-"Informationskampagne Stickstoff" mit 182.672 Euro, er zahlt einen großen Teil des Etats. Der ehemalige Abteilungsleiter im deutschen Umweltbundesamt arbeitet jetzt als Sachverständiger für die DUH, die mit weiteren Ex-Beamten bestückt sei (5.).

So fördert der Bund letztlich indirekt die Fahrverbote – aber er steht nicht selber in der Schusslinie. Das Umweltministerium tritt nicht selbst auf, es lässt auftreten, es hat sozusagen eine Art private Umweltpolizei. Auch der Deutsche Städtetag steht auf seiten der DUH und agiert gegen die eigenen Mitglieder, die Städte. Alles kein Problem, denn der Sündenbock ist ausgelagert. Die DUH ist schuld, die Politik hat Ruhe.

Das empfinden viele Leute zurecht als blamabel und lächerlich. Es geht ja nicht um irgendwelche Mensch- und Umweltschäden, weil der NOx-Grenzwert keine belastbare Begründung hat und ein Produkt der Willkür ist. Er liefert bloß den Vorwand für einen ungeahnten Aktionismus. Eine Stimme aus dem Ausland (nzz, 6.):

Demnach ist das ein Trauerspiel, was Deutschland mit seiner Automobilindustrie gerade macht. Laut nzz konstruieren Ingenieure Dieselmotoren, die noch einen Bruchteil der Stickstoffoxide der Vorgängermodelle ausstossen, und dafür sorgen, dass die Umweltbelastung in den Städten weiter sinkt. Aber die Diskussion wird nicht von dieser Entwicklung dominiert. Vielmehr wird eine Stadt nach der anderen auf Klage der DUH gerichtlich aufgefordert, den Großteil der Dieselautos zu verbannen, zumindest auf einzelnen Straßen. Zur Liste gehören Berlin, Hamburg, Köln, München, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, Aachen, Bonn, Mainz und nun auch Gelsenkirchen und Essen – und jetzt hat es auch das Teilstück einer Autobahn erwischt, weil es durch Essen führt. 100.000 Personen nutzen es täglich, und viele davon werden zu Umwegen gezwungen.

Dem kann man wenig hinzufügen. Ach ja, die Panzer fehlen noch.

Auf englisch heißt Panzer tank, nach seiner Haupttätigkeit, dem Tanken. Und was tanken die Tanks? Diesel. So ein Panzer verbraucht 400 l Diesel / 100 km. Die dürften vom Fahrverbot wohl auch betroffen sein. Der DUH ist eine entsprechende Klage zuzutrauen.

 

Medien-Links:

  1. Lyrics.cat
    La da da da da, la da da da duhLa dah dah dada dah. Lah dada dah da-da dah. Dah da dada dum dah.
    La dah dah da-da dah dee. Dah da daladah duh duh duh. La dah dah da-da daaaaah.
    La da da di da da dum da duh da da dum di da ohhh
    … da duh. Da duh da duh da duh. Da da duh duh duh da …
    La! La da da duh duh da dum! La da da duh duh da dum! La da da duh duh da! La da da duh duh da! La da da duh duh!
    La dup dup duh doh. La dup …
    Duh da duh da day
  2. Deutsche Umwelthilfe (DUH): Kinder besonders gefährdet – Helfen Sie jetzt! Wir messen Dieselabgase vor Schulen und Kindergärten. Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende oder Fördermitgliedschaft – für unsere Gesundheit und die unserer Kinder!
  3. Deutsche Umwelthilfe (wiki)
  4. Diesel-Einfahrverbot: Rußmord (Frankfurter Allgemeine Zeitung 3.3.17): Und die Autoindustrie benimmt sich wie ein Kaninchen vor der Schlange. Sie erweist sich als unfähig, gegen Polemisierung der Autogegner – allen voran der sogenannten Deutschen Umwelthilfe, die ein von Abmahnungen lebender Interessenverein ist – vorzugehen.
  5. Deutsche Umwelthilfe: Staatsknete für den Stickoxid-Kreuzzug (The European 22.4.): Fahrverbote fordern, die Politik in die Zange und die Bürger in Geiselhaft nehmen – und gleichzeitig saftig Staatsknete kassieren: das ist das Geschäft von Jürgen Resch, dem Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe. Die Bundesregierung gibt damit millionenschwere Subventionen an eine Lobbyorganisation, die hunderttausende Jobs in der deutschen Autoindustrie gefährdet.
  6. Kommentar – Wie der deutsche Diesel-Fahrer drangsaliert wird (Neue Züricher Zeitung 20.11.): Immer mehr deutsche Städte greifen zu Fahrverboten und sperren gewisse Diesel-Autos aus. Nun will die Regierung den Gemeinden grünes Licht für die automatisierte Überwachung der Autofahrer geben. Die Verhältnismässigkeit bleibt auf der Strecke.

Links von wissenbloggt dazu:

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6 Antworten auf DUH da duh da day

  1. Sehr gute Übersicht (bis auf den etwas verwirrenden Titel)!

    Die DUH ist eins von viele Beispielen, wie das Netzwerk-DG, wo der Staat seine ordnungspolitische Verantwortung „privatisiert“. Beim Netzwerk-DG bleibt geheim, nach welchen Regeln gesiebt und gelöscht wird. Das äußerst fragwürdige Vorgehen der DUH grenzt an Sabotage des Wirtschaftsstandorts BRD aufgrund völlig überzogener grüner Ideologie.

    Dass die Chefs von VW, Audi usw. aufgrund ihres Betrugs die Steilvorlage dazu geliefert haben, ist ein anderes Thema.

  2. Wilfried Müller sagt:

    Ich musste Netzwerk-DG nachschauen, deshalb hier der Link: Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG)

  3. Wolfgang Goethe sagt:

    Ich sehe das genauso wie Günter Dedié. Alles nur Sabotage! Was ist aber mit der Deutschen Bahn? Die Deutsche Bundesbahn betreibt hunderte Diesel-Loks mit 20 Jahre alter Abgas-Technik – darüber wird nicht diskutiert und gemessen, nur bei den PKWs und LKWs – das stinkt doch zum Himmel! Die erkauften Messungen sind nicht glaubwürdig, sie müssen neutral und wissenschaftlich untersucht werden.

    JWG

  4. Wolfgang Goethe sagt:

    Nachtrag:

    Wie kann eine nicht staatliche Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation DUH die angeblich belastete Luft in den Städten, ohne einen belastbaren Beweis vorbringen zu können, dass ausschließlich Diesel-Fahrzeuge die Luft belasten? Die DUH bekommt von der Politik einen Auftrag und die DUH übergibt der Politik die gewünschten Messwerte – so siehts aus!

    JWG

  5. Wilfried Müller sagt:

    Nein Wolfgang, Du bist falsch informiert. Die DUH misst nicht selber, die klagt nur, wenn die Messwerte über dem Grenzwert liegen. Und zwar geht es um den NOx-(=Stickstoffoxid)-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Spitzenwert. Das NOx kommt fast nur von den Dieselmotoren, weil nur die so hoch verdichten. Die anderen Schadstoffe wie Feinstaub und auch das CO2 spielen blöderweise keine Rolle. Der unsinnig niedrige NOx-Grenzwert ist das Skandalon, siehe Der eigentliche Diesel-Skandal ist ganz anders.

    Petition gegen die Gemeinnützigkeit der DUH, Textstück daraus: Die Deutsche Umwelthilfe missbraucht den Status der Gemeinnützigkeit zu wirtschaftlichen Zwecken und schädigt die Allgemeinheit durch Vorsatz. Aus diesem Grund ist der DUH der Status der Gemeinnützigkeit zu entziehen. Gleichzeitig ist die finanzielle Förderung der DUH aus Steuermitteln zu beenden.

     

  6. Wolfgang Goethe sagt:

    Da hast Du natürlich recht, Wilfried! Da muss ich was verwechselt haben!

    JWG

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