Rezension des Buches „Die Offenbarung des Johannes“ mit einer Einleitung von Will Self von Frank Sacco

image_pdfimage_print

revelation-981662_1280Frank Sacco, Doktor der Medizin, hat schon mehrmals bei wissenbloggt über Schizophrenie geschrieben (Links unten).

Diesmal im Zusammenhang mit der Offenbarung des Johannes, die früher vom Fischer Verlag mit einer Einleitung von Will Self verkauft wurde (Bild: JamesNichols, pixabay).

Die religiös bedingte Schizophrenie von Frank Sacco

Rezension des Buches „Die Offenbarung des Johannes“ mit einer Einleitung von Will Self

Die Einleitung ist hier das Spannende! Self berichtet von seinem Freund Ben Trainin. Der war in Künstlerkreisen geboren und studierte gerade Geschichte. Er war hochintelligent. Er baute eine Kanzel und predigte. Die Story von der Apokalypse hatte ihn im Griff. Zwei Selbstmordversuche folgten. Er wurde „von den Furien seines Verstandes tyrannisiert“. Er erkannte wohl im Oberflächenbewusstsein, dass die Story „abergläubiger Schwachsinn“ ist, doch er glitt in Drogen ab. Mit 28 Jahren beging er Suizid.

Will Self wohnt in der Nähe einer psychiatrischen Klinik, dem Royal Free Hospital. Monate nach Bens Tod hört er einen Schizophrenen aus dem Buch der Offenbarung zitieren. Es quoll aus ihm wie aus einer Tube „gestreifter Zahncreme“.  Der Bezirk war mit „Verrückten reicht gesegnet“. Self fiel auf: „Jeder Dritte“ deklamierte den Text der Offenbarung.

So liest dann auch Selb die Bibel. Er erkennt: Der Text der Offenbarung  ist „pervers“. Er ist ein „Wust‘“ der Gewalt mit übler Kulturfeindlichkeit. Er hat einen „verderblichen Effekt‘“. Selb geht ins Internet: 2.666.896 Webseiten beschäftigen sich mit der Story.  Er trifft auf Schreie, die  „Vergebung“ möchten. Er trifft auf einen „psychotischen Alptraum“.

Anschließend ist der Bibeltext im Wortlaut zu lesen. Wir kennen ihn alle. „Dies sind die wahrhaftigen Worte Gottes“. Der Wortlaut der Offenbarung  kommt nach Verlautbarung der Bibelschreiber und unserer Geistlichen  aus dem Mund Gottes und dem Mund seiner Engel. Und auch Jesus lässt man  hier munter sprechen. Der Sohn Gottes, der „Augen hat wie Feuerflammen“, sagt  zu einer Hure: „…und ihre Kinder will ich zu Tode schlagen… Ich werde geben einem jeglichen unter euch nach euren Werken.“ Dieser Satz machte den kleinen  Luther so ängstlich, dass er Mönch wurde. Als Mönch bekam er ein Sacco-Syndrom. Zunächst kam eine kirchenbedingte Depression. Er versuchte, sie mit einem kirchenbedingten Masochismus zu heilen. Zuletzt ereilte ihn eine halluzinatorische Psychose – wie auch viele seiner Kollegen. Er halluzinierte u. a. den Teufel. Erst ein anderer Bibelsatz „heilte“ ihn. In ihm steht: „Sola Fide“. Nur durch einen festen Glauben komme man nicht in Jesu Hölle. Nun, so einen  Glauben hatte der antitisemitische Mönch. Mit guten Werken konnte er sich dann später sehr zurückhalten. Sie waren nicht mehr nötig. So wurde er Mittäter an den drei letzten Hexenverbrennungen in Wittenberg und an der Abschlachtung von Bauern.  Doch das nur nebenbei.

Die Apokalypse spricht von sieben verschiedenen Plagen. Und alle diese Gerichte seien gerecht, ist zu lesen. Sie bestehen vorwiegend aus Ertränken und Verbrannt werden von Sündern. In einem „feurigen Pfuhl“. Leider bedeuten diese Foltern nicht den Tod. Der Jesus der Bibel führt sie in seiner Unsterblichkeit munter ewig aus. Am selben Individuum. Er habe ja den „Schlüssel zur Hölle“ vom Herrn Papa geerbt. Und sie werden „gequält werden mit Feuer und Schwefel… und der Rauch ihrer Qual wird aufsteigen von Ewigkeit zu Ewigkeit“. Eine Ewigkeit ist dem Auferstandenen und so sündenfreien Jesus der Bibel da nicht einmal genug. Die Bibelscheiber machen hier aus dem einfachen Zimmermannssohn kaltlächelnd eine Hitlerfigur, die den Führer, was den Grad der Grausamkeiten betrifft, locker in den Schatten stellt. Noch heute predigen Bischof Nikolaus Schneider und sein Kollege Hans Werner Deppe das Feuer in der Hölle. Und  nicht nur die.

Die etablierte Psychiatrie leugnet die Pathogenität der Bibel und des Klerus. Man hat selbst viel zu viel Angst: Vor Gott und seinem größten Arbeitgeber, den Kirchen. Es wurden hier Stimmen laut, ich solle gefälligst eine groß angelegte Studie über das Sacco-Syndrom durchführen, um seine Existenz und damit die Pathogenität der Dogmen Apokalypse und Hölle zu beweisen. Nun, diese Studie führten die Kirchen bereits selbst durch. Die Kinder Würzburgs wurden im gesamten Jahr 2010 über Ausstellungen in allen Kirchen mit der Apokalypse in fundamentalistischer Weise konfrontiert. Sie sind heute seelisch krank wie nirgendwo in der Welt. Die Stadt hält hier einen traurigen Weltrekord. Alleine jedes 5. Würzburger Kind hat heute bereits die Angsterkrankung ADS. ADS stellt eine Flucht vor nicht Auszuhaltendem in eine Hyperaktivität und/oder Clownerie dar. Ich sagte bereits  im Jahr 2010 das vermehrte Auftreten psychischer Erkrankungen in Würzburg voraus und zeigte die Kirchen wegen Kindesmisshandlung an.  Auf der  Internetseite "Seelische Störungen durch die Lehre der Kirchen" ist zu lesen, dass nach einer "Studie der Universität Würzburg" die Stadt  "eine Hochburg der Selbstmörder" ist. Die Forscher gehen von einem Zusammenhang mit dem "konservativen, stark katholische geprägtem Milieu" der Stadt aus. Der Jesuitenpater Rupert Lay bestätigt das: "Die Hälfte der Patienten, die zu mir in Therapie kommen, sind krank durch  Erfahrungen, die sie in der Kindheit und Jugend mit der Kirche gemacht haben." Besonders pathogen sei das Dogma  der "ewigen Verdammnis". Die Diagnose lautet also: „Sacco-Syndrom“.

Wie lauten nun die gängigen Vergehen der Kirchen?

Kindesmisshandlung nach § 235 RiStBV, Androhung von Folter und diversen Verstößen gegen deutsches Recht, wie sie sich aus dem Text ergeben, u.a. § 225 StGB Misshandlung von Schutzbefohlenen, § 240 Nötigung, § 241 Bedrohung, § 1631 BGB Personensorge, Störung der Religionsruhe, § 131 StBG Gewaltdarstellung, Verstoßes gegen Art. 1 GG und gegen § 1 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes Und auch „Gotteslästerung“ nach § 166 StGB. Denn ein Gott, der die Liebe sein soll, wird sich nicht irgendwann wie ein Hitler aufführen. Sowieso sei die Androhung jenseitiger Strafen aber nur ein „Geschäft“ seiner Kirche, so Bischof Nikolaus Schneider im Der Spiegel  43/2014. Es ist das intelligenteste, aber auch schmutzigste Geschäft dieser Erde.

 

„Die Offenbarung des Johannes“ mit einer Einleitung von Will Self (Fischer Tb, antiquarisch bei booklooker) Taschenbuch 2000

Frank Sacco ist Autor von Das Sacco Syndrom und Autor der Bücher

Weitere Artikel von Frank Sacco, speziell zu Schizophrenie und Die ecclesiogene (kirchenbedingte) Schizophrenie von Frank Sacco

 

Mehr zum Thema:
Dieser Beitrag wurde unter Buch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Rezension des Buches „Die Offenbarung des Johannes“ mit einer Einleitung von Will Self von Frank Sacco

  1. Wolfgang Goethe sagt:

    Wenn ich öffentlich über den Glauben an den Weihnachtsmann, Osterhasen und Nikolaus predigen würde, würde man mich in eine Zwangsjacke stecken und in die Psychiatrie bringen. Predige ich aber über den Glauben an einem Gott, den es auch nicht gibt, wäre alles in Ordnung. Na, dann werde ich Mal ein Geschäft eröffnen und Fahrkarten verkaufen – denn vom 14.1.2019 – 29.1.2019 ist im Himmel Jahrmarkt.

    JWG

Schreibe einen Kommentar