Das Kapitalozän (Das Zeitalter des Kapitals)


KapitalozänAlles begann vor 2000 Jahren

Eine Philosophie kam in die Welt.  Später wird man diese Philosophie „Christentum“ nennen. Nach dreihundert Jahren erkennen die Herrscher des Römischen Reiches, dass sich mit der Unterwürfigkeit dieser Philosophie ihr Volk leichter lenken lässt. Deshalb wird sie am 01.01.300 zur Staatsreligion erhoben. Startkapital: Ein symbolischer EURO. Die Unterwürfigkeit ist auch die Garantie dafür, dass es in Folge niemand wagen wird, dieses in Zukunft ständig wachsende Kapital anzurühren. Gegen die Ungläubigen wird mittels Rüstungsindustrie aufgerüstet. Bis heute. Heute mehr denn je. Der Rest der Welt rüstet ebenfalls auf. Notwehr ist das bei denen.

Das Christentum als Staatsreligion des "Römischen Reiches"
.
Und dann geht das Römische Reich unter. Aber nur das Reich geht unter, nicht aber das Kapital seiner Staatsreligion. Dieses Kapital bleibt erhalten. Später übernimmt das „Heilige Römische Reich“, dass sich als Nachfolger des Römischen Reiches sieht, dieses Kapital. Doch auch dieses Reich geht unter. Das Kapital bleibt jedoch weiterhin erhalten, bis heute. Und es ist bis heute gewachsen. Manchmal einfach nur durch Urkundenfälschung (Konstantinische Schenkung)

Wie hoch ist dieses Kapital heute?
 

Symbolisches Startkapital am 01.01.300 = 1 EURO
Jährlich erhöht es sich aufgrund ihrer Aktivitäten um 3 %        
Der Zinssatz des verzinsten Kapitals beträgt jährlich 3 %
Alle 100 Jahre halbiert sich das jeweils angehäufte Kapital auf die Hälfte durch Kriege gegen Ungläubige, Abspaltungen, Revolutionen und politischen Umstürzen.
.
Frage an einen Mathematiker:
Das Kapital hat am 01.01.300 mit 1 EURO begonnen.
Wie hoch ist das Kapital bis zum 01.01.2000 angewachsen?

.
Antwort:
.
EURO 79 884 224 558 037 038 468 658 553 235 113 547 783,–
.
Das sind ungefähr:    79.884 Milliarden-Quadrillionen EURO

 

Eigentlich könnte man diese Summe so gar nicht rechnen, denn der überwiegende Teil von diesem Kapital steckt in den internationalen Börsen als virtuelles Kapital (es werden gewaltig mehr Summen gehandelt, als Realität vorhanden ist). Und man holt auch noch das Kapital der zukünftigen Generationen mittels Futures ins Jetzt. Es gibt aber einen sehr guten Grund, auch dieses virtuelle Kapital in der Gesamtsumme mit hinein zu rechnen: Weil nämlich dieses virtuelle Kapital noch wesentlich zerstörerischer ist als das reale Kapital. Die Katholische Kirche ist der größte Börsenspekulant der Welt (Quelle: Wall Street Journal). Setzen die Akteure dabei ein Kapital ein, das ihnen gar nicht gehört?
 

Wem gehört dieser Kelch?

kelch007Nehmen wir einmal an, dieser Kelch gehört mir. Ich werde ihn verkaufen und ein Drittel des Erlöses im Kasino verspielen. Ein Drittel vertue ich mit Wein, Weib und Gesang. Mit dem Rest kaufe ich mir einen Holzhaufen und zünde ihn an. Kann irgendjemand etwas dagegen haben? Nein, niemand kann mich daran hindern, das zu tun, denn dieser Kelch gehört mir. Oder, angenommen, dieser Kelch gehört einer GmbH. Können die Gesellschafter dieser GmbH beschließen, diesen Kelch zu verkaufen und den Erlös an die Gesellschafter (abzüglich der Steuern) auszuschütten und irgendwer die Gesellschafter daran hindern, mit dem Geld dasselbe zu tun wie ich? Nein, niemand kann das verhindern. Sie handeln vollkommen korrekt. Alle können dasselbe machen wie ich. Dasselbe gilt auch für alle anderen Gesellschaftsformen.        

Aber nehmen wir an, dass dieser Kelch der Kirche gehört. Gibt es einen Menschen in der Kirche, der dasselbe machen könnte wie ich oder die Gesellschafter einer Gesellschaft? Den Kelch verkaufen und den Erlös für sich selbst verwenden? Nein, so einen Menschen gibt es nicht, denn das Kapital der Kirche gehört keinem Menschen, es gehört einzig und alleine sich selbst. Die Kirche kann den Kelch natürlich verkaufen, der Erlös bleibt jedoch wieder in der Kirche. Auch kann sie den Kelch gegen etwas anderes eintauschen, aber das eingetauschte bleibt ebenso in der Kirche. Die Kirche verwaltet nur das Kapital, gehören tut es ihr nicht. Es gehört sich selbst. So ist es Tradition. Die Menschen in der Kirche blieben deshalb immer genauso arm wie ihre Kirchenmaus. Bis auf wenige Ausnahmen oben in der Hierarchie. Doch auch diese sind nicht wirklich reich.

Das Kapital, das sich selbst, seiner eigenen Tradition, gehört

Die größte Glaubensgemeinschaft der Welt ist nur der Verwalter des größten Kapitals aller Zeiten. Gehören tut es ihr nicht. Dieses Kapital ist fast zweitausend Jahre exponentiell gewachsen und zerstörte alles, was sich ihm in den Weg stellt. Es gehört keine Menschen, es gehört sich selbst, seiner eigenen Tradition. Und es schiebt gnadenlos an. Leblos und daher gewissenloser als je zuvor. Aus der Missionierung kam die Globalisierung hervor. Kein Leben ist daran beteiligt, nur die traditionellen Handlungen. Es ist so, weil es schon immer so war. Das leblose Kapital wird immer mehr und mehr, heute so ungefähr 79.884 Milliarden-Quadrillionen EURO (ein paar Hunderttausend-Milliarden EURO mehr oder weniger ist bei so einer Summe auch schon Wurst). Und die Lebenden werden immer ärmer und ihr Lebensraum immer bedrohter. Auch bei denen, die sich innerhalb der Kirche befinden. Die sitzen genauso in demselben Boot. Alle sitzen in diesem Boot. Niemand kann es verlassen. Wir haben keine zweite Erde

 
Mensch, Tier und Natur haben einen gemeinsamen Feind

Dieser Feind besteht nicht aus Fleisch und Blut, sondern er besteht aus historisch gewachsener Tradition. Und diese schiebt mit ihrem wahnwitzigsten Kapital aller Zeiten gnadenlos an den internationalen Börsen die Global-Player vor sich her und treibt die gesamte Menschheit in den Abgrund. Ständig neue künstliche Bedürfnisse werden extra dafür geschaffen, um daraus Kapital zu schlagen. Kein Mensch steckt dahinter, lediglich die Tradition. Neue Völker, Länder und ganze Kontinente waren Jahrhundertelang Nahrung für das Kapital. Doch jetzt lässt sich keine neue Nahrung mehr auf unserem Planeten auftreiben. Das System auf andere Planeten auszuweiten, greift nicht, denn andere Planeten sind in naher Zukunft nicht erreichbar. Ohne neuer Nahrung greift das Kapital die eigene Bevölkerung an. Alle sind davon betroffen. Alle sitzen in demselben Boot. Niemand kann es verlassen. Wir haben keine zweite Erde.

 
Mensch, Tier und Natur     
.
beherrscht von einer Jahrtausend Jahre alten Tradition
mit ihrem wahnwitzigsten Kapital aller Zeiten

.
Etwas Lebloses herrscht über die Lebenden!
 

Frage an einen Bauer mit einigen ha Ackerland:     
„Warum verseuchst du deinen Ackerboden mit immer mehr Kunstdünger?“          
„Ich könnte weinen, wenn ich sehe, wie ich meinen eigenen Boden zugrunde richte“, so der Bauer, „aber an den Getreidebörsen dieser Welt wird immer mehr und mehr von meiner Ernte abgeschöpft. Ich muss es tun, sonst kann ich nicht überleben" (so ein Zufall, auch Kunstdünger wird ebenfalls an den Weltbörsen gehandelt).        

Das größte Kapital aller Zeiten gehört keine Lebenden,
es gehört sich selbst, seiner eigenen Tradition.  

.
An den Börsen dieser Welt zwingt etwas Lebloses den Bauer,
sein Ackerland zu töten

Wie krank ist denn das?


rheit ist fürchterlich, wie manche sagen,
dreckig, stinkig und kaum zu ertragen.  
Alles ist nur ein Klischee und trotzdem,        
die Wahrheit ist so weiß wie der Schnee.  
.
(Wolfgang Ambros)

 

 

 

                                                                                                     
     Offenes Copyright

Jeder kann den gesamten Text kopieren,
sooft er will, bis auf eine Ausnahme:

Kein Wort darf aus seinem Zusammenhang
gerissen werden.

.

mensch      

 

Das Kapitalozän
 (Das Zeitalter des Kapitals)
           www.badhofer.at

pdf – Druckversion
www.badhofer.at/dummgelaufen.pdf

Impressum

badhofer  steyr AUSTRIA
www.ungefähr.at