Gott sucht dich!

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Papst_1130Das verkündete der Herr Papst bei der Generalaudienz am 20.3.2019, Vaticannews berichtete darüber:

Einleitend hieß es dort: "Das 'Vaterunser' ist ein 'mutiges, kämpferisches Gebet'. Das unterstrich an diesem Mittwoch Papst Franziskus bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Franziskus setzte die Katechesenreihe fort, die dem Gebet gewidmet ist, das Jesus seine Jünger gelehrt hat."

Der vatikanische Franz sagte zu diesem berühmtesten Christengebet: "Es ist das Gebet der Kinder, nicht der Sklaven, die das Herz ihres Vaters kennen und sich seines Heilsplans der Liebe sicher sind. Wehe uns, wenn wir bei diesen Worten mit den Schultern zucken als Zeichen der Kapitulation vor einem Schicksal, das uns abzustoßen scheint und von dem wir meinen, es nicht ändern zu können. Im Gegenteil, es ist ein Gebet voll glühenden Vertrauens in Gott, der Gutes, Leben und Erlösung für uns will."

Ja, der HErr hilft seinen Kindern! Zumindest bilden sich das gläubige Katholiken ein., warum vom Schicksal die Rede ist und dann vom glühenden Gottvertrauen, das ist der für Gottgläubige unlösbare Widerspruch: Denn der Gott, der alles weiß und alles kann, ohne dessen Willen laut Bibel nicht einmal ein Spatz vom Himmel fällt, der wäre ja auch fürs "Schicksal", also für Schicksalsschläge zuständig. Unglück kann jeden von uns treffen und trifft im Laufe des Lebens jeden von uns. Wenn der Gott "Gutes, Leben und Erlösung für uns will", dann müsste er ja vorbeugend das Unglück beiseite räumen. Manchmal passiert es, dass ein Unglück doch nicht so schlimm ist wie befürchtet oder dass es nur droht, aber nicht wirklich passiert. Dann hat den Gläubigen der liebe Gott geholfen! Und die Ungläubigen ham a Masn g'hobt. Und wenn das Unglück zuschlägt, dann werden die Gläubigen eben vom HErrn gestraft oder zumindest geprüft und die Ungläubigen ham a Pech g'hobt.

Aber das nur nebenbei, dem Herrn Papst geht's heute um den Herrn Gott, der Menschen sucht:

Suche nach Gott

Im "Vaterunser" erbitte man auch, dass die Suche nach Gott erfolgreich sei. Und dann fragte der Franz: "Hast du darüber nachgedacht, was es für Gott bedeutet, auf der Suche nach dir zu sein? Jeder von uns kann sagen: ,Aber, sucht Gott mich?´ – Ja! Er sucht nach dir! Er sucht nach mir. Nach jedem von uns. Denn er ist der große Gott! Ach, wie viel Liebe steckt dahinter."
Denn Gott klopfe mit seiner Liebe an die Tür der Herzen eines jeden Einzelnen. "Warum? Um uns anzuziehen, uns zu Ihm zu ziehen und uns auf dem Weg des Heils weiterzubringen. Gott ist jedem von uns mit seiner Liebe nahe, um uns an der Hand zur Erlösung zu führen", so der Papst.

Ja, die Bösen und die Ungläubigen ins ewige Höllenfeuer zu schmeißen, das darf heute der katholische Gott nimmer, irgendwie hat man auch im Vatikan gemerkt, dass es nicht gut ist, wenn ihr Gott gefährlicher und bösartiger als der denkbar bösartigste Mensch ist, jeder Massenmörder wäre da ja im Vergleich geradezu ein Humanist, weil kein Massenmörder foltert irgendwen ewig im Höllenfeuer! Und um das Ganze noch einfacher zu machen, brauchen jetzt die Leute nimmer Gott suchen, sondern Gott sucht die Leute, weil er sie aus Liebe alle erlösen möchte!

Damit wird natürlich die Gottesfurcht abgeschafft, die durch die Jahrhunderte auch Leute mit weniger Glauben und Zweifler im religiösen Bann hielt, denn die Pascalsche Wette wirkte:
>
Man glaubt an Gott, und Gott existiert – in diesem Fall wird man belohnt. (Himmel – Man hat gewonnen!)
> Man glaubt an Gott, und Gott existiert nicht – in diesem Fall gewinnt man nichts (verliert aber auch nichts).
> Man glaubt nicht an Gott, und Gott existiert nicht – in diesem Fall gewinnt man ebenfalls nichts (verliert aber auch nichts).
> Man glaubt nicht an Gott, und Gott existiert – in diesem Fall wird man bestraft. (Hölle – Man hat verloren!)

Aus dieser Analyse der Möglichkeiten folgerte Pascal, dass es besser sei, bedingungslos an Gott zu glauben.

Der voller Liebe alle suchende Gott legt den obigen Höllenpunkt still, alle kommen in den Himmel, auch wenn sie nicht brav sind!

Die Protestanten haben das schon vor längerer Zeit so gemacht, darum gehen dort noch weniger am Sonntag in die Kirche als bei den Katholiken und dafür treten mehr aus! Der Papst webt sich einen neuen Gutgott und den Leuten wird Religion immer egaler! Weil dieser gute Suchgott findet niemanden. Schließlich sind Götter bloß Fiktionen und Fiktionen können weder suchen noch finden und niemanden in den Himmel retten oder in die Hölle schmeißen…

Entnommen bei http://www.atheisten-info.at/infos/info4510.html

 

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3 Antworten auf Gott sucht dich!

  1. Gott ist eine Idee in den Köpfen von Menschen, ein Sinnbild ihrer selbst. An Gott zu glauben bedeutet für diese Menschen, an sich selbst zu glauben statt in Resignation zu verfallen, und den Wunsch zu haben, gut und liebevoll zu sein.

    Aufschlussreich dazu:

    Die Geburt der Götter in der SZ.

    • Im Fachmagazin Nature haben Forscher das Auftauchen von strafenden Göttern bei verschiedenen Kulturen untersucht.
    • Götter, die Einfluss auf das Leben des Einzelnen nehmen, entstanden demnach immer erst, wenn eine Kultur eine gewisse Komplexität erreicht hatte.
    • Vermutlich dienten die rächenden zur Stabilisierung der Gesellschaft.

    Und in einer Zwischenüberschrift heißt es dort:

    Wer Strafe im Jenseits fürchtet, verhält sich zu Lebzeiten eher anständig

    Manchmal, manchmal nur, trifft dies nicht zu …

    Eckhardt Kiwitt, Freising

  2. Nun hat man dieses Gott (Kiwitt) schon mit All-Macht, All-Wissen und sonstigen All-Bernheiten ausgestattet – und es sucht mich immer noch?

    Vielleicht hat der alte Herr/die alte Dame auch nur die Brille verlegt.

  3. All-Macht und All-Wissen sind notwendig zwecks der Einschüchterung — siehe den verlinkten Beitrag in der SZ.

    Frank Berghaus sagt: "… und es sucht mich immer noch?"

    Aah, demnach glaubst also an dieses Gott, bist überzeugt, dass es Dich sucht … ;-)

    Suchen tut dieses Gott niemanden. Man hat's (das Gott) im Kopf oder nicht.

    Herzlich

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