The Shape of Science von Jan Kurz


Jan KurzIn 2014 haben drei spanische Historiker einen Algorithmus entwickelt, der wissenschaftliche Journals visuell zu einander anhand diverser auswählbarer Kriterien in Relation setzt. Die Daten stammen dabei von Scimago Journal Rating. Heraus kommt dabei folgende Karte:

https://www.scimagojr.com/shapeofscience/

Der Algorithmus fand verschiedene Fachbereiche in der Wissenschaft, hier in verschiedenen Farben angezeigt. Grün sind die Geisteswissenschaften, blau Mathematik, Informatik & Physik, violett Chemie, gelb Biologie, pink Medizin und orange Psychologie. Interessant ist, dass die Übergange der Farbwolke die Interdisziplinarität der Disziplinen wiedergeben. Biologie überlappt zu großen Teilen mit Medizin und Chemie, ganz wie man es erwartet und auch mit Psychologie.

Die Humanities besitzen über den Managementzweig einen ziemlich weichen Übergang in die Entscheidungswissenschaft und Informatik, genauso in die Geowissenschaften über die Schnittstelle der Archäologie und Klimawissenschaften. Das ist vielleicht schon unerwarteter.

Die härteste Grenze findet man hier zwischen der Psychologie, genauer Entwicklungspsychologie und experimenteller Psychologie auf der einen und Gender Studies und Linguistik auf der anderen Seite. Verglichen mit der Interdisziplinarität der Naturwissenschaften ist die Abgrenzung hier recht deutlich.

Zuletzt kann man hier auch die "Zwei Kulturen" nach C. P. Snow leicht identifizieren. Literaturwissenschaften liegen der technischen Chemie diametral gegenüber. Wie auch die Journale "Zeitschrift für Kirchengeschichte" und "Propellants, Explosives & Pyrotechnics". Was der Algorithmus damit auch immer ausdrücken mochte.

Wer das interessant findet, dem empfehle ich zusätzlich mit den Optionen im Menü zu spielen. Dieses schöne Tool bietet einen Überfluss an grafischen Informationen. Würde gedruckt auch ein hübsches Poster abgeben.

Das Paper der Autoren:
http://www.elprofesionaldelainformacion.com/…/2…/mayo/07.pdf