Monarchen … sind sie alle nicht

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Stroehl-Rangkronen-Fig._53

Dieser Tage ist viel von Monarchen die Rede:
Die Queen hatte kürzlich Geburtstag (21.4.),
Japan hat einen neuen Kaiser (01.5.),
Thailand eine neue Königin (01.5.),
der frühere Großherzog von Luxemburg, Jean, ist gestorben (23.4.).
Monarchen werden sie genannt — doch Monarchen sind sie nicht.

De facto sind diese Länder, deren Oberhäupter sie sind, wie fast alle anderen "Monarchien", parlamentarische Demokratien und Republiken, manche Diktaturen, deren oberste Repräsentanten aus Tradition noch Monarchen genannt werden, ohne jedoch Alleinherrscher zu sein.

Sie verfügen über keine oder kaum politische Macht. Diese haben sie längst an "bürgerliche" Regierungen abgegeben oder wurden politisch entmachtet.

Einzige verbliebene Monarchie im klassischen Sinn in Europa ist, und auch dies wohl nur mit Einschränkung, der Vatikan.

Daneben gibt es weltweit mehrere "bürgerliche" de-facto-Monarchien, wie z.B. Weißrussland, Russland, Nord-Korea, und derzeit vielleicht die Türkei, deren Alleinherrscher sich allerdings hüten, sich "Monarchen" zu nennen oder nennen zu lassen. Nur in der Presse / den Medien werden sie ab und zu — nicht grundlos — so bezeichnet.

Und dann gibt es einen, der vielleicht gern Monarch wäre — Kaiser von Amerika, wie er sich bisweilen geriert — stünde ihm nicht diese "lästige" Verfassung im Wege.
Er scheint ein wenig aus der Zeit gefallen.

Ein Kuriosum am Rande:
Im Englischen steht das Wort „pretender“ für „Thronbewerber“, aber auch für „Heuchler“.

Eckhardt Kiwitt, Freising

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Beitragsbild:
Zackenkrone, Wikipedia
commons.wikimedia.org/wiki/File:Str%C3%B6hl-Rangkronen-Fig._53.png
Autor: Hugo Gerard Ströhl (1851-1919), Heraldischer Atlas, Stuttgart 1899.

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