Kann man Liebe befehlen?

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SchönbornWort zum Sonntag am 19.5.2019

Joh. 13,31-33a.34-35: Als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht und Gott ist in ihm verherrlicht. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen und er wird ihn bald verherrlichen. Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.

Schönborn titelt seine heutige Predigt mit "Kann man Liebe befehlen?" Er glaubt nicht, dass man Liebe befehlen kann, er schreibt nämlich: "Ich glaube nicht, dass Jesus jemals daran gedacht hat, er könne die Liebe befehlen. Er weiß genau, dass Liebe nur frei geschenkt, nie aber erzwungen werden kann."

Und so macht der Herr Bischof von Wien daraus ein Tauschgeschäft: "Deshalb gibt Jesus auch eine praktische Anweisung, wie Liebe 'funktionieren' kann: 'Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben'." Und das soll dann funktionieren? Schönborn schreibt dazu: "Was also will ich, wenn ich geliebt sein möchte? Als Erstes und Wichtigstes: dass man mir wohl will, dass ich von anderen angenommen, geschätzt, bejaht werde!" Das hat seinerzeit Alfred Adler in seiner Individualpsychologie als wichtiges Verhaltensmerkmal der Menschen beschrieben, das Streben nach Anerkennung und Wertschätzung. Meinereiner ist ein Anhänger von Alfred Adler und hat sogar vor vielen Jahren ein Buch darüber geschrieben, das hier in einer überarbeiteten Version als E-Book downgeloaden werden kann: "Zwischen Ohnmacht und Allmacht".

Schönborn schließt seine heutige Predigt so: "Vollkommen reift die Liebe, wenn sie zur selbstlosen Hingabe wird, wenn zum Beispiel einer den anderen in Krankheit bis zuletzt pflegt. Von dieser Liebe spricht Jesus, wenn er sagt, wir sollen einander so lieben, wie er uns geliebt hat: bis zur Hingabe seines Lebens für uns." Das ist typisch Schönborn, er rühmt wieder einmal das sich selber Kleinmachen, um sich ganz groß fühlen zu können. Dass ein angeblicher unsterblicher Gottessohn, der angeblich für "uns" gestorben, aber schon nach drei Tagen wieder auferstanden sein soll, kein großes Opfer erbracht haben kann, weil drei tote Tage sind ja für einen ewigen Gott nicht mal ein Lercherlschas*) kann ein Bischof nicht thematisieren. Um den Jesus als hingebungsvollen Opferer zu würdigen, müsste er ihn entgöttern!

Entnommen bei www.atheisten-info.at ( Erwin Peterseil).

*) Furz einer Lerche

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