Warum DIE HUMANISTEN als Partei? (Revisited)

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Was dem Individuum nützt ohne der Gesellschaft zu schaden ist humanistisch.

Kurz vor der Europawahl stelle ich hier noch einmal ein, was ich 2013 im Vorfeld der Gründung der Partei der Humanisten schrieb. Daran hat sich nichts Prinzipielles geändert. Vielleicht trägt es dazu bei, dass am Sonntag doch noch das eine oder andere Kreuz den richtigen Weg findet.

Die Humanisten sind eine in Gründung befindliche neue politische Kraft, die eine Vertretung anstrebt für alle Konfessionsfreien, die in den existierenden Parteien keine angemessene Berücksichtigung humanistischer und laizistischer Gedanken finden.

Entgegen den Vorgaben unseres Grundgesetzes existiert in Deutschland eine enge Verflechtung zwischen Religionen und dem Staat, die sich in zunehmendem Maße nachteilig auf die Gesellschaft auswirkt (siehe auch hier: http://www.cicero.de/salon/religion-hat-der-politik-nichts-verloren/52926). Es ist eines der Kernanliegen dieser neuen Partei, an dieser Stelle zum Wohle aller Bürger – auch der konfessionell gebundenen – zu wirken.
 
Doch ein gelebter Humanismus erschöpft sich nicht darin, unseren Staat von allzu penetranten religiösen Bevormundungen und Zumutungen zu befreien, wie allzu oft vermutet wird. An dieser Stelle begegnen wir einem breiten Missverständnis, das sogar weit in humanistische Kreise hineinreicht. Dokument dieser Fehleinschätzung ist etwa die Frage: „Und was macht ihr mit rein politischen Themen?“. Viele haben eben noch nicht verstanden, dass humanistische Politik sich weitab der überkommenen Links/Rechts-Schemata einordnet. Die Fragestellung kann also nicht lauten, ob ein politischer Vorschlag nun konservativ oder progressiv ist, sondern ob er den Kriterien entspricht, die wir für eine menschliche Welt aufgestellt haben, Kriterien wie sie etwa in unserem Manifest der Initiative Humanismus niedergelegt sind.

Doch auch darüber hinaus gehende Anregungen, die unter anderem von der Giordano-Bruno-Stiftung oder dem Humanistischen Verband Deutschlands stammen, werden gewissenhaft bedacht. Bei uns Humanisten dreht sich alles um den Menschen als Individuum und als Mitglied einer Gemeinschaft, die sich Staat nennt. Politische oder religiöse Ideologien haben bei solchen Überlegungen keinen Raum. Man kann es kurz skizzieren: was dem Individuum nützt ohne der Gesellschaft zu schaden ist humanistisch.

Und dieses „Credo“ beschränkt sich eben nicht auf einige wenige Politikfelder, sondern durchzieht sämtliche Bereiche über die Wirtschafts- und Sozialpolitik, die Bildungspolitik bis hin zur Außen- und Entwicklungspolitik – um nur diese zu nennen. So sollte zum Beispiel in einer humanistischen Außenpolitik die Frage nach der Einhaltung der Menschenrechte eine sehr viel stärkere Rolle spielen als das bisher der Fall ist. Grundsätzlich muss jede Aktion des Staates auf den Prüfstand, damit nicht gegen die allgemeinen Menschenrechte verstoßen wird oder Systeme unterstützt werden, in denen dies der Fall ist.

Humanistische Verbände oder Stiftungen wie die oben genannten reichen trotz ihrer verdienstvollen Arbeit aber keinesfalls aus, über eine gewisse Lobbytätigkeit hinaus im genannten Sinn aktiv zu werden oder Einfluss zu nehmen. Das kann nach unserem Verständnis nur eine Partei leisten.

Die Humanisten streben also ein umfassendes politisches Angebot an, das weit über das Kernanliegen hinausgeht und das alle gesellschaftlich relevanten Felder programmatisch abdeckt. Vieles ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig ausdiskutiert, was in diesem frühen Stadium sicherlich niemanden verwundert. Die Diskussion zu den Programmpunkten vollzieht sich im Forum von www.die-humanisten.org. (wurde zwischenzeitlich eingestellt, da die Partei ihre eigenen Wege gefunden hat).Sobald ein überschaubares und vorzeigbares Ergebnis erzielt wird, werden die fertigen Teile (vorbehaltlich Zustimmung des Programmparteitags) Zug um Zug für jedermann von der Startseite aus einsehbar publiziert.

Es gilt dabei zu bedenken, dass dieses Parteiprogramm auch zunächst dazu dient, dass wir uns selbst darüber klar werden, wie eine Umsetzung humanistischer Vorstellungen in die politische Praxis aussehen kann. Es darf keinesfalls mit einem Wahlprogramm verwechselt werden, in dem dann die politischen Angebote an den Wähler herangetragen werden. Wir haben uns jedenfalls fest vorgenommen, nicht in den Fehler zu verfallen, mit griffigen Parolen einen höchstmöglichen Effekt bei  Wahlantritt zu erreichen, nur um uns später eventuell bei der Ausgestaltung des Programms heillos zu zerstreiten. Parteien, die in jüngster Vergangenheit einen anderen Weg gewählt haben, sind sicherlich in diesem Punkt kein Vorbild für DIE HUMANISTEN.

Wer der neuen Partei beitreten möchte findet alles dazu Erforderliche in den Downloads (pdf und doc) in der rechten Spalte dieser Seite.

In diesem Sinne: Weltliche Menschen für eine menschliche Welt!

 

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