Zölibat in kirchlicher Diskussion

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ZölibatIn einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) verteidigte am 24.7.2019 Kardinal Walter Brandmüller die Praxis des Zölibats, er versuchte dem vor 1000 Jahren als Priesterpflicht eingeführten Zölibat eine fundamentale, in den Evangelien begründete Grundlage zu geben. Der Tradition, dass schon Christus und seine Apostel ehelos gewesen seien, komme "die gleiche Verbindlichkeit wie der Heiligen Schrift zu".

Warum sich der Kardinal plötzlich vorm Unzölibat fürchtet, war der Site kath.net am 25.7. zu entnehmen, zitiert wird dazu Kurienkardinal Braz de Aviz: "Papst Franziskus habe die Bischöfe dazu angehalten, die Möglichkeit der Weihe verheirateter Männer bei der kommenden Amazonien-Synode zu diskutieren. (..) Während eines Aufenthaltes in Paraguay sprach der Kurienkardinal in einem Interview mit dem Sender ABC über den Rückgang von Priesterberufungen in Europa und anderen Gebieten, während sie in Afrika und Asien zunehmen würden. Papst Franziskus selbst habe in diesem Zusammenhang die Idee ins Spiel gebracht, verheiratete Männer, so genannte 'viri probati' für Gebiete wie die Amazonas-Region zu weihen, in welchen es zu wenige Priester gibt."

Das passt zu einem Bericht auf atheisten-info mit dem Titel "Bald verheiratete Priester… ", der eine Meldung von Vatican News vom 22.5.2019 zitierte: "Nach Ansicht des Münsteraner Kirchenrechtlers Thomas Schüller wird es in der katholischen Kirche bald verheiratete Priester geben – auch in Deutschland. Zunächst werde die Amazonas-Synode im Herbst im Vatikan wegen des Mangels an Geistlichen in Lateinamerika 'auf jeden Fall' für in Ehe und Familie erfahrene Männer ('viri probati') als Priester votieren, sagte Schüller der Bistumszeitung 'Kirche und Leben'. Dies werde 'Bischofskonferenzen und die Regionen der Weltkirche, die ebenso vom Priestermangel betroffen sind, ermutigen, einen ähnlich gelagerten Antrag zu stellen – unter großer Wertschätzung für den freiwillig gelebten Zölibat'."

Kardinal Brandmüller weist überhaupt zurück, dass es einen katholischen Priestermangel gibt, er hat zweifellos damit recht, ein Priestermangel bestehe eigentlich gar nicht, "vergleicht man die Zahl der Priester mit jener der am kirchlichen Leben teilnehmenden Katholiken."

Statt den Zölibat abzuschaffen, müsste sich die katholische Kirche lediglich noch mehr darum bemühen, aktive Gläubige zu vertreiben! Eine Methode dazu hat Kardinal Brandmüller in der Bibel gefunden, er zitiert das Verhalten der Jünger, die seinerzeit dem Jesus gefolgt sind, er schreibt dazu: "Die ersten Jünger Jesu, die er dann Apostel (Gesandte) nannte, haben also nach Ausweis der Evangelien Haus, Hof, Frau und Kinder, Vater und Mutter verlassen, um Jesus nachzufolgen. Es wäre unverständlich anzunehmen, dass die Verfasser der Evangelien hier ein Ideal gezeichnet hätten, dem ihr eigenes tatsächliches Leben widersprochen hätte. Das 'alles Verlassen' um des Evangeliums willen ist jedenfalls die Lebensform der Jesus-Jünger des ersten Jahrhunderts. Nehmen wir noch den Apostel Paulus hinzu, der die Ehelosigkeit um des Dienstes an der 'Sache Jesu' willen hochschätzt, dann ist klar, dass die Ehelosigkeit dem Dienst am Evangelium entsprach – und entspricht."

Ja, macht das! Jeder der dem Jesus wahrhaft nachfolgen will, muss Haus, Hof, Frau und Kinder, Vater und Mutter verlassen! Und zölibatär leben! Und wer dem Jesus nicht auf diese Weise folgt, der kann kein Katholik sein und wird aus der Kirche ausgeschlossen! Wählt den Brandmüller zum Papst aller Katholiken, die auf fundamentaler, in den Evangelien begründeten Grundlage dem Jesus nachfolgen wollen!

Auch Atheisten diskutieren gerne mit, das ist ja schließlich eine echte Gaudi!

Entnommen bei www.atheisten-info.at ( Erwin Peterseil).

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