fowid über Religionszugehörigkeiten 2018 in Deutschland

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fowidWEIMAR. (fowid/fgw) Nach den Veröffentlichungen der Mitgliederzahlen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der katholischen Bistümer lässt sich jetzt die Zahl der Religionszugehörigkeiten zum 31.12.2018 wie folgt darstellen:

 

44,1 Mio. EKD- und katholische Christen (53,2 Prozent), 4,3 Mio. konfessionsgebundene Muslime (5,1 Prozent), 3,3 Mio. andere Religionsgemeinschaften (3,9 Prozent) und 31,4 Mio. Konfessionsfreie (37,8 Prozent).

(…)

Römische Katholiken und EKD-Evangelische

Nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz gab es zum 31.12.2018 genau 23.002.128 katholische Kirchenmitglieder, die Evangelische Kirche in Deutschland berichtet 21.140.599 Kirchenmitglieder. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zum Bevölkerungsstand am 31.12.2018 hatte Deutschland 83.019.200 Einwohner. Daraus ergeben sich 27,7 Prozent römische Katholiken und 25,5 Prozent EKD-Christen.

Für beide Religionsgemeinschaften sind die Rückgänge der Mitgliederzahl entweder gleich groß wie in 2017 (EKD: minus 395.000 vs. 394.000) oder deutlich höher, wie bei den römischen Katholiken (minus 309.000 vs. 269.000 Mitglieder).

Muslime

In den Melderegistern werden nur die Mitglieder der religiösen Körperschaften des öffentlichen Rechts erfasst. Die letzte belastbare Statistik zu der Anzahl der Muslime in Deutschland stammt aus der Volkszählung 1987. Damals wurden als „Angehörige der islamischen Religionsgemeinschaft" insgesamt 1.650.952 Personen gezählt. Das waren 2,70 Prozent der 61.077.042 Einwohner. (1990, nach der deutschen Einheit, wären das 2,07 Prozent der 79.430.000 Einwohner). Aufgrund mangelnder weiterer Daten wird die Schätzung/Hochrechnungen des BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) im Bericht „Wie viele Muslime leben in Deutschland" (2016) verwendet. „Ergebnis ist, dass in Deutschland am 31. Dezember 2015 zwischen 4,4 und 4,7 Millionen muslimische Männer und Frauen lebten. Demnach sind von insgesamt 82,2 Millionen Einwohnern zwischen 5,4 und 5,7 Prozent muslimische Glaubensangehörige."

Kultur-Muslime

(…) Die nicht-religiösen Muslime, die niemals religiöse Veranstaltungen besuchen, die sich aber aus Tradition, Lebensgewohnheiten u. a. m. als Muslime bezeichnen, sind entsprechend „Kultur-Muslime".

Wie hoch der Anteil dieser nicht-religiösen Kultur-Muslime ist, ergibt sich u. a. aus den Studien „Muslimisches Leben in Deutschland (MLD 2008)" des BAMF. Darin geben – mit unterschiedlichen Variationen aufgrund der Herkunftsländer – insgesamt 29 Prozent der befragten Muslime an, niemals religiöse Veranstaltungen zu besuchen, also auch niemals in die Moschee zu gehen. (S. 161)

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Als Schlussfolgerung hat fowid sich entschieden, 20 Prozent der Muslime als nicht-religiöse Kultur-Muslime anzunehmen und sie entsprechend als Konfessionsfreie aus der Gesamtzahl der Muslime herauszurechnen.

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Kleinere Religionsgemeinschaften / Konfessionsfreie

Für die kleineren Religionsgemeinschaften liegen von REMID – der an sich verlässlichsten Quelle zu diesem Thema -, keine neueren Zahlenangaben vor, so dass die bisherigen Angaben von 3.250.000 (= 3,9 Prozent) unverändert beibehalten wurden.

Die Anzahl der Konfessionsfreien/Menschen ohne Religionszugehörigkeit ist die Differenz zwischen der Bevölkerungszahl und der Summe der Angehörigen von Religionsgemeinschaften.

In dem Anstieg dieser Anzahl auf 31.371.000 Personen (= 37,8 Prozent) zeigen sich u. a. die rund 440.000 Kirchenaustritte aus der evangelischen und katholischen Kirche an, wie zudem der Anstieg in der Bevölkerungszahl, für die kein wesentlicher Anstieg in den Religionsgemeinschaften zu erkennen ist, sondern – am Beispiel des Rückgangs der Taufen – eher das Gegenteil.

Mehr dazu auf der Webseite der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland.

 

 

(CF, SEF, MSS)

 

 

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