500. Wort zum Sonntag, den 8.9.2019

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NächstenliebeLk 14,25-33: Viele Menschen begleiteten Jesus; da wandte er sich an sie und sagte: Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein. Wer nicht sein Kreuz trägt und hinter mir hergeht, der kann nicht mein Jünger sein. Denn wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und berechnet die Kosten, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertig stellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen. Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden. Ebenso kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.

Der Schönborn verquickt heute die obige Bibelstelle mit der österreichischen Vorwahlzeit, er schreibt gleich zu Beginn: "Zurzeit wird überall in unserem Land Wahlwerbung betrieben. Zwei Grundzüge bestimmen fast immer die Plakate und Reden der Parteien, die um die Gunst der Wähler werben: Wahlversprechungen und die Überzeugung, dass unsere Partei die bessere ist, unsere Kandidaten daher die richtige Wahl sind. Wie sollte es anders sein! Die ganze Welt der Werbung lebt davon, dass die beworbene Ware als ideal, großartig, beglückend dargestellt wird.
Was Jesus heute im Evangelium macht, ist die totale Anti-Werbung. Wer mit solchen Worten Anhänger gewinnen will, darf sich nicht wundern, dass sie ihm nicht in hellen Scharen zulaufen. Jesus stellt radikale Forderungen, statt verlockende Versprechungen zu machen: Wenn du mit mir gehen willst, musst du alles, aber auch wirklich alles hintanstellen, deine Familie, deine Liebsten, deinen ganzen Besitz. Und nicht nur das: Du musst zudem das Schrecklichste auf dich nehmen: das Kreuz"

Die Jesus-Religion hat sich allerdings nicht wegen der Jesuspredigten zur Weltreligion entwickelt, sondern durch das Dreikaiseredikt von 380, dieses bestimmte das Christentum zur für alle verpflichtenden römischen Staatsreligion! Das Edikt schloss so: "Endlich soll sie vorab die göttliche Vergeltung, dann aber auch unsere Strafgerechtigkeit ereilen, die uns durch himmlisches Urteil übertragen worden ist." Also Nichtkatholische strafte nicht nur Gott, sondern auch der römische Staat. Damit wurde die Grundlage für das finstere Mittelalter gelegt und auch noch für die gewaltsame Verbreitung des Christentums in der ganzen Welt.

Wir können uns heute freuen, dass ein Schönborn kein Diktator mehr sein kann, der alle zum Christenglauben zwingt, Reformation und schließlich die europäische Aufklärung haben unsere Welt aus der katholischen Finsternis hinausgeführt, in Österreich steht die Religionsfreiheit seit 1867 in der Verfassung, in der Gegenwart ist Religionsfreiheit – speziell auch im Sinn von Freiheit von Religion – gelebte Realität, die sich Jahr für Jahr positiv weiterentwickelt!

Schönborn schwärmt in seinem Resümee von der "Liebe Jesu zu den Ärmsten". Das bisschen katholische Almosengetue hat der Menschheit nichts gebracht, es war die nichtchristliche Arbeiterbewegung, die es schlussendlich schaffte – speziell auch gegen den Widerstand der kath. Kirche! – den heutigen Sozialstaat zu errichten!

Statt des Gequatsches von der christlichen Nächstenliebe haben wir jetzt gelebte gesetzliche Sozialrechte! Amen!

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at ( Erwin Peterseil).

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