Andersfaschistische Aktionen

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Andersfaschistische-Aktion-Button_300Wie man das Gegenteil dessen erreicht, was man bewirken will

Um es vorauszuschicken.:

Ich bin kein Freund der sogenannten „AfD“ oder ähnlicher Gruppierungen und Vereine (siehe u.a. den Beitrag «Auf schwachem Fundament», letzter Absatz, auf dieser Website), und auch nicht des aus meiner Sicht politisch völlig unbedarften, ja inkompetenten Gründers dieser Partei, der ich wegen ihrer gegen die europäische Währung EURO (€) gerichteten Politik von Anbeginn ablehnend gegenüberstand. Wegen ihrer Euro- und EU-kritischen Haltung war es — vermutlich nicht nur für mich — von Anbeginn absehbar, in welche Richtung sich diese Partei binnen kurzer Zeit entwickeln und dass sie zu einem Sammelbecken für „Rechtspopulisten“ (Rechtsreaktionäre und Nationalisten) werden würde. Eine solche Partei ist für mich nicht wählbar [und war es, entgegen möglicher anderer Mutmaßungen, auch in früheren Jahren und Jahrzehnten nicht].

Im Oktober 2019 kam es in Deutschland mehrfach zu Aktionen von Gruppierungen und Leuten, die sich für politisch „links“ halten, bei denen u.a. dem Gründer der sog. „AfD“ — der sich m.W. mittlerweile aus der Politik zurückgezogen hat und jetzt wieder als VWL-Professor an der Universität in Hamburg lehrt — Vorlesungen verhindert wurden.

Ähnlich erging es dem ehemaligen Innenminister der Bundesrepublik Deutschland, Thomas de Maizière (CDU), als „linke Aktivisten beim Göttinger Literaturherbst eine Lesung“ verhinderten.

Wer so agiert, ist m.E. kein Antifaschist und steht politisch nicht „links“, sondern ist ein Andersfaschist und Rechtsreaktionär, der seine Meinungen womöglich zur Staatsweltanschauung (Analogon zu „Staatsreligion“) erhoben sehen, jedenfalls das Recht der freien Meinungsäußerung (GG Artikel 5 Satz 1) sowie das Recht der freien Lehre (GG Artikel 5 Satz 3) — also unveräußerliche Grundrechte — suspendiert wissen will. Er ist denjenigen nicht unähnlich, die, wie einst die Nationalsozialisten im „Dritten Reich“ und später die Machthaber in der DDR, und wie heute u.a. Vertreter von Pegida oder der sog. „AfD“, das Wort «Lügenpresse» verwenden und die damit zum Ausdruck bringen, dass sie womöglich nur das in den Medien veröffentlicht sehen wollen, was sie selber für „die Wahrheit“ halten.

Deutschland hat, wie wohl jeder freiheitliche demokratische Rechtsstaat, keine Staatsweltanschauung. Dies werden auch so manche derjenigen wenigstens akzeptieren müssen, die meinen, eine solche erzwingen oder durchsetzen zu dürfen — und dabei selbstverständlich ihre eigene Weltanschauung als einziges Gebrauchsmuster betrachten.
Dass einige, die sich selbst für politisch „links“ halten, einem rechtsreaktionären Despotismus weltanschaulich mehr als nur sehr nahe stehen, ist andererseits nicht neu, es begleitet uns seit Jahrzehnten und reicht nach meiner Erinnerung zurück bis in die späten 1960er / frühen 1970er Jahre.
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Quelle:
Leserkommentar zu Demokratie in Gefahr, FAZ vom 25.10.2019

Die „Aktivisten“, die „beim Göttinger Literaturherbst eine Lesung des früheren Bundesinnenministers Thomas de Maizière“ verhinderten, und auch jene, die andere Veranstaltungen ihnen nicht genehmer Personen verhindern, jene, die andere als ihre eigenen Meinungen und Weltanschauungen nicht ertragen können, nicht dulden (tolerieren) mögen, sind m.E. keine „linken Aktivisten“, sondern Sympathisanten und Akteure eines rechtsreaktionären Despotismus (dem allenfalls immer noch und aus Gewohnheit das Etikett „links“ angeheftet wird).
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Quelle:
Leserkommentar zu Steinmeier verurteilt „Gesprächsverhinderung“, FAZ vom 25.10.2019

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Bemerkenswert und beachtenswert finde ich, dass sich so manche, die sich für politisch „links“ ausgeben, häufig mit rechtsreaktionärem Despotismus solidarisieren, gar mit diesem sympathisieren — insbesondere, wenn dieser im Gewand von Religionen, ideologischen Grundlagen eines patriarchalisch-rechtsreaktionären Despotismus, daherkommt — und oft selber rechtsreaktionär agieren (wie es z.B. die Machthaber in den Staaten des früheren „Warschauer Vertrags“ / „Warschauer Pakt“ praktiziert haben, die sich von den Nationalsozialisten des „Dritten Reichs“ und den Faschisten z.B. im Spanien des Generals Franco oder dem Italien des „Duce“ Mussolini aus meiner Sicht kaum oder gar nicht unterschieden; die DDR war für mich ideologisch und insbesondere institutionell wie „Drittes Reich ohne «Auschwitz»“), dabei die (von ihnen) oft angemahnte „Toleranz“ geflissentlich übergehen.

Siehe auch: Trefflich: Brief an die Heuchler

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Eckhardt Kiwitt
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2 Antworten auf Andersfaschistische Aktionen

  1. Pingback: Antifa |

  2. In der NZZ zum gleichen Thema eine vertiefende Kolumne von Milosz Matuschek :

    Warum die identitäre Linke den Kulturkampf verlieren wird

     

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